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9. Spieltag 1. Bundesliga
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DER HERR DER SCHWEIßBÄNDER

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Leipzig - (24.07.2015) Oral fordert die Bullen. Wird der ehemalige Coach mittels Schweißband, Waschstraße und Co zum ersten Stolperstein für die Aufstiegsambitionen der Rangnickelf? Wir geben einen Ausblick auf das was passieren könnte...

Morgen ist es endlich soweit, keine 24 Stunden mehr und der Ball rollt wieder für die Rasenballer. Mit dem FSV hat man zwar einen zumindest auf dem Papier recht leichten Gegner für den ersten Spieltag zugeteilt bekommen, allerdings gelang unseren Leipzigern letzte Saison noch nicht mal ein Treffer gegen die Kicker aus der Bankenmetropole, verkam die Ligapremiere für Beierlorzer mit dem 0:1 gar zum echten Stimmungskiller.

In Frankfurt hält nun mit Tomas Oral ein alter Bekannter die Zügel in der Hand. Den FSV führte er mehrfach zu Aufstiegen, bei RBL scheiterte er damit, hatte gegen Chemnitz keine Chance und sorgte mit dem 1:5 gegen Kiel für die immer noch höchste Heimpleite der Vereinsgeschichte (trotz Sandhausen). Immerhin gelang ihm der Sieg im Sachsenpokal, dessen Resultat – der spätere Pokalsieg gegen Wolfsburg – ein wahrlich identitätsstiftendes Ereignis wurde.

Während in Leipzig im Vorfeld recht klar ist, wer gegen den FSV in der Startelf stehen dürfte, sieht die Sache beim FSV nicht ganz so klar aus. 14 Zu- (viele davon recht jung) und 13 Abgänge, auch in Frankfurt ist der Kader also ordentlich durcheinander gewirbelt worden. Dass sich Oral seit seinem Amtsantritt nicht nur Freunde gemacht hat, zeigte der Rücktritt des Physio- und Ärzteteams. Seine Methoden haben sich indes nicht großartig verändert, der ehemalige Co-Trainer von Magath (Fulham) schwört weiter auf eher skurril anmutende Aktionen, so schickte er sein Team im Vorfeld der Abstiegskampfendspiele durch die Waschstraße.

Nach den Millionentransfers von hochveranlagten Spielern und der Übernahme des Cheftrainerpostens durch Rangnick kann es realistisch betrachtet nur ein Ziel geben: einen Startsieg in Frankfurt. Die bisherigen Auftaktspiele der Trainer haben indes durchaus gezeigt, dass es selbst mit deutlich überlegen scheinenden Teams kein Zuckerschlecken ist.

Im Folgenden wollen wir einen nicht ganz ernst gemeinten Blick auf den möglichen Spielverlauf im morgigen Kick am Bornheimer Hang werfen.



Eine Stunde vor dem Spiel: Das FSV Team ist natürlich als erstes eingetroffen, frisch aus der Waschstraße glänzen die Spieler förmlich, Oral später zu seiner Geheimstrategie: „Durch den Einsatz von Autowachs, wollte ich die Spieler dem Zugriff des Leipziger Pressings entziehen.“
Pech nur, dass Rangnick bereits im Vorfeld informiert war, als Retourkutsche zur FSV Beobachtung des Ausradelns im Trainingslager hatte er vorsorglich alle Waschstraßen im Großraum Frankfurt beobachten lassen – mit Erfolg!

30 Minuten vor dem Spiel: Nun trifft endlich auch der Leipziger Mannschaftsbus ein, mit Verspätung! So war das nicht geplant! Grund: Bei einem Zwischenhalt auf der Autobahnraststätte wurde Nukan von einer Schar zufällig anwesender Besiktas-Fans erkannt und konnte erst nach diversen Selfies und Autogrammen wieder aus ihrer Gewalt befreit werden: Bilanz 33 neue Follower und ein verstört wirkender Nukan.

10 Minuten vor dem Spiel: Oral vermisst noch zwei seiner Spieler, wie sich später herausstellt, hatten sie den Aufstellungsaushang an der Kabinentür missdeutet, die leidlich leserliche Handschrift des Trainer nicht entziffern können und sich für nicht nominiert gehalten, Oral will in Zukunft die Nominierungen nur noch oral bekannt geben.

5 Minuten vor dem Spiel: Das Team schwört sich mit dem neuen Helene Fischer Mantra: „Atemlos auf dem Platz“ auf das Spiel ein, in der Nebenkabine bricht ob der ungewohnten Geräusche schon Panik aus, Oral sucht verzweifelt die Telefonnummer der GEMA Nothilfe, während Rangnick auf der anderen Seite der Wand gekonnt mitschunkelt.

Kurz vor Anpfiff: Rangnick setzt nun doch auf „Kogge“ Sebastian, Nukan hatte sich beim Zwischenfall den Twitterdaumen gezerrt, außerdem kennt Tim Orals Winkelzüge in- und auswendig, trug damals nicht nur Kapitänsbinde sondern auch das güldene Schweißband.

Anpfiff: Schiedsrichter Robert Hartmann gibt den Ball frei und bereitet sich innerlich auf sein viertes Zweitliga-1:1 mit RBL Beteiligung in Folge vor.

10. Min.: Das Spiel plätschert dahin, die Rasenballer haben gefühlte 100% Ballbesitz, Frankfurt verweigert konsequent den Besitz des Spielgeräts, um nicht in die 8-Sekunden Falle zu tappen.

27. Min.: Chaos auf dem Spielfeld, die Frankfurter werden stark unter Druck gesetzt, Oral mimt an der Seitenlinie das Rumpelstilzchen, allein es gibt keinen geordneten Spielaufbau der FSV Kicker. Blöd nur, dass RBL vor lauter Balljagd ganz das Toreschießen vergisst.

33. Min.: Zu viel Autowachs – zwei Frankfurter Spielern sind ausgerutscht und liegen verletzt am Boden, da das medizinische Team schon provisorisch die Flucht ergriffen hat, verarztet Oral selbst und stoppt die Blutung notdürftig durch den Einsatz von Schweißbändchen.

42. Min.: Da ist es endlich, das erste Rasenballertor der neuen Saison, da auch in Leipzig Traditionen gepflegt werden wollen, ist es wieder Poulsen, der das erste Saisontor erzielt. Sabitzer, Selke und Forsberg kombinieren zu schnell für die FSV Hintermannschaft, Poulsen schleicht sich weg und wird perfekt vom schwedischen Kollegen eingesetzt, frei vor Weis lässt er dem FSV Keeper keine Chance. Von der Seite wedelt Rangnick mit dem unterschriftsreifen Vertrag, aber Yussuf nähert sich derzeit keinem Stück Papier, auf dem nicht das Wort Ausstiegsklausel steht...

Halbzeit: Knappe Führung für die Leipziger, den Schuldigen für die ausbaufähige Leistung seiner Mannschaft hat Oral indes ausgemacht: Guido "Seuchenvogel" Schäfer sitzt trotz 30 Grad im Schatten mit Glücksmantel auf der Tribüne, reist alte Wunden wieder auf. Währenddessen werden die Kicker in der Bullenkabine mit Red Bull nachbetankt.

58. Min.: Aus dem Nichts die Riesenchance zum Ausgleich für die Hausherren, Teigls Rückpass zu Coltorti gerät zu knapp, der Schlussmann spielt direkt in die Beine von Rolim, der setzt an, um den Schweizer zu umkurven, aber Coltorti macht sich breit und sichert den Ball. In Kroatien sitzt derweil Rückrundentorschütze Roshi vor dem Fernseher und denkt sich: „den hätt` ich gemacht…“.

63. Min.: Der eingewechselte Bruno nimmt Perdedaj den Ball ab, freut sich wie Gollum über seinen Schatz, will das Spielgerät jedoch nicht mehr hergeben. Währenddessen rinnen die Sekunden dahin – 5-6-7 – Rangnick fuchtelt wild an der Seitenlinie, die 8-Sekunden-Regel… Aber der Belgier hat zu viel Spaß mit dem Leder, lässt Freund und Feind links liegen, umdribbelt Weis und rennt mit der Kugel ins Netz – 2:0. Während die Mitspieler zum Gratulieren herbeieilen, bereitet Rangnick schon die Strafauswechslung vor, besinnt sich ob des Spielstandes jedoch wieder. Derweil zerreißt Schiri Hartmann seinen Tippschein.

77. Min.: Das 3:0, Selke köpft eine Kaiserecke wuchtig ins Kreuzeck – die Entscheidung, Rangnick wirft von der Seitenlinie schon mal die Augenklappen aufs Feld. Der erste Zweitligasegler scheint erfolgreich geentert. Auf den Rängen gibt es kein Halten mehr. Auswärtssieg, einige müssen das erstmal wieder im Duden nachschlagen, während die Fraktion der Mahner bereits das 1860-Spiel parat hat.

85. Min.: Das Spiel ist entschieden, Oral kritzelt schon seine Ideen für einen monumentalen Hügel der Tränen aufs Papier, die Erdarbeiten sollen gleich nach Spielende beginnen, und alles vorher dagewesene in den Schatten stellen, da würde selbst Vorbild Magath die Spucke wegbleiben…

90. Min.: Was war denn das? Forsberg lässt Hornschuh und Barry stehen, will aus 13 m direkt abziehen, rutscht aus, Weis fliegt, aber der Ball kullert nur in die andere Ecke. Das 4:0 und Schluss! Wie sich herausstellt, war es Forsbergs 40. Torschuss, der Schwede ist überglücklich und gibt später im Bus eine Dose Surströmming aus. Die Spieler fahren atemlos durch die Nacht nach Leipzig und hoffen das Forsberg demnächst wieder eher als Vorbereiter glänzt…

Viel Spass allen, die sich morgen auf die Reise nach Frankfurt begeben, zwischen 600-800 Fans des einzig wahren Rasenballsports dürften es wohl werden, beim FSV werden bis zu 10.000 Zuschauer erwartet, ungewöhnlich viele für ein Spiel am Bornheimer Hang. Allen die nicht mit in die Bankenmetropole reisen können, bieten wir wie üblich einen Liveticker an, alternativ steht neben der sky Übertragung auch der Bullenfunk zur Verfügung. Wir wünschen dem neuformierten Team um Ralf Rangnick viel Erfolg und allen Fans ein angenehmes Wochenende!

Rumpelstilzchen


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