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ANGRIFF VON GANZ UNTEN

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Leipzig - (08.06.2016) Was bei den Männern schon gelungen ist, soll nun auch im Frauen-Fußball klappen: Der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Das Ziel ist ambitioniert, aber keinesfalls unrealistisch.


Der Ist-Stand

Aktuell haben wir drei Nachwuchsteams im Mädchenbereich: U12/U13 (2. Kreisklasse), U14/U15 (Landesliga, höchste Spieklasse) und U16/U17 (Landesliga, höchste Spielklasse). Letztere gewannen erst vergangene Woche den sächsischen Landesmeistertitel vor der starken Konkurrenz aus Dresden. Die C-Juniorinnen werden die  Saison auf Platz 2 oder 3 beenden und die D-Juniorinnen überrannten die Liga mit 16 Siegen in 16 Spielen sowie einem Torverhältnis von 184:6. Bislang spielten die Teams auf dem Gelände des Sächsischen Fußball-Verbandes, der Sportschule Egidius-Braun im Leipziger Norden.

Neben RB Leipzig gibt es noch fünf weitere Fußballteams aus der Messestadt, die sich dem Mädchen-/Fraußenfußball widmen. SG Eintracht Süd, 1. FFC Wacker Leipzig, SG LVB Leipzig Leipziger FC und der FFV Leipzig. Die größte Rolle spielte dabei bislang der FFV Leipzig, welcher 2013 von den ausgestoßenen Fußballerinnen des 1. FC Lok Leipzig gegründet wurde und das Leistungszentrum für Frauen- und Mädchenfußball in Sachsen beherbergt. Bis zu dieser Saison spielten die Frauen sogar in der zweithöchsten Spieklasse Deutschlands, müssen nach einer enttäuschenden Saison aber den Gang in die Regionalliga antreten.

Welche Pläne verfolgt RB Leipzig?

Die heutige Meldung der Leipziger Volkszeitung, RB Leipzig übernimmt das Leistungszentrum des FFV Leipzig mit den dazugehörigen Nachwuchsklassen und gründet eine Spielgmeinschaft mit dem Leipziger FC, überrascht nur bedingt. Einerseits ist der FFVL tief verschuldet (mindestens 160.000 Euro) und kann somit das Leistungszentrum finanziell nicht mehr aufrecht erhalten. Die Verantwortlichen haben sich stark übernommen, was leider im Leipziger Fußball mehr Usus als Novum ist. Andererseits konnte man bereits 2013, als RB Leipzig die drei Mädchen-Teams gründete, erahnen, dass dies erst der Anfang eines langfristigen Projekts sein wird. Mit Ulrich Wolter, der bei der Frauen-WM 2011 die Rolle als Gesamtkoordinator inne hat, ist eine treibende Krafte beim Frauen- und Mädchenfubßall in der Führungsspitze unseres Vereins ansässig. Wolter weiß, dass die Förderung beim DFB hoch angesehen wird. Zudem weiß mittlerweile ganz Fußball-Deutschland, dass RB Leipzig kein halben Sachen macht sondern konsequent ambitionierte Ziele verfolgt. 

Die bisherigen Teams des FFVL aus dem Leistungszentrum, die U17, U15 und U13 werden also bei RB Leipzig eingegliedert. Das führt nun unweigerlich dazu, dass einige Spielerinnen sich einen neuen Verein suchen müssen. In welcher Liga die Nachwuchsteams starten werden, müssen die entsprechenden Verbände nun klären. Die Entscheidung sei noch nicht gefallen, heißt es aus internen Kreisen beim Fußballverband Stadt Leipzig. Fakt ist, dass unser Verein die Mädchen in den Junioren-Spielbetrieb eingliedern möchte, so dass Jungs gegen Mädchen spielen werden. Immer wieder hört man von aktuellen DFB-Nationalspielerinnen, dass das Zusammenspiel und Kräftemessen in den jüngeren Altersklassen gegen Jungs für die eigene Förderung am Besten gewesen sei.

Erstmals werden die RasenBallsportler ab der kommenden Saison auch eine Frauen-Mannschaft anmelden. Zusammen mit dem Leipziger FC wird eine Spielgemeinschaft gegründet, die allerdings nur ein Jahr bestand hat. Das Aufstiegsrecht ist den rot-weißen Frauen vorbehalten, der LFC wird danach in derselben Liga wieder "alleine" weiterspielen. Gespielt wird vermutlich in der Landesklasse (auch hier gibt es laut dem Verband noch keine Entscheidung), das wäre bei den Frauen die 5. Liga. Danach kommt die Landesliga, Regionalliga, 2. Bundesliga und die 1. Bundesliga. Perspektivisch ist natürlich die oberste deutsche Spielklasse das Ziel, da wo die Gegner Bayern München, VfL Wolfsburg, Turbine Potsdam und 1. FFC Frankfurt heißen und auch der internationale Wettbewerb winkt. Mit viel Verstand und etwas Glück könnte das Ziel bereits nach wenigen Jahren erreicht werden. Mit dem vorhandenen Geldern und den bald geschaffenen professionellen Strukturen sollte der Durchmarsch bis in die 2. Bundesliga keine allzu große Hürde darstellen. Erst dort wird es dann etwas schwieriger, weil die Leistungsdichte im oberen Tabellendrittel groß ist.

Spielort wird der Gontardweg, der Heimat des Leistungszentrum, welcher bereits einen großen Sozialtrakt besitzt und mit Kunstrasenfeldern ausgestattet ist. RB Leipzig spielte übrigens schon zu Oberliga-Zeiten (u.a. mit Timo Rost) auf diesem Platz gegen Borea Dresden, falls sich daran noch jemand erinnern sollte (mittlerweile spielen wir Bundesliga, ich kann es immer noch nicht glauben).

Fazit

Für unseren Verein hält sich das Risiko in Grenzen. Mit vergleichsweise geringen Mitteln ist es im Frauen-Fußball möglich, sich in 1. Bundesliga zu etablieren und für die internationalen Wettbewerbe zu qualifizieren. Dabei wird die Abteilung Frauen- und Mädchenfußball wohl losgelöst von den Männern budgetiert. Fraglich ist, inwieweit sich die Frauen hier in Leipzig neben den Herren positionieren können. Bei Bayern München und dem VfL Wolfsburg ist das aufgrund der eigenen Erfolge ganz gut gelungen, wobei man zuschauertechnisch kaum Zugkraft entwickeln kann (Zuschauerschnitt: Bayern (1374), Wolfsburg (1671), Potsdam 1853) und FFC Frankfurt (1945). Der Frauen-Fußball ist und bleibt wohl (leider) eher eine Nischen-Sportart, für die sich nicht allzu viele begeistern können. Dennoch ist es absolut lobenswert, dass unser Verein sich erneut um den brachliegenden Fußball in der Stadt kümmert und ihn zu neuem Glanz verhelfen möchte.

Dem FFV Leipzig dagegen stehen schwere Zeiten bevor. Das Tafelsilber hat der Verein nun abgetreten und die Frauenmannschaft muss kommende Saison in der Regionalliga bestehen. Geht man davon aus, dass RB Leipzig künftig die besten Frauen zu sich holt, dürfte der FFVL wohl weiter an Bedeutung verlieren und steht möglicherweise sogar vor der Insolvenz

Rojiblanco
(Foto: Ingolf Wagner)


Permalink:
http://www.rb-fans.de/artikel/20160608-special-frauen-fussball.html

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