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"ABER ICH BIN NICHT 18 MILLIONEN WERT." – KEVIN KAMPL WECHSELT NACH LEIPZIG

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Leipzig - (31.08.2017) Wie soeben offiziell verkündet worden ist, wechselt der 26-jährige Leverkusener Kevin Kampl nach Leipzig zu unserem geliebten Rasenballsport. Laut diversen Medienberichten wird von einer Ablösesumme von 17-18 Mio. € plus erfolgsabhängiger Boni ausgegangen. Er unterschreibt einen Vertrag bis 2021.

Diesmal sollte der geneigte Leser nicht in die Verlegenheit kommen, googeln zu müssen. Kevin Kampl ist der Fußballwelt bekannt. Mit seinen 26 Jahren ist er national sowie international sehr erfahren und war schon in einigen Vereinen, darunter Spitzenklubs wie Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, aktiv. Die von unserem Sportdirektor Ralf Rangnick verfolgte Maxime, nur hochbegabte, entwicklungsfähige Fußballtalente bis maximal 23 Jahren zu verpflichten, wird mit ihm, nach der Verpflichtung des 29-jährigen Marvin Compper im Jahre 2014, augenscheinlich ein weiteres Mal durchbrochen.


Natürlich wirft die Verpflichtung nicht nur deswegen erst einmal viele Fragezeichen auf. Durchaus interessant ist ebenfalls, dass die frei gewordene Kaderposition von Oliver Burke erst einmal nicht direkt 1:1 ersetzt wird. Ein Oliver Burke konnte zwar leider nicht in allen Punkten, die an ihn gestellten Erwartungen erfüllen. Aber von seiner Spielanlage und körperlicher Konstitution her war er mehr ein Zentrumsstürmer, der seine Qualitäten eher in der Robustheit und Geschwindigkeit in der Tiefe hat. Ein Kevin Kampl hingegen, hat seine Stärken eher im Spielaufbau und im offensiven Gegenpressingverhalten auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers oder des Flügelstürmers. Einen Timo Werner im Sturmzentrum, zwischen den Innenverteidigern des Gegners agierend, wird er sicherlich nicht ersetzen können.

Seine Kaderposition wäre demnach eher im offensiven Mittelfeld (zentral auf der 10er Position) oder (unser 4-2-2-2 System berücksichtigend) auf der Rechtsaußenposition von Marcel Sabitzer anzusiedeln. Einem Dominik Kaiser wird dieser Wechsel den Kampf um Einsatzzeiten sicherlich auch nicht einfacher machen. Aber nicht nur wegen des Abweichens von der Transfermaxime und der gerade angesprochenen nicht 1:1 ersetzenden Kaderposition, hat man den Eindruck, dass der Transfer in der Fanszene und bei Beobachtern durchaus sehr kritisch gesehen und kontrovers diskutiert wird. Mehr als das vielleicht bei anderen Verpflichtungen in diesem Jahr der Fall war.


Aber warum eigentlich?
Natürlich kann man kritisieren, dass es im Sturmzentrum mit Werner, Poulsen und Augustin nach dem Weggang von Burke, bei Verletzungen (die wir uns natürlich nicht wünschen) oder notwendig werdender Rotation aufgrund der Dreifachbelastung mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal auch mal sehr eng werden kann, weil Kaderalternativen fehlen. Sicherlich liegt man mit dem Eindruck, dass uns da vorn vielleicht ein weiterer Spieler gutgetan hätte, nicht ganz falsch. Im Ernstfall (wenn er denn Eintritt) bin ich persönlich aber überzeugt davon, dass die Flexibilität, die wir im Kader haben, durchaus ausreichend erscheint, um einen Qualitätsverlust (durch bspw. einen Ausfall) aufzufangen. Vorstellbar wäre, dass auch ein Sabitzer als Zentrumsstürmer (im Extremfall) agieren könnte. Die Mittel dazu hätte er. Zumal er im Spiel gegen Schalke sogar kurzzeitig (und nicht mal schlecht) bewiesen hat, dass er auch als rechter Außenverteidiger flexibel spielen kann ;-). Dennoch habe ich persönlich eher den Eindruck, dass die Kritik augenscheinlich mehr in der Person von Kampl oder an der vermuteten Qualität, insbesondere des aufgerufenen Transferpreises begründet ist.


Also wer ist dieser Kevin Kampl eigentlich?
Als Sohn slowenischer Gastarbeiter aus dem ehemals jugoslawischen Maribor wuchs er auf den Bolzplätzen und Straßen von Solingen im Ruhrgebiet auf. Mit großer Unterstützung seiner zwei älteren Brüder und seines Vaters schaffte er es schon mit 17 Jahren den Sprung in den Profikader von Bayer Leverkusen. Damals tummelten sich dort noch alt- und immer noch bekannte Größen wie Simon Rolfes, Lars Bender, später noch Michael Ballack, Arturo Vidal und Gonzalo Castro. Für den Blutjungen Kampl gestaltete sich natürlich standesgemäß der Kampf um Spielminuten schwierig bis unmöglich. Infolgedessen wechselte er 2011 nach Osnabrück in die 3.Liga. Ein durchaus bemerkenswerter Wechsel, wenn man davon ausgeht, dass er als Profi bei Bayer sicherlich mehr Geld verdienen konnte. So aber tauschte er Geld gegen Spielzeit. Anders, als seine oft extravaganten Frisuren und seine Affinität zu Sportwagen vermuten ließen, wirkt seine  Art auch bodenständig. Denn nach seinem Wechsel für 3 Mio. Euro zu RB Salzburg im Jahr 2012, wo er den fußballerischen Durchspruch schaffte und seine bisher vielleicht besten Leistungen im Profifußball zeigte, sagte er in einem Interview auf die Frage, wie es sich anfühlt 18 Millionen Euro wert zu sein:


„Zunächst sieht man daran, dass die beiden letzten Jahre Wahnsinn waren. Und dann, dass sich alles ausgezahlt hat, was meine Familie auf sich genommen hat, auch die ganze Arbeit von mir. Das ist schon ein ganz besonderes Gefühl. Aber ich bin nicht 18 Millionen wert. Ich finde überhaupt, dass die Ablösesummen zu hoch sind. 60, 70, 80 Millionen Euro, so was gehört nicht zum Fußball. Da ist die Realität verlorengegangen. Es gibt zu viel Leid auf der Welt, als dass man so viel Geld für -einen Fußballer ausgeben könnte. Ich sehe, wie hart meine Freunde in der -Fabrik oder im Büro für ihr Geld arbeiten müssen.“ (Quelle)


Es ist schon fast Ironie des Schicksals, wenn man betrachtet, dass er jetzt für ca. exakt die gleiche Summe zu uns nach Leipzig wechselt. Dennoch finde ich persönlich seine Aussagen ziemlich bemerkenswert und ganz anders, als ich ihn bisher selbst öffentlich wahrgenommen habe.


Apropos seine Zeit bei RB Salzburg. Um überhaupt in der Lage zu sein, seine spielerische Qualität und sein Talent einschätzen bzw. bewerten zu können, kommt man automatisch nicht an den drei Saisons zwischen 2012-2014 und insbesondere an seiner letzten Spielzeit (2013/2014) unter Trainer Roger Schmidt und keinem geringeren als Sportdirektor Ralf Rangnick vorbei. Kampl absolvierte unfassbare 51 Spiele in mehr als 4.000 Spielminuten. Er gab unglaubliche 27 Torvorlagen und schoss 14 Tore selbst. Über alle 4 Wettbewerbe (ÖFB-Cup, österr. Bundesliga, Euro League und CL-Quali) an den der Club damals teilnahm, erreichte er einen herausragenden Punkteschnitt von 2,37 pro Spiel. Legendär auch der 3:0 Testspielsieg gegen Bayern München am 18.01.2014. Nur Manuel Neuer verhinderte eine höhere Niederlage. Kampl bestritt 30 Spiele auf der Rechtsaußenposition im damals schon rangnicktypischen, offensiven 4-2-2-2-System, das berechtigterweise für Furore und jede Menge Aufmerksamkeit sorgte. Euphorisch schrieb damals Spielverlagerung:


„Die aktuelle Aufregung um Red Bull Salzburg – noch nie erhielt ich in so kurzer Zeit so viele Wünsche um eine Mannschaftsanalyse – nach ihrem für viele überraschenden, für mich aber auch in der Höhe erwarteten Weiterkommen gegen Ajax Amsterdam, scheint somit durchaus berechtigt. Sie verkörpern das projizierte fußballerische Ideal ihres Sportdirektors in den letzten Wochen nahezu perfekt; setzen sie ihre Rückrundenform so fort, dann könnten sie sich zu einer der fünf besten Mannschaften im deutschsprachigen Raum mausern.

Sie überzeugen insbesondere durch die extreme Dynamik, welche sie ins Spiel bringen. Viele Pässe werden riskant und schnell gespielt, ihre Kombinationen leben von den Ablagen, Kurzpasskombinationen und Schnittstellenpässen. Durch die teilweise auch improvisierte Entscheidungsfindung im letzten Drittel mit dem Erzeugen lokaler Kompaktheiten und dem versuchten Zerspielen von engen Räumen durch dynamische Nadelspieler wie Kampl und Mané erzeugen sie auch sehenswerte Rhythmuswechsel im Passspiel, die zu spektakulären Angriffen führen.

Diese Verbindung aus Schnelligkeit und Risikobereitschaft im Kombinationsspiel (nur Kampl kommt von allen Stammspielern in der Europa League auf über 80% Passgenauigkeit) mit dem hohen Pressing und dem tollen Gegenpressing führt zu einem Team, welches sich aktuell zum Favoriten auf die Europa League mausert. Ihre Spielweise ist bezüglich Attraktivität, gruppentaktischer Umsetzung, der strategischen Komponente und der individuellen Stärke als sehr hoch einzustufen.

Dabei verbinden sie diesen Stil vom Konterspiel im offensiven Umschaltmoment auch mit ihrer Spielweise in Ballbesitz, wo sie immer wieder versuchen die gegnerische Abwehr mit Dynamik zu durchbrechen und Schnellangriffe zu fahren, was in diesem Ausmaß zurzeit keine Mannschaft in Europa wohl so spielen lässt. (Quelle)


Eine wirklich bemerkenswerte Analyse, die diese Spielzeit, das von Rangnick und Schmidt geprägte pressingfokussierte Taktiksystem und die Schlüsselspielerrolle von Kevin Kampl insgesamt sehr gut zusammenfasst. Übrigens gesellten sich zu Mané und Kampl keine geringeren als die „(Gegen-)Pressingmaschine“ Stefan Ilsanker und Torhüter Peter Gulácsi. Der damals zusammengestellte, stimmige, hochtalentierte Kader erlaubte im Zusammenspiel mit Trainer und Sportdirektor eine Weiterentwicklung nie gekannten Ausmaßes. Und überhaupt – ein Schelm, wer Parallelen erkennt. Man tausche Mané durch Forsberg oder Bruma, und die damaligen Zentrumsstürmer Alan und Soriano durch Werner und Poulsen/Augustin.


Die geneigte Leserschaft mag mir jetzt entgegnen, dass das doch alles schon fast 4 Jahre zurückliege und Kampl nach seinen Wechseln zum BVB und Leverkusen nichts mehr gerissen hat und nur noch durch blondierte Haare und auffälligen Frisuren aufgefallen ist. Und in der Tat waren seine nächsten Stationen alles andere als sportlich erfolgreich für ihn. Dennoch bin ich zutiefst überzeugt davon, dass ein gewisses Spielsystem (und dessen Spielidee) nur mit den passenden Spielern und ihren ganz eigenen Talenten funktionieren kann, um sie als Team erfolgreich auf dem Platz umzusetzen. Schon wenn ein Rädchen nicht zu 100% funktioniert oder korrekt in einander übergreift, läuft es Gefahr nicht mehr richtig zu funktionieren. Die Talente und Qualitäten eines Oli Burke sind bekannt. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass er das System nicht (auch nicht nach einer gewissen Eingewöhnungsphase) adaptieren konnte. Er wirkte immer wie ein Fremdkörper. Dagegen blühte ein Timo Werner – in Stuttgart noch intensiv kritisiert - bei uns auf, weil das System hervorragend auf ihn abgestimmt war/ist, und er sich mit seinen ganz spezifischen Talenten und seiner erfolgten Weiterentwicklung (die nie zu 100% vorauszusagen ist) darin einfügte, prägte und sogar „evolutionierte“ (damit leider auch fast unersetzbar machte).


Und genau darin sehe ich die riesige Chance, den Mehrwehrt bzw. die Bereicherung eines Kevin Kampls für unser Team und die Vision unseres Sportdirektors, die er sicherlich mit ihm verknüpft und von seiner Transfermaxime abweichen ließen. Rangnick kennt Kampl und seine Fähigkeiten sicherlich besser als jeder andere, derzeitige Trainer oder Sportdirektor (und insbesondere besser als jeder von uns Fans, Sympathisanten oder Beobachtern). Er würde ihn nicht verpflichten, wenn er nicht von ihm als Mensch und seinen fußballerischen Qualitäten überzeugt wäre. Er würde ihn auch nicht verpflichten, wenn er der Meinung wäre, er könnte dem Team nicht helfen oder dessen Entwicklung nicht voranbringen. Er würde auch nicht die kolportierte Ablösesumme investieren, wenn er nicht überzeugt davon wäre, einen Mehrwert für den Verein sowohl sportlich also auch später finanziell zu erzielen.


Ausblick
Wir bekommen einen dribbelstarken Spieler mit sehr viel nationaler als auch internationaler Erfahrung. Einen Spieler mit enormer Schnelligkeit, Ballsicherheit, Passgenauigkeit und Spielintelligenz. Einen Spieler, der in außerordentlicher Weise in Salzburg bereits bewiesen hat, wie man erfolgreich im (nicht unkomplizierten) „rangnickschen“ System Fußball spielen kann. Dementsprechend ist zu erwarten, dass er weniger Zeit benötigt, um seine Festplatte zu bespielen und schneller im Team zu integrieren (zumal er zur Abwechslung mal keinen Dolmetscher benötigt ;-)). Ich bin überzeugt davon, dass er auch im weiterentwickelten „hasenhüttlschen“ System ein wichtiger Baustein wird und der Mannschaft helfen, ja sie sogar bereichern kann. Gerade in unserem jetzigen System, wo eine sehr gute Bindungen zwischen Mittelfeld und Angriff über die strategisch wichtigen Mittelfeldzonen hinweg essentiell wichtig sind (wie insbesondere nochmal auf Schalke gesehen), kann ein Kampl (auch noch mit 26 Lenzen) durch seine kurz skizzierten Fähigkeiten und seiner Erfahrung den Unterschied ausmachen. Man stelle sich vor, er spielt den entscheidenden Schnittstellenpass für das Tor von Werner zum Erreichen des Achtelfinales in der Champions League in Porto. Dann sind auch die 18 Mio. Euro wieder drin.


Man darf die skizzierten Risiken sicherlich hervorheben und den Transfer gern auch kritisieren. Tatsächlich besteht die Gefahr, dass Kampl ähnlich stagniert wie in Dortmund oder nicht mehr an die damaligen Leistungen von Salzburg heranreicht. Dabei sollte man aber auch niemals die großen Chancen verkennen, die m.E. den Risiken überwiegen. Manche werden ihn deswegen dennoch nicht mögen oder mögen wollen. Aber eine Chance hat jeder verdient. Und genau diese sollten gerade wir Fans ihm auf unsere ganz eigene Art und Weise geben. So, wie wir das in der Vergangenheit und Gegenwart immer schon gemacht haben. Denn: „Wir sind aus der Messestadt, rot und weiß die Leidenschaft, folgen dir, ob fern, ob nah, für Leipzig sind wir immer da. Ob es regnet, ob es schneit, stets steh'n wir für dich bereit und alle gemeinsam singen im Chor: RasenBallsport vor! Vorwärts RasenBall, Leipzig überall!“

Justgroovy


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