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INTERVIEW MIT SEBASTIAN POPP: "ÜBERGEBE DIE MANNSCHAFT IM GUTEN ZUSTAND"

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Leipzig - (18.06.2018) Großes Stühlerücken in Leipzig in diesem Sommer. Auch im Frauenteam gibt es eine neue Übungsleiterin – Katja Greulich kommt aus Jena. Doch bevor der Blick in die Zukunft geht, haben wir mit dem scheidenden Coach Sebastian Popp gesprochen.

Herr Popp, die Saison ist seit etwa einem Monat beendet. Wie fällt mit etwas Abstand ihr Fazit zur abgelaufenen Spielzeit aus?

Insgesamt positiv. Zwar sind wir an dem Ziel, unter die ersten drei zu kommen, knapp vorbeigeschrammt. Wenn man sich aber den Saisonverlauf anschaut und wie sich die Spielerinnen entwickelt haben, kann man in der Summe sehr zufrieden sein.

Wir hatten einige Startschwierigkeiten, die ich darauf zurückführe, dass wir viele junge, neue Spielerinnen in der Mannschaft hatten. Neun stießen vor der Saison aus der eigenen U17 in den Kader dazu. Als gutes Beispiel kann man Gina Schüller erwähnen, die am Anfang noch ziemlich nervös war und in den ersten Spielen ein paar Mal patzte. Aber sie hat sich wie viele andere Spielerinnen stabilisiert und eine sehr gute Runde gespielt. Auch im körperlichen Bereich war eine Entwicklung zu sehen bei der Mannschaft zu sehen. Sie haben sich an die Robustheit der Liga gewöhnt und haben von Spiel zu Spiel immer besser dagegengehalten. Dies finde ich mit Blick auf die Gesamtentwicklung der kommenden Jahre wichtiger als am Ende auf Rang drei oder vier zu stehen.

Und diese Gesamtentwicklung spiegelte sich bereits im Jahr 2018 wider. Wir haben nur noch ein Spiel gegen Union Berlin verloren, ansonsten aber gegen Spitzenteams wie Viktoria Berlin gewonnen, gegen die wir noch in der Hinrunde verloren hatten.


Hat Sie die Qualität der Spitzengruppe überrascht?

Eher nicht. Mich hat aber schon ein bisschen überrascht, dass Union Berlin Meister geworden ist. Die sind letzte Saison aus der 2. Liga abgestiegen und hatten mit jungen Spielerinnen einen Neuaufbau gestartet. Da kann man nur den Hut vor ziehen.


Aber auch die anderen Mannschaften hatten deutlich mehr Qualität als noch in der Landesliga. Wie kam die Mannschaft damit zurecht?

Die Regionalliga ist deutlich körperbetonter als die Landesliga. Meine Mannschaft war am Anfang etwas zu ängstlich und hat sich zu stark davon beeindrucken lassen. Es hat eine Weile gedauert, ehe die Zweikämpfe aggressiver gestaltet wurden. Dies war vor allem im ersten Spiel gegen Magdeburg offensichtlich.


Welches zum Saisonauftakt mit 0:6 am heimischen Gontardweg verloren ging…

Wir hatten uns mehr in diesem Spiel ausgerechnet, zumal die Vorbereitung nicht schlecht verlaufen war. Danach mussten wir die Mannschaft natürlich wieder aufbauen und Schritt für Schritt kleinere Ziele stecken, um nicht in ein Loch zu fallen.


Wie haben Sie und die Mannschaft auf diese Niederlage im ersten Spiel der Regionalliga reagiert?

Wir konnten das gut einordnen und haben uns auch zügig wieder gefangen. Wir haben keine zehn Spiele in Folge verloren, sondern zunächst gegen schwächere Gegner Siege eingefahren und in der Hinrunde bspw. auch gegen Union Berlin daheim gewonnen. Bei jüngeren Spielerinnen kommt eine gewisse Unbeständigkeit hinzu. Die haben mal einen guten Tag, dann aber auch mal wieder einen Tag, wo die Leistung etwas abfällt. Die Konstanz ist größer, wenn man mehr Erfahrungen hat.

Beim Spiel gegen Magdeburg kam sicherlich hinzu, dass eine große Erwartungshaltung geschürt wurde. Es kamen extrem viele Zuschauer, das haben einige Spielerinnen noch nie in ihrer Karriere erlebt. Dadurch entsteht auch ein enormer Druck. Und wenn dann noch Kleinigkeiten hinzukommen, wie nach acht Minuten durch einen Sonntagsschuss hinten zu liegen, dann kann es schon mal passieren, dass man etwas auseinanderfällt. Aber daraus haben wir gelernt - mehr auf den Lernprozess zu achten und weniger auf die reinen Ergebnisse.


In der Landesliga standen die Gegner eher tief, in der Regionalliga entwickelte sich öfter ein Schlagabtausch. Wie kam die Mannschaft mit der Umstellung zurecht?

Das ist uns in meinen Augen gut gelungen. Wir hatten uns schon längerfristig mit der RB-Philosophie vertraut gemacht, auch schon in der Landesliga. Darum war das für uns nicht völlig neu. Gegen Union hat das bspw. super geklappt. Aber das Problem in der Liga war, dass wir weder kompletter Außenseiter noch Favorit waren. In manchen Spielen hatten wir sehr viel Ballbesitz und mussten mit viel Geduld agieren. In anderen Partien waren wir eher mehr Außenseiter und mussten auf schnelles Konterspiel setzen. Diesen ständigen Wechsel zu finden, war am Anfang der Saison schwierig. Aber das Team hat jetzt ein größeres Repertoire nach Ablauf der Spielzeit.


Wann war für Sie klar, dass die Spitzenteams in der Saison zu weit weg sind?

Eigentlich schon nach dem ersten Spiel (lacht). Aber da war es nur ein Verdacht, dass es für den ersten Platz eventuell nicht reichen könnte. Das Saisonziel Platz 1-3 hatten wir aber auch noch in der Rückrunde im Kopf, denn so viel hat nach oben tatsächlich nicht gefehlt. Hätten wir Union Berlin geschlagen oder bei Steglitz gewonnen, wäre das auch noch möglich gewesen.


Sophie Görner hat eine sehr gute Saison gespielt, Michelle Förster und Lisa Uhlig auch. Wer hat Sie noch überzeugt?

Da gibt es Einige. Chiara Benedetto hat sich sehr gut entwickelt, weil sie immer gute Leistungen brachte, egal auf welcher Position sie eingesetzt wurde. Sie ist eine echte Allrounderin, die sehr fleißig und wissbegierig ist. Lisa Engler kam aus der U17 und hatte auch ein paar Schwierigkeiten zu Beginn. Aber sie hat sich reingebissen und gute Fortschritte in Bezug auf Spielaufbau und Stellungsspiel gemacht. Ich fand es auch gut, dass unsere Spielerinnen, die längerfristig ausfielen, sich wieder herangekämpft haben. Ich denke da bspw. an Lisa Reichenbach, die einen Kreuzbandriss erlitt, aber nach langer Pause wieder gute Leistungen zeigte und gegen Viktoria gleich das entscheidende Tor schoss. Es war auch nie Missgunst in der Truppe, alle haben sich gegenseitig geholfen. Der Teamgeist hat über die gesamte Saison gestimmt.


Der Zuschauerzuspruch war in der Saison weiterhin für Regionalliga-Verhältnisse außerordentlich gut. Wie bewerten Sie die Entwicklung?

Ich bin begeistert. Da steckt so viel Engagement dahinter, das hat mich wirklich beeindruckt. Einige Fans kommen sogar aus anderen Städten, um uns anzufeuern. Das weiß natürlich auch die Mannschaft sehr zu schätzen.


Nach 2 erfolgreichen Jahren endet die Zusammenarbeit mit Leipzig. Für Außenstehende sicherlich überraschend, war das Team doch unter ihrer Leitung sehr erfolgreich.

Ich habe in der Winterpause die Hinrunde Revue passieren lassen und da hat sich bereits abgezeichnet, dass es immer schwieriger wurde, die Trainingstermine mit meinem beruflichen Leben zu koordinieren. Da geht es gar nicht so sehr um die Termine an sich, sondern auch um die Vor- und Nachbereitung, die für ein anspruchsvolles Training wichtig ist. Für die hohen Ansprüche der Mannschaft, aber vor allem auch für meinen eigenen Anspruch ist es wichtig, dass man sich zu 100 Prozent auf die Tätigkeit konzentriert. Ich habe aber bei mir gemerkt, dass ich das nicht mehr kann. Ich musste viele Termine an meinen Co-Trainer abgeben und dann ist es irgendwann schwierig zu erklären, warum der Co-Trainer immer vor Ort ist und der Chef-Trainer fehlt. Dadurch verpasst man auch Trainingseindrücke. Die Mannschaft braucht aber jemanden, der zu 100 Prozent die körperliche und psychische Anwesenheit gewährleisten kann. Eben das konnte ich nicht mehr versprechen.


Wären Sie Trainer geblieben, hätte der Verein Ihnen eine Vollzeit-Stelle angeboten?

Nein, das hätte ich auch abgelehnt. Der Verein wollte mir sogar ein paar Optionen darlegen, aber so weit sind wir in den Gesprächen erst gar nicht gekommen. Ich habe in meinem Beruf eine sehr verantwortungsvolle Position, die mir sehr viel Spaß bereitet. Das habe ich mir in den letzten sechs Jahren erarbeitet. Daher sehe ich dort auch eher meine Zukunft als auf dem Trainingsplatz. Der Trainerjob war für mich immer eher eine Abwechslung oder ein anspruchsvolles Hobby, aber dafür kann ich meinen Beruf nicht aufgeben.


Was nehmen Sie aus den Erfahrungen bei RB Leipzig mit und was waren ihre schönsten Momente?

Es gab viele schöne Momente. Es war schon toll, von Anfang dabei sein zu dürfen. Ich habe die Frauenmannschaft mit aufbauen dürfen. Der Aufstieg in die Regionalliga war natürlich auch sehr schön, wie auch einzelne Spiele in dieser Saison, in denen wir über uns hinausgewachsen sind, wie bspw. gegen Viktoria Berlin. Natürlich war es schön zu sehen, wie sich die Mannschaft entwickelt hat und dass wir als Trainerteam gute Arbeit geleistet haben. Ich übergebe die Mannschaft in einem guten Zustand mit viel Potenzial. Das freut mich sehr.


Nächste Saison wird sportlich nicht einfacher, Hohen-Neuendorf und Jena II kommen zusätzlich in die Regionalliga. Union und Magdeburg sind in der Aufstiegs-Relegation gescheitert und spielen kommende Saison weiter in 3. Liga. Was muss passieren, damit es weiter nach oben geht?

Die Mannschaft muss sicherlich punktuell auf der einen oder anderen Position verstärkt werden. Da braucht es zur Ergänzung auch ein paar erfahrene Spielerinnen. Ansonsten muss der Weg kontinuierlich weitergegangen werden. Junge Spiele fördern, die Philosophie intensiv vermitteln und dann glaube ich auch, dass nächste Saison vielleicht schon mehr möglich ist.


Wie groß ist die Herausforderung, zwischen sportlichen Erfolg einerseits und dem Ausbilden junger Spielerinnen andererseits?

Ja, es ist ein kleiner Konflikt. Aber es gab keinen Druck vom Verein, dass wir in einer bestimmten Saison aufsteigen mussten. Die langfristige Entwicklung steht ganz klar im Vordergrund und nicht der schnelle Erfolg. Wenn der Verein das täte, würden sie nur externe Spielerinnen holen. Wir haben uns aber für den beständigeren Weg entschieden.


Wo gibt es noch Entwicklungspotenzial im Bereich des Frauenfußballs bei RB Leipzig? Es soll ja eine 2. Mannschaft geben.

Eine 2. Mannschaft wäre sehr wichtig. Die Spielerinnen, die jetzt aus der U17 neu dazukommen, brauchen Spiel- und Wettkampfpraxis, um sich an das höhere Niveau zu gewöhnen. Daher wäre es wichtig, wenn eine 2. Mannschaft schnell mit aufsteigen würde und eventuell bis in die Regionalliga käme. Wenn sich Spielerinnen verletzen, könnten sie darüber wieder Spielpraxis sammeln. Hat die erste Mannschaft personelle Probleme, kann sie auf einen guten Unterbau zurückgreifen und muss nicht Spielerinnen einsetzen, denen es an Spielpraxis fehlt.


Wäre das nicht ein Projekt für Sie? Zeitlich wäre das machbar, oder?

Das würde ich nicht unterschätzen. Die jungen Spielerinnen brauchen viel Aufmerksamkeit. Der Aufwand in Bezug auf die Auswärtsfahrten wäre natürlich geringer, aber die Trainings, Vor- und Nachbereitung sowie Gespräche mit den Spielerinnen wären kein großer Unterschied zu jetzt.


Also schließen Sie eine Rückkehr aus?

Ja. Ich weiß zwar nicht, was in zehn Jahren ist, aber für den Moment definitiv.


Herr Popp, wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg im Beruf!

Das Interview führte Rojiblanco


Permalink:
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