NÄCHSTE BEGEGNUNG

5. Spieltag 1. Bundesliga
Mittwoch, 26.09.2018, 20:30 Uhr
Ort: Red Bull Arena Leipzig
RB Leipzig
VfB Stuttgart
Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
Bayern München
13
2
SV Werder Bremen
11
3
Hertha BSC
10
4
Borussia Dortmund
8
5
1899 Hoffenheim
7
6
VfL Wolfsburg
7
7
Bor.Mönchengladbach
7
8
1. FSV Mainz 05
7
9
SC Freiburg
7
10
1. FC Nürnberg
5
11
Fortuna Düsseldorf
5
12
FC Augsburg
5
13
RB Leipzig
5
14
Eintracht Frankfurt
4
15
Bayer 04 Leverkusen
3
16
VfB Stuttgart
2
17
Hannover 96
2
18
FC Schalke 04
0

RB-FANS.DE TWITTER

Twitter RBL

RB LEIPZIG FANCLUBS

Offizieller Fanclub

RB-Fans.de

 
RB Leipzig Liveticker Tippspiel Spielplan Apps Fanchat

GEFANGEN IN DER TAKTIKSPIRALE, WAS NUN?

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (04.09.2018) Tiefstehende Gegner und die taktische Umstellung auf Ballbesitzfußball – die RB-DNA und das schnelle Umschaltspiel steht auf der Probe. Unsere jungen Rasenballer und auch die Verantwortlichen stehen vor der großen Herausforderung, die anstehenden englischen Wochen und die hohe Belastung erfolgreich zu meistern.

Ein Fan-Kommentar zur Thematik: Ballbesitzfußball als neue Herausforderung

Die Ansprüche von unserem geliebten Rasenballsport waren bisher immer sehr hoch. Teilweise wurde schon aus unterschiedlichen Quellen von "größenwahnsinnig" gesprochen und eigentlich gilt bis heute bei uns das Motto "höher, schneller, weiter". Stillstand oder gar ein Rückschritt kann und darf es nicht geben. Dies leben letztendlich auch die Verantwortlichen Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick uneingeschränkt vor und verlangen es von allen Beteiligten, die im Verein mit arbeiten. Auch wenn menschliche Schicksalsschläge und personelle Veränderungen auf sportlicher Ebene nicht ausbleiben, kann keine Rücksicht genommen werden, wenn es ständig nach oben geht und gehen soll. Dies haben bereits einige Trainer und Spieler schmerzhaft erfahren dürfen. Dies ist reine Professionalität und Normalität in jedem Leistungssportverein, auch wenn andere Traditionsvereine nach außen hin andere Sichtweisen anzupreisen versuchen. Schließlich sind sie selber gefangen in ihrer Spirale, sich aus moralischen Gründen nicht ausreichend bewegen zu wollen.

Der steile Aufstieg von RB Leipzig und die erreichte Vizemeisterschaft mit der nachfolgenden Teilnahme an der Champions League war für alle Beteiligten eine unvergessliche Errungenschaft, birgt aber auch viele nachhaltige Gefahren, wenn man es nicht schafft sich den neuen Einflussfaktoren gewinnbringend anzupassen. Schnell kann es daher wieder abwärts gehen und es gibt genügend Beispiele vieler bekannten Mannschaften, die in der Bundesliga für ein paar Spielzeiten oben in der Tabelle mitwirkten und nach ein paar Jahren nicht mehr mithalten konnten. Ein nachhaltiges Konzept und eine konsequente Arbeit ist daher wichtig mittels einer Analyse die neuerliche Umstände zu verstehen, um frühzeitige Gefahren zu erkennen und einen Abwärtstrend vorbeugen zu können. Das dabei nicht alles rund läuft ist verständlich und auch nicht schlecht zu reden. Vielmehr hat es RB Leipzig bisher geschafft, nach der Vizemeisterschaft in zwei darauffolgenden Spielzeiten die Bundesliga international zu vertreten und Leipzig und dessen Umland internationalen Fußball anzubieten.


Winterpause 17/18 ohne große Neuverpflichtungen

Ganz bescheiden zeigt man sich nun neuerdings nach Ende der Transferperiode ohne viele Neuzugänge wie sonst, dessen Anfang schon im letzten Winter Einzug nahm. Sicherlich war man in der letzten Winterpause nach fünf sieglosen Spielen im Dezember angefressen und sprach sich offen für Neuverpflichtungen aus, vor allem für die instabile Defensive, aber schließlich hat man keinen Akteur mehr verpflichten können. Geplante Wintertransfers waren u.a. Haidara – Akanji – Umaro Embalo – und für die Außenverteidigung einen vakanten Spieler nach Halstenbergs Verletzung. Am Ende sprang "nur" eine Lookman-Leihe für die Offensive heraus, ohne Kaufoption.

Auch damals sprach der ehemalige Trainer Ralph Hasenhüttl viel von der "Doppelbelastung" und einem zu kleinen Kader, der ihm zur Verfügung stehe. Doppelbelastung, Dreifachbelastung – neue Worte bei RB und so spielte man in der Saison 2017/18 erstmals in den europäischen Wettbewerben, und Verletzungen der Spieler blieben begleitend leider nicht aus. Als Reaktion beorderte Hasenhüttl vom bedingungslosen Hurra-Fußball abzurücken, um durch mehr ruhigen Ballbesitzfußball mehr Körner sparen zu können und das laufintensive Spiel zu umgehen. Auf einmal sah man sich konfrontiert mit einer gewissen Abkehr der RB-Spielphilosophie und somit auch von Rangnicks Masterplan. Dass das aber ursächlich einer vom Gegner defensiv eingestellten Grundtaktik geschuldet ist, scheint von vielen nicht ausreichend erkannt zu werden.


Kritische Worte zum letztjährigen Hasenhüttl-Spielstil

Nach der 2:3 Heimniederlage gegen Hertha BSC, in der die Körpersprache der Spieler am Tiefpunkt war, gab schließlich Ralf Rangnick bekannt:

„Wir haben zuletzt nicht mehr den Fußball gespielt, für den wir stehen. Wir hatten nicht mehr die gleiche Konsequenz, Schärfe, Torgefahr und auch nicht mehr den Tiefgang wie in den Punktspielen zuvor. Wir haben in den letzten fünf Spielen nicht mehr das gespielt, was unsere DNA auszeichnet."

Die von Hasenhüttl angesprochene zu geringe Kaderdecke konnte nach seinen Aussagen den überfallartigen Fußball in den englischen Wochen jedoch so nicht mehr praktiziert und kräftemäßig aufrecht erhalten werden. Aggressives Anlaufen, konzertiertes Angriffs- und Mittelfeldpressing und blitzschnelles Umschalten nach Balleroberung bis hin zum schnellen Torabschluss nach wenigen Augenblicken Ballbesitz. Hierfür steht die Philosophie und das Scouting hat die Aufgabe, für den gewollten überfallartigen Fußball, nach technisch und läuferisch starken jungen Spielern mit entsprechenden Schnelligkeits- und Ausdauerfähigkeiten zu suchen und ans Land zu ziehen. Diese sollten am besten nicht älter als 24 Jahre sein und vor allem in der Jugend schon zielführend gescoutet und herangeführt werden.


Wiederkehr als Trainer nicht ausgeschlossen

Schließlich schien im Hintergrund aufgrund der Ungereimtheiten und ungeklärten Vertragsverhältnissen um Ralph Hasenhüttl ein Plan B zu laufen, indem man wohl schon frühzeitig Kontakt zum zukünftigen Trainer Nagelsmann aufnahm. Auch Ralf Rangnick schloss in einem Bild-Interview schon am 30.11.2017 eine Rückkehr auf der Trainerbank nicht mehr aus:

"Ich habe immer wieder betont, dass ich mich hier als Sportdirektor sehr wohlfühle. Ich möchte aber nicht komplett ausschließen, irgendwann noch einmal auf der Trainerbank zurückzukehren. Dafür bin ich einfach noch zu jung".

Nach dem Scheitern in der Champions League Gruppenphase und dem Einstieg in die Europa League war zudem Ralf Rangnick wenig begeistert und offenbarte im Grundtenor keinen guten Aderlass zur Euro League: 

"Es muss jedem klar sein, dass Du mit der Teilnahme an der Euro League kaum einen Cent erwirtschaften kannst. Wenn du aus der Euro League für den Verein was mitnehmen willst, musst du sie fast schon gewinnen“. Kadertechnisch sei es jedoch "extrem schwierig", in der Europa League "weit zu kommen und zeitgleich in der Liga nicht in sportliche Schieflage zu geraten“.


Scouting fruchtet noch nicht

Da im vergangenen Winter keine entsprechenden Transfers getätigt werden konnten, ließ ein Rundumschlag Rangnicks über die Scouting-Strukturen nicht lange auf sich warten:

„Es wird gravierende Veränderungen geben in der Aufstellung des Scoutings, sowohl personell als auch strukturell. Wir wollen uns so aufstellen, dass wir jeden Spieler auf der Welt kennen. Egal ob in China, Indien, oder wo sonst noch überall Fußball gespielt wird".

Dass der Verein von einer Verletzung so "überrascht" werde, wie im vergangenen Winter, werde nicht noch einmal vorkommen:

"Darauf können Sie Gift nehmen“. Zudem monierte er die mangelhafte Nachwuchsarbeit: „In Wahrheit müssen wir konstatieren, dass wir die schlechteste U 19 haben seit sechs Jahren, und dass keiner der Spieler in Frage kam, um Forsberg oder Halstenberg auch nur annähernd zu ersetzen“.


Wunsch nach Neuverpflichtungen nicht erfüllt

Nun, nach einem weiteren Dreivierteljahr, scheint man keineswegs weitergekommen zu sein. Lediglich drei Neuzugänge sind zu verzeichnen und stehen rein strukturell acht Abgängen (Compper im letzten Winter, Lookman, Keïta, Bernardo, Kaiser, Schmitz, Palacios und zuletzt noch Bruno) gegenüber, so dass die Personaldecke relativ stark ausgedünnt wurde. Hier hat man sich sozusagen in der Breite keinen guten Gefallen getan, während qualitativ nur Keïta und Lookman ins Kalkül fallen. Parallel hat man es indes nicht geschafft nach Bekanntgabe des Abgangs von Naby Keïta innerhalb eines Jahres die Lücke zu schließen. Vielmehr bot man vergebens ca. 28 Millionen für Lookman und war nicht bereit mehr als 15 Millionen für den 28-jährigen Rudy von Bayern München auszugeben, der die Keïta-Lücke relativ gut gekittet hätte. Zwar hat man nun verlauten lassen zum kommenden Winter zwei neue Spieler verpflichtet zu haben, aber auf diese können nicht in der schwierigen Hinrunde mit vielen englischen Wochen zurückgegriffen werden.


Widersprüchliche Aussagen

So stieg man parallel mit eine relativ dünn gesäten Kaderdecke, angereichert mit Nachwuchskräften, in die Saisonvorbereitung ein und merkte relativ schnell, dass neben Krankheiten und Verletzungen schnell einige Begleitumstände sich negativ auswirkten. Neben dem öffentlichen Anzählen Rangnicks an Upamecano, Mukiele und Augustin, sieht er schnell die Saisonziele in Gefahr, wenn sich an Einstellung und Kadergröße nichts ändert:

„Natürlich müssen noch ein, zwei Neue kommen. Wir müssen die Kaderkonstellation verändern. Von Abschenken kann überhaupt keine Rede sein. Aber mir ist jetzt schon klar, dass es mit dem Kader, so wie er jetzt beieinander ist, keinen Sinn macht, auf allen drei Hochzeiten zu tanzen“ und kündigte ein, zwei weitere Neuzugänge an. Über die angesprochenen „drei Hochzeiten“ aus Meisterschaft, Pokal und Europa League sagte Rangnick weiter: „Dafür brauchst du mindestens 18 bereitstehende Feldspieler“.

Bei einer erfolgreichen Qualifikation will Trainer Ralf Rangnick eine Zweiteilung der Mannschaft vornehmen:

„Wir wollen mit zwei Kadern in die Wettbewerbe gehen, wobei es da auch Verschiebungen geben kann. Wir wollen donnerstags mit der einen starken Mannschaft spielen und sonntags mit der anderen“. Übergreifend sei geplant: „dass bei Auswärtsspielen in der Europa League ein Co-Trainer mit den Daheimgebliebenen in Leipzig auch taktische Inhalte trainieren wird, um sie aufs Wochenende vorzubereiten".

Schließlich sei diese Rotationsstrategie auch eine Lehre aus der vergangenen Saison, als den Stammspielern nach Europacupspielen oft die Frische und den Ersatzspielern der Rhythmus gefehlt hatte. Aber einen Nachwuchsspieler aus der U19 traut er aktuell auch noch nicht den Sprung zum Männerteam zu: 

„Die jungen Spieler machen das gut, sie geben Gas, sie machen mit. Man sieht aber, dass sie letzte Saison noch U17 oder im jüngeren Jahrgang U19 gespielt haben. Es gibt keinen, der abfällt, aber auch keinen, der so richtig auf sich aufmerksam gemacht hat. Die einen haben technisch gute Voraussetzungen, die anderen eine gute Mentalität oder Physis. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh zu sagen, ob der eine oder andere künftig eine Chance kriegt“.

Somit nährt Rangnick mit dem O-Ton nicht gerade Hoffnungen für die aktuellen Nachwuchskräfte der U19 auf einen Einsatz und verweist auf die altersbedingt noch nicht abgeschlossene Entwicklung.

So startete man nun mit 18 Feldspielern und 3 Torhütern in die neue Saison 2018/19, wobei nach Leihende Atinc Nukan noch nicht einberechnet ist und dieser noch seinen Kreuzbandriss auskuriert. Zwar kündigte man zum Düsseldorfspiel an, dass man zwei Neuzugänge nach der Hinrunde ab Winter verpflichtet hat, jedoch werden sie immens in der ersten Saisonhälfte fehlen. Hinsichtlich sei der momentane Ist-Zustand und somit eine kleine Kaderanalyse nachfolgend aufgestellt:


Kaderdecke zur Hinrunde Saison 2018/19

Torhüterposition

Auf der Torhüterposition muss man sich keine Gedanken machen, da mit Gulácsi, Mvogo und Müller drei Profis zur Verfügung stehen; und mit Krahl ein weiterer Nachwuchstorwart parat stehen würde. So kann schnell eine Verletzung kompensiert und sogar stets eine Rotation ermöglicht werden. Anders verhält es sich aber mit den Feldspielern, dessen Anzahl von 18 Akteuren im gesamten Kader positionsgebunden keine richtige Rotation hinsichtlich der Dreifachbelastung zur Folge haben kann. Parallel kommen noch die unterschiedlichen Qualitäten der vorhandenen Akteure hinzu.


Innenverteidigung

Im Abwehrzentrum hat man mit Orban, Upamecano und Konaté von der Grundplanung her drei Innenverteidiger, von denen immer zwei spielen werden. Das heißt, dass wenn alle drei gesund und zur Verfügung stehen würden, müssten in der Abfolge zwei von drei Spielen der auserwählten Innenverteidiger bestritten werden. Hier wäre also nur bedingt eine Rotation möglich und erst nach zwei kurzaufeinander folgenden Spielen in den englischen Wochen mal eine Spielpause gegönnt. Variabel kann man jedoch reagieren, da man viele gelernte und geschulte Spieler für diese Position verfügt. So könnten Ilsanker, oder auch Klostermann und Mukiele notfalls im Abwehrzentrum agieren.


Außenverteidigung

Auf den Außenverteidigerpositionen sehe es teilweise kritischer aus, da hier die nötige Qualität nur bedingt zur Verfügung steht. Mit Neuzugang Saracchi hat man indes einen echten Gewinn geangelt, der alles mitbringt was man auf dieser Position braucht. Da aber Marcel Halstenberg noch nicht vollends belastet und im Spielbetrieb eingesetzt wird, wird die Belastung von Spiel zu Spiel für unseren Neuzugang aus Uruguay im Drei- bis Viertagerhythmus immer höher. Gleichzeitig wächst das Verletzungsrisiko, wie auch das Risiko von Sperren. Gleiches gilt auf der rechten Außenverteidigerposition für Konrad Laimer. Auf dieser Position bringt er die besten Fähigkeiten mit, wirkt aber sehr verletzungsanfällig (Adduktoren), dessen Risiko von Spiel zu Spiel im Drei- bis Viertagerhythmus noch steigen würde. Insgesamt haben wir rein strukturell noch genügend Handlungsspielraum im gesamten Abwehrverbund mit Klostermann und Mukiele, deren Qualitäten sich jedoch für auserwählte Positionen unterscheiden und nicht gleichzusetzen sind mit den Erstgenannten. Allein die Offensivqualitäten von Saracchi und Laimer und deren Zweikampfstärke und hohen Laufaufwand sind nicht in dem Maße durch andere Akteure auf gleicher Position zu kompensieren, wenn man ihnen mal eine Spielpause gönnt. Deshalb hat dies qualitativ auch einen gewissen Nachteil für ein entsprechendes Spiel ohne sie. Hier bleibt zu hoffen, dass Neuzugang Mukiele sich gut entwickelt und sein Leistungspotential abrufen kann.


Defensives Mittelfeld

Noch schlimmer wiegt nach dem Abgang von Naby Keïta erstens der Qualitätsverlust und zweitens das man auf dieser Position gar nicht nachgerüstet hat. Dass das Duo Kampl/Demme nicht alle Spiele bestreiten kann und wird, und hier von jedem Kriterium regelrecht in die Zange genommen wird, dürfte ebenso klar sein, wie auch deren Ergänzung von Stefan Ilsanker sich in Rahmen hält. Belastungstechnisch ist diese Position mit hohem Laufaufwand verbunden und daher ist es auch wichtig, dass nach mindestens zwei aufeinanderfolgenden Spielen eine Spielpause gegönnt wird. Demnach gebe es hinsichtlich mal ein Duo Ilsanker-Demme, wie auch Ilsanker-Kampl. Schlimmer würde es dann werden, wenn einer von den genannten Akteuren krank oder verletzt ist, oder eine Sperre absitzen muss, so dass die Belastung nur mit zwei Spielern und über mehrere Spiele hintereinander gestemmt werden soll. Auch hier gilt das Prinzip des Qualitätsverlustes, da ein Kevin Kampl und Stefan Ilsanker nicht gleichzusetzen sind und unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Gegebenenfalls könnte auch ein Konrad Laimer als gelernter Sechser im defensiven Mittelfeld agieren, wenn es keine andere Alternative mehr gebe.


Offensives Mittelfeld

Wie schnell es auch mit Sperren und Verletzungen gehen, hat man auch in der vergangenen Saison gesehen, nachdem mit Forsberg und Sabitzer gleich zwei Leistungsträger für lange Zeit ausfielen und auch ein Qualitätsverlust spürbar zu erkennen war. Zwar hat man im Beisein von Keïta damals Kampl auf die rechte Außenbahn spielen lassen und Bruma auf der linken Mittelfeldseite parallel agieren durfte, jedoch ist das in dieser Saison so nicht mehr nachvollziehbar falls man taktisch getreu weiterhin auf das 4-2-2-2 uneingeschränkt setzten will. Insgesamt gibt es jedoch einige taktische Möglichkeiten zu variieren und auch Neuzugang Cunha über die Flügel kommen zu lassen. Ob dieser gegen Topteams ebenso eine klasse Leistung zu Tage legen kann wie es Forsberg und Sabitzer schon früher offenbarten, bleibt abzuwarten wenn eine Rotation unumgänglich wird und der Startelfeinsatz für Cunha winkt.


Sturm

Im Sturmbereich hat man im Sinne des Spielsystems für zwei angedachte Positionen indes die geringsten Sorgen und somit vier waschechte Stürmer mit Werner, Poulsen, Augustin und Neuzugang Cunha zur Verfügung. So stünde einer gesunden Rotation nichts im Wege und die Belastung könnte in den englischen Wochen gut auf viele Schultern verteilt werden. Anderenfalls hat man aber auch in der letzten Saison gesehen, dass wenn ein Timo Werner ausfällt, es auch in der Qualität nicht den adäquaten Ersatz geben wird und auch beim Einsatz unseres Nationalspielers es einige Durststrecken geben wird.


Gefangen in der Taktikspirale

In Anbetracht aller Punkte wie Spielphilosophie, RB-DNA, schnelles Umschaltspiel, das zielgerichtete Scouting und Verpflichtungen von Spielern mit genau den vakanten Fähigkeiten und Fertigkeiten, die von Nöten sind, sieht man sich nun auf einmal mit einer veränderten Komponente konfrontiert, die so gar nicht mehr erfolgreich zusammen- und ins Kalkül passt – nämlich die defensiv ausgerichtete taktische Grundordnung der gegnerischen Mannschaften. Gleiches Szenario gab es übrigens auch schon vor genau drei Jahren, als Ralf Rangnick im zweiten Zweitligajahr das Zepter als Trainer übernahm und nach neun Spielen nur drei Siege zu Buche standen.

Nachdem man in die 1. Bundesliga aufstieg und für die meisten Gegner taktisch überrascht wurde vom RB-Fußball, muss man mit zunehmender Zeit konsterniert festhalten: Die Gegner schlafen nicht. Auch dort sitzen hochqualifizierte Fußballlehrer und taktisch ausgebildete Analysten. Es ist wie beim Schachspiel - mit einer ausgeklügelten Taktik stellt man sich so auf, dass man die Stärken des Gegners bestmöglich unterbinden und seine größtmöglich abrufen will. Diese Erfahrung musste zunächst Ralph Hasenhüttl schon bei der 0:1 Heimniederlage gegen Wolfsburg am 11.03.2017 machen und dieser rote Faden zog sich immer stärker von Monat zu Monat zusammen, bis man schließlich keinen qualitativen Unterschied mehr zum Gegner herstellen konnte. Hatte man noch in der ersten Saison sich als unbekannte Größe durchgesetzt, zumeist weniger Spielanteile als die Gegner und somit die Möglichkeiten und Räume bekommen für sein schnelles Umschaltspiel, so hat sich das Blatt im Laufe der Zeit gewendet. Einzig gegen mitspielende Mannschaften erhält man noch ein paar Räume zum Konterspiel, ansonsten sieht man sich größtenteils konfrontiert selbst das Spiel zu gestalten und stößt damit mit seinen neuen jungen Spielerpotential schnell an seine Grenzen.

Schnell könnte man die Spirale weiter spinnen und zur Schlussfolgerung kommen, dass man das RB-Spiel entschlüsselt hat und die Erfolgsgeschichte im umgekehrten Maße in der Oberklasse jäh ein abruptes Ende finden könnte. So weit her gegriffen ist die erste Vermutung gar nicht, wenn man bedenkt das aktuell die defensive Grundausrichtung und das schnelle Umschaltspiel über starke Vorderleute Erfolg hat – gezeigt bei der WM, wie auch in vielen anderen Wettbewerben. Anders herum finden die spielstarken Mannschaften wie Spanien und Deutschland keine entsprechenden Mittel mehr über ihr langatmigen Spielaufbau und hoher Ballbesitzquote gefährliche Torchancen zu zelebrieren, geschweige denn diese in Tore umzumünzen. Das gilt natürlich auch für die Bundesliga und hierfür braucht man auch das nötige Spielermaterial, wenn man sich gegen einen defensiv gut agierenden Gegner durchsetzen will. Vielmehr braucht es dann spielstarke, technisch versierte, schnelle, läuferisch ausdauernd, wie auch dribbelstarke und vor allem taktisch erfahrene Spieler mit einer hohen Präzision bei Zuspielen, Hereingaben, Flanken, Torschüssen und mit der nötigen Effektivität bei Standards.

Rein konzeptionell möchte man mit den jüngsten Kader in der Liga und im Vergleich zu seinen gegnerischen Mannschaften mit eher unerfahrenen Spielern auf drei Hochzeiten tanzen und hat dabei den Anspruch, ganz oben am Ende landen zu wollen. So weit, so gut. Wenn da nicht die Wirklichkeit immer mehr Einzug halten würde und man zusehends auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Die Gegner verstehen es taktisch immer besser, den RB-Stil zu eliminieren und nehmen dabei selber auch eine weniger attraktivere Spielweise in Kauf. Parallel versucht man im Anschluss einer Balleroberung selbst das Spiel schnell nach vorn zu gestalten, um das anschließende hohe RB-Pressing hinlänglich umgehen zu können. Dabei ertappt man sich, wie man selber die eigentliche Taktikphilosophie von Ralf Rangnick verwendet und RB somit mit den eigenen taktischen Mitteln schlägt.

Hinsichtlich hatten zuletzt in der Bundesliga die Borussia aus Dortmund im heimischen Stadion mit 46% und zuletzt Düsseldorf mit nur 31% Ballbesitz Erfolg und eroberten somit wichtige Punkte, die RBL gegen sie liegen gelassen hat. Auch im Play-off-Spiel zur Europa League war man sehr nahe dran unter diesen Umständen auszuscheiden… wäre da nicht in der 90. Minute der Handelfmeter und Siegtreffer gewesen. So sollte das Erreichen der Europa League keinesfalls über die Tatsache hinweg täuschen, dass alle Beteiligten derzeit nicht in der Lage sind, ein taktisches Gegenmittel zu finden und die richtigen Lösungen abzurufen, geschweige denn viele ehemalige Leistungsträger auch noch ihrer Form hinter laufen.


Junger Spielerkader vs. Dreifachbelastung und hohe Ansprüche

Paradox klingt nun auch die Tatsache und Selbstforderung zugleich, ohne richtige Trainingsmöglichkeiten während den vielen englischen Wochen auf hohem Niveau bestehen zu können. Ob das prinzipiell klappt, wird sich bis zum Ende der Hinrunde zeigen. Auch dann kämen die zwei bis drei angekündigten Neuzugänge zu spät und können situativ bis zur Winterpause nicht weiter helfen. Allgemein gilt es jedoch im Drei- bis Viertages-Rhythmus mit noch jungen, nicht entwicklungsfertigen Spielern zwischen den Wettbewerben viel zu reisen und nicht ausreichend trainieren zu können, um eventuelle Schwachstellen über ein wiederholtes Training bearbeiten und Stärken gezielter einsetzen zu können. Anderweitig besteht die Gefahr, dass man schnell junge Spieler frühzeitig verheizt und bei einer relativ kleinen Kadergröße das Verletzungsrisiko aufgrund der Überbeanspruchung in die Höhe steigt. So geht man demnach zwar mit vielen jungen und talentierten Spielern mit gewisser Klasse in die neue Saison 2018/19, jedoch zeigt sich auch die taktische Unerfahrenheit dieser Spieler und das sie die konzeptionelle Marschroute nicht gewinnbringend umsetzen können.

Davon sind auch die wichtigen Stützen und Leistungsträger Timo Werner, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg und dergleichen nicht ausgenommen, denn auch sie können nicht ihr Leistungspotential abrufen und sind genauso in der taktischen Falle gefangen, wie die Neuverpflichtungen der letzten beiden Jahre. Die meisten jungen Akteure wurden gezielt gesichtet und verpflichtet, die am ehesten den schnellen RB-Stil nach vorn zelebrieren können, werden nun aber konfrontiert von einer defensiveren taktischen Grundordnung des Gegners und ebenso mit der größeren Erfahrung vieler Gegenspieler. Nur aus einem gestärkten Abwehrverbund mit individueller hohen Qualität, kann man langfristig Erfolg haben und schließlich entpuppt sich dies als wichtiges Fundament, worauf sich alle anderen Glieder aufbauen lassen. Schlecht zu reden ist das Angriffs- und Mittelfeldpressing keineswegs, im Gegensatz zum Abwehrpressing, welches zumeist die Gegner gegen uns anwenden. Von der Grundidee her den Ball wieder zurückzuerobern, so dass der Gegner keine Möglichkeit bekommt den Ball zu besitzen um Tore schießen zu können, ist hinlänglich bekannt und von Nutzen; wie auch die Tatsache das ein hohes Pressing und gleichzeitiges Aufrücken der Abwehr ein hohes Gefahrenpotential mit sich bringt, da man dem Gegner nach einem Ballverlust viel Räume anbietet.


Erfahrung und Fertigkeiten vs. junge Bullen

Die Gegner drängen insgesamt unsere Roten Bullen den Ballbesitzfußball auf, überlassen unseren Spielern den Ball, während sie auf den geeigneten Moment warten und dann attackieren. Vorher stellt man in Überzahl gekonnt die Räume in Strafraumnähe zu und agiert auch im Abwehrverhalten konsequent und zweikampfstark in den Eins-gegen-Eins-Situationen. Nur selten gelingt es unseren Akteuren in den Leipziger Reihen sich durchzuspielen oder herausgespielte Tore zu erzielen. An diesem wunden Punkt käme nun der Ansatz zum Tragen, dass hierfür viele technische Fertigkeiten gefragt sind und diesbezüglich die entscheidenden Zuspiele, wie auch Hereingaben, Flanken, Standards und Torabschlüsse ein hohes Maß an Präzision und ebenso Konstanz verlangen. In Anbetracht dessen können dies zumeist nur erfahrene Spieler, die diese Fertigkeiten sich über Jahre hinweg auf hohem Niveau angeeignet und verinnerlicht haben, während jüngere Spieler größeren Formschwankungen unterliegen. Die Komponente Erfahrung, vor allem in taktischer Hinsicht zu wissen wann und wie ich mich im Mannschaftsgefüge und individuell verhalten muss, spielt ebenso eine enorm wichtige Rolle, die unsere Gegner voraushaben.

Ein taktisches Mittel sind die bekannten Standards, die unsere jungen Spieler immer wieder vor einer neuen Herausforderung stellen. Es hilft insgesamt nicht viel ein Potential an vielen Fähigkeiten zu besitzen, wenn der Gegner diese Fähigkeiten besser als wir in Fertigkeiten umschulen konnte - das haben erfahrene Spieler unserem jungen Team voraus und kann nur mit einem hohen Maß an Trainingsaufwand gegengesteuert werden. Gleiches gilt insgesamt auch für das taktische Verhalten in der Offensive und Defensive, wenn die gegnerischen Spieler mit ihrer Erfahrung des Öfteren 5, 10 oder gar 15 Jahre älter sind und einfach besser zum Entschluss kommen, wie ich mich situativ verhalten muss. Während unsere Spieler ein hohes Maß an Präzision in ihren Hereingaben und auch im Torabschluss vermissen lassen, zeigen umso öfter die etablierten Spitzenspieler anderer Vereine wie es gehen muss; nämlich zielstrebig, effektiv, konsequent und gekonnt den Angriff abzuschließen. In diesem Sinne kann man nicht gegen ein jahrelanges Training und Spielen auf hohem Niveau erfolgreich entgegentreten, wenn dieser Ausbildungs- und Lernprozess noch nicht selbst als junger Akteur durchlaufen wurde. Daher ist es nicht konform, wenn man von den jungen Leipziger Rasenballen hohe Ansprüche abverlangt, wenn gewisse Fertigkeiten individuell und im Mannschaftsgefüge noch nicht im ausreichenden Maße trainiert, gereift und diese angeeignet wurden. Dies offenbart sich immer wieder bei gegnerischen Standards, aber vor allem bei eigenen Standards.


Fazit

Leipzig braucht keine kleinen Messis? – keine Zauberdribblings? – Mitnichten. Gerade wenn man einen tiefstehenden Gegner aushebeln möchte, braucht es an individueller Klasse, Zweikampf- und Dribbelstärke und Mut dazu. Dass RB Leipzig das schnelle Umschaltspiel mit Torerfolg kann, hat es in der ersten Bundesligasaison vielfach nachgewiesen. Nun aber sieht man sich konfrontiert mit einem Ballbesitzfußball und stößt dabei individuell und taktisch an seine Grenzen. Es hilft keine enorm hohe Passquote und kein wiederholtes Abspiel zum Nebenmann, wenn man nicht in das entscheidende Dribbling in den Strafraum geht oder gezielt aus der zweiten Reihe auf das Tor schießen kann. Vielmehr ist ein Grundbaustein in der Ballbesitztaktik das Flügelspiel, welches mit präzisen Hereingaben seinen krönenden Abschluss finden sollte. All diese Fähigkeiten lassen wir noch zu sehr vermissen, was insgesamt durch die Dreifachbelastung in den englischen Wochen nicht gerade einfacher wird. Da währenddessen ein entsprechendes Training zur zielgerichteten Aneignung von Fertigkeiten nicht möglich ist und im Mannschaftsverbund wiederholt nicht an Schwächen und Stärken gearbeitet werden kann, sitzt man in gewisser Weise in der Spirale fest.

Die Ansprüche und die sportlichen Ziele sind von Vereinsseite sehr hoch. Es beißt sich aber auch irgendwie, diese größtenteils nur mit talentierten, neuen und jungen Spielern erfüllen zu wollen, die größeren Formschwankungen, mehr emotionale Instabilität und höhere Unerfahrenheit im taktischen Verhalten mit sich bringen. Fehler sind menschlich und werden verziehen, sind aber punktuell im Wettbewerbsmodus wo es um ‚Millionen‘ geht, nicht zielführend. Um all dem entgegenzutreten, müsste man die Gelegenheit bekommen, eine taktische Variabilität sich anzueignen, um das eigene Spiel variabler und erfolgreicher gestalten zu können. Nur wenige Trainer verstehen es auf der Welt, von seiner Linie etwas abzurücken und sich zu öffnen, für neue Wege und neue Strukturen. Es könnte augenscheinlich eine sehr schwierige Hinrunde werden für unser Trainerteam um Ralf Rangnick, aber vor allem für unsere Spieler, die nur bedingt während den vielen englischen Wochen rotieren und parallel kaum trainieren können. Vielmehr wird man in einem sehr kleinen Kaderkreis sich vielen Reisestrapazen unterziehen müssen und größtenteils nur mit der Möglichkeit konfrontiert, sich im Spiel weiterentwickeln zu können.

Es ist ein anderes Kaliber wie in der ersten Bundesligasaison, in der man als große taktische Unbekannte noch überraschen konnte, und dabei mit einem ausgeruhten und stets im wöchentlichen Training aufeinander abgestimmten Kader zum einzigen Wochenendspiel antrat. Die Beine werden in den nächsten Wochen und Monaten immer weicher, für den einen oder anderen Akteur die Spiele immer mehr und die Gegner immer schwerer, wie auch in kürzeren Abständen. Das Training wird weniger, die erforderlichen Erholungspausen immer größer. Es ist ein Tanz auf drei Hochzeiten mit einem sehr jungen Kader noch entwicklungsfähiger Spieler, dessen Erfolg nur mit deren Unbekümmertheit erreicht werden könnte. Während erfahrene, ältere Spieler schon viele Momente hinter sich haben, zittern vielleicht den einen oder anderen Leipziger Rasenballer in unserem Team die Knie, wenn 50- bis 80.000 Zuschauer in fremden Stadien gegen uns Stimmung machen. Es ist ein schwieriger Spagat zu meistern, zwischen Anspruchsdenken und Leistung zeigen, in Anbetracht aller Begleitumstände.

Was kann man unter diesen Aspekt überhaupt von unserem Team verlangen und was ist möglich? Alle Beteiligten sollten offen sein für Neues und sich auch bewegen. Das gilt für die Verantwortlichen, wenn es darum geht auch mal einen erfahrenen, konstant guten Spieler mit hoher Qualität zu verpflichten, der eine Lücke auf einer Position gut ausfüllen oder noch besser darstellen kann. Wie auch selbst für die Spieler, die nicht nur an sich hohe Forderungen stellen und somit selbst vorangehen müssen. Das Ziel muss es sein, derer sich so in sportlicher Form zu bringen, dass man an seine Leistungsfähigkeit vergangener Halbserien anknüpfen kann und hier federführend das Team und die neuen Spieler mitzieht. Fallen diese Stützen weg, wird es für alle anderen auch sehr schwer. Schließlich fällt man gemeinsam oder man feiert gemeinsam. Wir als Fans stehen in jeder Situation hinter euch und Drücken die Daumen, dass am Ende alles gut wird.

oligei


Permalink:
http://www.rb-fans.de/artikel/20180904-special-taktik.html

  • Ballbesitzfußball
  • Dreifachbelastung
  • Hinrunde 2018/19
  • RB-DNA
  • Spielerkader
  • Spielphilosophie
  • Taktik

RB LEIPZIG FANFORUM

FORUM RB LEIPZIG

OFFIZIELLE RBL-WEBSITE

Offizielle RB Leipzig Website

RB-FANS.DE VOTING

Nur 1 Punkt aus 2 Spielen - Woran liegt der schwache Saisonstart?

Zu viele Spieler rennen ihrer Top-Form hinterher.
45.07%
Das Loch in der Zentrale wurde nicht geschlossen.
17.11%
Offensive ohne zündende Ideen.
12.83%
Abwehr steht zu hoch und ist instabil.
12.5%
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut...
8.22%
Standards weiterhin zu schwach.
4.28%
Umfrageteilnehmer: 304

RB-FANS.DE FACEBOOK