Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

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Karline
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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Karline » Di 22. Mai 2018, 10:17

Wow, offene Worte. Finde ich gut. Also kein Zerwürfnis, kein Rosenkrieg wie Dortmund.

Das mit der Kommunikation auch in unschönen Situationen wird er hoffentlich noch lernen.

Mit seiner Aussage bzgl. der Flexibilität der Spielweise hat er wohl selbst die Antwort auf die Frage gegeben, warum jetzt keine Verlängerung angeboten wurde.

Denn das letzte Bayernspiel war zwar wirklich der richtige Kniff zur richtigen Zeit.
Doch betrachtet man die ganze Saison, sprechen weniger geschossene und mehr kassierte Tore eine andere Sprache.

Eine Trennung im Guten und ohne Groll.
Dazu gehört viel Mut und Größe, den die Bayern bei Ancelotti vor einem Jahr nicht hatten.

Eklis
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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Eklis » Di 22. Mai 2018, 11:06

Dieses Interview gibt schon die meisten Gründe zum Vorschein, warum RH eine Vertragsverlängerung verwehrt wurde. :(
Gerade, dass RH sich jetzt zum Ziel setzt, seine Fremdsprachen aufzufrischen bzw. neue zu erlernen, ist für mich auch ein Zeichen, dass es hier in der Kommunikation einige Schwierigkeiten gab (was aber auch verständlich ist, denn nicht jeder Trainer spricht mehrere Sprachen). ;)
Diese Probleme gab es in der Saison 16/17 nicht. Da aber bereits Selke vor einem Jahr kritisiert hatte, dass mit ihm nicht gesprochen wurde, auch MC zu Beginn der Saison dies bemängelt hat, hätte RH schon Zeit gehabt, dieses Problem zu lösen und hier waren nicht die Fremdsprachen schuld. Diese Vorwürfe von den Spielern in den Medien haben RR sicher nicht gefallen, da er ja ein sehr kommunikativer Mensch ist - in welche Richtung auch immer. ;)
Ich denke, RH hat zum Ende letzten Jahres, als ihm die Vertragsverlängerung angeboten wurde, schon bemerkt, dass er als Trainer in vielerlei Hinsicht noch sehr unerfahren ist. Er hatte vorher nie eine Dreifachbelastung, die mediale Präsenz war bei seinen Vorgängerstationen auch nicht so mächtig und es gab sicher in seinen Mannschaften vorher nie so viele nicht deutsch sprechende Spieler. Dazu dann noch die Ansprüche des Vereins, europäisch zu überwintern und möglichst wieder auf einen CL-Platz in der BL zu kommen. Intern wurde dies sicher so kommuniziert. :|
Als er dann das Viertelfinale der EL erreicht hatte, hatte er vielleicht doch noch einmal die Hoffnung, dass er es schaffen könne, die Vereinsführung von sich zu überzeugen. Aber er sprach immer von einer langfristigen Zukunft, wahrscheinlich dann doch schon ahnend, dass dies dem Verein zu risikoreich sein könnte. Mit dem Hinweis auf Langfristigkeit hat er aber schon vorgebeugt, um dann sagen zu können, ohne diese wird er nicht bleiben. Somit hat er sich selbst gut aus der "Affäre" gezogen. :|
Menschlich gesehen tut mir sein Abgang sehr leid. Sportlich gesehen komme ich aber immer mehr auf die Gedanken, dass eine Trennung nicht so falsch war. Kommt eben jetzt auch darauf an, wer ihm folgt. :)

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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Eventzuschauer » Di 22. Mai 2018, 11:31

Trotzdem verwundert es.
Ja...zum Teil sind die Spieler noch jung. Aber bei so vielen Sachen sind die doch auch nicht auf den Mund gefallen. Wenn der Trainer nicht mit denen spricht, warum versuchen sie nicht die Gespräche einzufordern? Warum gibt man dann nicht Signale an den gesamten Trainerstab...das die Kommunikation verbessert werden muss? Warum steuert da der erfahren Sportdirektor nicht dagegen, wenn er es wahrnimmt?
Hinterher lässt sich dann jeder in den Medien aus und beschwert sich!? Merkwürdig.
Ich mach immer wieder den gleichen Fehler. Ich lese mal im Forum und antworte auf Postings wo ich denke...wie kommen manche im "normalen Leben" klar.

Karline
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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Karline » Di 22. Mai 2018, 11:55

@Eventzuschauer
Die Kommunikation mit den Spielern und Moderation des Kaders sind eine der Hauptaufgaben des Cheftrainers, nicht des Sportdirektors oder der Assistenten.

Zu einem vertrauensvollen Verhältnis gehört, dass RR sich zwar mit RH bespricht, ihn jedoch nicht kontrolliert oder gar über ihn hinweg agiert.

RH ist ein positiver Typ, vielleicht fällt es ihm schwer, Spielern, die er schätzt, die Nichtberücksichtigung für den Spieltag zu vermitteln. Allerdings zeugt das Delegieren der Aufgabe an Assistenztrainer von Führungsschwäche.

RH ist zwar als Trainer recht unerfahren, doch besitzt er genügend Lebenserfahrung um über gewisse "soft skills" zu verfügen oder diese mittels Coaching o.ä. zu erlangen bzw. auszubauen.

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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Eklis » Di 22. Mai 2018, 12:55

@Karline
Sehe ich alles ganz genau so.
Ich denke, der Verein wollte RH erst einmal noch die Möglichkeit geben, die gemeinsam erkannten Fehler zu beseitigen.
RH war aber der Meinung, dass er das nicht in so kurzer Zeit schaffen kann/will und wollte dafür einen längeren Zeitraum vereinbaren. Das wiederum war dem Verein zu riskant und man hat sich so lieber gleich einvernehmlich getrennt, als wenn dann im Oktober "böses Blut" geflossen wäre. :| Dann wäre die Trainersuche auch nicht einfacher geworden - eher im Gegenteil. :roll:
Auch wenn jetzt unsere Situation nicht gerade ideal ist - Anfang des Jahres meinte RR: "Was gehen uns die anderen Vereine an, die einen Trainer suchen - wir haben einen!" - denke ich doch, dass die Trennung richtig war. :(

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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von nevermore » Di 22. Mai 2018, 13:16

Karline hat geschrieben:@Eventzuschauer
Die Kommunikation mit den Spielern und Moderation des Kaders sind eine der Hauptaufgaben des Cheftrainers, nicht des Sportdirektors oder der Assistenten.

Zu einem vertrauensvollen Verhältnis gehört, dass RR sich zwar mit RH bespricht, ihn jedoch nicht kontrolliert oder gar über ihn hinweg agiert.

RH ist ein positiver Typ, vielleicht fällt es ihm schwer, Spielern, die er schätzt, die Nichtberücksichtigung für den Spieltag zu vermitteln. Allerdings zeugt das Delegieren der Aufgabe an Assistenztrainer von Führungsschwäche.

RH ist zwar als Trainer recht unerfahren, doch besitzt er genügend Lebenserfahrung um über gewisse "soft skills" zu verfügen oder diese mittels Coaching o.ä. zu erlangen bzw. auszubauen.
Könnte schon sein, dass RH ein Problem damit hat, unangenehme Dinge mit den Spielern anzusprechen. Mich hat auch irritiert, dass Rangnick sagte, er sei derjenige, der Augustin öfter mal in den Allerwertesten trete. Es gehört eigentlich nicht zu den Kernaufgaben des Sportdirektors, den Spielern in den Allerwertesten zu treten. Das müsste Sache des Trainers sein. Allerdings sagte auch Löw mal in einem Interview, es fehle ihm noch daran, harte Entscheidungen zu treffen. Wenn du dann mit Chefcoach und Co-Trainer zwei solche an der Spitze des Trainerteams hast, ist das auch keine ideale Konstellation.

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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von katmik » Di 22. Mai 2018, 15:04

nevermore hat geschrieben:Allerdings sagte auch Löw mal in einem Interview, es fehle ihm noch daran, harte Entscheidungen zu treffen. Wenn du dann mit Chefcoach und Co-Trainer zwei solche an der Spitze des Trainerteams hast, ist das auch keine ideale Konstellation.
Dann wäre Löw aber auch nicht als Cheftrainer geeignet.
Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als jener, der ohne Ziel umherirrt. (Lessing)

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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Adamson » Di 22. Mai 2018, 16:19

Trotzdem finde ich in dem Interview eine Sache sehr widersprüchlich. Er sagte darin, dass er seine Entscheidung im Dezember das Vertragsangebot abzulehnen immer noch als richtig ansehe, weil er die Entwicklung der Mannschaft abwarten wollte. Die Entwicklung der Mannschaft ist doch aber sein Job.
Oder meinte er dabei Neuverpflichtungen?
Aber wie auch immer, die Entwicklung der Mannschaft steht zur Zeit auf wackligeren Füßen, als im Dezember. Die Leistungskurve zeigte im Vergleich zur Hinrunde deutlich nach unten. Jetzt wollte er aber verlängern. Finde den Fehler.
Auch dass er sein Französisch verbessern aber später vielleicht mal in die Premier League wechseln möchte. Da lerne ich doch Englisch. Aber das letzte ist geschenkt.
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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Teekessel » Di 22. Mai 2018, 17:21

Adamson hat geschrieben:Trotzdem finde ich in dem Interview eine Sache sehr widersprüchlich. Er sagte darin, dass er seine Entscheidung im Dezember das Vertragsangebot abzulehnen immer noch als richtig ansehe, weil er die Entwicklung der Mannschaft abwarten wollte. Die Entwicklung der Mannschaft ist doch aber sein Job.
Oder meinte er dabei Neuverpflichtungen?
Aber wie auch immer, die Entwicklung der Mannschaft steht zur Zeit auf wackligeren Füßen, als im Dezember. Die Leistungskurve zeigte im Vergleich zur Hinrunde deutlich nach unten. Jetzt wollte er aber verlängern. Finde den Fehler.
Ja,passt nicht wirklich zusammen

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Re: Ralph Hasenhüttl [ehemaliger Trainer]

Beitrag von Eventzuschauer » Di 22. Mai 2018, 20:54

Karline hat geschrieben:@Eventzuschauer
Die Kommunikation mit den Spielern und Moderation des Kaders sind eine der Hauptaufgaben des Cheftrainers, nicht des Sportdirektors oder der Assistenten.

Zu einem vertrauensvollen Verhältnis gehört, dass RR sich zwar mit RH bespricht, ihn jedoch nicht kontrolliert oder gar über ihn hinweg agiert.
Unbestritten. Nur da hat er ja Defizite gehabt...oder Dinge falsch eingeschätzt / anders wahrgenommen.
Wenn sich nun aber Spieler nicht genügend kommunikativ abgeholt fühlen...dies nicht mal woanders (beim Co) ansprechen, der gesamte Trainerstab das nicht wahrnimmt...und der Sportdirektor mit seiner Erfahrung das nicht sieht oder Hinweise gibt...dann hat in meinen Augen nicht nur der Trainer versagt.
Adamson hat geschrieben:Trotzdem finde ich in dem Interview eine Sache sehr widersprüchlich. Er sagte darin, dass er seine Entscheidung im Dezember das Vertragsangebot abzulehnen immer noch als richtig ansehe, weil er die Entwicklung der Mannschaft abwarten wollte. Die Entwicklung der Mannschaft ist doch aber sein Job.
Er wird sicher auch etwas gepokert haben.
Dennoch...liest sich die Aussage bei rblive wieder anders und logischer.
„Es war ein offener und klarer Ansatz. Ich wollte Erfahrungen mit der Doppelbelastung sammeln. Und die Entwicklung hat gezeigt, dass es richtig war, um die eigene Leistung einschätzen zu können. Nur, um eine Absicherung zu haben, macht es keinen Sinn zu verlängern.
Keine Ahnung welche Aussage nun genau getroffen wurde.
Ich mach immer wieder den gleichen Fehler. Ich lese mal im Forum und antworte auf Postings wo ich denke...wie kommen manche im "normalen Leben" klar.

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