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 Spielphilosophie 
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Registriert: Di 25. Aug 2009, 16:41
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Würde ich zustimmen, dass wir mit reinem Umschaltfußball besser gewesen wären in dieser Saison in der Liga. Die Frage ist aber, ob es nicht langfristig besser ist, wenn man zum Umschaltfußball ein besseres Ballbesitzspiel hinbekommt. Hier bin ich wie gesagt der Meinung, dass uns nichts anderes übrig bleiben wird als mehr Flexibilität reinzubekommen. Darunter hat natürlich unser Defensivverhalten in dieser Saison gelitten, aber langfristig denke ich, dass sich das auszahlt. Augsburg oder auch Schalke waren auch deshalb so überrascht, weil sie uns anders erwartet halben. Spielst du immer gleich, stellt sich der Gegner darauf ein.

Wenn ich mir anschaue wie weit die Bundesliga international mit ihrem Pressingfokus kommt, dann reicht das allein aus meiner Sicht nicht und es braucht eben mehr. Das einzige Team ist Bayern, was erfolgreich ist und das hat neben einem starken Pressingverhalten unter Heynckes auch ein tolles Ballbesitzspiel.

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Do 17. Mai 2018, 18:40
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Teilweise erinnerten mich Spiele der Rückrunde an die Nationalmannschaft einst unter Jupp Derwall.
Das war auch ein Gestocher und viel hintenrum.

Klar, extremes Pressing birgt minütlich die Gefahr, einen Konter einzufangen, schlimmstenfalls mit erfolgreichen Abschluss des Gegners.
Das ist halt das Risiko.
Aber fürs Phrasenschwein, ist man in Ballbesitz, kann der Gegner kein Tor schießen.

Das ist RBL leider oft abhanden gekommen, der Ballbesitzfußball, das blitzartige Umschalten, die sogenannten 8 Sekunden von Balleroberung zum Abschluss.
Dazu die unglaubliche Schwäche bei Standards, sowohl in der Ausführung, als auch in der Verteidigung.

Was nun?

Müssen wir uns auf die Gegner einstellen, oder der Gegner auf uns?
Ich nehm Letzteres, Angriff ist die beste Verteidigung.
Wenn man immer ein Tor mehr schießt als der Gegner, hat man gewonnen....

Weiter, dieses Tingeltangel vorm Strafraum mag oft schick aussehen, schön mit Hacke ablegen und so, mir persönlich fehlt sehr oft der überraschende Schuß aus 15 bis 20 Metern.

Red Bull steht für Angriffsfußball, nicht für Verwaltungssport!

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Do 17. Mai 2018, 19:11
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Stichwort Verwaltungssport - das hat mich am meisten aufgeregt in der abgelaufenen Saison, und hat uns am sinnlosesten Punkte gekostet. Dieses Umschalten in den Verwaltungsmodus, sobald man 1:0 führt. Wie oft ging das Spiel danach unentschieden aus oder sogar verloren.

Das hat wahrscheinlich nicht direkt was mit "Spielsystem" zu tun hat, aber ich frage mich, warum das Trainerteam nicht in der Lage war, das abzustellen? Selbst von verletzt ausfallenden Spielern wurde das in der Halbzeitpause im TV kritisiert.


Do 17. Mai 2018, 19:44
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Es sollte doch möglich sein so eine Art Dualsystem zu implementieren wo man situativ presst und nicht permanent on fire ist dafür aber dann überfallartig vorwärts agierend - Napoli schafft das doch auch. Oder Salzburg, die unter Rose auch nicht das Pressingmonster wie unter Schmidt sind aber trotzdem intensiv auftreten und den Gegner damit nerven und die vor allem (im Gegensatz zu uns oftmals diese Saison) im Spiel ständig alle in Bewegung sind. Diese lahme umhertraben und schauen was der Mitspieler gerade mit dem Ball macht hat mich zum Beispiel diese Saison am meisten aufgeregt. Ich hoffe der neue Trainer bringt in dieser Hinsicht mehr zug rein!


Do 17. Mai 2018, 22:10
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Beitrag Spielphilosophie
Napoli hat dafür mehrere Jahre unter Sarri gebraucht und der Kader blieb fast komplett zusammen. Bei den Bayern ist es ähnlich, über Jahre gewachsenes Team mit extremer Qualität. Ich glaube, dass man da einfach auch Geduld mit dem richtigen Trainer braucht und auch die nötigen Spieler.

Bei Rangnick habe ich aktuell den Eindruck, dass er wieder komplett zum Bundesligapressingfokus zurück will.

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Do 17. Mai 2018, 22:18
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Dortmund unter Tuchel benötigte dazu ein paar Wochen in der Sommerpause, und in der Saison nach dieser Pause wurde man bester Bundesligazweiter aller Zeiten.

In Hoffenheim funktionierte es auch nach ein paar Monaten, als Nagelsmann einen wesentlich schwächeren Kader mitten in der Saison übernahm.


Do 17. Mai 2018, 22:40
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Beitrag Spielphilosophie
Tuchel und Nagelsmann wären beide perfekt für uns gewesen, weil sie unserem Spiel die von mir gewünschte neue Facette geben könnten. Der BVB hatte allerdings auch einen ganz anderen Kader damals zusammen und in der Saison davor einfach eine grauenvolle Hinrunde gespielt. Über Jahre aber auch ein Topteam, was sogar im Champions League-Finale stand. Nagelsmann bei Hoffenheim ist absolut außergewöhnlich, wobei auch er ein paar Monate brauchte und es in den englischen Wochen in der Hinrunde nicht funktionierte. Bin gespannt wo es von der Spielphilosophie hingeht.

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Do 17. Mai 2018, 22:54
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Dortmund hatte einen deutlich besseren Kader, in dem aber auch kein Spieler jemals etwas von Ballbesitzspiel oder Positionsspiel gehört hatte. Tuchels Leistung findet viel zu selten genügend Anerkennung, dieses Team vom reinen Klopp-Fussball in kürzester Zeit in Team, dass erfolgreich im Ballbesitz agieren konnte, umgeschult zu haben.


Do 17. Mai 2018, 23:01
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Beitrag Re: Spielphilosophie
michawhv hat geschrieben:
Teilweise erinnerten mich Spiele der Rückrunde an die Nationalmannschaft einst unter Jupp Derwall.
Das war auch ein Gestocher und viel hintenrum.

Klar, extremes Pressing hat minütlich die Gefahr, einen Konter einzufangen, schlimmstenfalls mit erfolgreichen Abschluss des Gegners.
Das ist halt das Risiko.
Aber fürs Phrasenschwein, ist man in Ballbesitz, kann der Gegner kein Tor schießen.

Das ist RBL leider oft abhanden gekommen, der Ballbesitzfußball, das blitzartige Umschalten, die sogenannten 8 Sekunden von Balleroberung zum Abschluss.
Dazu die unglaubliche Schwäche bei Standards, sowohl in der Ausführung, als auch in der Verteidigung.

Was nun?

Müssen wir uns auf die Gegner einstellen, oder der Gegner auf uns?
Ich nehm Letzteres, Angriff ist die beste Verteidigung.
Wenn man immer ein Tor mehr schießt als der Gegner, hat man gewonnen....

Weiter, dieses Tingeltangel vorm Strafraum mag oft schick aussehen, schön mit Hacke ablegen und so, mir persönlich fehlt sehr oft der überraschende Schuß aus 15 bis 20 Metern.

Red Bull steht für Angriffsfußball, nicht für Verwaltungssport!


Interessant ja auch, dass in der Jugend, schon bei den kleinsten das gleiche Schema Rangnick gespielt wird


Fr 18. Mai 2018, 07:33
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Beitrag Re: Spielphilosophie
Fatherandson hat geschrieben:
Interessant ja auch, dass in der Jugend, schon bei den kleinsten das gleiche Schema Rangnick gespielt wird

Genau wie in der "De Toekomst" von Ajax sowie der "La Masia" von Barca, welche Cruyff nach Vorbild holländischer Nachwuchsakademien aufgebaut hat. Nicht dass die Schema Rangnick spielen, sondern dass sich die gleiche Philosophie überall durchzieht.
http://www.deinfussballtrainer.de/talentschmiede-ajax-amsterdam/
Zitat:
Direkt neben der Amsterdam Arena liegt die Ajax-Talentschmiede, „De Toekomst“ was übersetzt „Die Zukunft“ heißt.
Die Lage wurde bewusst gewählt. Die jungen Spieler sollen nämlich bei jeder Trainingeinheit ihr Ziel vor Augen haben.
Spieler werden nach dem Model TIPS gesucht, was für Technik, Intelligenz, Persönlichkeit und Schnelligkeit steht.
Heraussragende Talente werden zunächst den fünf Topscouts gemeldet, welche die Spieler dann einem Leistungstest unterziehen.
Erst wenn der Spieler im Anschluss ein sechswöchiges Probetraining erfolgreich absolviert hat, kann er in die Jugendakademie eintreten.
Die Spielphilosophie von Ajax Amsterdam sieht vor in allen vier Phasen des Spiels eine dominante Rolle zu spielen. In der Offensive will man einen schnellen, kreativen und technisch versierten Angriffsfußball zu spielen.
Ebenso wichtig sind ein konsequentes Spiel über die Flügel mit individuell starken Flügelspielern und einem fußballerisch guten Torspieler.
Alle Teams bei Ajax Amstrdam spielen im 1- 4-3-3.
Ein großer Vorteil ist, dass in der Jugend die gleiche Spielphilosophie vermittelt wird wie bei den Profis, weshalb sich die Spieler schnell anpassen können.

Trotz des 1-4-3-3 wird immer wieder betont, dass die individuelle Klasse immer wichtiger als ein Spielsystem ist.
Zudem wird jeder einzelne Mannschaftsteil spezifisch trainiert. Ehemalige Weltklassespieler wie Frank de Boer der beim FC Barcelona spielte oder ein Dennis Bergamp von Arsenal London werden in die Ausbildung eingebunden, was für eine zusätzliche Motivation sorgt.
Ziel ist es jedes Jahr ein bis zwei Spieler in den Profikader zu hoch zubringen.

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Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als jener, der ohne Ziel umherirrt. (Lessing)


Fr 18. Mai 2018, 10:13
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