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Die drei ??? und die Suche nach der Dominanz

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Keine Rede kann mehr von der Heimdominanz der vergangenen Saisonhälfte sein. Vielmehr rennt unsere Mannschaft mit wachsender Regelmäßigkeit Rückständen hinterher und bringt sich so um die Früchte des eigenen horrenden Arbeitsaufwandes. Gestern konnte man darum durchaus eine gewisse Dominanz spüren. Die Dominanz der Fragen, wohin der Weg des RB Leipzig in dieser Saison führt, in der sich unangenehme Erinnerungen an den vergangenen Herbst aufdrängen.

Bild zu Artikel Carsten

Warum das so ist und wieso es doch ganz anders ist, spiegelt sich in unserem Stimmungsbericht der Stadionbesucher wider. Beim Roten Brauser kam das Spielsystem auf den Prüfstand und Rumpel nahm sich wie angedroht Heidingers Mittelfeldspiels an.

Das Spielsystem und seine Grenzen

Das Spielsystem ist von der Grundausrichtung sehr gut. Mit zwei eher defensiv eingestellten zentralen Defensivspielern hat man eine sehr stabile Grundordnung und auch die offensive Ausrichtung über die Außen unter Einbeziehung der Außenverteidiger (Kocin mehr als Müller) ist richtig.
Man hat wie schon gegen Hamburg II das Spiel dominiert, zwischen der 30. und 35. Minute hat sich Plauen nicht einmal kontrolliert aus der eigenen Hälfte befreien können, das erinnerte an Powerplay.

Das System krankt aber an zwei wesentlichen Stellen:

a) Das defensive Umschalten nach eigenem Ballverlust.

Heute wehrt Kocin den Ball zur Mitte ab, Plauen spielt über außen bis zur Grundlinie, passt und trifft - ganz einfach. Und das ganze passiert wiedermal über die rechte Abwehrseite, wie schon gegen den HSV II, Havelse und Magdeburg.

b) Die "Flügelverliebheit"
Es wird AUSNAHMSLOS über die Außen gespielt. Ein Röttger läuft mit gefühlten 90% seiner Bälle gar nicht erst in Richtung Strafraum zu gehen, sondern erstmal zur Eckfahne. Wenn dann zwei Gegenspieler mitlaufen, wird es nunmal fast unlösbar die Situation zu lösen. Heidinger machts richtiger, zieht wegen seines starken rechten Fußes nach innen, hält dann aber nicht drauf, sondern verdribbelt sich oder versucht es mit einer Flanke - die Effizienz ist ähnlich gering.
Das Tor fällt (wenn auch glücklich) aus zentraler Position, so ziemlich der einzige Versuch als der Mitte.
Dieses Element muss man öfter einstreuen, wenn wie heute die Flanken ihre Empfänger nicht finden.

Das sind aber alles Dinge, die man trainieren kann. Und ihr wisst ja: "Nur unter Druck entstehen Diamanten."

Roter Brauser

Bild zu Artikel Carsten

Im Fokus – Sebastian Heidinger

Sagen wir es klipp und klar: es war nicht der Tag des gebürtigen Franken, der heute keinen Zweifel daran ließ, wer die momentane Nummer Eins auf der linken Außenbahn ist, nämlich Rockenbach. Diese Prämisse sollte bei den folgenden Ausführungen nicht außer Acht gelassen werden, da hier auch Vergleich zu Röttger (FCM Spiel) und Schinke (Wechselspieler) gezogen werden.
Heidinger spielte heute die direkte Vertretung von Rocke und beackerte wie erwartet die linke Außenbahn gemeinsam mit Koçin. Seine gesamte Einsatzzeit prägten verschiedene Auffälligkeiten sein Spiel.

• War die gegenüberliegende Seite und die Mitte im Ballbesitz (was häufig der Fall war) orientierte er sich an die Seitenauslinie, um als Anspielstation für Seitenwechsel zu dienen, diese sollten jedoch nur von links (Koçin) nach rechts gespielt werden.

• Das Zusammenspiel mit Koçin funktionierte nur ungenügend, nur selten wurde er vertikal von seinem Hintermann geschickt oder setzte den überlaufenden Deutsch-Türken in Szene. Die lag hauptsächlich an zwei Dingen. Er antizipierte und nutzte sich bietende Räume nur ungenügend, während Koçin gerne auch in die Mitte zog und Seitenwechsel versuchte.

• In der Defensive war er kaum zu finden, selbige war zwar kaum gefordert, jedoch blieb sein Spiel gegen den Ball weitgehend körperlos. Stattdessen versuchte er die Passwege zuzustellen, was nur bedingt erfolgreich war, so fand er sich in der eigenen Hälfte gern im Zentrum eines Gegenspielerdreiecks.

• Flanken waren nicht seine bevorzugte Spielart, was auf seiner Rechtsfüßigkeit gründet. So wählte er eher den Weg nach innen, kam jedoch kaum zum Abschluss.

• Zu guter Letzt kann die gestrige Rechtslastigkeit der Spielanlage nicht genug betont werden und so wirkte Heidinger streckenweise wie ein Fremdkörper.
Kommen wir kurz zu den auffälligen Spielszenen:

• 06. Minute: Seltenheitswert, ein Konter der Gäste läuft über den Miltenberger, der vom eigenen Strafraum in die Mitte zieht und Platz hat, sein Pass auf Frahn im Zentrum kommt an.

• 10. Minute: Einen Doppelpass mit dem ihn überlaufenden Koçin bringt er mit der Hacke zum Außenverteidiger.

• 23. Minute: Schulz leitet schnell auf den lauernden Heidinger, der parallel zum Strafraum läuft, seinen Gegenspieler so aus dem Spiel nimmt und abschließt. Sein Abschluss ist jedoch zu ungenau und verkommt fast zur Flanke.

• 27. Minute: Ähnliche Situation, noch mehr Platz für den Miltenberger, statt den schnellen Abschluss zu suchen, verliert er den Ball im Strafraum an die heraneilenden Verteidiger, der Konter der Gäste endet in einem Eckball.

• 33. Minute: Wieder versucht der Franke nach innen zu ziehen, zwar gelingt ihm der Durchbruch gegen zwei Plauener, danach legt er sich das Spielgerät jedoch zu weit vor.

• 45. Minute: Steilpass auf den startenden Koçin wird in letzter Sekunde vom Verteidiger zur Ecke geklärt.
In der zweiten Hälfte gelang Heidinger fast nichts mehr, Neben seiner Auswechslung war ein Freistoß auf des Gegners Kopf noch die auffälligste Aktion.

Zu den Daten:

Ballberührungen: Wie Röttger gegen den FCM (allerdings in 81. Minuten) hatte Heidinger 43 Ballberührungen, fünf davon mit dem Kopf. Während das Team in Halbzeit zwei die Schlagzahl erhöhte, blieb Heidinger nah dem Niveau der ersten Halbzeit: 27 zu 16 Berührungen. Der ihn ersetzende Schinke kam auf 21 Kontakte in einem guten Drittel von Heidingers Spielzeit.

Pässe: Neben drei gelungenen Einwürfen (in der eigenen Hälfte) sowie drei gelungenen und zwei misslungenen Kopfbällen (erstaunlich bei seiner Körpergröße, jedoch meist in der eignen Hälfte und im Mittelfeld) brachte es Heidinger auf insgesamt 24 Kurzpässe, von denen sechs (drei pro Halbzeit) nicht ihren Adressaten erreichten und fünf ausgesprochene Kurzpässe waren. Nur vier können als Steilpässe bezeichnet werden, von denen drei oben aufgeführt sind. Insgesamt eine etwas höhere Fehlerquote als bei Röttger gegen den FCM (20:4) bei mehr Kurzpässen, was auch an seinem Zweikampfverhalten und dem leichteren Gegner lag. Zum Vergleich: Schinke kam auf 13 (10:3) Pässe, hochgerechnet auf Heidingers Spielzeit wären dies 39:9, wobei der Leipziger von der Schlussoffensive der Rasenballer und dem abbauenden Gegner profitierte.
Im Bereich Flanken und weite Bälle kam er nur zu sechs Versuchen (sieben, wenn man den verunglückten Torschuss einrechnen möchte). Davon erreichte nur eine den Empfänger (sowie ein weitere, jedoch eher ein hoher Rückpass), drei Flanken und ein Freistoß landeten bei den Plauenern. Eine magere Bilanz vergleicht man die Flankenhäufigkeit auf rechts (wenngleich ebenso ungenau), eine Vorstellung die in diesem Bereich an Röttger gegen den FCM erinnerte (auch dort vier Fehlpässe bei sechs Hereingaben). Schinke dagegen bracht nur eine Ecke in den Strafraum – ohne Erfolg.

Zweikämpfe: Nur zehn Zweikämpfe führte Heidinger (Schinke sieben) von denen er nur vier für sich entscheiden konnte. Neben den zwei spektakuläreren Offensivzweikämpfen (s.o. 23. und 33. Min.) war dieser ein Defensivzweikampf (der einzige den er bestritt) und ein weiterer offensiver in Halbzeit zwei. Überhaupt sprechen zwei Duelle im zweiten Durchgang eine deutliche Sprache und belegen eindrucksvoll, warum Heidinger für den agileren Schinke vom Feld musste. Dazu kommt ein Foul, das erste der Begegnung, als er gegen einen Plauener drüber hielt (4. Min.).
Allgemein zeigt dies sein körperloses Spiel und auch den Unwillen auf der Außenbahn ins eins zu eins zu gehen.

Fazit: Der erfolgreichen Einwechslung gegen Berlin folgt – wie für viele Mannschaftskollegen auch – die Ernüchterung gegen Plauen. Erst am Ende der Partie, als Heidinger bereits aus dem Spiel war und Plauen abbaute wurde der Zug zum Tor groß genug, um den Ausgleich zu erzielen. Schinke war daran indirekt beteiligt und weißt durch die Bank bessere Werte als der Franke auf (Ausnahme erstaunlicherweise die Flanken). Heidinger Mittel in den Strafraum hinein zu ziehen bzw. parallel zu selbigen zu laufen, hätte ein probates sein könne, wenn er es oft genug versucht hätte. Insgesamt wirkte die Offensive und besonders Heidinger wenig abgestimmt und unpräzise. Auch wenn manche Werte nicht schlechter sind als die von Röttger (der zum besten Spieler gewählt wurde!) gegen den FCM, so war dieser doch der stärkere Gegner. Alle anderen Außenbahnspieler wirkten gegen Plauen deutlich variabler und aktiver, wenngleich ebenso unglücklich. Neben der stärkeren Schlussphase könnte die Ursache auch in seiner fehlenden Bindung zum Stammpersonal der letzten Wochen liegen, wurde er doch in den letzten fünf Spielen lediglich eingewechselt. Heute sicher der schwächste Außenbahner, wenn er nicht aufpasst, dann könnte dieses Spiel ihn gleich zwei Plätze (Stamm und erster Wechsler auf Links) gekostet haben. In zwei Wochen dürfte in Cottbus wohl wieder Rockenbach die Nase vorn haben.

Rumpelstilzchen

Stimmen aus dem Forum:

Tauri hat geschrieben:
Wirklich bitter dieses Unentschieden. Trotz großer Überlegenheit vergessen wir das Toreschießen. Es bewahrheitet sich doch immer wieder, wer seine Chancen vergibt, liegt plötzlich zurück und rennt dem Tor hinterher. Ist ja nicht das erst Mal in dieser Saison. Völlig unnötig dieses Gegentor.
Ich weiß nicht, woran es liegt, ist es fehlende Konzentration oder was geht da vor. Solche Punkte darfst Du nicht liegenlassen, schon gar nicht, wenn die Konkurrenz um den Titel punktet. Die Moral, die Motivation stimmt, aber insgesamt ist es zu wenig.
DrSchuh hat geschrieben:
Das Spiel über den außen funktionierte heute gar nicht, zwar kam man immer an den Strafraum, aber ab dann dachte man immer, dass Röttger und Heidinger zum ersten Mal in ihrem Leben eine Flanke schießen müssen. Röttger hat heute zu mindestens wieder sehr viel gekämpft und war immer zur Stelle, aber der Abschluss hat überhaupt nicht stattgefunden. Man hätte heute mal alle Flanken (dazu zähle ich auch die Ecken) zählen müssen, die bei Person oder auf auf einem Plauener Kopf gelandet sind, das waren bestimmt mehr als 90% aller Bälle. Dass in der 84. min der Ball gleich zwei mal gegen die Latte prallt ist natürlich Pech, aber das passt ja dann auch zum Spiel.
[...]
Aber Kopf hoch, es ist noch früh genug um aus den Fehlern zu lernen, 5 Punkte aus 12 möglichen bei den Heimspielen klingen gar nicht gut, aber deswegen sind wir noch nicht nicht aufgestiegen, aber es muss sich was ändern, das ist schon mal klar.
Fanblock-Gänger hat geschrieben:
Spielaufbau immer wieder nach Schema F, obwohl man nach spätestens 45 Minuten merken müsste, dass das nicht funzt. Es gibt außer Laggerbloom niemanden, der es auch mal anders versucht. Wenn sich mal die seltene Gelegenheit bietet drauf zu halten, dann wird trotzdem hin und her geschoben. Ein Gewaltschuss fällt aus. Standards: Mit Ecken hatten wir es noch nie so richtig. Die Eckbälle waren bis auf ein mal immer zu weit. Wenn nicht mal über Standards so etwas wie Torgefährlichtkeit kommt...

Röttger hat sehr ordentlich gekämpft. Aber wie gesagt: Es hat sich alles wiederholt mit bekanntem Ergebnis. Und ob es eine gute Idee ist, Frahn für einen Kopfball zu gewinnen stelle ich auch mal in Frage.
DerWürfler hat geschrieben:
Fazit des Wochenende:

1. Die Mannschaft ist in ihrer Gesamtheit nicht so stark wie auf dem Papier (zu ausrechenbar)
2. Die Liga ist nicht nicht so schlecht wie man denkt (Plauen hat man in ihrer Mentalen Stärke unterschätzt)
3. Auch PP und die Mannschaft kochen nur mit Wasser und nicht allen schmeckt es
4. Bei einigen (die die gern das Wort Dominanz Infaltionär benutzen) liegen die Nerven zum jetzigen Zeitpunkt schon blank
Zur Diskussion

Video: Bericht bei Sport im Osten
Bilder: Bei RB-Fans.de
Bilder: Bei Sporting Pictures Leipzig
Audio: Das ganze Spiel im Fanradio

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