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Was bisher geschah...

 

Dreimal begegneten sich Holstein Kiel und RB Leipzig in der Regionalliga bereits. Jedes Spiel besaß einen hohen Erinnerungswert, im guten wie im schlechten Sinn. Vor dem Knaller am Samstag blicken wir noch mal auf drei aufregenden Duelle zurück.

Spiel 1: 3.9.2010, Holstein Kiel – RB Leipzig 1:2 (1:0)

Kiel. Holstein-Stadion. Es laufen die letzten Minuten des 4. Spieltags der Regionalliga Nord beim Spiel der „Störche“ gegen RB Leipzig. Die knapp 5300 Zuschauer (darunter ca. 25 rot-weiße) sehen an einem milden Freitagabend ein gutes Viertligaspiel, bei dem es nach 87 Minuten 1:1 steht. Marc Heider brachte die Gastgeber nach 34 Minuten trotz starker Anfangsphase der Leipziger mit 1:0 in Führung. Auch im vierten Spiel gelang es der Truppe von Tomas Oral also nicht, das erste Tor der Partie zu schießen. Gegen Türkiyemspor und Hannover II liefen seine Mannen permanent einen Rückstand hinterher, gegen Braunschweig II schoss zumindest auch der Gegner kein Tor. Holstein drückte vor und nach der Pause auf das 2:0, schloss die Konter aber unkonzentriert ab. Tomas Oral reagierte, ersetzte Geißler und Kammlott durch Watzka und Laas. Die Einwechslungen verpufften zunächst. Kurz vor der 75. Minute bekam RB Leipzig einen Freistoß in der Nähe der Strafraumgrenze zugesprochen. Vier Spieler standen zur Ausführung am Ball, drei sprinteten vorbei und Müller setzte das Leder in den Winkel. Ausgleich. Ein 1:1 wäre das vierte Remis im vierten Spiel für RB gewesen. Ein desolater Fehlstart in die erste Regionalliga-Saison der Vereinsgeschichte. Doch es kam anders. Kiel zog das Tempo an, wollte den Dreier und verlor zum Schluss sogar den einen Punkt. 88. Minute. Der vor zehn Minuten eingewechselte Frahn (sollte ursprünglich aufgrund einer Verletzung gar nicht im Kader stehen) auf der linken Außenbahn im Zusammenspiel mit dem ebenfalls frischen Alexander Laas. Die Kugel kommt zu Timo Rost an die Strafraumgrenze – der Ex-Cottbusser fasst sich ein Herz und schlenzt den Ball mit einer Mischung aus viel Liebe und gewaltigem Frust ins lange Eck. Frech im Tor hat keine Chance. Guido Schäfer jubelt, die Kieler können’s nicht fassen. 2:1-Endstand. Der erste Saisonsieg für RB. Ausgerechnet beim Tabellenführer Kiel. Es war der Beginn einer wunderbaren Serie für die Leipziger (vier Siege in Folge) und eines Komplettabsturzes der Gastgeber (sechs Spiele ohne Sieg). Am Samstag könnte sich Geschichte wiederholen. Wir beten still.

Spiel 2: 18.2.2011, RB Leipzig – Holstein Kiel 1:5 (1:3)

Heimspiel gegen Holstein Kiel vor nicht einmal 3500 Zuschauern? Heute nur noch schwer vorstellbar, an einem Freitagabend im vergangenen Jahr aber Realität. Dabei war sie doch so vielversprechend gestartet, die Rückrunden-Aufholjagd auf den CFC. Beim 3:0 in Hannover zeigten die Bullen phasenweise Kombinationsfußball, von dem man bis zu jenem Zeitpunkt nur zu träumen gewagt hatte, maßgeblich getragen durch den Winterneuzugang Rockenbach da Silva. Und auch im Heimspiel gegen Kiel lief für die Oral-Elf zunächst alles nach Plan: Frahn brachte unsere Truppe früh in Führung. Doch dann bescherte die Mannschaft aus dem hohen Norden, damals kein Aufstiegsanwärter, sondern nur gehobenes Mittelfeld, den Leipzigern einen denkwürdigen Abend. Wieder und wieder und wieder klingelte es im Kasten von Christopher Gäng, dessen erstes Ligaspiel für RB zum absoluten Albtraum geriet. Und immer wieder Heider: Tor Heider, Vorarbeit Heider, Tor Heider, Vorarbeit Heider, Tor Heider. Fünf Tore Kiel, ein Tor Leipzig. Ein Heider, der wohl das Spiel seines Lebens machte und dessen Nennung noch heute bei manch einem Angstzustände auslösen dürfte. In dieser Höhe spiegelte das Ergebnis selbstverständlich nicht den Spielverlauf wieder. So war Kiel keineswegs drückend überlegen. Aber wenn man sich nach einer eigenen Ecke einen Konter fängt und der Torwart keinen allzu guten Tag erwischt, dann kassiert man eben schon mal fünf Gegentreffer. Das Publikum verhöhnte ab dem vierten Tor die eigene Mannschaft und „Oral raus!“-Rufe schallten erstmals durchs Stadion. Ob RB Leipzig in diesem Jahrzehnt noch mal ein Ligaheimspiel in dieser Höhe verliert? Man dürfte sich auch in vielen Jahren noch an diesen Abend erinnern, der Fans und Mannschaft brutal aus allen leisen Aufstiegshoffnungen riss.

Spiel 3: 13.11.2011, RB Leipzig – Holstein Kiel 2:1 (1:1)

War das erste Heimspiel gegen die Kieler im weitesten Sinne noch ein Verfolgerduell, ging es dieses Mal richtig um die Wurst: Der Tabellenführer gastierte beim direkten Verfolger, der sich mit einem Sieg vorbeischieben konnte. 16 627 Zuschauer sorgten für die bis dato größte Kulisse bei einem Ligaheimspiel und sahen ein Duell weitgehend auf Augenhöhe, bei dem es ab der 35. Minute kurios wurde. Zunächst verwandelte Kazior für die Gäste einen Strafstoß nach Foul an Lindner, der Holstein in der Tabelle einen zwischenzeitlichen Fünf-Punkte-Vorsprung bescherte. Doch nur zwei Minuten später trat unser Kapitän nach Foul an Rockenbach zum Strafstoß an und verwandelte ebenfalls. In einem interessanten Spitzenspiel fiel die Entscheidung dann in der 60. Minute, in Form eines fast idealtypischen RB-Tores: Flanke Röttger, Kopfball Frahn, 2:1, das Stadion tobt. Wer ist Heider? Zum dritten Mal in dieser Saison nahmen die Leipziger die Tabellenführung mit ins nächste Spiel und wollten sie bis zum Saisonende eigentlich nicht mehr abgeben. Zwei Wochen später betrug der Vorsprung auf den Halleschen FC schon vier Punkte...

Carsten

Spiel 4: 21.4.2012, Holstein Kiel – RB Leipzig

Die Vorzeichen haben sich geändert. Um den Traum von der 3. Liga am Leben zu erhalten, benötigt unsere Mannschaft in Kiel zwingend einen Sieg. Wir drücken euch fest die Daumen, Jungs!

GEPA

Rojiblanco/Loch