Nachwuchs: U17 – der Blick auf die bisher beste Runde
Eine ereignisreiche Saison geht zu Ende und auch für die B-Junioren war es eine erfolgreiche Spielzeit. Zwar hat man bis jetzt (noch) keinen Titel in der Tasche, aber ein Abschluss in der oberen Tabellenhälfte hätten nach dem letztjährigen Herzschlagfinale um den Klassenerhalt und dem verpatzten Saisonstart wohl die wenigsten erwartet.
Der 7. Platz und die 41 Punkte Ausbeute bedeuten die beste Punkteausbeute einer sächsischen Mannschaft in den Juniorenbundesligen seit deren Bestehen (2003 U19 respektive 2007 U17). Dazu wurde das Finale des NOFV Vereinspokals erreicht, wo man sich dem späteren Staffelsieger Hertha BSC knapp geschlagen geben musste. Auch die erneute Teilnahme am Finale des Landespokals steht zu Buche, das Endspiel fiel leider dem Hochwasser zum Opfer und wird erst Ende August nachgeholt (dann wohl ohne den 96er Jahrgang).
Besonders beeindruckend und ein Zeugnis der Entwicklung der Mannschaft war die Rückrunde, in der man sich zwar den großen Fünf (Hertha, Wolfsburg, Hannover, Werder und Hamburg) geschlagen geben musste, sonst aber jedes Spiel gewann und somit mit 24 Punkten nur einen Zähler weniger erreichte, als in der gesamten letzten Spielzeit. Neben den starken Kielern (die jedoch in beiden Aufeinandertreffen geschlagen werden konnten) kann man also durchaus als Überraschungsmannschaft der Saison gelten, in einer Liga die sonst nur Extreme (Spitzengruppe oder Abstiegskampf) kennt, gelang eine Saison, die nach dem verunglückten Start recht sicher im Mittelfeld absolviert wurde. Dies alles mit der wohl jüngsten Mannschaft der Liga. Dazu stellte man mit Mäder (8 Tore) den besten Goalgetter aus dem NOFV Bereich (gleichauf mit Mirbach (Hertha) und Maurer (Cottbus)) und mit dem Duo Wagner/Mäder das beste NOFV Offensivgespann. Auch die Abwehr wurde verbessert, war schon letzte Saison die lediglich 41 Gegentore ein Garant des Klassenerhalts, konnte die Leichtelf diese Marke trotz deutlich gesteigerter Offensive noch verbessern und waren mit 37 Gegentoren die fünftbeste Defensivelf der Liga (das sind sogar nur drei Gegentore mehr als in der Aufstiegssaison 10/11).
Natürlich darf und wird diese Spielzeit nicht das Ende der Fahnenstange sein. Mit den Meistern aus der U15, einem starken 97er Jahrgang (Barylla, Schnabel, Reichel, Rosin, Becher, Wagner, Sonnekalb, Vogel sowie Tix und Sowade im Tor) und Shootingstar Beiersdorf kann nächste Saison vielleicht weiter oben angegriffen werden. Bis auf Hertha war bereits diese Rückrunde kein Team meilenweit entfernt, auch wenn es gegen Werder oder Wolfsburg empfindliche Niederlagen gab. Die starken 96er (Mäder, Strauß, Reddemann, Kretzschmar, Adams und Hampel) werden ihren Weg gehen und hoffentlich nächste Saison unter Neu-Trainer Härtel den ersehnten Aufstieg in die U19 Bundesliga in Angriff nehmen können.
Als Vater des Erfolgs kann ohne Zweifel Frank Leicht gelten, der wie schon in Stuttgart (B-Junioren Meister 2004 und mehrmals Staffelsieger) und Frankfurt (Aufstieg mit U19 und U23) zeigte, dass er ein herausragender Jugendtrainer ist, auch wenn es im Herrenbereich (Sandhausen / Köln) bisher nicht so gut klappte. Die Trendwende nach seinem Amtsantritt im September bewältigte er fast nahtlos, gab besonders jüngeren Spielern Chancen und integrierte sie erfolgreich in die Mannschaft. Mit seinem ehemaligen Weggefährten aus Stuttgarter Tagen ist Rangnick ein echter Glücksgriff gelungen.
Rumpelstilzchen
Bild: D. Möritz