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Sachsenderby gegen Aue

Sachsenderby gegen Aue

Schon das zweite Liga-Heimspiel bringt am Freitag das Duell um die sächsische Fussballkrone. Weit über 30.000 Zuschauer, darunter 5.000 aus Aue, fiebern einem Fussballfest entgegen.

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Nach dem Pokalkrimi vom Sonntag geht es am Freitag auch schon weiter mit zweiter Liga. Eine Rückkehr in den Alltag ist das anstehende Heimspiel dabei aber keineswegs, steht doch mit dem Derby gegen die Erzgebirgler aus Aue gleich der nächste Höhepunkt ins Haus. Der Gästeblock ist seit Tagen ausverkauft, über 5.000 Anhänger der Lila-Weißen werden sich auf den Weg nach Leipzig machen, wo voraussichtlich über 35.000 Zuschauer den ersten Besuch der Veilchen bei den Roten Bullen miterleben wollen.

Aue befindet sich bereits in seiner zehnten Spielzeit in der 2. Bundesliga. Nach dem ersten Aufstieg 2003 unter Trainer Gerd Schädlich hätten diese Entwicklung wohl nur wenige vorhergesagt. Doch man etablierte sich mit Plätzen 8, 7, 7 und 10 sogar als Mittelfeldteam, bevor dann doch der Abstieg in die neu gegründete eingleisige 3. Liga - und der Rücktritt Schädlichs - folgte. Doch nach nur zwei Jahren kehrte man zurück in Unterhaus und erreichte prompt die bisher beste Platzierung mit Rang 5. An diese Leistung konnte man in Aue in den letzten drei Spielzeiten jedoch nicht anknüpfen. Der jeweils knapp erreichte Klassenerhalt ist dennoch gemessen an den dortigen Rahmenbedingungen ein mehr als respektabler Erfolg.

Vor der Saison musste Aue einige namhafte Abgänge verkraften. Vor allem der Weggang von Jakub Sylvestr (zusammen mit Mahir Saglik von unserem vorherigen Gegner Paderborn mit 15 Toren Torschützenkönig der 2. Liga) und Guido Kocer (6 Tore) schmerzte gewaltig. Beide erzielten zusammen die Hälfte der 42 Auer Tore, so daß die sportliche Leitung um Trainer Falko Götz (übrigens ebenso im vogtländischen Rodewisch geboren wie Gerd Schädlich) vor allem in diesem Bereich nach Ersatz suchen mußte. Der Holländer Romario Kortzog und die estnischen Brüder Henri und Hannes Anier kamen aus kleineren europäischen Ligen (Bulgarien, Dänemark, Schottland) und sind die neuen offensiven Hoffnungsträger. Ein weiterer interessanter Neuzugang ist Verteidiger Stipe Vucur von Wacker Innsbruck, der in der Jugend unseres Brudervereins in Salzburg ausgebildet wurde. Im Kern blieb die Mannschaft um Torhüter Martin Männel und Kapitän René Klingbeil aber zusammen. Sie setzt auch weiterhin  auf mannschaftliche Geschlossenheit und ihre Heimstärke, um abermals das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.

Der Start in die neue Saison fiel mit zwei Niederlagen aber denkbar schlecht aus. Nach dem 0:1 in Nürnberg (erzielt ausgerechnet durch Abgang Sylvestr) und einem 1:5 Heimdebakel gegen Bochum, dass man in der vorvergangenen Saison selbst noch 6:1 abfertigen konnte, finden sich die Veilchen am Tabellenende wieder. Am Wochenende gelang dem Team aber mit einem 1:0-Erfolg im DFB Pokal bei Carl Zeiss Jena ein Erfolgserlebnis, das der Mannschaft Selbstvertrauen (zurück)gegeben haben sollte.

Bei unserer Mannschaft stehen einige Fragezeichen hinter den Einsätzen von Yussuf Poulsen, Diego Demme und Joshua Kimmich. Alle drei holten sich Blessuren im 120 minütigen Pokalkampf ab. Vor allem der Einsatz von Kimmich scheint fraglich. Als Ersatz stehen wohl Pokalheld Clemens Fandrich und Denis Thomalla bereit. Eventuell gibt aber auch Neuzugang Zsolt Kalmár sein Debut. Sonst dürfte unser Trainer Alexander Zorniger die zuletzt erfolgreiche Mannschaft aufs Feld schicken, was sie mit breiter Brust tun will. Taktisch gilt ohnehin wie immer, hoch stehen, aggressiv pressen, pressen, pressen. Das weiß auch Gästetrainer Götz, der unsere Bullen am Sonntag persönlich in Augenschein nahm. Es ist zu erwarten, dass Aue recht defensiv auftreten und über den Kampf und Leidenschaft ins Spiel finden will. Derbytypisch unterstützt durch viele eigene Anhänger. Könnte es also ähnlich wie gegen Aalen ein Geduldsspiel werden.

Voraussichtliche Aufstellung:
Bellot - Jung, Sebastian, Hoheneder, Teigl - Demme (Thomalla), Khedira, Kimmich (Fandrich, Kalmár) - Kaiser - Frahn, Poulsen

Vielleicht fühlt sich der ein oder andere Gast aus dem Erzgebirge an die Heimat erinnert, wenn er den Berg des Stadionwalls erklimmt um dann ins Tal der Red Bull Arena hinabzusteigen. Dort werden dann Frahn's Kumpel und die Auer Schachter durch den Spielerstollen, eingehüllt von Bodennebel, das Spielfeld unter vielfachem Echo von den Hängen betreten. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, sollte (möglichst frühzeitig und per Bus und Bahn) am Freitag um 18:30 Uhr ins Stadion pilgern. Wer aus unerfindlichen Gründen verhindert ist, der kann das Spiel in unserem Fanticker verfolgen. Diskussionen zum Spiel gibts im Chat.

Auf ein friedliches, stimmungsvolles Fussballspektakel!

roger