Die Löwen zähmen
Vier Spiele, vier Punkte und drei verschiedene Spielsysteme. Eintracht Braunschweig scheint nach dem Abstieg aus der ersten. Bundesliga noch in der Findungsphase zu sein. Mit Bicakcik, Davari, Kumbela, Elabdellauoi, Bellarabi, Caligiuri und Perthel haben die Niedersachsen gleich mehrere Stammspieler der letzten Saison verloren. Die entstandenen Lücken versuchte der Bundesligaabsteiger mit vorwiegend unbekannten Namen zu schließen. Mit Hedenstad und Zuck wurden zwei entwicklungsfähige Spieler vom SC Freiburg ausgeliehen. Dazu gesellen sich mit Gikiewicz, Decarli und Bakenga drei Bundesliga-Neulinge, sowie mit Korte und Kluft zwei Spieler, die in der vorigen Saison noch ausgeliehen waren. Bemerkenswert, dass die Eintracht zusammen mit dem VfL Bochum und dem FSV Frankfurt zu den drei Vereinen gehört, die im Sommer keinen Cent für die Ablöse von Neuzugängen investiert haben.
Der Saisonstart verlief für die Löwen bisher sehr durchwachsen. Nach einem Unentschieden im Eröffnungsspiel gegen Düsseldorf (2:2), wurde der FC Heidenheim deutlich besiegt (3:0). Zuletzt musste die Eintracht sowohl gegen Kaiserslautern als auch Bochum eine 1:2-Niederlage einstecken, wodurch der Bundesligaabsteiger bis auf Tabellenplatz 12 durchgereicht wurde. Nach der Länderspielpause will die Mannschaft von Trainer Lieberknecht wieder in die Erfolgsspur zurückehren. Vor Torhüter Gikiewicz verteidigen Correia und Dogan. Die Außenpositionen der Viererkette beackern Hedenstad und Reichel. Vor allem letzteren sollten die Leipziger im Blick behalten. Braunschweigs Linksverteidiger traf in der noch jungen Saison bisher 3 mal und bereite einen weiteren Treffer vor. Neben Abräumer Theuerkauf, sind Korte, Boland und Zuck im Mittelfeld der Löwen gesetzt. Im Sturm sollen Oldie Kruppke und Nielsen für Torgefahr sorgen. Pikant: Der Norweger steht eigentlich bei Red Bull Salzburg unter Vertrag und ist derzeit nur an Eintracht Braunschweig ausgeliehen. Gut möglich also, dass Nielsen vor den Augen von Rangnick mit einer Extraportion Motivation auflaufen wird. Während sich RBL-Trainer Zorniger gut auf das Personal der Niedersachsen einstellen kann, wird der Leipziger Übungsleiter das Spielsystem des Gegners wohl erst mit Anpfiff zu Gesicht bekommen. Torsten Lieberknecht experimentierte diesbezüglich viel und schickte seine Startelf diese Saison bereits im 4-4-2, 4-1-4-1 sowie im exotischen 3-4-2-1 aufs Feld. Lautstarke Unterstützung aus der Heimat dürfen die Braunschweiger am Samstag derweil nicht erwarten. Etwa 1.500 Fans werden die Mannschaft nach Sachsen begleiten, die Mehrheit hat sich entschlossen das Spiel zu boykottieren und die 90 Minuten per Public-Viewing in Niedersachsen zu verfolgen.
Während sich Eintracht Braunschweig in der Länderspielpause gegen den hessischen Kreisligisten DJK Zeilsheim (23:0) warm geschossen hat, testeten die Leipziger gegen den polnischen Erstligisten Pogon Stettin. Beim 1:0-Sieg erzielte Tom Nattermann das Tor des Tages. Aber auch nach dem pflichtspielfreien Wochenende drückt die Rasenballsportler personell der Schuh gewaltig. Neben den Langzeitverletzten Coltorti (Aufbautraining nach Innenbandanriss im Knie), Ernst (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Boyd (Aufbautraining nach Kreubandanriss) und Franke (Achillessehnenprobleme) muss Zorniger auch auf Hoheneder verzichten, der nach dem Horror-Sturz gegen Aue noch nicht voll belastbar ist. Zu allem Überfluss zogen sich noch Rebic (Fersenreizung) und Klostermann (Platzwunde an der Lippe) im Testspiel bzw. Nationalmannschaftseinsatz Blessuren zu und werden morgen ausfallen. Erfreulich hingegen, dass Kimmich trotz Fußprellung auflaufen kann und Kaiser wieder ins Mannschftstraining eingestiegen ist. Ein Startelfeinsatz kommt für den letztjährigen Spieler der Saison nach der mehrwöchigen Pause aber noch zu früh. Da Kaiser-Ersatz Fandrich seine Sperre aus dem Spiel gegen Frankfurt absitzen muss, wird Zorniger sein Team wohl im 4-3-3, was auch gegen Stettin getestet wurde, aufs Feld schicken.
Bellot - Teigl, Sebastian, Compper, Jung - Khedira, Kimmich, Demme - Morys, Frahn, Poulsen
Für das Spiel gegen Braunschweig wünschen wir dem Team um Trainer Alexander Zoringer viel Erfolg und drei Punkte. Bisher wurden über 21.500 Karten für die Partie zwischen den Bullen und Löwen verkauft. Wer das Spiel nicht im Stadion verfolgen kann, dem stehen wie immer Fanticker und Radio zur Verfügung.
F-Lion