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Damari wird der Toptransfer des Winters

Damari wird der Toptransfer des Winters

Vier bis sieben Millionen soll Rangnick für Damari nach Wien überweisen. Wie ist der Stürmer einzuschätzen, der in des Capitanos große Fußstapfen treten soll?

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Mit Damari konnte Rangnick den zweiten Wintertransfer eintüten. Der Israeli kommt von der Austria aus Wien, für die er erst seit Sommer auf Torejagd ging und wird bis 2018 gebunden. Bis 2018 galt auch der Kontrakt des Nationalspielers in Wien und daher war er nur mit beträchtlichen finanziellen Mitteln aus selbigem zu lösen.

Dies war neben den wohl geteilten Ablöserechten und seiner Erkrankung auch ein Grund, für die sich seit Jahreswechsel hinziehenden Ablöseverhandlungen. Neben Forsberg war Damari der einzige Spieler, bei dem die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels stetig angestiegen ist. Im Gespräch sind nun bis zu sieben Millionen Euro (6+1 bei Aufstieg, der kicker rechnet mit 4, Bild mit 5 Millionen) und über eine Million Euro Gehalt (100.000 Euro Monatsgehalt stehen im Raum), was ihn gleichzeitig zum teuersten RBL Transfer wie auch zu einem der bestbezahlten Akteure im Bullendress machen würde (ganz abseits der Frage, ob es sich dabei um brutto oder netto Lohn handelt). Auch die Absage des Salzburger Leihspielers Reyna, der laut diversen Medienberichten nicht zur Austria übersiedeln wollte, soll die Ablöse in die Höhe getrieben haben. Die Wiener haben mit Damari so wohl binnen eines halben Jahres eine ordentliche Rendite (1,2 Mio haben sie im Sommer nach Tel Aviv überwiesen) gemacht und der Nationalspieler ist somit einer der teuersten Transfers der israelischen Fußballgeschichte.

Nachdem Djuricin aus Graz direkt nach Salzburg gewechselt ist, holt Rangnick nun also den zweiten der drei österreichischen Topstürmer, die aktuell nicht in Salzburg unter Vertrag stehen, einzig Beric war scheinbar eine Zeitungsente, nicht unbedingt kreativ, aber angesichts der Tatsache, dass Winterneuzugänge sofort funktionieren müssen (wie es Damari im Sommer in Wien bereits vorgemacht hatte). Damari war dabei der prominenteste, führt er doch mit dem Engländer Welbeck die Torjägerliste der EM Qualifikation an (fünf Tore). Insgesamt spielte der 25jährige Israeli 14 Mal für die Nationalmannschaft und erzielte neun Tore.

In Wien schlug er sofort ein, war bis zu seiner Erkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) absoluter Leistungsträger und Torgarant des Hauptstadtklubs und steuerte in 13 Einsätze acht Tore (zwei Elfmeter) und drei Vorlagen bei. Damari zeichnet sich durch eine gute Technik und gesunden Torinstinkt aus, auch wenn die Chancenverwertung in Wien ausbaufähig war. Dazu ist er seit Jahren in seinen Klubs ein stabiler Goalgetter, befand sich vor der Erkrankung aber auch in der Form seines Lebens. Der Israeli hat eher nicht die Statur für die in der Hinrunde gern benutzte Strategie "hoch und weit in die Spitze" und war bei seinen Toren neben seinen herausragenden Fähigkeiten im 1:1 eher auf flache Anspiele angewiesen, es sei denn die gegnerische Abwehr versagte in der Raumdeckung. Wobei die Raumdeutung und Ausnutzung eine seiner größten Stärken ist, hinzu kommen ein starker Antritt sowie Topspeed und die bereits genannte Ballbehandlung auf engstem Raum im 1:1.

Große Fähigkeiten in der Defensive sucht man bei ihm hingegen vergebens, auch in Wien war das Spiel wie in Tel Aviv auf ihn zugeschnitten und er von größerer Defensivarbeit "befreit", hier wird vermutlich Zornigers erster Ansatzpunkt sein. Dazu ist die Entwicklungsfähigkeit des im März 26 werdenden Stürmers aus Rishon LeZion natürlich begrenzt, dazu hat er bisher nur in Israel bzw. Österreich gespielt. Insofern gibt es natürlich ein gewisses Risiko bei diesem Transfer. Damari gilt als eher ruhiger und bescheidener Spieler, der sich sehr gut in neue Mannschaften integriert und vor seinem Wechsel nach Wien eine große Klubtreue zeigte.

Fazit: Mit Damari kommt ein neuer Typus Stürmer, ein Techniker, der auf engstem Raum seine Gegenspieler vor Probleme stellen kann, am ehesten noch mit Palacios zu vergleichen, wobei dem jungen Ex-Wolfsburger noch ein gutes Stück Physis und ein großer Batzen Erfahrung fehlt. Allerdings muss Zorniger im Gegenzug auf Kopfballstärke (wenngleich gutes Stellungsspiel) und Defensivkapazitäten verzichten, dazu ist Damari zu einem gewissen Teil auf flache Anspiele angewiesen. Pässe die sicher einigen unserer Spieler liegen, in der Hinrunde auch (aber nicht nur) kaderbedingt eher selten waren. Daneben lebt er von seiner Schnelligkeit und Abschlussstärke.

Trotzdem dürfen die Lorbeeren aus Wien und Israel nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Transfer ein ordentliches Risiko verbunden ist. Zum einen die gut sechs Wochen in denen Damari nun nicht trainieren konnte, dann die Frage, ob er seine Erkrankung wirklich ohne weitere Nachwirkungen überstanden hat, die Problematik des "innerbetrieblichen Klimas" durch die Ablösung des Kapitäns und nicht zuletzt die Tatsache, dass Damari bisher nur in Ligen mit recht überschaubarer Qualität gespielt hat und sich die Qualität der Gegenspieler nun deutlich erhöht gepaart mit dem Umständen der Ablöse, die ordentliche Erwartungshaltungen wecken werden. 

Zusammen mit Forsberg und Quaschner wurde somit in der ins Stocken geratenen Offensive ordentlich nachgelegt, die große Frage der nächsten zwei Wochen dürfte nun sein, ob Frahn sich dieser Konkurrenz stellt, oder sich noch im Winter einen neuen Verein sucht. Die große Frage danach, ob die Neuzugänge einschlagen und dieses Konzept aufgeht.

Rumpelstilzchen