Aufstieg um jeden Preis - Nach Selke steht mit Malcom der nächste Stürmer parat
Der gestrige Transfer von Davie Selke war ein Paukenschlag. Heute berichtet der italienische Sportjournalist Alfredo Pedulla vom Wechsel der brasilianischen Offensivkraft Malcolm (Jg. 1997) zu RB Leipzig. Die Ablöse soll demnach bei 9 Mio. Euro liegen und der Vertrag bereits unterschrieben sein. Die offizielle Bestätigung der Vereine steht indes noch aus.
In Summe wären das 17 Mio. Euro für zwei Spieler, wobei im Erfolgsfall (Aufstieg 2015/16) noch einmal ca. 2 Mio. Euro pro Spieler hinzukommen würden. 17 Mio. Euro für zwei Spieler, die im Sturm agieren, einem Mannschaftsteil der dank der Wintertransfers von Damari und Forsberg, sowie der Kaderzugehörigkeit von Poulsen und Boyd schon erstklassig besetzt war.
Dabei liegen die „Problemstellen“ des Kaders eigentlich auf anderen Positionen. Im Kaderplanungsthema werden vor allem die Verpflichtungen eines starken Außenverteidigers (vorzugsweise links), eines jungen Innenverteidigers, sowie mindestens eines kreativen Mittelfeldspielers (besser zwei) als Nachfolger für Joshua Kimmich als notwendig angesehen, um die Mannschaft auf ein höheres Niveau zu heben.
Die Bildzeitung bringt folgende Namen ins Spiel: Jean-Philippe Gbamin (Innenverteidigung, Jg. 1995, RC Lens, Marktwert: 2,75 Mio. Euro), Karol Linetty (Zentrales Mittelfeld, Jg. 1995, Lech Posen, 1,25 Mio. €), Erdinc Karakas (Innenverteidigung, Jg. 1998, VfL Bochum, ohne Marktwert).
Für alle drei Talente würde Ablöse fällig werden, die in Summe etwa 10 Mio. Euro betragen dürfte. Die war man laut dieser Quelle übrigens schon im Winter bereit allein für Gbamin auszugeben.
Auch ein Wechsel auf der Torhüterposition ist möglich. Ob der Abgang von Thomas Dähne mit einer neuen Nummer 1 oder einem talentierten Ersatzmann kompensiert wird, steht laut LVZ noch nicht fest.
Eine Gesamtsumme von 30 Mio. für Neuzugänge in der Sommertransferperiode ist sehr realistisch, auch wenn man daran denkt, dass man zum Führen von vielen jungen Talenten Häuptlinge braucht, und diese im RB Kader mit Coltorti, Sebastian, Boyd und ggf. Kaiser rar gesät sind – und auch an dieser Stelle nachgebessert werden könnte.
Ralf Rangnick steht genügend Kapital zur Verfügung, um diese Transfers zu stemmen. In seiner Zeit bei Hoffenheim holte er im Sommer 2007 Spieler für knapp 20 Mio. Euro in die zweite Bundesliga, von denen Carlos Eduardo, Demba Ba, Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic auch Jahre später tragende Säulen der Mannschaft waren und in Summe mit großem Transferüberschuss weiterverkauft wurden.
In dieser Transferwut steckt aber auch ein Risiko: Das Risiko des Scheiterns. Bei einem erneuten Nichtaufstieg wäre Rangnicks Image mehr als angekratzt. Frei von Kratzern ist es sowieso nicht mehr, da er - wie seine Vorgänger - dreimal an der Champions-League-Qualifikation scheiterte. Und auch das Einbauen von eigenen Jugendspielern in die erste Mannschaft wird voraussichtlich (wieder einmal) verschoben. Die Geduld diese Spieler zu entwickeln, ist nicht vorhanden. Zu wichtig ist der Aufstieg ins Oberhaus - und dafür scheint kein Preis zu hoch.
Roter Brauser
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion