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Red Bull ist besser als Booster die Zweite

Red Bull ist besser als Booster die Zweite

Endlich war es soweit: Der erste Auswärtsdreier des Jahres gelang den Rasenballern in Bochum. Mit einem 4-1-4-1 stellte Beierlorzer die Weichen auf Sieg. 2:1 lautete am Ende der verdiente Spielstand. Poulsen und Kaiser trafen für RB Leipzig.

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Tief im Westen machte RB Leipzig heute Bochum nass. Ein verdienter Sieg und der lang ersehnte Befreiungsschlag gegen die Auswärtsmisere. Beim 2:1 erzielten die Goalgetter der Teams die Tore, für RB Leipzig trafen Poulsen (nach Forsberg-Vorlage) und Kaiser (via selbst herausgeholtem Freistoß), für Bochum der führende der Torjägerliste: Simon Terodde.

Erste Halbzeit: Extrem druckvoller Beginn, der die Bochumer vor große Probleme stellte. Bis zur Führung war RB Leipzig klar tonangebend, danach kamen die Gastgeber besser ins Spiel.

Zweite Halbzeit: Viel Krampf bis zum Ausgleich von Bochum, dem eine extrem schwach gespielte Ecke RB Leipzigs vorausging. Danach die richtige Reaktion und wieder viel mehr Zugriff aufs Spiel. Kaisers selbst herausgeholter und in bester Drittligamanier vollendeter Freistoß sowie der Platzverweis von Losilla besiegelten den ersten Auswärtssieg 2015.

Wer führt gewinnt: In den letzten 9 Auswärtsspielen ist RB Leipzig nur einmal in Führung gegangen. In Fürth siegten die Rasenballer dann auch 1:0. Auch heute sollte die doppelte Führung (zuletzt ja – lange her – in Düsseldorf beim 2:2) reichen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen.

Combo des Spiels: Forsberg und Poulsen – wächst da was zusammen bei der jungen Skandinaviercombo? Wunderschön herausgeholter Treffer von Forsberg und eiskalter Abschluss von Poulsen. Beide hätten durchaus noch mehr Tore machen können, das muss dann wohl bis Kaiserslautern warten…

Freistoß des Spiels: Der Kaiser kommt langsam wieder ins Rollen – mit vier Rückrundentoren krönt er sich wieder zum Mittelfeldfürst. Seine Freistöße heute wieder mit der aus der 3. Liga bekannten Gefährlichkeit und letztlich belohnte er sich mit dem Siegtor zum 2:1.

Aufreger des Spiels: Losilla fliegt mit Gelb-Rot innerhalb von fünf Minuten vom Platz. Sein Einsatz gegen Forsberg wohl eines Freistoß würdig, Gelb muss man dafür wohl nicht zwingend geben, bei der zweiten Karte war es jedoch eine klare Angelegenheit für Weiner.

Überraschung des Spiels: Da gäbe es so einige… Erster Auswärtsdreier des Jahres, zum ersten Mal gelang es den Rasenballer in dieser Saison gegen ein Team beide Spiele zu gewinnen (ist auch nur noch gegen Fürth und St. Pauli möglich – zwei Niederlagen gab es bisher übrigens auch nicht)

Schiedsrichter: Weiner leitete seine RBL-Premiere über weite Strecken souverän, auch wenn Poulsen und einige Bochumer da wohl anderer Meinung sein dürften. Bochum stieg von Beginn an ordentlich ein, der Platzverweis trotzdem etwas überzogen. Insgesamt gab es zuletzt jedoch nicht viele Teams, die mehr Fouls aufzuweisen hatten als die Rasenballer.

Glücksbringer: Wenn Röttgerinho seinem alten Klub beim Spielen zuschaut, wird stets gewonnen. Auch beim ersten Auswärtsbesuch des Metzgers sollte dies so bleiben: ab jetzt also Dauerkarte für Röttger!

Auswärtsfans: Ungefähr 300 Leipzig-Supporter hatten sich an diesem schönen Frühlingstag tief in den Westen aufgemacht und sollten endlich mal belohnt werden. Zwischen den „Scheiß Red Bull“ Rufen waren sie teils auch gut zu hören.

Schreibwut: Wahnsinn, wie viele Stunden an Recherche (Internet ist ja unübersichtlich) und malerischem Aufwand (copy&paste geht ja auf Tapeten kaum) die Gäste in die Begrüßungsbanner gesteckt hatten. Bochum mit Herz, wir mit Kommerz, gegen den modernen Fußball, überflüssige Dauerwerbesendungen, Tradition seit 1848 usw. alle good time oldies und highlights der Szene.

Innovativ: Bochums Scheiß Red Bull-Gesänge, auf derartig innovative Gegenpropaganda waren die RBL-Fans nicht vorbereitet. Bisher ungehört und in der gelebten Intensität quasi einmalig. Da schlackerten einem die Red Bull-Flügel nur so um die Ohren.

Energiedrink: Red Bull schmeckt klar besser als Booster. Wie schon im Hinspiel waren die Dosen aus dem Alpenland pressingbeständiger als die Billigware aus dem Edeka von Nebenan. Endstand: 4:1 nach Dosen!

Kommerzoskar des Spiels: Doppelte Werbebanden weckten Erinnerungen an die Werbewand in Lotte. Nur gut, dass die Leipziger auf diese ungewohnte Sponsorenfixierung per Dauerwerbesendungsbanner vor dem Spiel hingewiesen wurden.

Beobachter: Pele Wollitz und Max Eberl. Ersterer hatte ja schon mit Aufstiegsprognosen auf sich aufmerksam gemacht und hofft wohl das Tuchelerbe antreten zu dürfen. Prognose von RB-Fans.de: 0,0% Chance. Eberl sicher auf der Suche nach preiswerten Zweitligaschnäppchen, die gibt’s ja bei uns nicht, also will er wohl in Bochum auf Raubzug gehen, aber bei Traditionsvereinen ist das ja ok.

Statistik: 21:7 Torschüsse für unsere Leipziger, was für eine Trendwende! Höchstwert der eigenen Torschüsse in den letzten 13 Spielen: 14. Gegnerischer Durchschnittswert der bisherigen Auswärtsauftritte unter Beierlorzer: 21! Nur einmal in dieser Saison haben die Rasenballer überhaupt mehr als 20 Torschüsse abgegeben: Beim Heimspiel-1:1 gegen Heidenheim waren es 23. Ist der Knoten also geplatzt?

Nachrichten von anderen Plätzen: Im Schacht gehen die Lichter aus. Die Heimniederlage gegen Sandhausen führt die Veilchen auf den letzten Platz! Dazu hatte kein Team das vor uns steht verloren, das verbotene Wort bleibt demnach weiter auf der Tabuliste.

Die U17 schoss sich mit einem 3:1 gegen Tennis Borussia Berlin indes erneut zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft - Glückwunsch! Auch die U23 siegte und hält mit Volldampf Kurs auf die Regionalliga.

Ausblick: Mit so einer engagierten Leistung ließe sich auch in der Pfalz und gegen Darmstadt bestehen. Bis dahin sollte man sich trotzdem keinerlei Erstligaträumen hingeben: Wichtig ist auf dem Platz, die heutige Umsetzung und auch die zweite Halbzeit gegen Nürnberg machen Hoffnung, dass dies endlich auch bei allen angekommen ist.

Statistik:
VfL Bochum:
Luthe – Celozzi, Fabian (C), Bastians, Abdat  – Losilla, Latza – Sestak (61. Gregoritsch), Eisfeld (81. Bulut), Terrazzino – Terodde
RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Sebastian, Rodnei, Jung – Kimmich – Teigl (68. Demme), Kaiser (C), Forsberg (88. Frahn), Reyna (85. Compper) – Poulsen
Tore: 0:1 Poulsen (13.), 1:1 Terodde (62.), 1:2 Kaiser (68.)
Gelbe Karten: Fabian, Latza / Kaiser (4), Teigl (6)
Gelbe-Rote Karte: Losilla (76., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Michael Weiner (Ottenstein)
Zuschauer: 18.529 (ca. 300 Leipziger)

Rumpelstilzchen