Sabitzer und Bruno kommen nach Leipzig zurück
Auf unserer Facebook-Seite stellte kürzlich ein User die Frage, wieso jede Leihrückkehr wie ein Pokalsieg gefeiert werden würde. Im Grunde genommen hätten die beiden Spieler nur ihren Vertrag erfüllt – sowohl Sabitzer als auch Bruno waren vergangene Saison nach Leipzig gewechselt und wurden für eine Saison nach Salzburg ausgeliehen. Nach Ablauf der Leihe kehren beide nun vertragsgemäß zurück. Also nichts besonderes?
Marcel Sabitzer und Massimo Bruno wurden von Ralf Rangnick mit der Perspektive gelockt, demnächst in der 1. Bundesliga zu spielen. Da RB Leipzig aber letzte Saison noch 2. Bundesliga spielte, wurden die Spieler in Salzburg „zwischengeparkt“, um sich an den Spielstil zu gewöhnen und auf europäischer Ebene Erfahrung zu sammeln. Dass Salzburg nur eine Übergangsstation ist, bestätigte Bruno bereits kurz nach Saisonbeginn in Österreich:
„Ich habe von Anfang an kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich irgendwann in der deutschen Bundesliga spielen will, die für mich die beste Liga der Welt ist. Das ist ein wichtiges Projekt für mich. Aber es war auch von Anfang an klar, dass der FC Red Bull Salzburg Teil dieses Projekts ist.“
Der 21-jährige ist mehrfacher belgischer Junioren-Nationalspieler und kostete stolze 5 Millionen Euro (zzgl. Erfolgsabhängige Bonuszahlungen), die Rangnick an den belgischen Spitzenclub RSC Anderlecht überwies. Der italienisch-stämmige Bruno wurde bereits 2014 von mehreren Top-Klubs umworben, entschied sich aber aufgrund der scheinbar besseren Perspektive für einen Wechsel zu Red Bull. Ähnliches gilt auch für Marcel Sabitzer, ebenfalls 21 Jahre und Juniorennationalspieler. 2 Millionen Euro zahlte RB 2014 dank einer Ausstiegsklausel an Rapid Wien, um ihn sofort nach Salzburg weiterzuverleihen. Die Art und Weise des Wechsels wurde damals überwiegend kritisch aufgenommen, wobei sich Rangnick legal innerhalb der Regularien bewegte.
Umso erstaunlicher ist es aber nun, dass Rangnick sie zu einer Rückkehr nach Leipzig überzeugen konnte. Bruno wurde laut Medienberichten intensiv vom spanischen Erstligisten FC Villarreal (spielen 2015/2016 Europa-League) umworben, Sabitzer zählte zu den torgefährlichsten Angreifern in Österreich und hatte das Interesse mehrerer europäischer Spitzenclubs geweckt. Letzterer gehört zudem regelmäßig zum A-Kader der österreichischen Nationalmannschaft um Trainer Marcel Koller.
Demzufolge ist es keine Selbstverständlichkeit, dass sich Sabitzer und Bruno die deutsche 2. Bundesliga antun. Schmerzensgeld hin oder her. Kampl, Mané oder Ramalho waren ursprünglich auch für Leipzig vorgesehen, entschieden sich aber für Dortmund, Southampton und Bayer Leverkusen. Keine Lust auf die 2. Liga.
Wenig Lust auf Sandhausen, Frankfurt oder Paderborn hatte anfangs auch Sabitzer, als er Ende Mai in die Mikrophone von Sky sagte: „Ich werde dorthin gehen, wo ich mich am besten weiterentwickeln kann. Wenn ich ehrlich bin, ist Leipzig für die Weiterentwicklung nicht in meinem Kopf drinnen.“ Für den Österreicher steht noch mehr auf dem Spiel als für Bruno. Das belgische Talent schaffte den erhofften Durchbruch in Salzburg nicht, kam bei 39 Einsätzen auf acht Tore und acht Torvorlagen (über die Gründe gibt es eine Analyse). Für ihn ist Leipzig quasi ein Neuanfang. Sabitzer hingegen ist A-Nationalspieler, könnte mit Blick auf die kommende EM 2016 seinen Platz im Kader verlieren. Mit 27 Toren und 21 Vorlagen bildete er zusammen mit Soriano das torgefährlichste Angriffsduo in Österreich. Der nächstlogische Karriereschritt wäre mit Sicherheit ein Wechsel zu einem Champions-League-Team.
Vorstellbar wäre, dass Marcel Koller seinen Segen für den Wechsel gab und ihn weiterhin für die Nationalmannschaft berücksichtigen wird. Weiterhin darf man nicht außer Acht lassen, dass die österreichische Liga qualitativ nicht den allerhöchsten Stellenwert hat. Gerne wird an dieser Stelle betont, dass Sabitzers 27 Tore in der 2. Bundesliga vielleicht nur die Hälfte wert sind.
Letztendlich können wir uns auf zwei junge Topspieler
freuen, die fußballerisch in der Lage sind, unsere Mannschaft deutlich zu
verstärken. Bruno auf der "Zehn" hinter den Spitzen, Sabitzer auf den Außen
oder im Sturm. Jetzt liegt es an Rangnick, die beiden Spieler zu integrieren
und vor allem Sabitzer auf die Realität 2. Bundesliga vorzubereiten. Einfach
wird dies nicht. Aber die Beiden von einem Wechsel nach Leipzig zu überzeugen, war es definitiv
auch nicht.
Rojiblanco
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion