Mühsamer 1:0 Sieg gegen dezimierte Russen
Siegesserie hält – Skopintsev mit Debüt
So ein Freundschaftsspiel ist eine schöne Sache: Man trifft sich auf sattem Grün, kickt 90 Minuten lang in entspannter Atmosphäre und hat am Ende hoffentlich die eine oder andere sportliche Erkenntnis gewonnen. Schön wär es gewesen... was bleibt ist zumindest die Erkenntnis, dass auch im sechsten Testspiel, dem letzten im Trainingslager von Leogang, das Team unter Trainer Rangnick einen Sieg verbuchen konnte. Zu "Gast" waren erneut die Sportfreunde aus dem russischen Kazan. Bereits im Vorjahr konnte man das Team, welches bereits nächste Woche in die nationale Meisterschaft startet, in Leipzig als Testspielgegner begrüßen und 2:1 schlagen. Darüber hinaus stand auch ein ganz besonderer Russe im Fokus: Neuzugang Skopintsev, der 18-jährige Linksverteidiger aus St. Petersburg, durfte seine Spielpremiere auf Seiten der Leipziger feiern und erstmals in der zweiten Halbzeit die linke Außenbahn beackern. Auch Yussi Poulsen (nach U21EM-Abstellung) und Davie Selke (nach auskurierter Innenbanddehnung) durften ihre Comebacks in rot-weiß feiern, während Orban (Rückenprobleme) und Teigl angeschlagen aussetzen mussten.
Erste Halbzeit – vermeintliche A-Elf trifft auf internationale Härte, aber nicht ins Tor
Zum Abschluss des Trainingslager bot Coach Rangnick in der ersten Halbzeit eine Mannschaft auf, die in vielen Positionen durchaus wie eine "A-Elf" anmutete. Abgesehen vom verletzten Orban, fand sich so ziemlich jeder große Rangnick-Transfer dieses Sommers in den ersten 45 Minuten auf dem Platz wieder: Nukan besetzte die ihm angedachte Position auf der linken Innenverteidigerposition, Ilsanker hielt auf der zentralen 6 das Mittelfeld dicht, während die Angreifer Sabitzer, Bruno und Selke das Offensivspiel der Leipziger beleben sollten. Daneben fand sich das Grundgerüst der bereits abgelaufenen Saison 2014/1015 wieder: Spielführer Kaiser, Torwartriese Coltorti, Dauerbrenner Sebastian, Motor Demme sowie Jung, den Kanzlerin Merkel unlängst das Prädikat "alternativlos" aberkennen musste. Einzige Überraschung: Stefan Hierländer. Der Österreicher profitiert von der anhaltend guten Trainings- und Testspielleistung der letzten Wochen sowie der Abwesenheit von gleich zwei Stamm-Rechtsverteidigern und beackerte fortan die recht ungewohnte Außenbahn an Sebastians Seite.
Die erste Hälfte des Testspiels wurde aber weniger durch Tore, vielmehr durch das grobe Spiel der Gäste bestimmt. Bereits in der 16. Minute wusste sich der russische Rechtsverteidiger nicht mehr anders zu behelfen, als mit beiden Beinen gestreckt in Stefan Ilsanker zu springen. Glatt Rot war die Folge eines unsportlichen – und im Rahmen eines Testspieles auch zweifellos unnötigen – Ereignisses. Die hier schon dezimierten Russen beschränkten sich fortan auf ein tiefes, aber weiterhin körperbetontes Verteidigen, denen die Leipziger in der Spätphase des Trainingslagers nicht viel entgegensetzen konnten bzw. wollten. Zweifelhafte Ausbeute der ersten Halbzeit: Unzählige Ecken, einige Fernschüsse, viel gestörter Spielfluss. Schlussendlich begaben sich die Mannschaften torlos in die Pause.
Zweite Halbzeit – Ein Russe kommt, ein weiterer geht
Wie bereits üblich, wechselte der Trainer auch in der zweiten Halbzeit dieses Testspieles die komplette Mannschaft aus und bot noch einmal vielen Jungbullen und einigen Anwärtern auf die Stammelf Platz zur Präsentation. Während ein russischer Linksverteidiger auf Seiten der Leipziger sein Debüt feiern durfte, zog sich ein weiterer russischer Gast einen Platzverweis zu. Innenverteidiger Kverkvelia bekam den zurückgekehrten Poulsen nicht unter Kontrolle, musste ihn regelwidrig mit einer Notbremse stoppen und sah folgerichtig den Roten Karton. Die Leipziger erhöhten die Schlagzahl gegen jetzt nur noch neun Gegenspieler merklich und erarbeiteten sich zunehmend Chancen. Schließlich war es Emil Forsberg, der nach abermaliger Vorarbeit von Poulsen den hart erkämpften Treffer erzielen konnte. Eine weitere Großchance blieb durch den Nachwuchsspieler Vincent Rabiega, der den angeschlagenen Quaschner ersetzte, ungenutzt, sodass es letztlich beim verdienten 1:0 blieb.
Fazit
Ein weiterer Hochkaräter als Test zeigt wieder einmal, dass tiefstehende Gegner die Leipziger vor viele Probleme stellen können. Die vielbeinige Abwehr und zum Teil harte Gangart des Gegners wussten effektiv den Spielfluß der vermeintlichen A-Elf zu unterbinden. Erst mit der Pause und dem erneuten Platzverweis konnte man sich vermehrt Torchancen erarbeiten. Grundsätzlich ist aber anzumerken, dass mit Rubin Kazan ein starker Vertreter der ersten russischen Liga zu Gast war, der bereits in seiner Vorbereitung sehr weit fortgeschritten ist, wie Southampton und Liberec in der EL Qualifikation antreten wird und insgesamt keine Laufkundschaft darstellt. Gewinner dieses Testspiels sind sicher Emil Forsberg und Yussuf Poulsen. Ersterer steuerte mit seinen zweiten Testspieltreffer das Siegtor bei und sammelt weiter Selbstvertrauen und Argumente gegen starke interne Konkurrenz, letzterer wirkt nach seinem Kurzurlaub wieder sehr frisch und meldete seinen Anspruch auf einen Stammplatz erneut an.
RB Leipzig (1.Halbzeit): Coltorti – Hierländer, Sebastian, Nukan, Jung – Kaiser, Demme, Ilsanker, Bruno – Sabitzer, Selke
RB Leipzig (2.Halbzeit): Gulácsi – Gipson, Sorge, Reddemann, Skopintcev – Forsberg, Strauß, Khedira, Kalmár – Poulsen, Quaschner (69. Rabiega)
Rubin Kazan: Ryzhikov – Kuzmin, Kverkvelia, Cotugno (54. Sharipov), Kambolov, Batov – Kisliak, Karadeniz (54. Portnyagin), Ozdoev – Kanunnikov, Dyadyun
Tore: 1:0 Forsberg (61.)
Rote Karte: Kuzmin (16. grobes Foulspiel), Kverkvelia (52., Notbremse)
Zuschauer: ca. 200
Schiedsrichter: Bernd Hirschbichler (Saalfelden)
Thixo
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion