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RB Leipzig reist in die "Alte Försterei"

RB Leipzig reist in die "Alte Försterei"

Vor dem Auswärtsspiel in Berlin ist die Ausgangslage klar: Verlieren verboten. Sowohl Union Berlin als auch die Roten Bullen dürfen nach dem durchwachsenen Saisonstart keine weitere Niederlage kassieren. Die Partie verspricht aber ein tempo- und chancenreiches Duell zu werden.

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Bilanz ausbaufähig
In der vergangenen Saison kassierten wir ausgerechnet in Berlin unsere erste Saisonniederlage (1:2; 2x Polter, 1x Poulsen) und verhalfen damit den Gastgebern zum ersten Saisonsieg nach sechs Spieltagen. Das turbulente Rückspiel, bei dem alle Tore innerhalb der ersten 30 Minuten fielen, konnten wir mit 3:2 (Kaiser, Kimmich, Teigl; Polter und Skrzybski) für uns entscheiden. Gegen die zweite Mannschaft von Union Berlin spielten wir in der Regionalliga zu Hause 1:1 und gewannen das Rückspiel auf einen Sportplatz auf Kunstrasen knapp mit 2:1.

Ausgangslage - Wer stürzt in die Krise?
Die Mannschaft von Norbert Düwel ist durchwachsen in die neue Spielzeit gestartet. Drei Punkte aus vier Spielen und das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal haben in der Hauptstadt für lange Gesichter gesorgt, zumal als Saisonziel die Plätze eins bis sechs ausgegeben wurden. Eine weitere Niederlage könnte bei den Eisernen eine Trainerdiskussion lostreten. Bei einem Punkt(e)gewinn wäre diese Diskussion natürlich hinfällig und der Saisonstart wohl doch nicht so übel wie angenommen.
Auf Leipziger Seite herrscht nach der unerwarteten Heimpleite gegen St. Pauli mehr Druck auf dem Kessel als gewünscht. Sieben Punkte aus vier Spielen sind noch in Ordnung, aber zwei Niederlagen in Folge würden für große Unruhe in der Messestadt sorgen. Der Anschluss an die Spitzengruppe der Liga sollte möglichst gehalten werden, sonst rennt man wie zu Regionalliga-Zeiten wieder monatelang den Top-Teams hinterher.

Union Berlin sucht nach der eigenen Form
Die "Eisernen" können bis auf den rotgesperrten Kessel, der wahrscheinlich von Leistner ersetzt wird, auf alle Spieler zurückgreifen. Unser Trainer Ralf Rangnick analysierte den Gegner bereits auf der Pressekonferenz: "Auffällig am Berliner Spiel ist das frühzeitige Stören. Die gesamte Mannschaft steht sehr hoch und agiert aktiv. Mit dieser Taktik werden sie sicherlich auch gegen uns auftreten. Wichtig ist, dass wir nicht zu viel Druck zulassen und den Gegner von unserem Sechzehner fernhalten."
Mit dem schnellen Wood (kam in der Sommerpause aus Aue) im Angriff und dem technisch versierten Mittelfeld um Thiel, Brandy und Skrzybski besitzen die Berliner eine spielerisch starke Offensive, wobei ihnen bislang noch die Toreffizienz eines Sebastian Polsters fehlt. In der Defensive experimentierte Coach Düwel lange Zeit zwischen Dreier- und Viererkette, hat sich aufgrund besserer Stabilität nun aber für Letzteres entschieden. Er selbst erwartet ein chancenreiches Spiel am Sonntag: „Ich denke, dass viele Dinge gut zusammenpassen. Ich erwarte, dass es ein richtiger Schlagabtausch wird. In solchen Spielen haben wir immer gut ausgesehen.“

Kaiser und Sebastian fallen aus, Poulsen in der Startelf?
Neben den Langzeitverletzten Boyd, Compper, Gipson und Nukan stehen auch Tim Sebastian (Zerrung Oberschenkel) und Dominik Kaiser (Magen-Darm-Virus) am Freitagabend nicht zur Verfügung. In der Innenverteidigung wären Klostermann oder Ilsanker denkbare Alternativen. Im defensiven Mittelfeld drängen Demme und Khedira in die Startelelf - vielleicht dürfen sogar beide von Beginn an starten, sollte Ilsanker als Innenverteidiger gebraucht werden. Problem: Im defensiven Mittelfeld würden zwei Spieler agieren, denen es an Spielpraxis mangelt. Für den zuletzt formschwachen Sabitzer könnte Poulsen auflaufen. Stefan Hierländer ist zumindest eine Option für den Kader, da er am Mittwoch nach seiner Verletzung wieder ins Mannschaftstraining einstieg.

Union-Fans rufen erneut "Kulturkampf" aus
Wenig überraschend, dass die Fans von Union Berlin erneut ein Zeichen gegen RB setzen. Wie in der abgelaufenen Spielzeit wollen sie die ersten 15 Minuten im Stadion schweigen und forderten alle Anhänger dazu auf, in roten Vereinssachen ins Stadion zu kommen, um den Protest ein Gesicht zu geben.Unions-Präsident Dirk Zingler unterstützt den Protest seiner Anhänger: "Dass Vereine unterschiedliche Mittel zur Verfügung haben, ist normal. Das ist in der Ersten Liga nicht anders. Mir geht es darum, auf was wir Fußball demnächst reduzieren. Geht es nur noch um den Kapitalwettstreit? Wenn ja, wäre das erbärmlich. Und dagegen protestieren die Fans in Deutschland. Die Leute haben Angst, dass der Fußball, den sie ob seiner Kultur so lieben, irgendwann nur noch von Geld geprägt wird".
In Leipzig reagiert man derweil gelassen auf die Aktion. Ralf Rangnick erklärte am Dienstag: "Das interessiert uns alles nicht. Wir konzentrieren uns allein auf unser Spiel und wie wir es gewinnen können."

1500 Leipziger reisen nach Berlin
Etwa 1300 Leipziger haben den Vorverkauf in der Messestadt genutzt, um sich für das Auswärtsspiel in Berlin Karten zu sichern. Da auch noch Tickets an den Tageskassen erworben werden können, werden am Ende wohl 1500 RB-Fans die Mannschaft unterstützen. Der Gästeblock fasst etwa 2000 Zuschauer. Weitere Informationen zur Anreise und Tickets findet ihr unter diesem Link.

Für alle Daheimgebliebenen ist unser Fanticker wieder LIVE vor Ort und berichtet in gewohnter Manier über alle Ereignisse auf und neben dem Feld. Alternativ bietet sich auch der Bullenfunk oder SKY an.

Rojiblanco