Ein Satz mit X: Gegen Okotie machst du nix!
Kalte Duschen auf beiden Seiten
Dabei begann das Spiel doch so, wie es sich die Gästefans eigentlich nur hätten wünschen können: Die Leipziger bauten früh Druck auf die Abwehrreihe der '60er auf und erzielten bereits in der sechsten Minute das bis dahin vollkommen verdiente Führungstor. Eine richtig kalte Dusche für die Münchner, die nun bereits früh einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Wer aber glaubte, dass die Gastgeber sich dadurch beirren ließen, der sollte sich noch kräftig wundern. Nur zwei Minuten später, praktisch im direkten Gegenzug, nutzten die Löwen einen kapitalen Fehler der Leipziger Innenverteidigung aus und stellte mit dem 1:1 das Spiel wieder auf den Kopf. Fortan war es der Favorit in Rot, der plötzlich wie ausgewechselt wirkte und die gesamte erste Halbzeit nicht mehr so Recht in den Rhythmus der ersten Minuten zu finden schien. Die Münchner dagegen nutzten das so gewonnene Selbstvertrauen aus und setzten vor allem über schnelle Konter und robuste Zweikämpfe ihre Akzente, ohne dabei spielerisch insgesamt zu überzeugen.
Kapitänslos in die zweite Hälfte - Katastrophenpass verbaut Sieg
Eins war sicher, so wie in Hälfte 1 konnte es nicht weiter gehen. Eine Veränderung musste her in Form von Offensivmann Bruno, der für Kapitän Kaiser ab der zweiten Hälfte sein Fortune austesten konnte. Leider recht erfolglos, bekamen die Leipziger doch weiterhin keinen rechten Fuß auf den Platz. Erst die Einwechslung von Halstenberg, der wenig später indirekt für Selke auflegte, brachte vorerst wieder die Führung. Lange sollte jedoch das Glück nicht währen, reichlich zehn Minuten später schaut die Verteidigung von Leipzig zu, wie Okotie seine lange Torflaute beendete. 2:2, ausgerechnet wieder Okotie, der schon in der letzten Saison mit seinem Treffer kurz vor Abpfiff für unnötige Punktverluste im Hause RB Leipzig sorgte. Bezeichnend also, dass auch diesmal der Österreicher den Schlusspunkt unter eine mäßige Partie setzte, die für die Leipziger das Ende einer insgesamt unglücklichen englischen Woche markierte.
Marcel Halstenberg
Wenigstens eine Person hatte heut (fast) uneingeschränkt etwas zu feiern. Marcel Halstenberg feierte heute seinen 24. Geburtstag und konnte mit der Vor-Vorlage zum zwischenzeitlichen 2:1 Führungstreffer der Leipziger wiedermal seine offensive Qualität unter Beweis stellen. Zeichnete sich das Spiel vorher vor allem durch eine hohe Rechtslastigkeit aus, schaffte es der junge Linksverteidiger aus der Dortmunder Schule wiedereinmal eine gesunde Symmetrie in das Leipziger Offensivspiel zu bringen. Schon sehr beachtlich, wie schnell und einfach der (nun nicht mehr ganz so junge) Spieler seine gute Form aus St. Pauli mit nach Leipzig übernehmen konnte und auch hier sofort eine tragende Rolle des Teams bildet. Es bleibt zu hoffen, dass er verletzungsfrei bleibt und weiterhin mit scharfen Freistößen oder Flanken den Unterschied macht.
Fazit: Wieder einmal Okotie, wieder einmal nur ein Remis. Die Leipziger verlieren im Süden Deutschlands weitere zwei wichtige Anschlusspunkte an die Tabellenspitze und müssen jetzt bereits satte vier zum Drittplatzierten aufholen, während andere Aufstiegsfavoriten wie Freiburg mit 20 Punkten in der Liga vorneweg marschieren. Ein besonders bitterer Punktverlust, agierten die '60er doch größtenteils wenig zweitklassig, machten jedoch aus wenig verhältnismäßig sehr viel. Insgesamt ein gefühlter Punktgewinn gegen "die Großen", der aber mit wenig fußballerische Klasse erkämpft wurde und unter Umständen Trainer Fröhling keine Luft in Sachen Traineranstellung gibt. Auf Seiten der Leipziger verfällt man aber nach steigender Formkurve wieder in alte Probleme zurück: Nach wie vor scheinen viele Spieler ihrer individuellen Form hinterherzulaufen und speziell in der Offensive scheint man kein nachhaltiges Rezept gefunden zu haben, um gegen defensiv agierende Gegner zu nachhaltigen Chancen zu kommen. Verschärft wurde dieses Problem heute durch die physisch anspruchsvolle englische Woche, wirkten Spieler wie Selke und Sabitzer gegen die vielbeinige Abwehr der '60er doch oftmals zu müde. Durchaus verwunderlich also, dass Offensivalternativen wie Quaschner und Kalmár wenig bzw. gar keine Einsatzzeit bekamen. Dass auch nach dem zweiten Führungstreffer nicht weiter in die defensive Stabilität der Leipziger investiert wurde, z. B. durch eine Einwechslung eines Rani Khedira oder eines Diego Demme, ist eine weitere bemerkenswerte Entscheidung des Trainers. Insgesamt wird es interessant zu sehen sein, welche Konsequenzen der Coach und das Team aus der mäßig erfolgreichen Woche zieht. Drei Punkte aus den letzten drei Spieltagen ist für das gesteckte Saisonziel doch deutlich zu wenig. Und die schlechteste Zweikampfwertung gegen ein Team zu präsentieren, das vorher auch nur durch eben jene geglänzt hat, mag dem einen oder anderen Beobachter ebenso zu denken geben.
Statistik zum Spiel:
TSV 1860 München: Eicher – Kagelmacher, Schindler (C), Rodnei, Wittek – Degenek, Adlung – Vollmann (75. Mvibudulu), Liendl, Wolf (87. Mugosa) – Okotie
RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Klostermann, Orban, Jung (66. Halstenberg) – Ilsanker, Kaiser (C) (46. Bruno) – Poulsen (82. Quaschner), Sabitzer, Forsberg – Selke
Tore: 0:1 Forsberg (6.), 1:1 Wolf (8.), 1:2 Selke (67.), 2:2 Okotie (78.)
Zuschauer: 21.600
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Gelbe Karten: Wittek (2) / -
Torschüsse: 12 / 14
Zweikämpfe: 55,8% / 44,2%
Ballbesitz: 45,8% / 54,2%
Passquote: 53,9% / 76%
Laufstrecke: 112,2 km / 115,8 km
Sprints: 195 / 199
Fouls: 15 / 19
Ecken: 3 / 3
Thixo
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion