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Last-Minute-Sieg in Fürth beschert den Leipzigern ein Frohes Fest

Last-Minute-Sieg in Fürth beschert den Leipzigern ein Frohes Fest

Einem durchschnittlichen Spiel folgte eine nervenaufreibende Nachspielzeit, in der sich Leipzig am Ende doch noch mit 2:1 durchsetzen kann. Mit dem fünften Sieg im Folge (Saisonrekord!) und 41 Punkten gehen die Jungs von der Pleiße als verdienter Spitzenreiter in die Winterpause.

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Die Tage werden kürzer und das ist für die Leipziger Roten Bullen "traditionell" die Zeit, um dem Fürther Altstadtweihnachtsmarkt einen Besuch abzustatten. Aber vorher müssen ja noch, wie ein Jahr zuvor, die drei Punkte im Stadion am Laubenweg errungen werden...

Leipziger Dominanz ohne Abschlussglück

Es war wenig verwunderlich, dass Coach Rangnick im Vergleich zum 3:1 Heimerfolg gegen den FSV Frankfurt kaum etwas an seiner Startelf änderte. Lediglich Davie Selke, der zuletzt etwas überspielt wirkte, musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. Für ihn durfte dagegen Dauerläufer Demme – wie auch im Jahr zuvor – auf der Sechser Position das Mittelfeld beackern. Eine rückblickend sehr treffende Entscheidung, war die Anfangsphase des "Kampfspiels" doch durch viele Duelle in gerade jenem Teil des Spielfeldes bestimmt. Kam es dennoch einmal zu Torraumszenen und -abschlüssen, so waren es fast ausschließlich die Leipziger, die sich vorher entscheidend im Mittelfeldzweikampf durchsetzen konnten und mit überfallartigen Angriffen vor das Fürther Tor gelangten. 

Im Verlauf der ersten Halbzeit konnten dann die Bullen – vor allem durch "Schweden-Messi" Forsberg und "Weihnachtsengel" Kaiser – das Heft des Handelns immer mehr an sich reißen. Lediglich das nötige Fortune fehlte wieder einmal zum längst verdienten Führungstreffer, so dass es zum dritten Mal in Folge torlos in die Pause ging. Dass dies mit "nur" zwei Gelben Karten geschah, war der lockeren Hand von Referee Dingert zu verdanken. Die eine oder andere Aktion, gerade auf Seiten der Heimmannschaft, wäre durchaus schon in den ersten 45 Minuten sanktionierbar gewesen. Weiterhin erwähnenswert: Die Fürther hatten bis zur 45. Minute nur einen einzigen Torschuss zu verzeichnen und zeigten damit erneut ihre Offensivschwäche aus den vergangen Wochen, wobei Coltorti auch einige gute Stichpässe auf Berisha abfangen konnte.

Poulsen sorgt für verdiente Führung

Die zweite Halbzeit begann direkt mit einem Poulsen-(Doppel)Schlag. Zuerst scheiterte der junge Däne noch gemeinsam mit Forsberg und Sabitzer an MIelitz. Aber bereits im nächsten Angriff gelang ihm der verdiente Führungstreffer. Mit einer Coolness, die man bei ihm die gesamte Hinrunde bisher schmerzlich vermisst hatte, zog er nach feinem Forsberg-Zuspiel im direkten Duell am Keeper vorbei und musste nur noch ins leere Tor einschieben. Dieser Treffer sollte auch die stärkste Phase der Leipziger einläuten, in der sie nochmals mehrere gute Chancen zum 2:0 zum Teil unglücklich vergaben und damit die Fürther unnötig im Spiel hielten.

Dramatische Schlussphase mit glücklichem Ausgang für Leipzig

Diese witterten Ihre Chancen zum Ende der regulären 90 Minuten noch einmal und setzten sich mit einer Schlußoffensive erstmals in der Hälfte der Leipziger fest. Und natürlich passierte das, was nicht passieren durfte: Benedikt Röcker, Ex-Zorniger-Schützling aus Großaspachzeiten, kam nach einer Ecke den herausstürmenden Coltorti zuvor und lenkte den Ball entscheidend ins Leipziger Gehäuse. Nukan war zuvor an gleicher Stelle nach einem Luftkampf liegengeblieben. Der Jubel auf Seiten der Fürther Fans war entsprechend groß: dem Favoriten aus Leipzig, dem man zuvor nur Schmähgesänge gewitmet hatte, doch noch Punkte abgetrotzt! Doch im Stile der Star-Wars-Woche musste man attestieren: Hass und verfrühter Freudentaumel sind die Wege zur dunklen Seite der Macht. Und die Macht schlug zurück. Nämlich in Form von Stefan Ilsanker, der noch in der dritten Minute der Nachspielzeit das erneute Führungstor der Leipziger und damit den endgültigen Siegtreffer erzielte. Mit freundlicher Unterstützung durch Willi Orban, der nach einem Kaiserfreistoß den Ball noch entscheidend vor das Tor lenkte, wo der "Krieger" mit der Fußspitze den Ball nur zur erneuten Führung streicheln musste. Sicherlich ein Treffer an den Ilsanker, der sonst weniger durch seine Torgefahr brilliert, noch lange denken wird und der die Mannschaft versöhnlich in die Winterpause entlässt.

Fazit:
Wieder ein verdienter Sieg, der aber unterm Strich unnötig spektakulär ausfällt. So sehr solche hitzigen Schlussphasen das Fanherz ab und an höher schlagen lassen, eine wöchentliche Wiederholung ist aus Rücksicht auf Herzbeschwerden zukünftig zu vermeiden. Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte der Schwung des Führungstreffers genutzt werden müssen, um das Spiel schon vorzeitig zu entscheiden. So lässt man den Franken bis zum Ende des Spiels die Hoffnung auf den Punktgewinn und ermutigt sie so buchstäblich zur letzten Schlußoffensive. Schlussendlich ein Fehler, der am Ende sich doch nicht rächte.

Abschließend ein großes Lob noch an die wieder zu Hunderten mitgereisten Leipziger, die mit schöner Auswärtsfahnenchoreo und vielen lautstarken Gesängen das gesamte Spiel über eine gute Stimmung im Stadion verbreiteten. Ihr habt dafür gesorgt, dass kurz vor Weihnachten noch einmal Heimspielatmosphäre auf auswärtigen Rasen aufgekommen ist. Die Mannschaft hat es euch – wenn auch am Ende etwas holprig – mit drei Punkten gedankt!

Wer der Mannschaft noch einmal für die tolle Hinrunde danken möchte, dem sei das Training am morgigen Sonntag um 10 Uhr ans Herz gelegt. Darüber hinaus gibt es natürlich wieder die Möglichkeit, im Fanticker das Spiel bzw. die Trainerstimmen nachzulesen.

Statistik:

SpVgg Greuther Fürth: Mielitz – Caligiuri, Franke, Röcker, Gießelmann – Gjasula, Sukalo – Stiepermann, Zulj (76. Weilandt), Schröck (64.Tripic) – Berisha

RB Leipzig: Coltorti – Teigl (86. Khedira), Orban, Nukan, Halstenberg – Ilsanker, Demme – Kaiser (C), Sabitzer, Forsberg (82. Jung) – Poulsen (83. Selke)

Tore: 0:1 Poulsen (46.), 1:1 Röcker (90.+1.), 1:2 Ilsanker (90.+3.)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Schüsse: 8 / 17

Ballbesitz: 49,4% / 50,6%

Zweikämpfe:  46,9% / 53,1%

Angekommene Pässe: 66,2% (249) / 66,1% (250)

Fehlpässe: 33,8% (127) / 33,9% (128)

Laufweite: 116,6 km / 120,3 km

Sprints: 224 / 208

Ecken: 6 / 7

Fouls: 15 / 16

Gelbe Karten: Demme (4), Poulsen (3), Ilsanker (4) / Berisha (4), Schröck (6), Zulj (4)

Zuschauer: 10.070 (ca. 1800 Leipziger)

Thixo