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Olympische Spiele in Brasilien – Fluch oder Segen?
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Olympische Spiele in Brasilien – Fluch oder Segen?

Olympische Spiele in Brasilien – Fluch oder Segen?

Vom 3. bis 20. August finden in Brasilien die Olympischen Spiele statt. Drei unserer Roten Bullen wurden dafür von ihren Nationalteams nominiert, ob sie aber auch die Freigabe erhalten, ist noch unklar.

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Nachdem es auf dem Transfermarkt vorerst ruhiger geworden ist und die Testspielzeit begonnen hat, freut man sich in Leipzig auf die neue Saison in der 1. Bundesliga. Doch noch sind nicht alle Fragen geklärt. Davie Selke und Lukas Klostermann wurden kürzlich von Horst Hrubesch in den Olympia-Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen. Nun folgte auch die Nominierung von Yussuf Poulsen, der in Rio für Dänemark kicken soll. Ob unser Trio aber auch wirklich mit nach Brasilien reist, ist derzeit noch unklar. Die Entscheidung kann sich dabei noch bis zum 30. Juli hinziehen. Wir haben für euch einen Blick auf das Für und Wider einer Abstellung geworfen.

Unnötiger Ballast für Vereine?

Die Diskussion, welche mit dem Turnier in Rio aufkommt, ist nicht neu. Egal ob Länderspiele innerhalb der Saison oder Confed-Cup, immer wieder stellte sich die Frage, inwiefern man Klubs damit schadet oder eben nicht. Die Argumente gegen eine Abstellung sind dabei eher offensichtlich: Drei unserer wichtigsten Kicker würden einen großen Teil der Vorbereitung verpassen. Am 1. August startet das Trainingslager in Grassau am Chiemsee inklusive der Testspiele gegen Eibar und Turin. Darauf folgt am 14. August die „Generalprobe“ gegen Real Betis Sevilla, bevor es zum Pflichtspielauftakt am 20.08. nach Dresden geht. Diese Phase, in der Ralph Hasenhüttl versuchen wird ein bundesligareifes Team zu formen, würde ohne drei potentielle Stammspieler stattfinden. Weiterhin würde man sich auch für den erwähnten Pflichtspielauftakt erheblich schwächen, je nachdem wie weit die jeweiligen Nationalmannschaften im Turnier kommen. Wie schnell das Trio nach seiner Rückkehr in die gebildete Mannschaft findet, ist außerdem ungewiss. Natürlich, dieser Ablauf wäre auch bei späteren Neuzugängen vorzufinden, doch hier geht es um selbst gemachten Ärger.

Ein weiterer Punkt ist die Verletzungsgefahr. Diese gibt es sicherlich auch im Trainingslager und bei Testspielen, jedoch ist die Intensität bei einem Nationen-Turnier mit Pflichtspielcharakter voraussichtlich höher, wodurch auch das Risiko einer Verletzung steigt. Verletzungen können zwar überall geschehen und wirklich voraussehen kann man sie nie, doch wieso sollte man die Gefahr ohne Notwendigkeit erhöhen? Besonders wenn unsere Jungs weit kommen sollten, steigt die Belastung, sowohl mental als auch physisch. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sowohl Deutschland als auch Dänemark die Gruppenphase überstehen.

Oder doch eine Chance?

Auf der anderen Seite hat so ein Turnier nicht nur negative Aspekte. Unser noch junges Trio könnte Erfahrungen auf internationaler Ebene sammeln, die sie in ihrem Reifeprozess weiterbringen werden. Schaut man auf unseren Kader, der zurzeit der Jüngste aller Bundesligisten ist, sollte man diesen Punkt nicht unterschätzen. Erfahrung und Wettkampfhärte auf hoher Ebene sind in der Bundesliga wichtige Attribute, an denen es uns überwiegend mangelt.

Auch die Teamchemie und Spielerzufriedenheit gilt es im Auge zu behalten. Für viele Spieler ist es eine große Ehre und Ansporn, für ihr Nationalteam aufzulaufen. Verweigert man ihnen diese Chance – und sei es noch so gut begründet und artikuliert – kann das zu unnötiger Unruhe führen. Klar, die Spieler sind Profis und stehen in erster Linie bei ihrem Verein unter Vertrag, doch leben wir nun mal nicht in einer idealen Welt, in der sich alle Spieler auch so verhalten. Zwar kann man bei Selke, Poulsen und Klostermann davon ausgehen, dass sie jede Entscheidung seitens des Vereins akzeptieren werden, doch wissen kann man es nicht.

In diesem Zusammenhang ist auch eine gewisse Signalwirkung anzubringen. Untersagt man Spielern den Einsatz im Nationalteam, könnte sich das auch auf spätere, potentielle Neuzugänge auswirken. Wie erwähnt ist es vielen Spielern sehr wichtig, dass sie für ihr Land auflaufen dürfen und jede Chance dazu nutzen wollen. Die Olympischen Spiele fallen im relativen Ansehen zu EM, WM oder anderen Spielen der kompletten A-Nationalmannschaft mit Sicherheit ab, bieten aber nichtsdestotrotz den Spielern eine Chance, sich ihrem Verband zu zeigen.

Unser Sportdirektor hat sich zuletzt doch eher kritisch zu der Thematik geäußert und verlauten lassen, dass man die Spieler nicht in jedem Fall abstellt. Die Freigabe wird damit zusammenhängen, welche Teams die Verbände letztendlich wirklich nach Rio schicken werden. "Wenn sowohl der dänische als auch der deutsche Verband die bestmöglichen Spieler nominiert und die dann auch von ihren Vereinen abgestellt werden, dann würden wir uns als Teil einer Solidargemeinschaft sehen und auch abstellen“, so Rangnick. Man scheint sich also an den anderen Vereinen zu orientieren und die Entscheidungsverantwortung vorerst weiterzuschieben. Und das ist auch durchaus legitim. Sollten andere Klubs ihren Spielern die Freigabe verweigern, betrifft das auch andere Bundesligisten und somit die direkte Konkurrenz. „Das ist schon die Voraussetzung. Wir werden genau beobachten, was in beiden Ländern in den nächsten Tagen passiert.“

FM7