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Die zweite Mannschaft vor dem Saisonstart

Die zweite Mannschaft vor dem Saisonstart

Beim einzig wahren Rasenball wird kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es um das mittelfristige Ziel für die Zweite Mannschaft geht: Aufstieg. In der 3. Liga formte man bereits einen Joshua Kimmich und Yussuf Poulsen und weitere Talente sollen folgen. Das ein Aufstieg nicht so einfach planbar ist, wissen die "alteingessenen" Fans. Wir wagen einen Blick voraus und schätzen ein, was man diese Saison erwarten darf.

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Zäsur aber kein Neuanfang

Fünf Jahre lang trainierte Tino Vogel den Nachwuchs und führte in dieser Zeit die U23 aus der Landesliga in die Regionalliga. Trotzdem haftete dem Thüringer stets der Ruf der alten Trainerschule an. Nun bekommen die "Jungbullen" einen neuen Coach: Robert Klauß. Der in Eberswalde geboren Übungsleiter spielte noch selbst für die Zweite Mannschaft der Rasenballsportler bevor er in die Trainerkarriere wechselte und über die U15 und U17 zum Cheftrainer der U23 befördert wurde. Auf das Trainertalent wird die Hoffnung auf einen modernen Übungsleiter projiziert. Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich Klauß entwickelt. Nach aktuellem Stand besitzt der Coach eine A-Lizenz, könnte also nach erfolgreichem Aufstieg nur ein Übergangsjahr in der 3.Liga trainieren, denn in der DFB Profiliga müssen die Trainer lizensierte Fußballlehrer sein.

Eine der ersten Aufgaben des Neutrainers ist es, ein Gerüst für die Mannschaft zu finden. Dabei kann er auf einen großen Pool von jungen Nachwuchsspielern zurückgreifen, die entweder von der U19 in die U23 gezogen wurden (10 feste Zugänge) oder aus dem Anschlusskader des Bundesligateams, wenn diese Praxis brauchen. Mit Ken Gipson, Patrick Strauß und Benjamin Bellot werden auch Spieler aus dem Profikader die vorrangig letzte Saison bei der Nachwuchsmannschaft spielten fest für die Saison abgestellt. Einziger externer Zugang ist der Stürmer Dominik Martinovic von der U19 des FC Bayern München.

Kurios: Im Augenblick trainieren Kaderaltlasten bei der Leipziger U23 wie Omer Damari. Der Israeli kam vor anderthalb Jahren nach Leipzig für kolportierte 7 Millionen Euro Ablöse. Da Ralf Rangnick ihn nur in ähnlichen Dimensionen abgeben will, könnte es sein, dass Damari zum Saisonstart für die Zweite Mannschaft aufläuft. Eine ähnliche Geschichte gab es bereits letzte Saison mit Stefan Hierländer, der die komplette Saison bei der zweiten Mannschaft spielte, weil es keine passenden Angebote gab. Weitere Abstellungen während der Saison sind denkbar.

Über das Saisonziel sagt Robert Klauß im MDR Interview: "Wir legen uns nicht auf einen Tabellenplatz fest. Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und so viele Jungs wie möglich so gut es geht ausbilden.". Die Lernkurve der Leipziger war bereits letzte Saison steil, so werden auch diese Saison die ersten Spiele entscheiden, wo der Weg hingeht.

Die Liga rüstet auf

Wenn es Nachrichten aus Nordhausen in überregionale Medien schaffen, dann muss wirklich was großes passiert sein. Diesen Sommer las man öfter von den Thüringern. Mauricio Gaudino wurde Trainer, Marco Sailer von Darmstadt 98 (knapp 500 Minuten Bundesliga in der abgeschlossenen Saison) oder ein Zafer Yelen (vom Berliner AK, 22 Scorerpunkte in der letzten Saison) ließen aufhorchen und verstärken einen bereits ambitionierten Kader. Das Ziel ist klar: Aufstieg in Liga 3. Das mit viel Investitionen nicht zwangsläufig ein Aufstieg einhergeht weiß man hier in Leipzig, aber dennoch sind die Nordhäuser der Favorit. Dahinter folgt der Berliner AK, der im wesentlichen den Kader zusammenhielt und punktuell gut verstärkte. Sembolo dürfte dabei den meisten bekannt sein. Auch Energie Cottbus dürfte ein Wort um den Relegationsplatz mitreden. Alles in allem bleibt der Zweiten damit ein Jahr der Konsolidierung und Eingewöhnung, um in den Folgejahren den Blick nach oben zu richten. Wichtig wird sein, dass nicht wieder ein kompletter Fehlstart hingelegt wird, denn es darf davon ausgegangen werden, dass die Lernkurve der jungen Talente steil ist und so sollte der Anspruch oberes Tabellendrittel realistisch sein.

Robert Klauß weiß den Saisonauftakt einzuschätzen: "Wir werden von Beginn an richtig gefordert. Das ist ein anspruchsvolles Auftaktprogramm. Aber vielleicht ist es auch von Vorteil, am Anfang in Cottbus anzutreten, weil sie vielleicht noch nicht so eingespielt sind. Es ist jedenfalls schön, gleich in Cottbus und Nordhausen den richtigen Männer-Fußball kennenzulernen - vor vielen Zuschauern und gegen die Topteams der Liga.", so der Trainer.

Wenn am Sonntag die jungen Herthaner nach Markranstädt kommen, dann mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein. 1:0 Sieg gegen Dynamo Dresden, 2:1 gegen Holstein Kiel und 10:2 gegen Optik Rathenow sind klare Ansagen. Dem gegenüber stehen zuletzt eine 1:0 Pleite der U23 gegen Ulm und ein 3:1 Sieg gegen den SSV Markranstädt. Nach den Ergebnissen sind die Rasenballer alles andere als klare Favoriten.

Wir wünschen Mannschaft und Verantwortlichen viel Erfolg für die Saison!

crank