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Unerwartetes Spitzenspiel

Unerwartetes Spitzenspiel

Zum Abschluss der englischen Woche reisen unsere Roten Bullen am Sonntag zum 1. FC Köln. Das Aufeinandertreffen der beiden Teams ist das Duell zweier Überraschungsmannschaften, die zu Saisonbeginn die Liga aufmischen.

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1. FC Köln - Der einstige Karnevalsverein

Drei Siege, ein Remis und ein Torverhältnis von 8:1 - die Bilanz des 1. FC Köln liest sich zum Saisonstart besonders eindrucksvoll. Vor allem die Erfolge gegen Wolfsburg (0:0), Freiburg (3:0) und Schalke (3:1) ließen aufhorchen und zeugen davon, dass der 1. FC Köln in dieser Saison durchaus in der Lage ist, höheren Ansprüchen zu genügen. Die Abwehr um Torhüter Timo Horn wirkte zuletzt äußerst stabil und nur schwer bezwingbar. Im Angriff kann sich Trainer Peter Stöger auf Anthony Modeste verlassen, der nach 15 Treffen in der vergangenen Spielzeit schon wieder viermal getroffen hat. Da beide Mannschaften wenig auf Ballbesitz aus sind (Köln 46,8 Prozent, Leipzig 46,0 Prozent) erwartet unser Coach Ralph Hasenhüttl ein enges Spiel: "Ich gehe davon aus, dass uns in Köln ein Spiel erwartet, in dem Kleinigkeiten entscheidend sind. Vermutlich wird es auf beiden Seiten nicht viele Chancen geben. Die Gelegenheiten, die sich uns bieten, müssen wir dann konsequent nutzen. Wir brauchen Effizienz vor dem gegnerischen Tor, um erfolgreich zu sein."

Einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des 1. FC Köln ist Trainer Peter Stöger, der dank seiner ruhigen und besonnenen Art aus dem ehemaligen Karnevalsverein einen seriöse Mannschaft geformt hat, die auf Anhieb den Aufstieg aus der 2. Bundesliga schaffte und sich mittlerweile im Mittelfeld von Liga 1 etablieren konnte. Mit Sportdirektor Jörg Schmadtke steht Stöger zudem ein erfahrener Pragmatiker zur Seite, der behutsam die finanziellen Mittel verwaltet und dazu beiträgt, dass das sonst so nervöse Umfeld in Köln auf dem Boden bleibt.

Leichte Personalsorgen bei Hasenhüttl

Die englische Woche fordert ihren Tribut und zwingt unseren Coach Hasenhüttl zu personellen Veränderungen. Neben dem Langzeitverletzten Lukas Klostermann (Kreuzbandriss) werden auch Emil Forsberg (Gehirnerschütterung beim Kopfballduell gegen Dortmund) und Kyriakos Papadopoulos (Schlag aufs linke Knie) ausfallen. Fraglich sind zudem noch die Einsätze von Diego Demme (muskuläre Probleme im Rückenbereich) und Marvin Compper (Wadenprobleme). Erfreulich hingegen die Tatsache, dass Timo Werner vor seinem 100. Bundesligaspiel steht und damit Julian Draxler als jüngster Spieler, der diese Marke zuvor erreichte, ablösen wird. Der Stuttgarter Neuzugang befindet sich seit seinem Wechel nach Leipzig in absoluter Top-Form und ist mit drei Toren gefährlichster Angreifer der Roten Bullen. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Stadt ist super. Das Trainingsgelände sucht seinesgleichen. Unsere Mannschaft hat eine riesige Qualität - auf dem Rasen, aber auch abseits davon. Wir sind alle in einem ähnlichen Alter“ lobte der erst 20-jährige zuletzt das Umfeld. Ob Werner am Sonntag in Köln wieder in der Startelf stehen wird, bleibt abzuwarten. Zum Abschluss der englischen Woche könnte es auch darauf hinauslaufen, dass Werner oder Poulsen zunächst von Davie Selke ersetzt werden. Naby Keita und Oliver Burke werden wohl zunächst keine Kandidaten für die Startelf sein, so dass es bei minimalen Änderungen gegenüber dem Heimspiel gegen Gladbach bleiben wird.

Gulacsi - Bernardo, Orban, Compper (Ilsanker), Halstenberg - Ilsanker, Demme (Keita) - Kaiser, Sabitzer - Werner (Selke), Poulsen (Selke)

Optischer Boykott der Köln-Fans, Energy-Drink als Brustsponsor

The same procedure as every match: Fans und Vereinsverantwortliche überlegen vor dem Spiel gegen RB Leipzig, wie man dem bösen Marketingkonstrukt begegnet, den Zusammenhalt nach innen stärkt und bundesweit Applaus für den Protest erhält. Im Fall des 1. FC Köln ist dies jedoch nur bedingt gelungen. Die Südkurve der Rheinländer entschied sich dafür, am Sonntag auf Fahnen, Doppelhalter und  Zaunfahnen zu verzichten - quasi als Zeichen dafür, dass dies kein "normales" Heimspiel sei. Ein Protestmarsch wurde vorerst abgelehnt, da nicht ausreichend Zeit für die Organisation gewesen wäre (der Spieltag gegen RB kam scheinbar zu früh in der Saison). Die Marketingabteilung des 1. FC Köln hatte scheinbar mehr Vorbereitungszeit und erklärte das Duell direkt zum Brausegipfel, in dem auf dem Trikot der Kölner Mannschaft das Logo von "Maximal G" prangt, der Energy-Drink-Hausmarke des Sponsoring-Partners REWE. "Jetzt können wir Red Bull als das Kultgetränk mit unserer neuen Eigenmarke Maximal G spielerisch frech im direkten Vergleich herausfordern“ frohlockte Lionel Souque vom REWE-Vorstand in einer Pressemitteilung. Im Rhein-Energie-Stadion sollen zudem auf den Werbebanden kleine Seitenhiebe gegen Red Bull zu finden sein. Doch die angeblich so ausgefuchste Marketingidee scheint nicht bei allen gut anzukommen, in den sozialen Medien gibt es reichlich Kritik für die Aktion "Dose gegen Dose". Besonders sauer stößt den Fans auf, dass der Verein mit einer Marketingaktion gegen ein Marketingprodukt protestiert.

Auf Leipziger Seite rufen derartige Protestaktionen nur noch ein müdes Lächlen hervor, zu auffällig ist die mittlerweile perfide Doppelmoral und zu altbacken die Ideen der Ablehnung. Etwa 700 RB-Fans werden sich am Sonntag auf die 500 Kilometer lange Reise in die Domstadt begeben und ihre Mannschaft vor Ort unterstützen. Da am Spieltag noch die Tageskassen öffnen und Tickets für den Gästeblock erhältlich sind, dürften es am Ende wohl ca. 1.000 Leipziger im Rheinenergie-Stadion werden. Angesichts der weiten Auswärtsfahrt und der fanunfreundlichen Anstoßzeit, ist diese Zahl für unsere Verhältnisse in Ordnung. Vergessen werden darf eben auch nicht, dass acht Tage zuvor bereits die 4h-Auswärtsfahrt nach Hamburg anstand, die für die Vielzahl der Fans sicherlich attraktiver war.

Wer am Sonntag nicht im Stadion dabei sein kann, für den ist unser Fanticker wieder LIVE dabei und berichtet über alle Ereignisse auf und neben dem Feld. Alternativ bieten sich auch der Bullenfunk oder Sky an. Das RB-Fans.de-Team wünscht unserer Mannschaft um Trainer Ralph Hasenhüttl wie immer alles Gute, maximalen Erfolg und die nächste Überraschung!

Rojiblanco