Die Hanseaten kommen – SV Werder zu Gast in Leipzig
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Becherspendenaktion zu Gunsten schwer erkrankter Kinder und Jugendlicher in der Region Leipzig
Der Verein Paulis Momente hilft e.V. Leipzig führt zum Spiel gegen Werder gemeinsam mit dem Fanverband und RB Leipzig eine Becherspendenaktion durch. Spendet eure Pfandbecher im Stadion um schwer erkrankte Kinder und Jugendliche in der Region Leipzig zu unterstützen!
Sommer, Sonne, Sonnenschein – Leipzig wie es singt und lacht
Beim derzeitigen Blick auf die Tabelle scheint es, als hätte der Herbst in Leipzig noch keinen Einzug gehalten. Es strahlt die Sonne über der Messestadt und man muss sich schon ab und an kneifen, um den bisherigen Erfolgsmarsch durch die Bundesliga wirklich zu realisieren. Sieben Spiele sind gespielt, 15 Punkte und keine Niederlage das Zwischenfazit der noch jungen Saison. Es fällt dem gemeinen RB-Fan mittlerweile zurecht schwer, nicht mit dem Träumen anzufangen. Zwei mickrige Pünktchen trennen uns vom Rekordmeister aus dem Süden Deutschlands, bereits 11 Punkte Vorsprung konnte man hingegen auf den Relegationsplatz herausspielen. Bleibt die Frage, wann man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Trainer und Team bleiben sowieso bescheiden. Ralph Hasenhüttl betonte auf der Pressekonferenz am Freitag nochmal, dass das vorrangige Ziel die 40-Punkte-Marke bleibt. Man freut sich zwar über jeden Erfolg und weiß um die Qualität der Mannschaft, denkt aber nur von Spiel zu Spiel. Dabei gilt es, jeden Spieltag das Maximum rauszuholen und sich weiter zu verbessern. Bayernjäger, Rekordneuling – all das will das Trainerteam verständlicherweise nicht zu nah an die Mannschaft ranlassen. Nun kommt mit dem SV Werder Bremen eine Mannschaft nach Leipzig, die sich unter Neu-Coach Alexander Nouri im Aufschwung befindet. In vier Partien konnte der gebürtige Buxtehuder bereits 7 Punkte einfahren, nur sein Auftaktmatch gegen Mainz ging unglücklich verloren. Es darf ein intensives und umkämpftes Spiel erwartet werden. Zudem ist Bremen als Stolperstein von Rekordaufsteigern bekannt. In der Saison 97/98 gelang es einem Team aus der Pfalz, Willi Orban wird sich erinnern, aus den ersten sieben Spielen sechs Siege und ein Unentschieden zu ergattern. Am 8. Spieltag trafen die Lauterer dann zuhause auf den SVW und verloren mit 1:3. Der Rest ist Geschichte – sollten wir also überhaupt antreten? Bester Aufsteigertrainer – zumindest der, der die längste Zeit ungeschlagen blieb – ist Hasenhüttl-Vorbild Ewald Lienen. Mit Duisburg blieb der aktuelle St.Pauli-Coach 1993 die ersten 10 Spiele unbesiegt – justament in der Saison also, in der Leipzig zuletzt erstklassig war. Es gibt also noch genug Ziele...
Werder Bremen – der teamgewordene Traditionalisten-Alptraum
Trotz der zuletzt guten Resultate sieht es an der Weser insgesamt weniger rosig aus. Bis zum 5. Spieltag hat es gedauert, ehe die Hanseaten ihre ersten Punkte sicherstellten. Zuvor gab es 5 Niederlagen am Stück, 4 davon noch unter Viktor Skripnik. Darunter waren katastrophale Auftritte wie das 0:6 am ersten Spieltag gegen Bayern und das 1:4 gegen Gladbach. Das bedeutet in der Folge wiedermal die schlechteste Defensive der Liga mit bereits 18 Gegentoren und Abstiegskampf von Saisonbeginn an. Unter Nouri – davor Trainer von Bremens zweiter Mannschaft – ging ein Ruck durch das Team. Der Kampfgeist kehrte zurück in die Mannschaft und auch das nötige Glück, wie beim 2:1 Sieg gegen Wolfsburg, war mal wieder da. Was an individueller Klasse fehlt, konnte zuletzt durch die richtige Einstellung kompensiert werden. Jetzt erhoffen sich die Fans, dass dies nicht nur eine Momentaufnahme ist. Schon beim vergangenen Trainerwechsel war hier das Problem. Viktor Skripnik übernahm das Team am 10. Spieltag der Saison 14/15 auch vorerst als Interimstrainer, gewann seine ersten beiden Spiele gegen Mainz (2:1) und Stuttgart (2:0) und erhielt anschließend den Posten als Cheftrainer. Nach dem bitteren Ende der Schaaf-Ära und dem Missverständnis in Person von Robin Dutt schien der neue Heilsbringer gefunden. Bremen beendete die Saison mit einem zufriedenstellenden 10. Tabellenplatz. Schon im Jahr darauf ging die Entwicklung allerdings wieder in die andere Richtung. Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag Stand auf dem Programm, am Ende konnten die Grün-Weißen gegen Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt in einem Herzschlagfinale sichern. Manager Thomas Eichin erkannte, dass Skripnik vielleicht doch nicht der richtige Mann für den Job ist und durfte zur Belohnung im Sommer selbst die Koffer packen. Seitdem hat Werder mit Frank Baumann auch diesen Posten vereinsintern besetzt. Doch auch Baumann musste bereits nach vier Spielen einsehen, dass es nicht reicht, Teil der Werder-Familie zu sein, um Erfolg zu haben. Ob Nouri der Mann ist, der dem Verein eine klare, entwicklungsfähige Spielphilosophie einflößt und den Erfolg zurück in den Norden der Republik bringt, steht noch in den Sternen. Der Anfang ist erstmal gemacht.
Sabitzer fehlt – Die Chance für Davie Selke?
Personell müssen unsere Roten Bullen auf einer Position für das Spiel am Sonntag definitiv umbauen. Marcel Sabitzer hat sich in der Partie gegen den VfL Wolfsburg das Außenband am rechten Knöchel gerissen und fällt für den 8. Spieltag aus. Ralph Hasenhüttl erhofft sich aber, dass unser Ösi-Flitzer bereits Mitte nächster Woche wieder ins Training einsteigen kann. Weiterhin fehlen immer noch Lukas Klostermann (Kreuzbandriss) und Ken Gipson (Sprunggelenksfraktur). Auch Bernardo musste Anfang der Woche pausieren, ist aber wieder ins Training eingestiegen und sollte für das Match zur Verfügung stehen.
Der Ausfall von Sabitzer bietet wiedermal reichlich Spielraum für Aufstellungs-Spekulationen. Am wahrscheinlichsten sind wohl Dominik Kaiser oder – falls unser Trainer die offensivere Variante bevorzugt – Oliver Burke. Der Schotte startete bereits gegen Köln auf den offensiven Außen und steuerte die zwischenzeitliche Führung bei. Möglich ist auch, dass gegen die tief stehenden Bremer die Offensive auf mehreren Positionen rotiert. Man kann davon ausgehen, dass unsere Bullen am Sonntag mehr Ballbesitz als sonst haben werden. Der Knackpunkt dabei ist, dass Chancen auch ohne Fokus auf schnelles Umschaltspiel herausgespielt werden müssen. Vielleicht greift Ralph Hasenhüttl dafür auf einen ehemaligen Bremer zurück und stellt unseren Silbermedaillengewinner aus Brasilien in den Sturm – Davie Selke. Gegen die körperlich robusten Bremer Innenverteidiger wäre Davie als Flankenabnehmer und zum Festmachen der Bälle vielleicht die bessere Wahl im Vergleich zu Werner oder Poulsen. Noch dazu dürfte Selke auf einen Bundesligaeinsatz, besonders gegen seinen Ex-Verein, brennen. Des Weiteren könnte Demme am Sonntag neben Keita auflaufen, um mehr Kreativität aus dem Rückraum zu erzeugen. Ilsanker als defensivere Variante müsste dann vorerst auf der Bank platznehmen.
Mögliche Aufstellung: Gulácsi – Bernardo, Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Keita – Kaiser (Burke), Forsberg – Werner, Poulsen (Selke)
Gefährliche Youngster – Gnabry und Sané fraglich
Alexander Nouri hat nicht nur die Mentalität der Hanseaten zum positiven verbessert, auch die Startaufstellung wurde vom Trainer-Neuling kräftig durchgewirbelt. Besonders die Story um das 19-jährige Sturmtalent Ousman Manneh ist dabei beeindruckend. Der Mann aus Gambia kam erst vor zwei Jahren nach Deutschland, schloss sich dort dem Blumenthaler SV an, bevor er nach einem Jahr in die Jugendmannschaft der Werderaner wechselte. Da entdeckte ihn Nouri und zog Manneh nach seiner Beförderung gleich mit hoch in den Profikader. Der bisherige Höhepunkt war das 2:1 Siegtor gegen Leverkusen am vergangenen Spieltag. Mannehs erstes Bundesligator. Der knapp 1,90 m große Mittelstürmer ist schnell, arbeitsfreudig und spielt einen unbekümmerten Fußball – womit unsere Defensive gewarnt sein sollte. Dass der Youngster aber überhaupt so wichtig für die Grün-Weißen ist, hängt auch mit der Verletzungsmisere der Bremer zusammen. Top-Routiner und Werder-Legende Claudio Pizarro fehlt mit einer Muskelverletzung auf unbestimmte Zeit. Auch Neuzugang Max Kruse könnte nach seiner Außenbandverletzung inklusive OP noch die gesamte Hinrunde ausfallen. Nachdem sich zwischenzeitlich noch Aron Jóhannsson verletzte, wurde es eng im Sturm, Manneh Sprang ein. Jetzt ist der US-Amerikaner mit isländischen Wurzeln wieder fit, darf aber wohl trotzdem nur zuschauen. Weiterhin fehlen dem viermaligen Deutschen Meister auch Luca Caldirola (Knöchel-OP), Jaroslav Drobny (Ellenbruch), Justin Eilers (Aufbautraining nach Hüftverletzung) und Philipp Bargfrede (Aufbautraining nach Meniskusriss). Fraglich sind auch Lamine Sané (Mandelentzündung) und Serge Gnabry (Wirbelverletzung gg. Leverkusen). Besonders Gnabry wird sehnsüchtig zurückerwartet. Der Neuzugang vom FC Arsenal hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Dreh- und Angelpunkt in der Bremer Offensive entwickelt. Gnabry – Teamkollege von Selke und Klostermann in der U21-Nationalmannschaft – bringt mit seinen individuellen Fähigkeiten einen neuen Faktor in den manchmal planlos wirkenden Werder-Angriff. Zwei Tore und eine Vorlage in sechs Partien konnte der 5 Millionen Euro teure Techniker bereits sammeln. Er gab jedoch am Freitag grünes Licht für das Spiel am Sonntag und steht Nouri aller Voraussicht nach zur Verfügung. Bei Sané hingegen wird es eng, da seine Mandelentzündung noch nicht abgeklungen ist.
Mögliche Aufstellung: Wiedwald – Gebre Selassie, Sané (Veljkovic), Moisander, Garcia – Grillitsch – Hajrovic, Fritz, Junuzovic, Gnabry – Manneh
Die Zeiten, in denen bei Bremen Micoud, Diego oder Özil die Bälle mit künstlerischer Eleganz verteilten sind vorbei. Das Team von der Weser besticht in dieser Spielzeit vor allem durch den Einsatz und eine immense Laufbereitschaft, die unseren Roten Bullen in nichts nachsteht. Junuzovic und Grillitsch sollen aus der Zentrale für Impulse sorgen. Alexander Nouri konnte jedoch auch das Flügelspiel beleben. Besonders die Hereinnahme von Izet Hajrovic hat sich bewährt. Der Bosnier blüht unter seinem neuen Coach auf und bildet ein starkes Pendant zu Gnabry. Klingt also nach einem harten Stück Arbeit für unser Team. Doch eine andere „Tradition“ macht den Bremern immer noch Sorgen: Die Defensive. Keine der 7 Begegnungen konnten die Hanseaten die Null halten, immer kassierten sie zumindest einen Gegentreffer. 18 Stück sind es schon insgesamt, macht 2,57 Gegentore pro Spiel.
Die Partie am Sonntag ist ausverkauft! Es werden also über 42.000 Fans für ein Fußballfest und grandiose Stimmung sorgen. Bei der Spieltagsbörse können allerdings noch Tickets aus dem Sonderkarten-Kontingent erstanden werden. Diese sind am Sonntag ab 13 Uhr an der Hauptkasse auf dem Stadionvorplatz erhältlich und können nur gegen Barzahlung gekauft werden. Auch der Gästesektor ist restlos ausverkauft. Die Bremer Ultras haben ausnahmsweise beschlossen, das Spiel nicht zu boykottieren, Bravo! Wer es am Sonntag leider nicht ins Stadion schafft, für den ist unser Fanticker wieder LIVE dabei und berichtet über alle Ereignisse auf und neben dem Feld. Alternativ bieten sich auch der Bullenfunk oder Sky an. Schiedsrichter der Partie ist Robert Hartmann. Das RB-Fans.de-Team wünscht unserer Mannschaft um Trainer Ralph Hasenhüttl wie immer alles Gute, maximalen Erfolg und den nächsten Sieg!
FM7
Das dachte ich mir letztens auch, als ich den Preis vom neuen Trikot gesehen habe - 150 € und dann noch für ein paar Euro den Namen von so einer Eintagsfliege drauf. Im Leben nicht.