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Abwärtsspirale oder einfacher Durchhänger? – Fohlen gegen Bullen

Abwärtsspirale oder einfacher Durchhänger? – Fohlen gegen Bullen

Schaffen es unsere Roten Bullen den Abwärtstrend am Sonntag (15:30) gegen Mönchengladbach zu stoppen oder setzt es die dritte Niederlage am Stück? Der 21. Bundesliga-Spieltag mutiert zum Wegweiser – Unser Vorbericht.

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The trend is… – folgt die Reaktion?

Also auch Leipzig, also auch unsere Roten Bullen. Nach der überragenden Hinrunde scheint unser Team nun auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Der Tabellenführer aus München hat schon 7 Punkte Vorsprung und aus einem spannenden Titelrennen wird die gleiche Farce wie jedes Jahr. „Es war doch klar, dass die einbrechen“, mögen die einen sagen, „ganz normaler Durchhänger bei so einem jungen Team“, die anderen. Parallelen zu Hoffenheim aus der Saison 2008/09 gewinnen immer mehr an Berechtigung. Zwei Niederlagen am Stück, vier Niederlagen aus den letzten sieben Spielen. Auswärts konnte unsere Mannschaft seit Ende November letzten Jahres nicht mehr punkten. Zu Negativschlagzeilen abseits des Platzes gesellt sich die sportliche Misere. Folgt jetzt der Absturz, die Abwärtsspirale wie sie jeder Fan irgendwie erwartet hat, als die Dinge einfach zu rund liefen?

Doch genug der Schwarzmalerei, denn wenn wir in Leipzig über die Jahre eines gelernt haben, dann positiv zu bleiben. Was ist denn wirklich passiert in den vergangenen Wochen und Monaten? Einem Ausrutscher in Ingolstadt folgte eine Machtdemonstration des Rekordmeisters. Davon unbeeindruckt, gewann das Team von Ralph Hasenhüttl gegen die direkten Konkurrenten aus Frankfurt und Hoffenheim, bevor man mit einer B-Elf in Dortmund unterlag. Die einzige Niederlage, über die man wirklich sprechen muss, ist der desolate Auftritt am vergangenen Wochenende zuhause gegen den HSV.

Mit unterdurchschnittlichen Laufwerten und fehlendem Esprit kann kein Coach zufrieden sein. Allerdings hat bis auf Bayern auch die Konkurrenz nicht gepunktet und unser RBL steht seit dem 9. Spieltag auf Platz zwei der Tabelle, immer noch mit 7 Punkten Vorsprung auf den Dritten. Und sind wir mal ehrlich: spätestens seit dem Spiel gegen Hoffenheim befindet sich unsere Saison in der Zugabe, der Kür. Die 40-Punkte-Marke ist geknackt, die nicht-internationalen Plätze noch 10 Punkte entfernt. Damit soll nicht gesagt sein, die letzten beiden Spiele waren eigentlich zwei Siege getarnt als Niederlagen – zu Tuchel-esk. Doch unsere Bullen bereits in die Abwärtsspirale zu schubsen kommt verfrüht. Nach Sperren und Grippewelle hatten die Jungs nun genug Zeit Kräfte zu sammeln und Fehler zu analysieren. Jetzt muss die Reaktion kommen. Mit einem Sieg gegen Gladbach können die Messestädter sich wieder aus ihrem kleinen Tief ziehen und besonders auswärts den Schalter wieder umlegen.


Hecking schafft die Wende – Fohlen im Galopp

Bei unserem kommenden Gegner gestaltet sich die Situation genau umgekehrt. Nach einer desaströsen Hinrunde mit nur 4 Siegen aus 16 Spielen entließen die Borussen Trainer André Schubert und engagierten Dieter Hecking als dessen Nachfolger. Hecking, der aus Wolfsburg kam, ist derzeit in der Bundesliga noch ungeschlagen: Aus vier Spielen holte er drei Siege und ein Unentschieden. Auch im DFB-Pokal konnten die Gladbacher neues Selbstvertrauen tanken und zogen gegen Greuther Fürth ins Viertelfinale ein. Einzig international finden die Fohlen nicht so recht in die Spur und unterlagen am Donnerstag nach dem „Abrutschen“ in die Europa-League zuhause dem AC Florenz mit 0:1. Jedoch ist Florenz trotz des fehlenden Glanzes alter Tage keine Laufkundschaft und immer für einen Sieg gut, Gladbach insgesamt sogar die bessere Mannschaft.

Die Gladbacher Mannschaft zeichnet sich vor allem durch einen sehr breiten, ausgeglichenen Kader aus und ist mit feinen Technikern bestückt. Die Offensive ist, fast unabhängig davon wer spielt, konkurrenzfähig. Mit Johnson, Herrmann, Hahn, Hazard, Stindl, Raffael, Traoré und neuerdings auch wieder Drmic besitzen die Borussen viel Qualität und Schnelligkeit für die offensiven vier Positionen im 4-2-2-2 System, welches Hecking spielen lässt. Raffael und Traore sind am Wochenende weiterhin verletzt und werden nicht zur Verfügung stehen. Ein besonderes Augenmerk sollte unsere Defensive auf Kapitän Lars Stindl legen, der sich vor seiner Gelbsperre gegen Bremen in Höchstform präsentierte. Mit sechs Treffern ist er bester Torschütze der Fohlen-Elf.

Aus dem zentralen Mittelfeld ordnen Christoph Kramer und Mahmoud Dahoud das Spiel des Teams aus dem Niederrheinische Tiefland. Die Denker und Lenker sorgen für einen sicheren Ball: Gladbach hat mit 81,3 % die viertbeste Passquote der Liga. Zudem gehören die Fohlen mit 50,5% gewonnener Zweikämpfe zu den Top-Ten. Uns erwartet also ein starker Gegner am Sonntag im Borussia-Park. Allerdings hat die Hecking-Elf nur zwei Tage Regenerationszeit nach dem EL-Spiel am Donnerstagabend. Wie ausschlaggebend dieser Faktor ist, da scheiden sich die Geister, doch kann es nicht verkehrt sein, als ausgeruhteres Team anzureisen.


Poulsen verletzt – die Chance für Selke?

Die Personalsituation in Leipzig gestaltet sich semi-entspannt. Die Horrortage von Dortmund sind zwar vorüber, jedoch hat Ralph Hasenhüttl signifikante Ausfälle zu beklagen. Die Niederlage gegen den HSV hat nicht nur die Stimmung getrübt, sondern auch Yussuf Poulsen für längere Zeit ins Lazarett verbannt. Der Däne zog sich gegen den Bundesliga-Dino einen Muskelbündelriss am hinteren, linken Oberschenkel zu und fällt sechs Wochen aus.

Auch Kapitän und Abwehr-Anker Willi Orban muss gegen die Borussia zuschauen, nachdem der Innenverteidiger gegen Hamburg die fünfte gelbe Karte gesehen hat. Harter Tobak für unseren Cheftrainer, besonders beim Blick auf die Defensive. Zwar kehrt mit Compper wieder eine Alternative zurück ins Aufgebot, doch Neuzugang Upamecano sah bei seinem Startelfdebüt letztes Wochenende sehr unglücklich aus und wurde bereits nach 31 Minuten von seinem Elend erlöst. Folglich wird es wohl Stefan Ilsanker in die Innenverteidigung ziehen, um weitere Experimente vorerst zu vermeiden. Dafür rückt Keita wieder auf die Doppel-Sechs neben Demme und Sabitzer auf die Flügel. Daraus ergibt sich wiederum die Frage: Wer stürmt neben Timo Werner? Die Optionen begrenzen sich wohl auf Burke und Selke, wobei Davie Selke die Nase vorn haben dürfte. Die Einsatzzeiten unseres Schotten waren in letzter Zeit stark begrenzt, was wahrscheinlich immer noch an seiner defensiven Festplatte liegt, die Hasenhüttl und Co. erst adäquat füllen müssen.

Mögliche Aufstellung: Gulácsi – Bernardo, Ilsanker, Compper, Halstenberg – Demme, Keita – Forsberg, Sabitzer – Werner, Selke

Bei dem Gastgeber in Schwarz-Weiß dürften die defensiven Positionen feststehen. In der Offensive darf man gespannt sein, ob Hecking nach der EL-Pleite etwas rotiert. Gesetzt sein dürfte Stindl, Raffael (Oberschenkelprobleme) und Traoré (Sehnenriss) fallen wie oben geschrieben aus. Auch Youngster Doucouré (Operation) und Tobias Strobl (Gelbsperre) fehlen den Fohlen.

Mögliche Aufstellung: Sommer – Jantschke, Vestergaard, Christensen, Wendt – Kramer, Dahoud – Hazard, Herrmann – Stindl, Hahn


Auswärtsspiel Null nach Dortmund – Ohne Angst nach Gladbach

Es ist der erste Besuch in der Fremde für Mannschaft und Fans seit der menschlichen Dortmunder Blamage von vor zwei Wochen. Auch nach der Partie gegen den HSV kam es zu Vorfällen, die mittlerweile von der Polizei jedoch relativiert wurden. Jetzt geht es zur nächsten Borussia, zum nächsten Traditionsverein. Das wird reichen, um vielen Fans und Auswärtsfahrern die schlechten Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Lasst uns diese Vorfälle zwar nicht vergessen, aber auch nicht zum Anlass nehmen, unser Team in der Ferne nicht mehr zu unterstützen. Denn dann haben die Idioten genau das erreicht, was sie wollten. Kein Fan sollte Angst davor haben müssen, zu irgendeinem Fußballspiel zu gehen. Jetzt gilt es den Sport wieder in den Vordergrund zu rücken und als Fangemeinde zusammenzustehen. Der erste, starke Schritt war die Fanaktion in der 9. Minute des letzten Heimspiels, dort sollten wir ansetzen.

Es werden knapp 1.500 mitreisende Fans erwartet. Feuert unser Team lautstark an und habt Spaß. Wer am Sonntag nicht mit im Borussia-Park sein kann, für den ist unser Fanticker wieder LIVE dabei und berichtet über alle Ereignisse auf und neben dem Feld. Alternativ bieten sich auch der Bullenfunk oder Sky an. Schiedsrichter der Partie ist Felix Zwayer (Berlin). Das RB-Fans.de-Team wünscht unserer Mannschaft um Trainer Ralph Hasenhüttl wie immer alles Gute, viel Erfolg und endlich wieder Auswärtspunkte!

FM7