Header Image
Ersatzspieler unter die Lupe genommen

Ersatzspieler unter die Lupe genommen

Neben den Durchstartern Forsberg, Werner, Keita und Co. gab es in dieser Saison auch den ein oder anderen Spieler, der nicht für Furore sorgen konnte. Während sich Khedira, Müller und Selke wohl aus Leipzig verabschieden werden, geht es für Burke und Kaiser vorerst weiter. Ein Überblick.

Hier würde ein Spenden-Widget von GoFundMe geladen werden. Das lädt Inhalte eines externen Anbieters inklusive dessen Cookies.

Rani Khedira

Als Khedira nach Leipzig kam, war es sein Traum, in die Fußstapfen des großen Bruders Sami zu treten. Langfristig schwirrten die Champions League und die Nationalmannschaft in seinem Kopf herum. Doch sein Traum hatte vor allem in der abgelaufenen Saison drei kleine Haken: Diego Demme, Naby Keita und Stefan Ilsanker. Die Konkurrenz auf seiner Position im defensiven Mittelfeld hat nicht geschlafen und sich mal eben den Traum Champions League erfüllt. Khedira selbst stand in der Saison nur 155 Minuten auf dem Platz - 2245 Minuten verbrachte er hingegen auf der Bank.

Schon nach einer nicht zufrieden stellenden Hinrunde, die Khedira nicht wenige Male auch nur auf dem Klappstuhl neben der Ersatzbank verbrachte, stand ein Wechsel im Raum. Damals war es ausgerechnet der große Bruder, der Rani motivierte sich durchzubeißen und die Rückrunde abzuwarten. Auch wenn es in der Rückrunde so gut wie immer für einen Platz im Kader reichte, ist der Wechselwunsch ohne Zweifel gewachsen, denn ein Platz im Kader bedeutet nun mal noch lange keine Einsatzgarantie.
Wenig überraschend folgte nur einen Tag nach Saisonende auch die offizielle Bestätigung von Ralf Rangnick, Rani Khedira wird die Roten Bullen nach 3 Jahren verlassen. In welche Richtung es ihn ziehen wird, ist noch nicht bekannt. Denkbar wären verschiedenste Zweitligisten. Arminia Bielefeld wollte den 23-Jährigen bereits im Winter unter Vertrag nehmen. Ob sie einen neuen Anlauf starten oder wir Khedira vielleicht ganz woanders sehen – wir lassen uns überraschen.

In diesem Sinne wünschen wir Khedira viel Erfolg für seine weitere Karriere. Vielleicht geht sein Traum anderswo in Erfüllung, träumen darf ja weiterhin erlaubt sein.


David Selke

Selke und RB Leipzig, oder auch Selke und Ralph Hasenhüttl. So richtig hat die Chemie zwischen den genannten Parteien nicht gestimmt. Die Saison fing für Selke in Rio mit einer Silbermedaille bei den olympischen Spielen an. Doch die Euphorie und Freude konnte Davie nicht so richtig mit nach Leipzig bringen. Denn dort hatte sich zur selben Zeit ein eingespieltes Team gefunden, bestehend aus Timo Werner und Yussuf Poulsen. Der eine hatte als eiskalter Torschütze, der andere als Zweikampfmonster riesigen Anteil am Leipziger Erfolg. Hasenhüttl sah also keinen Grund seine Stürmer auszutauschen und so reichte es für Selke in der Hinrunde nur zu Einwechslungen in der Schlussphase.

Ähnlich zum Fall Khedira schwebten schon zur Winterpause also andere Vereine im Kopf von Selke herum. Doch nach Gesprächen mit dem Trainer und der Vereinsführung entschied sich auch Selke vorerst in Leipzig zu bleiben.

Es folgte eine lange Phase in der Rückrunde, in der man Selke nicht auf dem Platz entdecken konnte. Und das lag keinesfalls an seiner Körpergröße, mit 1,92 Meter ist er wohl kaum zu übersehen. Der Grund war ein anderer – trotz Poulsens Verletzung platzierte Hasenhüttl Selke nur auf der Bank. Oliver Burke oder auch U23-Stürmer Palacios erhielten den Vorzug vor dem 22-Jährigen. 

Spulen wir die Zeit nochmal etwas vor, dann landen wir im Olympiastadion Berlin. Es läuft die 80. Spielminute und Davie Selke steht bereit zur Einwechslung. Noch ahnte keiner, dass Selke mit zwei Toren die direkte Champions League eintüten würde. Und es kam zu einer Geschichte, die nur der Fußball schreibt und Hasenhüttl prophezeite. "Jeder Spieler wird für uns noch wichtig werden".

Doch an dieser Stelle endet wohl auch bereits die Geschichte von Davie Selke und RB Leipzig. Im Verein hat er seinen Wechselwunsch offen geäußert. Ralf Rangnick wird ihm keine Steine in den Weg legen, denn mehr Einsatzzeiten sieht der Sportdirektor für Selke in der kommenden Saison nicht. Zuletzt fanden Verhandlungen mit Werder Bremen statt, die bis jetzt noch an der Ablösesumme scheitern. Ziel von Leipziger Seite aus ist es eine höhere Ablösesumme zu bekommen, als die damals gezahlten 8 Millionen an Bremen. Im Moment ist es man sich noch nicht einig. Frank Baumann, Sportchef bei Werder, setzte ein zeitliches Ultimatum bis zum 16. Juni. Dann nämlich fährt Selke zur U21 EM in Polen. Vielleich gilt das Ultimatum auch bis zum Werder Trainingsstart Anfang Juli. So ganz einig sind sich die Medien nicht….
Zudem soll sich Borussia Mönchengladbach und englische Vereine zuletzt mit der Personalie Selke auseinandergesetzt haben.

Wohin auch immer der Weg Davie führt. Ob er zum Trainingsstart wieder am Cottaweg auftaucht, an die Weser zurückkehrt, ein Fohlen in Gladbach wird oder ganz woanders einen neuen Verein findet, wir wünschen Selke viel Erfolg auf der Suche nach dem richtigen Team und falls es ihn aus Leipzig wegzieht natürlich alles Gute für seine weitere Karriere


Oliver Burke

Das erste Saisonspiel in Hoffenheim war schon vorüber und plötzlich stand ein, den meisten unbekannter Schotte, auf der Matte – Oliver Burke. Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl steckten große Hoffnungen in den 20-Jährigen. Sein Start war gut, in seinem ersten Spiel bereitete er das Siegtor gegen Dortmund vor und traf in Köln direkt selbst.

Mit einem kritischen Auge betrachtet hat die Geschichte von Oliver Burke keine weiteren Erfolge aufzuweisen. Regelmäßige Kurzeinsätze und fünf Spiele von Beginn an hinterließen Eindrücke, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Mal wurde er für seine Laufwege und Pässe gelobt, mal für fehlende Ausdauer und mangelhaftes Umschaltspiel kritisiert. Am Ende der Saison jedenfalls steht fest, der Junge braucht mehr Spielpraxis. Aufgrund von Mehrfachbelastung ist diese zur nächsten Spielzeit nicht ausgeschlossen. Im Spiel gegen Frankfurt wurde er bereits mit Poulsen im Sturm getestet. Fest steht aber auch, dass der Schotte eine Schippe drauflegen werden muss. Seine Festplatte ist noch lange nicht voll. Um das von Rangnick und Hasenhüttl betitelte „Naturereignis“ auch auf dem Platz präsentieren zu können, muss er vor allem lernen, das Spiel seiner Mitspieler besser und schneller zu lesen. Dann werden wir mit dem Schotten in der nächsten Saison sicher Freude haben und endlich auch wieder ein Tor von ihm bejubeln können.


Marius Müller

Was kann man über den Torwart Marius Müller schreiben? Im Sommer aus Kaiserslautern gekommen, übernahm er viele Unterhaltungsvideos auf der Homepage von RB Leipzig. Auf dem Platz jedoch konnte er nicht für lachende Gesichter sorgen. An Stammkeeper Gulácsi führte kein Weg vorbei und so wechselte er sich Woche für Woche mit Coltorti auf der Bank ab.

Mit Köhn und Mvogo stehen die Neuzugänge fürs Tor schon fest, im selben Zug verkündete Ralf Rangnick eine Leihe Müllers. Wohin diese führt, darf sich der gebürtige Hesse selber raussuchen. Diverse Zweitligisten und wohl auch Salzburg werden in seinen Gedanken sicher eine Rolle spielen, ob er danach jemals wieder nach Leipzig zurückkehrt, ist offen. Denn bekanntlich führten Leihen bisher nur aus Leipzig raus und eher selten wieder hinein. 


Dominik Kaiser

Einer, der diesen Sommer definitiv nicht aus der Messestadt weggehen wird, aber trotzdem eine ungeklärte Perspektive in Leipzig hat. Der Kapitän durfte zu Beginn der Erstligasaison sein Team noch selbst anführen und schoss als mittlerweile fast schon einziges „Ur-Gestein“ das erste Bundesligator überhaupt für Rasenballsport. Bald aber waren die Konkurrenten Sabitzer und Forsberg zu stark für den 28-Jährigen und die Bank rief.

Klar war es keine einfache Saison für Kaiser, doch er bekannte sich vor wenigen Wochen zum Verein und erklärte, seinen Vertrag (Laufzeit bis 2018) erfüllen zu wollen. Vor allem in der Bundesliga wird er sich sicher mehr Einsatzzeiten erhoffen, denn auch Sabitzer und Forsberg werden nach wiederholten Englischen Wochen eine Pause brauchen. Die Frage ist, inwiefern weitere Neuzugänge für das offensive Mittelfeld zum Kader zustoßen werden, die Kaiser das Leben schwer machen wollen. Klingt erstmal dramatisch, aber Kaiser wird definitiv eine Schippe drauflegen müssen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Doch Kaiser wird auch neben dem Platz eine weiterhin wichtige Rolle spielen. Mit seiner Ruhe und Erfahrung war er schon immer ein Faktor für den Zusammenhalt der jungen Truppe.
Nach seiner Fußballkarriere ist eine andere Rolle im Verein für Dominik Kaiser wohl sicher. Diese wird der 28-Jährige mit Sicherheit aber noch nicht im nächsten Jahr einnehmen wollen. Im Augenblick kann man sich nicht vorstellen, dass der Schwabe seinen Vertrag bei RB Leipzig nochmal verlängert. Doch man weiß nie, was die Saison so mit sich bringen wird und ob Kaiser vielleicht eine tragende Rolle im Bundesliga Kader übernimmt.

emi.rbgt.39