Header Image
Internationales Vorglühen beim Emirates Cup

Internationales Vorglühen beim Emirates Cup

Am Wochenende findet die 9. Auflage des Emirates Cup des FC Arsenal statt. Gut zehn Jahre nach der Erstaustragung laden die Londoner den deutschen Vizemeister ein. Die Rasenballsportler können sich auf eine starke Generalprobe hinsichtlich der anstehenden Champions League Saison freuen.

Hier würde ein Spenden-Widget von GoFundMe geladen werden. Das lädt Inhalte eines externen Anbieters inklusive dessen Cookies.

Seit 2007 tragen die Gunners unter dem Namen ihres Hauptsponsors fast jährlich das Vorbereitungsturnier im Norden Londons aus. Lediglich 2012 und 2016 pausierte man. Neben den Gastgebern nehmen drei weitere internationale Top Teams aus der ganzen Welt teil. Mannschaften wie Paris St. Germain, Atletico Madrid, Real Madrid, AS Monaco, FC Porto aber auch Teams von anderen Kontinenten, zum Beispiel die Boca Juniors oder New York Red Bull, gaben sich bereits ein Stelldichein. Als Deutsche Vertreter konnte sich der HSV sogar den Titel holen, dem VfL Wolfsburg gelang ein 3. Platz. Dieses Jahr geht es für Rasenballsport Leipzig ins Emirates Stadium, um neben dem wichtigen Erfahrungszuwachs, auch den ersten kleinen internationalen Titel zu gewinnen.


Die Turnierregeln
Insgesamt gibt es vier Teilnehmer, welche je zwei Spiele über 90 Minuten absolvieren. Kleiner Wermutstropfen für die Roten Bullen: Aufgrund dieser Regelung gibt es keine Partie gegen den Gastgeber. Das erste Lospech. Mit Benfica Lissabon und dem FC Sevilla warten trotzdem starke Herausforderungen.

Wegen der fehlenden K.O.-Phase gibt es weder Verlängerung noch Elfmeterschießen, so dass je nach Ergebnis nach 90 Minuten 3 Punkte für einen Sieg oder 1 Punkt für ein Unentschieden verteilt werden. Zudem gibt es pro erzieltes Tor einen weiteren Punkt. Gegentore werden nicht vom Punktekontingent abgezogen.

Sieger des Turniers wird die Mannschaft mit den meisten Punkten. Bei Punktgleichheit entscheidet die Tor-Differenz. Ist diese gleich, holt die Mannschaft mit den meist abgegebenen Torschüssen den Titel. Frei nach einer alten Kanoniermentalität gilt für Poulsen und Co.: Ballern aus allen Rohren.


Die Teilnehmer
Neben den gastgebenden Gunners und den Roten Bullen aus Leipzig, treten noch die portugiesischen Adler (Aguias) von Benfica Lissabon und die Sevillistas, also der FC Sevilla, an. Sowohl Benfica, als auch die Leipziger haben sich bereits für die Champions League qualifiziert. Der FC Sevilla muss noch nachsitzen. Einzig allein die Heimmannschaft verpasst definitiv die Königsklasse und sorgt somit nicht für ein königliches Quartett.


FC Arsenal
20 Jahre lang konnten die Gooners Europa als Teilnehmer des europäischen Topwettbewerbs bereisen. Die Serie ist in der letzten Saison gerissen und man muss sich nun dank Platz 5 in der Premier League mit der Europa League begnügen. Trotz dessen konnte Manager-Urgestein Arsene Wenger bisher die Topstars um Aaron Ramsey, Mesut Özil und Alexis Sanchez halten. Zu dem konnten ablösefrei Sead Kolasinac von Schalke und für 53 Millionen Euro Alexandre Lacazette von Lyon verpflichtet werden. Die Mannschaft ist also eingespielt und sicher einer der Favoriten auf den Titel, auch wenn gern die jungen Spieler in diesem Turnier getestet werden. Dass es nicht zu einem Aufeinandertreffen mit den Roten Bullen kommt, hat zumindest einen Vorteil: Das elsässische Sprachtalent Wenger kann keinen der aufspielenden Leistungsträger von RB Leipzig live beobachten und einen Wechsel an der Seitenlinie in die Wege führen.
Kurzes informatives Missverständnissen vorbeugendes Statement: Gunners sind die Spieler, Gooners sind die Fans.


FC Sevilla
Für den FC Sevilla gilt dieses Turnier wohl als Generalprobe für die anstehende Runde in der Champions League Qualifikation Mitte August. Entsprechend sollte die Mannschaft schon eine gewisse Eingespieltheit aufweisen und ist somit als erster Gegner für die Rasenballer gefährlich. Anpfiff ist am Samstag, den 30.07.2017, um 15.00 Uhr. Sevilla gilt als feste Größe im spanischen Fußball und beendete die Vorsaison auf Platz 4. Auch wenn man meist im Schatten der großen 3 Spaniens steht, hat der FC Sevilla eine große internationale Erfahrung. Dreimal gewann man die Europa League und ist damit Rekordsieger des zur Saison eingeführten Pokals. Letzte Saison spielte man als Titelträger in der Champions League und kam bis ins Achtelfinale. Die Mannschaft besticht nicht wirklich durch große Stars, schafft es dennoch mit typisch spanisch temporeichen und technisch starken Fußball zu überzeugen. In Deutschland bekannt ist der Ex-Schalker Sergio Escudero. Ansonsten hat man ein gefälliges Mittelfeld mit Steven N'Zonzi und Neuzugang aus Mailand Ever Banega. Offensiv für Wirbel sorgend sind das argentinische Talent Joaquin Correa oder der inselerprobte Neuling Nolito zu beachten. Top Transfer ist Luis Muriel. Er soll im Sturmzentrum für Tore sorgen.

Der FC Sevilla ist wohl das gefährlichste Team im Wettbewerb. Bereits zwei Wochen später geht es für die Mannschaft um die Wurst. Vielleicht hat man Glück und man ist noch etwas müde von der Vorbereitung. Der Kader weist jedoch eine gute Mischung auf.


Benfica Lissabon
Auch der portugiesische Meister gibt sich die Ehre und ist am Sonntag, ebenfalls ab 15.00 Uhr Gegner der weitestgehend weiß behemdeten von der Elster. Auch wenn die Liga NOS nicht unbedingt als die ausgeglichenste gilt, ist Benfica eine erfolgreiche Mannschaft im internationalen Geschäft. Regelmäßige K.O.-Phasen-Teilnahmen in der Königsklasse und mehre Finalspiele in der Europa League sprechen für eine Konstante im europäischen Spitzenfußball. Einzig allein ein abergläubiger Ausspruch des ehemaligen Trainers Guttmann sorgte dafür, dass seit 1962 kein europäischer Titel mehr gewonnen wurde. 100 Jahre lang soll der Guttmann-Fluch anhalten, trotzdem ist Benfica Jahr für Jahr international vertreten. Und das nicht unerfolgreich. Die Club-Philosophie zeichnet eine starke Jugendarbeit aus. Aktuelle Talente wie Renato Sanches (FC Bayern) oder Bernardo Silva (Manchester City) haben die portugiesische Hauptstadt in Richtung Weltspitze verlassen. Ähnlich wie beim FC Sevilla besteht die Mannschaft derzeit aus keinem wirklichen Star, haben jedoch eine ordentliche Portion an Erfahrung. Eine Mischung aus gestandenen Spielern, wie der Mittelfeldstratege Pizzi oder Rechtsaußen Eduardo Salvio unterstützen die Talente um Alejandro Grimaldo und Franco Cervi. Die Leipziger sollten zudem noch den Schweizer Neuzugang aus Frankfurt kennen: Haris Seferovic.

Es bleibt nicht aus zusagen, dass Benfica kurz vor einem Umbruch steht. Einige Jungspunde haben den Verein für gutes Geld verlassen. Zurück bleibt ein Team im besten Fußballalter mit Tendenz zum älteren Eisen. Aber gerade diese natürliche Abgeklärtheit kann gegen eine junge wilde Truppe wie RB Leipzig Vorteile haben. Vielleicht sind jedoch zwei Spiele hintereinander dann aber doch zu viel.


Rasenballsport Leipzig
Sensationell hat sich der ehemalige Aufsteiger und nun Vize-Meister diesen internationalen Test verdient. Die Mannschaft steht vor einem weiteren Schritt, nachdem man in der letzten Saison eine große Hürde mit Bravour gemeistert hat. Eine wesentliche Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Stammkader gehalten wird und mit einigen Neuzugängen verstärkt wird. Der Konkurrenzkampf wurde gekonnt verstärkt und der Kader in der breite verbessert. Bleibt nun die Frage, wie die internationale Konkurrenz auf den Fußball der Rasenballsportler reagiert und ob die Mehrfachbelastung nicht zu viel für die jungen Messestädter wird. Auch was die Begehrlichkeiten auf dem internationalen Top-Parkett betrifft, muss man nun lernen. Die ersten Störgeräusche gab es bereits, was jedoch von der Vereinsführung abgefangen wurde. Was es für die einzelnen Charaktere im Team mit sich bringt wird sich zeigen. Der eigenen Einkaufspolitik blieb man sich treu und verpflichtete eher unbekannte Talente wie Jean-Kevin Augustin oder Konrad Laimer. Am ehesten ist noch Bruma bekannt. Mit dem bereits bewiesenen Talent von Naby Keita, Emil Forsberg, Timo Werner, Yussuf Poulsen, Diego Demme oder Willi Orban, scheint der Plan einer internationalen schlagkräftigen Truppe erfüllt zu sein. Spannend wird es nun, wie man sich mit den ersten internationalen Größen schlägt, auch wenn natürlich noch der Testspielcharakter bestehen bleibt.

Unerfahren und befreit kann das junge Team um Trainer Hasenhüttl in dieses Turnier gehen. Es steht zwar der erste Gradmesser mit Topvereinen und ein erster kleiner Schnupperkurs für die kommende Champions League Saison an. Die Erfahrungspunkte für jeden stehen dennoch im Vordergrund und wer Hasenhüttl kennt, wird feststellen müssen, dass niemanden hier die ersten königlichen Minuten vergönnt werden soll. Eine starke Rotation kann daher erwartet werden.


Erlebnis für die Fans
Die ersten Fans aus Leipzig haben die Gelegenheit genutzt sich an den europäischen Spitzenfußball zu gewöhnen und reisen mit nach London. Selbstverständlich nicht ohne ein Picknick im Rosental von London, dem Hyde Park, zu veranstalten. Gemeinsam mit den einheimischen Gooners und den Fans aus Lissabon und Sevilla soll sich ein wenig auf kommende Saison vorbereitet und ein internationales Fußballfest gefeiert werden.

Wer nicht mitreist, kann sich die Spiele von RBL im Free TV anschauen. Sport 1 überträgt das Spiel am Samstag und das zweite Spiel übernimmt der MDR. Wer alle Spiele live von zu Hause schauen möchte, muss auf den kostenpflichtigen Stream Anbieter DAZN zurückgreifen.


Fazit
Ein Sommerturnier und internationaler Schnupperkurs für Mannschaft und Fans von Rasenballsport Leipzig, Der sportliche Erfolg steht wie bei jedem Vorbereitungsturnier im Hintergrund, trotzdem können wichtige Erkenntnisse auf und neben dem Platz gesammelt werden. Top-Favorit sollte der FC Sevilla sein, die sich schon in der Endphase der Vorbereitung befinden. Aber auch der FC Arsenal will natürlich in der Heimat nicht versagen. Benfica wird beweisen müssen, was sie drauf haben und mit dem Rasenballsport aus Leipzig haben sie einen Gegner, der sicher weiterhin für Furore sorgen kann. Ob die Roten Bullen sich für den ersten Anzug entscheiden, weiß nur der Trainer. Aber wenn nicht, kann sich gern auch die zweite Garde etwas auf die Festplatte spielen lassen.

Allen Mitreisenden ein schönes Erlebnis in der Hauptstadt Englands und kommt genauso heil wieder, wie die Spieler der Roten Bullen. Am besten mit so einem Pokal aus England. In diesem Sinne: Chears!

tony4arsenal