Erst pfui dann hui. Leipzigs zwei Gesichter beim Pokalsieg in Köln!
Inhalt
Mer lasse den Werner in Leipzig
Ohne Timo ging‘s nach Kölle. Der Stürmer-Star plagte ein Magen-Darm Infekt. Auch Sabitzer musste verletzungsbedingt passen. Dafür kamen Upamecano und Laimer zu ihrem ersten Pflichtspieleinsatz und komplettierten mit Klostermann und Mukiele die Abwehrreihe. Die bisherigen Stammspieler Konaté, Saracchi und Orban erhielten dafür eine Pause, denn immerhin stehen in den kommenden 8 Tagen drei Auswärtsreisen an. Draußen blieben auch Kampl (Dauerbrenner der Vorbereitung) und Cunha, für Mvogo rückte Gulácsi zurück in den Kasten.
Sommerkick
Trotz Rotation, drehte sich in den ersten Minuten wenig bei RBL. Torschüsse blieben Mangelware, denn die Kölner Defensive um die Ex-Leipziger Willers und Koronkiewicz stand sicher. Den Rasenballern fiel insgesamt wenig ein. Zu behäbig wurden die Angriffe vorgetragen, zu wenig wurden aus den Standards herausgeholt. Zwar kontrollierte die Rangnick-Elf das Spiel, mehr jedoch auch nicht. Köln versuchte zu Kontern und kam durch einen Seitfallzieher zu einer Halbchance, der Ball von Backszat kullerte jedoch an Gulácsis Kasten vorbei (24.).

Die Fans waren diesmal deutlich zahlreicher angereist.
Same procedure as every year?
Und so kam, was kommen musste. Leipzig hatte sich erfolgreich eingeschläfert und Köln nutzte die sich einzig bietende Chance. Ein verunglückter Flankenversuch wurde von Koronkiewicz abgefangen, der Ex-RBLer, seinerzeit unter Zorniger 12/13 chancenlos, ließ Demme und Ilsanker mühelos stehen, tanzte den sehr behäbig wirkenden Upamecano aus und brachte die Flanke präzise auf Golley. Der war vor Laimer am Ball und vollendete eiskalt mit dem einzigen Schuss aufs Tor der gesamten ersten Halbzeit zum 1:0.Mukiele hatte noch versucht dazwischenzuspitzeln, hätte dafür aber wohl ein deutlich längeres Bein gebraucht. Ein extrem schlecht verteidigter Gegenzug und ein Spielverlauf der an die letzte Rückrunde erinnerte.
Rangnick verpasst den Jungs einen Einlauf
Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabine. Wo Rangnick sicherlich nur mäßig begeistert war. Offensiv zahnlos, defensiv unaufmerksam, eine denkbar schlechte Kombination und zum dritten Mal in Folge ein Auswärtsspiel, in dem RBL nicht gut aussah. Nur das sie es zuvor nicht nötig hatten, heute allerdings schon. Jedenfalls reagierte der Übungsleiter und brachte mit Kampl und Saracchi für Ilsanker und Laimer die beiden bisher besten Leipziger der Vorbereitung. Kicker, die er bei einem ansprechenden Spielverlauf wohl für das Spiel gegen Luhansk geschont hätte. Was immer auch Rangnick seinen Schützlingen in der Kabine gesagt hatte, sie kamen nun deutlich besser ins Spiel.
Mit Saracchi und Wut im Bauch
Dass Rangnick die richtigen Worte gefunden hatte, sahen die
mitgereisten Leipziger sofort. Es war nun ein ganz anderer Zug im Spiel. Besonders
Saracchi sorgte mit seiner Art für mächtig Dampf auf Links und auch Forsberg
fand mit Kampl an seiner Seite nun endlich ins Spiel. So prüfte nach Kampl
Freistoß Augustin erstmals Patzler und nach der folgenden Ecke musste der
Torhüter einen Schuss von Demme parieren.

Forsberg kam im zweiten Durchgang besser ins Spiel.
Poulsen und Forsberg drehen das Spiel
Leipzig erhöhte nun beständig den Druck und kam durch Poulsen zum verdienten Ausgleich. Forsberg hatte Bruma auf die Reise geschickt. Seinen Schuss wehrte Patzler direkt zum freistehenden Klostermann ab, der den Ball aber an den Pfosten köpfte. Das Spielgerät prallte zu ihm zurück und diesmal legte er per Kopf für Poulsen auf, der den Ball über die Linie stocherte (61.).
Nur drei Minuten später traf Augustin die Latte, ehe
Forsberg es in der 69. Spielminute besser machte. Einen Konter brachte er zum
freistehenden Kampl, dessen Schuss von Reiche vor die Füße von Forsberg
geblockt wurde. Der Schwede fackelte nicht lange und jagte den Ball mit Wucht
unter die Latte.
Die Partie im Sack? Mitnichten!
Wer nun dachte der Drops wäre gelutscht sollte sich getäuscht sehen. Die Torkombo der Viktoria hatte noch einen Pfeil im Köcher. Golley setzte diesmal Koronkiewicz ein, der frei aufs Tor zulaufen konnte. Upamecano hatte in der Mitte das Abseits aufgehoben und so musste Saracchi in den sauren Apfel beißen und „PaKo“ stoppen. Dies war nur mit unfairen Mitteln zu bewerkstelligen, Rot die Folge. So war der Arbeitstag für Saracchi nach nur 30 Minuten auch schon wieder beendet. Im Gegensatz zu Platzverweisen aus den letzten zwei Spielzeiten dieser aber mal durchaus einer mit Sinngehalt. Der folgende Freistoß landete in der Mauer.
Leipzig fightet sich in Runde 2
Eine Viertelstunde blieb den Gastgebern noch. Die nun
nochmal alles nach vorne warfen. Für Bruma kam Konaté ins Spiel, der sich zügig
Gelb abholte. RBL konnte kaum für Entlastung sorgen und musste so bis in die
Nachspielzeit zittern. Da fasste sich der bis dahin eher unauffällige Augustin
ein Herz, nahm einen herausgeschlagenen Ball auf und marschierte an zwei
Kölnern vorbei von der Mittellinie bis zum Tor. Dort netzte er präzise ein und
vollendete zum 3:1 Endstand (90.+3).

Wernze: Kein Sieg, dafür darf er seine 180.000 € behalten.
Fazit
Zwei starke Halbzeiten, das wäre mal was… Abseits des Gegentores und der wackligen Endphase in Unterzahl hat RBL wenig zugelassen, blieb aber im ersten Durchgang absolut farblos. Bei den Kölner Konterversuchen wirkte besonders Upamecano nicht sonderlich sattelfest, er ist noch weit entfernt von seiner Bestform. Auch Klostermann bleibt weiter ein Sorgenkind.
Dafür gab es eine sehr gute zweite Hälfte, in der Leipzig
den nötigen Ernst an den Tag legte. Der Aussetzer der dann zur roten Karte
führte machte das Spiel nochmal unnötig spannend. Denn Köln war nah dran am
Ausgleich. Immerhin drehte RBL erstmals seit dem Heimsieg gegen die Bayern wieder ein Spiel!
Während in Köln also die Pokalsensation ausblieb und Wernze
seine 180.000 Euro nun anderweitig ausgeben kann, gab es die wahre
Pokalsensation nur wenige hundert Meter von der Red Bull Arena entfernt, wo
Chemie Regensburg aus dem Pokal kegelte. Wunschlos für die zweite Runde? Die Auslosung findet übrigens am kommenden Samstag um 18 Uhr statt - parallel zu unserem Auswärtsspiel in Dortmund.
Nun geht es in die Südostukraine nach Saporischschja. Gegen Luhansk sollte man im Hinspiel von Beginn an hellwachs ein, denn Kontern können die Ukrainer. Der Start in die englische Auswärtswoche also gelungen, wenngleich am Ende wohl etwas mehr investiert werden musste, um den Rückstand wieder auszubügeln. Andere Bundesligisten sind nicht so glimpflich davongekommen. Alles noch im Lot an der Pleiße!
Statistik
FC Viktoria Köln: Patzler – Lang, Reiche (C), Willers, Baumgärtel – Lohmar (76. Klefisch) – Saghiri, Backszat – Koronkiewicz, Golley (82. Popovic) – Mfumu (57. Kreyer)
RB Leipzig: Gulácsi – Laimer (46. Saracci), Upamecano, Mukiele, Klostermann – Demme (C), Ilsanker (46. Kampl) – Forsberg, Bruma (78. Konaté) – Augustin, Poulsen
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)
Tore: 1:0 Golley (39.), 1:1 Poulsen (61.), 1:2 Forsberg (69.), 1:3 Augustin (90.+3)
Torschüsse: 10 / 18
Schüsse aufs Tor: 3 / 8
Ballbesitz: 33% / 67%
Passquote: 61% / 81%
Zweikampfquote: 49% / 51%
Fouls: 11 / 15
Ecken: 2 /12
Abseits: 1 / 0
Gelbe Karten: - / Mukiele (1), Konaté (1)
Rote Karte: Saracchi (77.)
Zuschauer: 4.712 (ca. 600 RBL Fans)
Rumpelstilzchen
Niemand ist gezwungen Kommentare abzugeben aber auch niemand sie zu lesen. Und es tut mir leid aber wenn man nur positives zu den Testspielen schreiben darf, dann würden hier gar keine Kommentare stehen und der Thread wäre "tot", weil da aktuell einfach nichts positives zu sehen ist. Edit: 2 Torschüsse in 120min sprechen schon eine deutliche Sprache.