Being Ralf Rangnick – FIFA 19 im Bullen-Test
Alle Jahre wieder - EA´s Fussballsimulation ist da
Alle Jahre wieder rennen die Zocker der ganzen Welt in die Elektronikfachgeschäfte ihres Vertrauens – oder wahlweise zu Amazon – um Ende September Teil der FIFA-Community zu bleiben oder zu werden. Der Markt für die Simulation ist mittlerweile so groß, dass sie fester Bestandteil der eSports-Szene ist und zahlreiche Bundesligisten auch Profis am Controller unter Vertrag haben. So auch RB Leipzig, das seit August 2017 mit Cihan Yasarlar einen eigenen FIFA-Spieler ins Rennen schickt.
Auch im neuen Ableger vom Electronic Arts Entwicklerstudio könnt ihr wieder in die Rolle von Ralf Rangnick schlüpfen und mit Leipzig in die glorreichen Sphären des Weltfußballs aufsteigen. Doch lohnt sich die Investition von ca. 59 € und welche Werte haben unsere Roten Bullen?
Was ist neu bei Fifa 19?
Die Gamer-Gemeinschaft ist ein kritisches Völkchen. Seit Jahren sieht sich EA Sports (It’s in the game) großer Kritik ausgesetzt. Sei es, wegen Geldmacherei in ihrem Erfolgsmodus „FIFA Ultimate Team“ oder unrealistischem und fehlerbehafteten Gameplay. Doch eine Sache bleibt stets, wie immer: Auch FIFA 19 ist das Lizenzmonster der Fußballsimulationen. Besonders im Vergleich zum Konkurrenten „Pro Evolution Soccer“ kann der aktuelle Teil wieder mit einem erweiterten Lizenzportfolio punkten. Neu dazu kommen nämlich die Champions League und die Europa League, womit diese Wettbewerbe nicht nur einzeln gespielt werden können, sondern auch den Karrieremodus an Realismus komplettieren. So könnt ihr dieses Jahr schon die voll-lizensierte Trophäe der EL in die Höhe stemmen, noch bevor das unsere Leipziger Jungs nächstes Jahr tun werden.
Weiterhin kommen auch die Chinese Super League und die Serie A (zuvor Calcio A) in realistischer Weise neu dazu, ebenso wie die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft. Bei den spielbaren Modi ändert sich nicht so viel – Pro Clubs, der Karrieremodus und Ultimate Team sind in größtenteils alter Form vertreten. Auch Alex Hunter kehrt im Journey-Modus für sein drittes und letztes Abenteuer zurück. Dafür bietet der Antoß ein paar lustige Neuerungen vor allem für Multiplayer: die House-Rules. Dort kann man verschiedene Spielereien einstellen, um das Zocken mit Freunden noch lustiger zu gestalten. Sollen zum Beispiel Distanz-Tore doppelt zählen oder nur Kopfbälle, Volleys und Standards gewertet werden? Oder habt ihr lästige Regeln wie Abseits und Fouls satt? Die House-Rules machen es möglich.
In Sachen Gameplay wurden auch Änderungen angekündigt, wie das Abschlusstiming und das Active-Touch-System, durch welche Schüsse und Dribbling verbessert werden sollen. Mit den 50/50-Battles werden zudem Zweikämpfe realistischer und unvorhersehbarer. In der Demoversion des Spiels sind die neuen Gameplay-Features allerdings nur marginal zu merken – letztendlich ist es wie bei vielen FIFA-Teilen: Es fühlt sich alles etwas anders an, aber das Rad ist nicht neu erfunden worden. Es sind jedoch taktisch differenziertere Anweisungen möglich, die sich EA beim Konkurrenten von Konami abgeschaut hat. Welche Auswirkungen diese auf dem virtuellen Platz haben, darf gespannt beobachtet werden.
Die virtuelle Welt des Augustin
Gameplay-Neuerungen hin oder her, für viele geht es bei FIFA darum, den Platz mit „ihrer“ Mannschaft zu dominieren, Freunde mit Werner abzuschießen und mit Leipzig den Champions League-Thron zu erklimmen. Wie einfach oder schwer das wird, hängt natürlich von den Spielerwerten ab.
Der beste Spieler im Leipziger Kader ist Timo Werner mit einem Gesamtwert von 83 und einem Potential im Karrieremodus von 87. Unser Stürmer glänzt – wie sollte es anders sein – vor allem durch seinen 93er Wert in Beschleunigung und Sprintgeschwindigkeit gepaart mit einem 87er Abschluss. Das macht den deutschen Nationalspieler mit Sicherheit auch wieder zu einem beliebten Spieler in Ultimate Team, da das Tempo eine der wichtigsten Eigenschaften in der Sportsimulation ist. Mit Forsberg (82), Kampl (82) und Sabitzer (81) haben wir noch drei andere Spieler mit einem Wert über 80 im Kader.
Für die Karrierespieler unter euch ist aber nicht nur der jetzige Wert entscheidend, sondern auch das Potential – und da glänzt der junge Kader der Roten Bullen natürlich. Das größte Potential laut EA besitzt Dayot Upamecano (76), der sich zu einem 88er Weltklasse-Innenverteidiger entwickeln kann. Da wollen wir nicht widersprechen. Unsere zukünftigen Juwelen befinden sich überhaupt eher im defensiven Bereich. Entwickeln sich die Jungs wie FIFA 19 es voraussagt, stellen wir in ein paar Jahren mit Mukiele (77 zu 86), Konate (73 zu 84), Saracchi (75 zu 85) und eben Upamecano eine Weltklasse-Viererkette.
Allerdings ist auch in der Offensive vorgesorgt. Neben
Werner steigen Augustin (76 zu 85) und Matheus Cunha (67 zu
85) bei richtiger Behandlung ebenfalls zu stabilen Topwerten auf. Einzig die
hauseigenen Talente sind etwas enttäuschend, dort befindet sich kein
zukünftiger Über-80er, außer der derzeit an Fürth ausgeliehene Elias
Abouchabaka (63 zu 80), dem allerdings im letzten FIFA-Teil
eine noch größere Zukunft vorausgesagt wurde.
Alle RB-Spieler in der Übersicht -> RB Leipzig
Fazit
Unsere virtuellen Leipziger Jungs machen Lust, den Karrieremodus voll auszureizen und die Zukunft des Fußballs rot-weiß erblühen zu lassen. Wohl kaum bei einem anderen Verein ist das so realistisch möglich wie bei uns, denn wer einen Spieler ab 25 als „alt“ befindet, ist bei FIFA bekanntlich genau richtig. Schade allerdings, dass das Geschichte schreiben auf der Konsole kaum wirkliche Neuerungen bieten wird, um das Managererlebnis zu verbessern. Echte Liebhaber einer vernünftigen Fußballsimulation wird das wohl kaum abschrecken, sich den neuen Teil zu beschaffen. Und wer kann es ihnen verdenken? Die erste Leipziger Meisterschaft, Werner zum Golden Boot ballern und gleichzeitig noch die Nationalmannschaft wieder rehabilitieren machen den ab und an rauen Bundesliga-Alltag doch gleich etwas erträglicher. Die virtuelle Welt hat ihre Vorteile, weder Handy-Eskapaden noch der Videobeweis werden euch bei FIFA 19 nerven. Spielerproteste beschränken sich auf Sätze wie „Hey Trainer, ich bin derzeit wirklich gut in Form und würde gerne im nächsten Spiel spielen“ und Petr Cech trägt auch bei Vertragsverhandlungen seinen Helm. It’s in the game.
FM7
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion