Offensivpower – Brisantes Duell für unsere Rasenballer beim FCA
Auf geht’s zum 2. Teil der englischen Wochen in der Hinrunde 2018/19. Das erste Match von sieben Spielen findet nun am Samstag in Augsburg statt. Es ist auch ein Wiedersehen mit Rani Khedira, der nach dem Wechsel von RB sich dort als Stammspieler etablieren konnte und eine wichtige Stütze in der Mittelachse vom FC Augsburg ist. Einerseits spielt er im zentralen Mittelfeld, ist aber auch andererseits als Innenverteidiger bisher flexibel einsetzbar. Auf RB-Seite konnte man nach dem eher holprigen Saisonstart von Spiel zu Spiel fulminant aufdrehen und bewies zuletzt genau die Tugenden wie auch die Formstärke und Spielweise, die annähernd der erfolgreichen Auftaktsaison von vor zwei Jahren gleicht.
Ralf Rangnick und sein Trainerteam hat es demnach ‚irgendwie‘ geschafft nach der turbulenten Anfangsphase die vakanten Spieler wach zu rütteln und die bekannte RB-Spielweise allen Beteiligten einzuimpfen, so dass man sich aktuell sogar auf den zweiten Tabellenplatz wiederfindet. Denkbar ungünstig kam nun die zweiwöchige Länderspielpause, da man aus dem Spielrhythmus und der Erfolgsserie in gewisser Weise herausgerissen werden kann. Jedoch geht es allen beteiligten Mannschaften so und so sollte auch mit einem Rumpfteam in den letzten beiden Wochen und den spät dazu gestoßenen Nationalspielern noch eine halbwegs detaillierte Spielvorbereitung möglich sein.
Head-to-Head: Torhüter schenken sich nichts
Zu Saisonbeginn vollzog der FC Augsburg einen Torhüterwechsel. Fabian Giefer, der nach einigen Patzern in der Kritik stand und dessen Fehler mit zu einigen Punktverlusten führten, wurde durch Andreas Luthe ab dem 5. Spieltag ersetzt, der seine Sache darauffolgend auch sehr gut machte. Beim Unentschieden gegen Bayern München bekam der neue Augsburger Schlussmann Bestnoten und war auch beim klaren Sieg gegen Freiburg ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Bei der eher unglücklichen und unnötigen 3:4 Niederlage in Dortmund, konnte er die vier Gegentreffer nicht verhindern; aber das kennen wir ja auch irgendwie schon von unserer Partie in Westfalen zu Saisonbeginn. Für Péter Gulácsi, der in den letzten drei Spielen nur einmal hinter sich greifen musste, läuft es in der Bundesligasaison immer besser. Generell hat er wie Andreas Luthe seine Stärken auf der Linie, sollte aber aufgrund seiner sportlichen Erfahrung einen kleinen Vorteil haben, die sich eventuell in bestimmten Spielsituation positiv auswirken könnte. Mit 1,95 Meter Körpergröße kann aber auch der Augsburger Schlussmann punkten und den Vorteil beim Herauslaufen und Abfangen von Flanken nutzen, wie auch auf der Linie platzierte Schüsse halten. Fazit - Unentschieden

Péter Gulácsi – Unser Schlussmann musste in den vergangenen drei Bundesligaspielen nur einmal hinter sich greifen. Wir drücken die Daumen das die Quote weiterhin Bestand hat.
Head-to-Head: ausgeglichener Sturm
Ein Sahnehäubchen für diese Partie bildet vor allem die Offensive beider Mannschaften. Im Schnitt erzielten beide Teams bisher mindestens zwei Treffer pro Spiel. Großen Anteil hatten hier die Stürmer, die sich im Vergleich auch nichts schenken. Mit Gregoritsch und Finnbogason hat der FC Augsburg zwei richtige Torgaranten im Kader, die sich so manch ein gutklassiger Verein wünschen würde. In der letzten Saison erzielten beide Spieler 25 Tore zusammen, während Werner und Augustin auf 22 Treffer kamen. Auch in dieser Saison scheint es nach überstandener Verletzung und dem späten Saisoneinstieg von Finnbogason wieder auf Augsburger Seite zu fruchten. So erzielte der isländische Nationalspieler gleich 4 Treffer in seinen zwei bisherigen Matches und offenbarte somit wieder seine Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor. Auch Gregoritsch, der ähnlich wie Yussuf Poulsen agiert und zweikampfstark ist, hat schon 2 Tore auf seiner Habenseite und freut sich, wieder neben seinem alten Sturmpartner aufspielen zu dürfen. Der Augsburg-Profi und österreichische Nationalspieler laborierte unter der Woche an Oberschenkelproblemen und nahm nicht an den Länderspielen teil, sein Einsatz wird aber gegen uns nicht gefährdet sein.
Beim letzten Heimspiel und 4:1 Triumph über den SC Freiburg gewannen beide Augsburger Angreifer über 80% ihrer Zweikämpfe, was für Stürmer eine enorm hohe Quote ist. Im letzten Auswärtsspiel in Dortmund sah es schon wieder anders und dies wird auch auf RB-Seite ein wichtiger Grundstein sein, diese beiden Angreifer weitestgehend aus dem Spiel herauszunehmen. Während ein Stürmer größtenteils an seiner Torgefährlichkeit und Effektivität gemessen wird, variieren die Fähigkeiten und Fertigkeiten und somit der Spielertyp, um ans Ziel zu kommen. So ist ein Timo Werner eher zweikampfschwach, aber versteht es über geschickte Laufwege sich in Ballnähe und torgefährliche Räume zu bringen. Nur 12% Zweikampfquote gegen Stuttgart, 14% gegen Hannover oder 20% gegen Hoffenheim offenbaren eher einen Spielertyp, der über den Raum agiert und so gefährlich zum Torabschluss kommen kann. Während ein Yussuf Poulsen über die Hälfte seiner Zweikämpfe gewinnt und den Ball eher halten und verteilen kann.
Ähnlich verhält es sich mit Gregoritsch und Finnbogason, deren Spielanlage und Spielertyp dem nichts nachstehen und insgesamt ein ausgeglichenes Verhältnis darstellen. Es wird nur auf Nuancen ankommen, wer hier seine Stärken am besten entfalten kann und ebenso die beste Unterstützung im mannschaftlichen Verbund erhält. Jedoch besitzt RB Leipzig mit Augustin und Cunha starke Alternativen im Sturmspiel, so dass bei einem etwaigen Spielerwechsel neue positive Reize und kein Leistungsabbruch die Folge wäre, während der FC Augsburg nicht diese Qualität in der Breite aufbieten kann. So kann J.K. Augustin mit drei Saisontreffern bei nur acht Torschüssen eine hohe Quote aufweisen, zumal er auch ein zweikampfstarker Stürmer ist. Fazit - Unentschieden

Stürmervergleich - 30 Tore erzielten beide Teams bisher
zusammen. Ein Zwei-Tore-Schnitt verteilt über 14 Spiele lässt das Fußballherz
höher schlagen und verspricht viel Offensivpower. Yussuf Poulsen schneidet im
Vergleich der Stürmer besonders gut ab, zweikampfstark u. effizient vor dem Tor.
Head-to-Head: Mittelfeld – mehr Kreativität im Leipziger Spiel
Mit Forsberg, Kampl, Demme, Sabitzer und Bruma kann unser Rasenballsport schon mit einem lukrativen wie auch kreativen Mittelfeldkader auftrumpfen. Die Doppelsechs Kampl & Demme zeigt sich äußerst lauffreudig, in den Zweikämpfen couragiert und ist als Dreh- und Angelpunkt für die Angriffsgestaltung und allgemein für den Spielaufbau enorm wichtig. Aber auch bei Emil Forsberg und Marcel Sabitzer, die etwas mehr über die Außen und für die Offensivakzente zuständig sind, ist unverkennbar eine ansteigende Formkurve zu verzeichnen. Das Quartett hat zuletzt wieder erfolgreich funktioniert. Somit wären alle Voraussetzungen geschaffen auch in Augsburg an die guten Leistungen der letzten Bundesligaspiele anzuknüpfen.
Aber auch beim FC Augsburg findet man ein gut eingespieltes Mittelfeld vor. Mit Caiuby, Philipp Max, D. Baier, Hahn und Khedira hat man ebenso eine klare Aufgabenverteilung wie im Leipziger Mittelfeld angestrebt und agiert taktisch diszipliniert wie auch mannschaftlich geschlossen. Philipp Max ist aktuell sogar der beste Vorbereiter in der Liga für Torabschlüsse, obwohl er meist im linken defensiven Mittelfeld bzw. auf der linken Abwehrseite aufgestellt wird. Der Augsburger sammelte schon 18 Vorlagen für Torabschlüsse und mit 2 Treffern auf der Habenseite ist er ein wichtiger Teil der Augsburger Mannschaft und des Erfolges – vielleicht auch mal in Zukunft ein Nationalmannschaftskandidat für die DFB-Auswahl. Gemeinsam zieht er die Fäden mit D. Baier ausgehend vom defensiven Mittelfeld. Beide haben die meisten Ballkontakte und eine sichere Passquote, während Caiuby über die linke Offensivseite zweikampfstark sich in das Angriffsgeschehen mit einbringt.
Mit einem geschickt angesetzten Angriffspressing könnten unsere Rasenballer situativ die Stärken der Augsburger ausschalten, aber auch allgemein über ein spätes Mittelfeldpressing der eher unkreativen Spielanlage des Gegners begegnen. So geschehen beim letzten Aufeinandertreffen in der Red Bull Arena, als man den Gegner den Ball überließ und dieser in der Angriffsgestaltung oft nur mit langen Bällen zu antworten wusste. In diesem Sinne können unsere Roten Bullen ein Plus ausmachen, welches aber erst einmal umgesetzt werden muss. Fazit – Vorteil RBL
Head-to-Head: Abwehr – die Form und Konzentration entscheidet
FCA-Trainer Manuel Baum ist schon seit vier Jahren im Verein tätig und hat aus taktischer Hinsicht auch einiges anzubieten. So hat er mit seiner Mannschaft schon viel erreicht und sich zu einem ernstzunehmenden Kontrahenten entwickelt, der sogar die ganz Großen ärgern kann und dabei hin und wieder sogar Richtung oberes Tabellendrittel schielt. Viel fehlt da nicht mehr und die taktische Variabilität spiegelt sich auch im Einsatz gegen den jeweiligen Gegner wieder. Manchmal spielt man in einem 4-4-2 oder 5-4-1, wie auch 4-2-3-1 oder 3-4-3 – alles ist möglich. Dabei wechselt Rani Khedira mal vom Mittelfeld in die Innenverteidigung neben den Holländer Gouweleeuw und dem österreichischen Nationalspieler Hinteregger, so dass über einer Dreierkette und Überzahl im Abwehrzentrum noch mal versucht wird mehr Stabilität in der Defensive zu erlangen.
Schwierig wird es dann für Stürmer wie Timo Werner, die aufgrund der Defensivtaktik wenig Raum erhalten werden, so dass andere Herangehensweisen zum Tragen und ausgeschöpft werden müssen, wenn man Erfolg haben will. Auch wenn ein Timo Werner über den linken Flügel ausweicht, werden zwei zusätzliche defensive Läufer auf den Positionen der Außenbahnen dagegengestellt, die mit Max und Framberger speziell gut ausgefüllt werden. Trotzdem musste man in den letzten fünf Bundesligaspielen elf Gegentore hinnehmen, da man mangels Konzentration herbeiführte und sich somit um den verdienten Lohn brachte. Die drei Niederlagen sind bisher mit nur einem Ein-Tore-Abstand und meist durch unnötige individuelle Fehler zustande gekommen. Gegen die Bayern konnte aber die Abwehrleistung beim Unentschieden beweisen das sie durchaus in der Lage ist, auch über die gesamte Spielzeit konzentriert und fehlerfrei zu agieren. Schließlich waren die letzten Gegner mit Dortmund, Bayern und Bremen auch keine einfachen Gegner und mit Leipzig kommt nun ein ähnliches Kaliber, welches gleichermaßen couragiert und engagiert begegnet werden will.
Wie so oft hängt aber die Abwehrleistung nicht nur von den individuellen Fähigkeiten, sondern auch von den Vorderleuten und der taktischen Umsetzung alle Spieler ab. Gleiches gilt dann auch fürs Leipziger Team, dessen Kaderbreite noch mehr zu bieten hat. Da man aktuell vom Verletzungspech verschont bleibt, gibt es für Ralf Rangnick eine Vielzahl an Alternativen. So ergänzen sich Halstenberg und Saracchi, wie auch Mukiele und Laimer auf den Außenbahnen in ihren Einsätzen momentan sehr gut, während in der Innenverteidigung mit Orban, Upamecano, Konaté oder auch Ilsanker ein Überfluss vorhanden ist. Laimer sollte durchaus mit Ilsanker auf der Sechserposition Alternativen darstellen, so dass Lukas Klostermann in der Abwehr weiterhin einsetzbar wäre. Wen Ralf Rangnick den Vorzug gibt, bleibt sein Geheimnis. Denkbar wäre jedoch eine Anknüpfung zu den letzten Ligaspielen mit der Folge, dass die anderen Spieler dann in den Europa League-Spielen eingesetzt werden.
Die kognitiven Fähigkeiten werden wieder eine entscheidende Rolle spielen, erst recht in der Fremde für unsere jungen Spieler, die mental auf der Höhe sein müssen, wenn man nicht überrascht werden will. Gegen Hoffenheim auswärts hat dies neben den beiden siegreichen Zu-Null-Spielen daheim auch gut geklappt und so musste man aufgrund einer auch defensiv gut umgesetzten Spieltaktik nur ein Gegentreffer hinnehmen. Daran gilt es anzuknüpfen, um im Einklang mit den Mittelfeldspielern die Offensivstärken der Augsburger Individualisten einzugrenzen. Fazit – leichtes Plus beim RBL

Wiedersehen mit Rani Khedira – früher noch Teamkollegen, jetzt Kontrahenten. Gelingt Khedira mit seinem FC Augsburg wie beim Unentschieden bei Bayern München auch gegen unsere Rasenballer eine ähnlich gute Leistung?
Mögliche Aufstellung FC Augsburg: Luthe – Hinteregger, Khedira, Gouweleeuw – Max, Framberger – D. Baier (F. Götze), Caiuby (Koo), Hahn – Gregoritsch, Finnbogason
Mögliche Startaufstellung RB Leipzig: Gulácsi – Mukiele, Konaté (Orban), Upamecano, Halstenberg – Demme, Kampl – Sabitzer, Forsberg – Augustin (Werner), Poulsen
Für den Gastgeber FC Augsburg steht ein richtiges Fest an. Unter dem Zeichen „Retrospieltag“ feiert man gegen unseren RBL sein 111-jähriges Vereinsjubiläum. Für die Heimfans geltend möchte man mit Sitzplatzpreisen von 19,07 Euro und Stehplatztickets von 9,07 Euro an sein Gründungsjahr (1907) erinnern, wie auch mit einem großangelegten Rahmenprogramm und einer Fan-Choreo im Stadion den Stadionbesuchern ein unvergessliches Erlebnis bereiten.
Wir drücken unsere Mannschaft im Hexenkessel der WWK ARENA vor 30.000 Fans die Daumen, wie auch unseren Auswärtsfahrern, die unsere Mannschaft vor Ort unterstützen wollen. Zu verfolgen ist die Partie wie immer im Liveticker und über dem Bullenfunk - alternativ läuft das Spiel bei Sky. Das Team von RB-Fans.de wünscht dem Team von Trainer Ralf Rangnick wie immer maximalen Erfolg und hofft auf eine volle Punktausbeute!
oligei