Header Image
1:4 gegen den FC Zürich - die wichtigsten Erkenntnisse des ersten Tests

1:4 gegen den FC Zürich - die wichtigsten Erkenntnisse des ersten Tests

Testspiele sind zum Testen da und unser neuer Trainer Julian Nagelsmann nutzte dies auch in diesem Sinne. Gegen den FC Zürich, welcher kurz vor Saisonbeginn steht, setzte es eine 1:4-Niederlage, wobei dies nach vier Tagen Training und zahlreich eingesetzten U19-Spielern, kein Beinbruch ist. Wir haben die zentralen Erkenntnisse des ersten Tests zusammgefasst.

Hier würde ein Spenden-Widget von GoFundMe geladen werden. Das lädt Inhalte eines externen Anbieters inklusive dessen Cookies.

Erkenntnis 1 – 4 Tage Training sind nur 4 Tage Training

Für den FC Zürich war der gestrige Test die Generalprobe vor dem Saisonstart nächste Woche. Sie haben letzte Saison nicht ohne Grund in der Europa League gespielt und die Gruppenphase überstanden. Gutes Zweitliganiveau hat das Team und im Gegensatz zu unseren Jungs wirkten sie sehr frisch und schon eingespielt. Sie agierten auch mit dem besten Team und nicht mit Nachwuchsspielern. Den Rasenballsportlern war hingegen deutlich anzusehen, dass sie erst 4 Tage im Training sind und folglich waren sie gerade in der ersten Halbzeit klar unterlegen. Meist wird ja nach so wenig Trainingstagen ein unterklassiger Gegner gewählt, Nagelsmann entschied sich aber anders, damit das Team gleich gefordert wird.


Erkenntnis 2 – Nagelsmann agiert mit Dreierkette und flachem Aufbauspiel

Viel wurde vor der Saison spekuliert, ob Nagelsmann an der meist eingesetzten Viererkette der letzten Saison festhält oder stärker mit der aus Hoffenheim bekannten Dreierkette mit zwei ergänzenden dynamischen Außenverteidigern festhält. Im ersten Test gegen den FC Zürich agierte er in beiden Halbzeiten mit Dreierkette, wobei er auch in der ersten Halbzeit mit Krauß und Martel Spieler aus der U19 einsetzte, die das sonst nicht spielen, sondern im Mittelfelf beheimatet sind. Unabhängig vom System wurde nur selten mit langem Ball agiert, sondern flach von hinten heraus durchs Mittaufgebaut.


Erkenntnis 3 – Der Abstand der U19-Spieler zum Profiteam ist weiter zu groß

Julian Nagelsmann warf in der ersten Halbzeit mit Hartmann, Bidstrup, Krauß und Martel gleich vier U19-Spieler in die erste Elf, wobei zwei der drei Spieler in der ungewohnten Dreierkette spielten und Bidstrup den einzigen defensiven Abräumer im Mittelfeld gab. Die Jungs haben fraglos alle Talent, aber zusammen mit einem Team, was insgesamt erst vier Tage im Training ist und bei der die Abläufe neu einstudiert werden, wurde sehr deutlich, dass der Sprung ins Profiteam noch zu groß ist. Gegen die schnellen Konter des FC Zürich waren die Jungs leider noch überfordert. Positiv hervorzuheben ist, dass sie es auch weiter im Spielaufbau probierten, jedoch gab es zu oft den Pass ins Zentrum, bei dem sich der Gegner immer wieder freute, wenn unser Team in die Pressingfalle lief und der nächste Konter gestartet werden konnte. Auch in der zweiten Halbzeit wurden die Unterschiede zu den eingesetzten Spielern deutlich, wobei mit Wosz und Borkowski Spieler eingesetzt wurden, die bisher nur in der U17 gespielt haben.


Erkenntnis 4 – Candido mit guten Ansätzen, aber Orientierungsschwierigkeiten und zu wenig Mut

Links neben der Dreierkette agierte mit Luan Candido unser einziger fitter Neuzugang (Hannes Wolf fällt noch bis mind. Oktober aus), der auch erst 18 ist. Auffällig ist seine Schnelligkeit und Dynamik, aber man merkte ihm noch sehr oft an, dass er überlegte, wie er sich positionieren muss und ob er offensiv mal ins Dribbling geht oder den Sicherheitspass zu Orban wählt. Zumeist entschied er sich für den Sicherheitspass, so dass von ihm offensiv für seine Position noch zu wenig kam. Erstes Spiel nach 4 Tagen Training in einem neuen System auf einem neuen Kontinent, seine Entwicklung bleibt abzuwarten in den nächsten Testspielen. In der gestrigen Form wird er noch keine Konkurrenz für Halstenberg und Saracchi sein.


Erkenntnis 5 – Publikum ordnet Test gut ein und verabschiedet Team mit Beifall

Wer dachte, dass es nach dem zwischenzeitlichen 0:4 oder nach dem Abpfiff Pfiffe gab, der war nicht am Cottaweg. Das Spiel war nicht gut, aber letztlich unter den beschriebenen Voraussetzungen keine Überraschung. Schön, dass dies der Großteil im Publikum wohl auch so sah und es zwischendurch aufmunternde Rufe und am Ende Beifall gab. Jetzt geht es ins Trainingslager, um das eigene Spiel weiter zu verbessern.



Statistik
RB Leipzig:
Gulácsi (46. Mvogo), Orban (46. Ilsanker), Poulsen (46. Augustin), Werner (46. Borkowski, 73. Krauß), Laimer (46. Wosz), Hartmann (46. Jäkel), Candido (46. Halstenberg), Kampl (46. Demme), Martel (46. Mukiele), Bidstrup (46. Sabitzer), Krauß (46. Forsberg)
FC Zürich: Brecher (75. Vanins), Omeragic (62. Aliu), Bangura, Nathan (62. Kramer), Kharabadze (62. Le Pogam), Sohm, Popovic, Khelifi (46. Mahi), Marchesano, Kololli, Ceesay
Tore: 0:1 Kololli (13.), 0:2 Ceesay (17.), 0:3 Sohm (29.), 0:4 Aliu (64.), 1:4 Forsberg (82. Elfmeter)

Jupp