Erlösung – RBL schlägt Zenit!
Ausgangslage
Nach den durchwachsenen Leistungen der vergangenen Spiele wollten die Roten Bullen im Heimspiel gegen den russischen Meister einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gehen. Doch Zenit St. Petersburg reiste mit breiter Brust nach Leipzig, hatte man doch erst in der Liga Verfolger Rostov mit 6:1 geschlagen und führt die Gruppe in der CL als ungeschlagener Tabellenführer an. Es wartete also die nächste schwere Herausforderung auf die Männer von Julian Nagelmsann...
Personalsituation
Adams, Wolf, Konate und Schick fielen für die Partie aus. Ansonsten waren alle Spieler einsatzbereit und unser Coach vertraute bewährten Stammkräften - bis auf eine Ausnahme. Ademola Lookman durfte von Beginn an ran und ersetzte Poulsen, der auf die Bank musste. Saracchi war nach seiner mäßigen Leistung zuletzt nicht mehr im Kader, dafür begann Mukiele. Kampl spielte für Demme auf der sechs.
Gulacsi – Mukiele, Orban, Upamecano, Klostermann – Kampl, Laimer – Sabitzer, Forsberg, Lookman – Werner
Auf Seiten der Gäste stand der frühere Hamburger Douglas Santos in der Anfangsformation. Als Kapitän ging Ex-Chelsea-Akteur Ivanovic voran, besonders zu beachten war Angreifer Dzyuba.
Kerzhakov – Karavaev, Ivanovic, Rakytskyy, Douglas Santos – Ozdoev, Barrios, Shatov, Driussi – Azmoun, Dzyuba
Kann dann losgehen! #RBLZEN pic.twitter.com/y5tLlmys9w
— RB-Fans.de (@rb_fans) October 23, 2019
Verlauf 1. Halbzeit
Die Partie begann mit viel Schwung auf beiden Seiten. Laimer knallte in der ersten Minute den Ball aus 22 Metern an die Latte, Kerzhakov war zuvor noch mit den Fingerspitzen dran. In der 10. Minute hatte auch Zenit die erste Chance, als Driussi nach einer Flanke völlig blank am zweiten Pfosten stand und glücklicherweise verzog. Sabitzer macht es vier Minuten später aber auch nicht besser, als er eine Mukiele-Ablage aus 18 Metern übers Tor schoss.
Danach verlor die Partie an Intensität, wir spielten ein paar Konter schlecht aus und Zenit blieb meist an Orban oder Upamecano hängen. Fast aus dem nichts gingen die Russen in der 24. Minute in Führung. Wir wehrten eine Flanke in die Mitte ab, Rakitskyy nahm sich aus 25 Metern ein Herz und versenkte das Leder unhaltbar im rechten Eck. Das waren dann die Unterschiede: Unser Ball aus der 1. Minute ging an die Latte, deren Fernschuss ins Tor. RB war nach dem unerwarteten Rückstand um eine rasche Antwort bemüht, kam aber durch Klostermann und Werner nur zu Halbchancen. Bis zum Strafraum sah das alles ganz nett aus, danach fehlten aber Ideen und Präzision.
Verlauf 2. Halbzeit
Nagelsmann reagierte zur Pause und brachte Cunha für Werner, um im Strafraum einen Zielspieler zu haben. Wie schon in der ersten Halbzeit kamen wir mit viel Tempo aus der Kabine und belohnten uns diesmal direkt: Nach einer schönen Ballstaffette passte Sabitzer im Strafraum zu Laimer und der schoss aus spitzen Winkel vorbei an Kherzakov ins lange Eck. Zuvor hatte Cunha mit einem sehenswerten Fallrückzieher schon die Richtung vorgegeben, leider aber noch neben das Tor gezielt. Nagelsmann schien in der Halbzeit jedenfalls die passenden Worte gefunden zu haben, die Mannschaft wirkte nun deutlich zielstrebiger und aggressiver. In der 58. Minute war die Partie dann endlich gedreht. Forsberg spielte Klostermann auf dem linken Flügel frei, der flankte auf den zweiten Pfosten, Sabitzer nahm das Leder im Strafraum an und drosch die Pille mit viel angestautem Frust in den Winkel. Riesiger Jubel und Erleichterung bei Spielern und Fans in diesem Moment.
Zenit musste ab diesem Moment mehr fürs Spiel machen und kam auch zu Chancen. Der eingewechselte Osorio schoss aus 5 Metern übers Tor, nachdem eine Flanke von der rechten Seite ungehindert in den Strafraum segeln konnte. Danach passierte auf beiden Seiten nicht mehr viel, RB verteidigte gut und hielt die Russen vom eigenen Tor entfernt. Cunha hatte in der 81. Minute die Großchance aufs 3:1, als er nach feinem Pass von Forsberg alleine vor dem gegnerischen Tor auftauchte und das Leder neben den Pfosten setzte. Entsetzten auf dem Rasen und auf den Rängen ob dieser kläglich vergebenen Chance. Zwei Minuten später ähnliches Szenario: Forsberg schickte Cunha, der stand vor Kerzhakov und schoss drüber. Zwei Riesen-Möglichkeiten innerhalb kürzester Zeit, die der Brasilianer liegen ließ. Und da dachten wir bislang, Werner wäre der Chancentod...Doch glücklicherweise blieb das unbestraft und die Partie endete mit einem verdienten 2:1 Heimerfolg.
The Goal of Marcel Sabitzer for Red Bull Leipzig against Zenith in video ! 🎥#RBLZEN #UCL pic.twitter.com/AICmn47Yoo
— Champions League (@UCL_Videos) October 23, 2019
Fazit
Die erste Halbzeit war ein Spiegelbild der letzten Spiele. RB war bemüht, spielte bis zum Strafraum ansehnlichen Fußball und der Gegner führte trotzdem. Nach der Pause kam unser Team aber mit Volldampf aus der Kabine und drehte innerhalb von 15 Minuten die Partie. Endlich belohnten sie sich für den Aufwand und hielten den Vorsprung auch bis zum Abpfiff. Bis auf eine Großchance für Zenit stand die Abwehr heute auch sicher. Cunha hätte frühzeitig für Ruhe sorgen können, aber das wäre ja auch zu langweilig geworden. Mit sechs Punkten aus drei Spielen in der Champions-League haben wir eine gute Ausgangsposition für die nächsten Spiele. Zumal der Sieg heute wichtig für die Moral der Truppe war.
Man of the match war heute Konrad Laimer, der mit überragender Laufarbeit, Kampfeswille und dem wichtigen 1:1 Ausgleich vorangegangen ist. Tolle Leistung des Österreichers, der zurecht Standing Ovations bei seiner Auswechslung erhielt.
Ausblick
Bereits am kommenden Samstag steht das schwere Auswärtsspiel beim SC Freiburg an, was erfahrungsgemäß nicht gerade zu unseren Lieblingspartien zählt. Anpfiff ist 15:30 Uhr im Breisgau. Am Mittwoch müssen wir in der 2. Runde des DFB-Pokal zum VfL Wolfsburg, los gehts dort um 18:30 Uhr. Wer unsere Mannschaft auswärts unterstützen möchte, der kann noch Tickets erwerben. Am 02. November steigt dann gegen Mainz 05 das nächste Heimspiel, Anstoß 15:30 Uhr. Für diese Partie gibt es noch ausreichend Tickets, also macht die Hütte voll!
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Mukiele, Orban, Upamecano, Klostermann – Kampl, Laimer (86. Demme) – Sabitzer, Forsberg, Lookman (69. Poulsen) – Werner (46. Cunha)
Zenit St. Petersburg: Kerzhakov – Karavaev, Ivanovic, Rakytskyy, Douglas Santos – Ozdoev, Barrios, Shatov (65. Osorio), Driussi (82. Mak) – Azmoun (75. Kuzyaev), Dzyuba
Schiedsrichter: Ali Palabıyık (Türkei)
Tore: 0:1 Rakytskyy (25.), 1:1 Laimer (49.), 2:1 Sabitzer (59.)
Torschüsse: 17 / 6
Schüsse aufs Tor: 6 / 2
Passquote: 87% / 67%
Zweikampfquote: 45% / 55%
Ballbesitz: 64% / 36%
Laufleistung: 117,5 km / 112,7 km
Fouls: 10 / 8
Ecken: 6 / 2
Abseits: 5 / 4
Gelbe Karten: – / Barrios
Zuschauer: 40.058
Rojiblanco
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion