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3:3 gewonnen!

3:3 gewonnen!

Gegen einen BVB im Aufwind rutscht Leipzig zur Unzeit das Herz in die Hose. Eine indiskutable erste Halbzeit brachte die Rasenballer früh in Rückstand. Zwei Blackouts des BVB und ein Schick in Torlaune sorgten am Ende für ein 3:3 und einen nicht unverdienten Punkt beim BVB.

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Nagelsmanns Plan für Dortmund

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, Nagelsmann rotierte die nordischen Haudegen Forsberg und Poulsen sowie Mukiele rein und ließ zu Beginn Schick, Nkunku und Ilsanker draußen. Minirotation nach dem souveränen Auftritt in Düsseldorf. Gegen die erstarkten Borussen brachte unser Cheftrainer die momentan wohl beste Rasenballer-Elf.

Die Mannschaft von Lucien Favre kam nach einem schwachen November mit vier Siegen in Folge wieder mit breiter Brust daher. Besonders Sancho, Hazard und Zagadou zeigten zuletzt ihre Klasse. Die Leipziger waren gewarnt, hatten aber mit sechs Bundesligasiegen in Folge und zehn ungeschlagenen Spielen ihre eigene Serie und eigentlich genug Selbstvertrauen im Gepäck. Ein Sieg in Dortmund hätte den 250. Pflichtspielsieg und einen gehörigen Schritt Richtung Herbstmeisterschaft bedeuten können.


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Vor dem Spiel noch gut gelaunt, die erste Halbzeit gab aber wenig Anlass zur Freude...


Kein Zugriff

Die breite Brust, mit der man als Leipziger anreiste, war nach Anpfiff jedoch schnell verfolgen. Gegen die Borussia fehlte zu Beginn komplett der Zugriff. Wie schon gegen die Bayern galt: Angst essen Seele auf, nämlich die Seele des Leipziger Spiels. Viele Abspielfehler verhinderten geordnete Offensivbestrebungen und defensiv war RBL besonders über die linke Seite anfällig.

So war es kein Wunder, dass der Hausherren in der Mitte der ersten Halbzeit in Führung gingen, wenngleich das Tor eher Marke Zufall war. Gulácsi hatte bereits zuvor stark gegen Hummels pariert und war erneut in der 23. gegen Sancho auf dem Posten. Der eher ungefährliche Nachschuss von Weigl aus spitzem Winkel fand dann dennoch den Weg ins Tor. So gut wie Pete zuvor gewirkt hatte, so schlecht war sein Einsatz beim Gegentor. Insgesamt war die Führung des BVB aber durchaus in Ordnung, Leipzig fehlte es an Zugriff und Selbstvertrauen.


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Gulácsis Fehler sorgte für die frühe Borussenführung.


Erst nach diesem Nackenschlag kam Leipzig besser ins Spiel. Poulsen setzte in der 31. den ersten Torschuss knapp über den Kasten von Bürki. Aber es war nur ein kurzes Aufbäumen, in der 34. Spielminute bestrafte Brandt die nachlässige Verteidigung mit einem Treffer Marke Schick. Er drehte sich zwischen Mukiele und Upamecano um die eigene Achse und ließ Gulácsi keine Chance. Das 2:0 und das Gefühl, momentan mindestens ein Regal unter dem BVB zu agieren.

Es dauerte bis zur 45. Spielminute ehe Bürki erstmals eingreifen musste. Gegen Poulsen und Werner verhinderte er kurz vor der Pause den Anschlusstreffer. So ging es mit einer weitestgehend induskutablen Leistung in die Kabine.


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Das Motto der ersten Halbzeit?


Ja, ist denn heut schon Weihnachten?

Wer erwartet hatte, dass die Borussen das Spiel nun nach Hause schaukeln, sollte sich schnell getäuscht sehen. Bürki und Brandt, heute in ihrer geheimen Identität als Weihnachtselfen, verteilten Geschenke. Zweimal wurde Werner mit Toren bedacht. Erst kam Bürki raus und köpfte einen Ball zur Seite weg und Werner nahm sich das Spielgerät, traf ins verwaiste Tor (47.). Dann versprang Brandt ein Ball, Timo stand meilenweit allein auf weiter Flur, weil er das Abseits nur sehr unwillig verlassen wollte und legte die Pille vorbei an Bürki ins erneut leere Netz. Der Blitzausgleich.

Zeitgleich hatte der Himmel seine Pforten geöffnet, er weinte für Borussia? Nein, er weinte für beide! Denn nur drei Minuten nach dem Ausgleich, führte wieder das Heimteam. Demme verlor den Ball gegen Reus, der setzte Sancho ein. Der Engländer tanzte mit Klostermann Samba und netzte zum 3:2. Was für ein Torfestival.


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Nagelsmann trieb sein Team nach vorn.


Schick, Schicker, Patrik Schick

Nagelsmann, der schon zur Halbzeit Nkunku für Forsberg gebracht hatte, witterte trotz des erneuten Gegentores Morgenluft und brachte Schick für Poulsen (64.) und Cunha für Sabitzer (70.). Die Borussen erlangten nun aber wieder die Kontrolle über das Spiel und konnten die vogelwilde Phase nach dem Wiederanpfiff beenden, so dass Leipzig sich trotz der mutigen Wechsel schwer tat, offensiv in Erscheinung zu treten (kein Leipziger Torschuss zwischen der 54. und der 76. Spielminute).

In der 77. Minute meldete sich RBL dann aber eindrucksvoll zurück. Upamecano setzte Mukiele ein, der vor Bürki in den Rückraum auf Schick legte. Der Tscheche traf wie schon in Paderborn und Düsseldorf mit seinem ersten Torschuss zum 3:3 Ausgleich durch zwei Dortmunder und den hechtenden Bürki hindruch – klasse!

Es blieb allerdings beiderseits die einzige Chance der letzten 40 Minuten, sonst herrschte absolute Torschussebbe, so dass am Ende ein für Leipzig, nach dem schwachen Beginn, durchaus wichtiger Punkt heraussprang.


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Werner treffsicher dank BVB Blackouts.


Die drei Besten

Timo Werner lieferte, dass es dieses Mal trotz zweier Tore nicht zum Sieg reichte, lag eher an seinen Mitspielern.

Patrik Schick: Dreimal mit dem ersten Torschuss ein Tor gemacht, das dürfte ihm so schnell keiner nachmachen. Auch wenn er im Nagelsmannball noch Verbesserungspotenzial hat, so ist Schick derzeit so etwas wie der Magier vom Dienst.


Luft nach oben

In der ersten Halbzeit klar: alle!

Insgesamt fielen besonders die Nationalspieler Halstenberg und Klostermann im Abwehrverbund ab. Auch Gulácsi erwischte ab dem Dortmunder Führungstreffer nicht seinen besten Tag. Selbiges galt für die Fighter aus Liga-3-Zeiten Demme und Poulsen.


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Halstenberg hatte einen schweren Stand.


Fazit & Ausblick

Fraglos ist der BVB immer noch der Favorit, wenn es ins direkte Duell geht. Der Angsthasenfußball, den Leipzig im ersten Durchgang geboten hat, ist jedoch deutlich unter der Würde eines Bundesligatabellenführers. Wie schon gegen die Bayern zu Beginn der Saison bzw. im Pokalfinale scheinen die Spieler, in diesen Topduellen genau das Selbstvertrauen zu verlieren, welches sie sich im Rest der Saison hart erarbeitet haben.

Die starke Phase nach Wideranpfiff, maßgeblich unterstützt durch zwei haarstreubende BVB-Fehler, genügte am Ende zum Punktgewinn, weil Schick wieder kam, sah und traf und der BVB im zweiten Durchgang nur einmal aufs Tor schoss, der war allerdings drin. Es zeigte sich, dass RBL durchaus auf Augenhöhe agieren kann, wenn ihnen nicht das Herz in die Dose rutscht... Der Punkt nützt am Ende unseren Rasenballer mehr, die sich nun am Wochenende zum Herbstmeister krönen könnten.

So gut wie RBL in den Spielen gegen die Teams aus der Mitte und dem Keller der Tabelle agiert, so ausbaufähig wirkt es gegen die Spitze. Nur ein Sieg gegen die aktuellen Top-6 der Bundesliga. Zu wenig, will man ernsthaft um die Meisterschaft mitspielen. Fraglos war die Hinrunde gut, aber gerade in diesem Segment hat RBL noch zu viel Luft nach oben.

Gegen Augsburg, das derzeit ähnlich souverän wie der BVB auftritt und Düsseldorf klar schlagen konnte, darf man sich nun im letzten Spiel vor Weihnachten nicht nochmal von der Seite zeigen, die man im ersten Durchgang an den Tag legte. In der heimischen RBA muss die Nagelsmann-Elf mit den eigenen Fans im Rücken einen Sieg auf den Leipziger Gabentisch packen, sonst bleiben nur Rute und ein Sack Kohlen! Bis dahin, wir sehen uns am Wochenende!


Statistik
Borussia Dortmund: Bürki – Zagadou, Hummels, Akanji – Guerreiro (85. Schulz), Brandt, Weigl, Hakimi – Sancho (71. Piszczek), Reus (C), Hazard
RB Leipzig: Gulácsi – Mukiele, Klostermann, Upamecano, Halstenberg – Demme (C), Laimer – Sabitzer (70. Cunha), Forsberg (46. Nkunku) – Poulsen (64. Schick), Werner
Schiedsrichter: 
Tobias Stieler (Hamburg)
Tore:
1:0 Weigl (23.), 2:0 Brandt (34.), 2:1 Werner (47.), 2:2 Werner (53.), 3:2 Sancho (56.), 3:3 Schick (77.)
Torschüsse: 14 / 12
Schüsse aufs Tor:
6 / 8
Passquote:
86,4% / 79,2%
Zweikampfquote:
51,8% / 48,2%
Ballbesitz:
54,8% / 45,2%
Laufleistung: 118,4 km / 123,7 km
intensive Läufe: 713 / 792
Sprints: 250 / 251
Fouls: 9 / 5
Ecken: 12 / 3
Abseits: 3 / 2–
Gelbe Karten: – / –
Zuschauer: 80.200 (ca. 1.500 RBL-Fans)

Rumpelstilzchen