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Rückrundenbeginn: Keinen Rost ansetzen gegen Union Berlin

Rückrundenbeginn: Keinen Rost ansetzen gegen Union Berlin

Rückrundenauftakt. Schon wieder Union. Schon wieder Boykott. Schon wieder Heimsieg? Warum das so sein kann aber nicht unbedingt sein muss, beleuchten wir in unserem Vorbericht zum Spiel gegen Union Berlin am 18. Spieltag. Der Kampf um die ersten vier Plätze der Tabelle geht weiter.

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Union Berlin

Auf einer Skala von Sportfreunde Dorfmerkingen bis Union Berlin, wie stark kann man sich an RB Leipzig als Feindbild abarbeiten? Es ist wohl kein Verein in Fußballdeutschland so richtig grün mit dem einzig wahren Rasenballsport, aber die Eisernen aus Berlin schießen dann doch immer wieder den größten Vogel ab. Nachdem wir Union in der 2. Bundesliga hinter uns gelassen hatten, begann dies erneut direkt nach dem durchaus sensationellen Aufstieg der Unioner in die 1. Bundesliga, als man fast flehentlich bei der DFL darum bat, das Auftaktspiel nicht gegen uns spielen zu müssen. Wir wissen heute, dass der Ansetzungsalgorithmus scheinbar etwas Humor hat und genau das plante. Wie das Spiel damals ausging ist bekannt. Die Köpenicker Fans ließen ihre Mannschaft in den ersten 15 Minuten furchteinflößender Bundesligaluft alleine und gingen mit einer verdienten 0:4 Heimniederlage nach Hause.


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Im Hinspiel war RBL in allen Belangen überlegen.


Seitdem hat sich bei Union einiges geändert. Der Heimniederlage gegen Leipzig folgte ein Auswärtsunentschieden in Augsburg und direkt darauf der nicht unverdiente Heimerfolg gegen den damaligen Tabellenführer aus Dortmund. Es folgte eine kleine Niederlagenserie, die wiederum von einer Siegesserie abgelöst wurde, darunter der Sieg in Freiburg zum Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Gegen Ende der Hinrunde stabilisierte sich Union Berlin im Bereich des 10. und 11. Tabellenplatzes und hat momentan mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. Das ist eine anzuerkennende Leistung für einen Aufsteiger, dessen stets hervorgehobene Qualitäten nicht die finanzielle Stabilität oder die Mannschaftszusammenstellung sind, sondern die besonders enthusiastischen Fans.

Union erreichte diese Tabellenregion mit einer Art Darmstadt-2.0-Fußball. Sie sind eklig zu bespielen, praktizieren enge Mannorientierung der Abwehrspieler und führen dabei die meisten Zweikämpfe der Liga. Diese Art der Spielführung lässt sich auch im Unfairnessranking beim Kicker ablesen, wo man Keven Schlotterbeck, Robert Andrich und Sebastian Polter weit oben findet, bevor überhaupt der erste Leipziger Spieler auftaucht. In der Offensive ist Sebastian Andersson der Dreh- und Angelpunkt, der meist mit langen Bällen aus dem Mittelfeld des bevorzugten kompakten 3-5-2 Systems versorgt wird. Auch wenn Andersson mit seinen 9 Scorerpunkten weit von den 25 eines Timo Werner entfernt ist, so ist er doch der gefährlichste Unioner Angreifer, den es aus dem Spiel zu nehmen gilt.

Die Berliner sehen sich, wie zu erwarten war, in der Außenseiterrolle: "Es braucht einen Top-Auftritt und einen optimalen Tag von uns. Leipzig muss das eine oder andere misslingen", meinte Trainer Urs Fischer.


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Play it again! Union eine weitere Lehrstunde erteilen.


Rasenballsport Leipzig

Wo bei Union das Mittelfeld der Tabelle – zu Recht – als Erfolg gewertet werden kann, reiben wir uns in Leipzig ob den Ergebnissen der Hinrunde die Augen: Herbstmeister, Achtelfinale im DFB-Pokal, Achtelfinale in der UEFA Champions League. Wahnsinn, was Julian Nagelsmann hier für einen Glitzerpalast auf dem Fundament der vergangenen Jahre hochgezogen hat. Die Mehrheit der Ligatrainer hält uns für den ersten Meisterschaftskandidaten. Okay. Wer hätte gedacht, dass unser #LeipzigerGrößenwahn so schnell von der Realität überholt wird. Dennoch sollte auch für uns Fans gelten, was Julian Nagelsmann seinen Spielern regelmäßig empfiehlt: Klar ist da ein funkelndes Ziel am Ende der Saison zu sehen. Aber es gilt auch, den Weg dahin zu genießen. Heimsieg für Heimsieg, Auswärtsfahrt für Auswärtsfahrt und Champions League Achtelfinale für f***ing Champions League Achtelfinale!


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Nagelsmann & Co – gut vorbereitet auf die Eisernen?


Es gilt aber, wie Trainer und Spieler beim Fan-Dialog unter der Woche betonten, zunächst erst einmal wieder von Spiel zu Spiel zu denken. Und da kommt es am Samstag zu einem Wiedersehen mit unseren ganz speziellen Freunden aus Berlin-Köpenick. Nicht dass wir uns falsch verstehen, ein Heimsieg muss her. Aber trotzdem gibt es natürlich die eine oder andere Sache zu bedenken, besonders was die Verfügbarkeit des Kaders angeht. Für das Spiel am Samstag fehlen uns nach wie vor Ibrahima Konaté und Willi Orban, die erst im Laufe der kommenden Monate überhaupt wieder ins Mannschaftstraining einsteigen werden. Kevin Kampl ist zwar auf einem guten Weg, aber auch er wird der Mannschaft vorerst noch fehlen. Dazu kommen Mattheus Cunha, der momentan bei der Qualifikation der brasilianischen U23-Mannschaft für die kommenden Olympischen Sommerspiele eine zentrale Rolle spielt, sowie Stefan Ilsanker, dessen ungeklärte persönliche Probleme in seiner österreichischen Heimat in meinen Augen eine Kadernominierung unmöglich machen.

Damit stellt sich die Viererkette vor Stammtorhüter Gulácsi quasi von selbst auf, zumal Trainer Nagelsmann Ethan Ampadu gar nicht erst in der Innenverteidigung verortet, sondern ihn stattdessen auf der Sechserposition sieht. Dort spielen natürlich die Dauerrenner Demme und Laimer. Doch Halt! Der torgefährlichste Schneidezahn diesseits der Alpen lief unlängst in der Serie A zu seinem Debüt für den SSC Neapel auf. So werden wir wohl den topfit zurückgekehrten Tyler Adams oder Amadou Haidara als neue Stammkraft neben Konrad Laimer auf der Sechserposition erleben. Unsere Offensivreihen sind glücklicherweise unverändert gut besetzt. Abhängig von den Trainingseindrücken aus der Vorbereitung und den jeweiligen Erkältungszuständen in dieser Woche wird Julian Nagelsmann aus den Trios Nkunku/Wolff/Sabitzer (Forsberg fehlt nach Antibiotikaeinnahme unter der Woche sehr wahrscheinlich) und Werner/Poulsen/Schick eine schlagkräftige Aufstellung auswählen können.

Wahrscheinliche Aufstellung: Gulácsi – Halstenberg, Klostermann, Upamecano, Mukiele – Laimer, Adams – Nkunku, Sabitzer – Werner, Poulsen


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French Connection!


Besonderheiten am Spieltag

Adieu entspannte Anreise: Zahlreiche Union-Fans planen ab 16:30 Uhr einen Fanmarsch vom Hauptbahnhof zur Red Bull Arena um gegen die bedenklich hohen Messwerte von Lack im Berliner Trinkwasser zu demonstrieren. Stellt euch also bitte auf Probleme bei der Anreise aus Richtung Innenstadt ein. Weil die Berliner nicht so gut zu Fuß sind, wird ihr Support auch erst 15 Minuten nach Anpfiff im Stadion zu erwarten sein.

Auf Nimmerwiedersehen, Dammkrone: Wie RB in seinem Bautagebuch mitteilte, haben die Abrissbauarbeiten an der Dammkrone hinter Sektor B begonnen. Es wird also aller Voraussicht nach zu einer geänderten Wegeführung am Einlass kommen.



Arrivederci Diego: Pünktlich zur Minute 31:00 wollen wir uns als Leipziger Fans gemeinsam erheben und unseren langjährigen Wegbegleiter Diego Demme unter dem Motto #DankeDiego noch einmal feiern. Haltet eure Schilder und Tapeten bereit.

Tschüss Bargeld: Das tritt nach unserer Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich. Ab dem Heimspiel gegen Union gibt es keine Möglichkeit der Bargeldzahlung an den Kiosken im Sektor B mehr. Ihr könnt weiterhin kontaktlos mit euren Giro- und Kreditkarten bezahlen oder ihr ladet euch ein Guthaben auf die Dauerkarte, die Bezahlkarte oder einen neuen OFC-Ausweis. Alle Hinweise dazu hier beim Verein.

Das Stadion ist restlos ausverkauft. Hin und wieder taucht ein Platz in der Ticketbörse zum Spiel auf. Falls ihr nicht zu den Glücklichen gehört, die eine Karte erwerben konnten, so könnt ihr das Spiel natürlich auch bei Sky, im Bullenfunk oder in unserem RB-Fans Liveticker verfolgen.

Semantosoph