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Dani Olmo wird Leipziger

Dani Olmo wird Leipziger

Mit dem 21-jährigen Spanier konnte RB Leipzig eines der größten Offensivtalente Europas verpflichten. Olmo spielte bisher für Dinamo Zagreb und lief bereits für die spanische Nationalmannschaft auf. Die kolportierte Ablöse soll bei irgendwo um die 20 Millionen liegen, allerdings erfolgsabhängig auf bis zu 40 Millionen ansteigen können.

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Der Transfer

Angesichts etlicher Sorgen in der Abwehr in Form des Abgangs von Saracchi, den Absagen bei Henrichs & Lazaro sowie den noch andauernden Verletzungen von Orban & Konaté musste Sportdirektor Markus Krösche handeln. Und er handelte. Getreu der Devise: "Man braucht keine Verteidiger, solange man selbst in Ballbesitz ist".
An dem katalanischen Spielmacher waren Gerüchten zu Folge etliche andere Vereine aus Deutschland sowie Spanien, Italien und England interessiert. Dass sich ein derart gefragter Spieler dann für RBL entscheidet, hat schon eine gewisse Aussagekraft. Und ist Grund genug für unseren Sportdirektor, sich berechtigterweise selbst auf die Schulter zu klopfen.
Für die erste kroatische Liga ist Dani Olmo mittlerweile zu gut geworden. Im internationalen Geschäft ist Zagreb nach Platz vier in der Champions League-Gruppe C ausgeschieden und die Meisterschaft in der 1. HNL schaffen sie auch ohne ihn. In der Bundesliga, hier bei RB Leipzig sieht Olmo seine Entwicklungschancen am besten. Und dürfte sie angesichts seiner Qualitäten auch bekommen. Möglicherweise verläuft der Leistungssprung auch exponentiell. Oder den Bayern kommt nach der Leipziger Meisterschaft die erste Single einer ehemaligen deutschen Politrockband in den Sinn ("Macht kaputt, was euch kaputt macht"). Dann, so wird gemunkelt, soll eine Ausstiegsklausel um die 90 Millionen einen reibungslosen Abgang ermöglichen.


Olmo, groß geworden in La Masia.


Der Werdegang

Aber das ist alles Zukunftsmusik. Während in Scoutingkreisen Verwunderung herrschte, dass Dani Olmo noch nicht in einer der großen europäischen Ligen spielte, wird sich der geneigte Stadiongänger fragen: "Wer ist das und was macht ein spanischer Fußballer in Kroatien?"
Daher der Reihe nach. Unsere Geschichte beginnt vor einigen Jahren in Kroatiens Hauptstadt. Dort spielte damals in Dinamos Nachwuchs ein überaus begabter offensiver Mittelfeldspieler. Bei ihm war jedem klar, dass er einst ein ganz Großer werden würde. Dieser Junge hieß Alen Halilović und ging im Juli 2014 für ein paar Millionen nach Barcelona. Dass seine Karriere nicht so verlief wie erhofft kann man gut daran erkennen, dass er irgendwann beim Hamburger SV landete. Aber zurück nach Zagreb. Im Zuge dieses Transfers wechselten nicht nur einige große Scheine zu Dinamo, sondern auch ein gebürtiger Katalane namens Dani Olmo. Bereits in seiner ersten Saison kam er im zarten Alter von 16 Jahren auf ein paar Einsatzminuten in der ersten Mannschaft. In seinem dritten Jahr schaffte er schließlich den Sprung zum Stammspieler und war von da an unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft.


Ein ungewöhnlicher aber erfolgreicher Wechsel nach Kroatien.


Der Spieler

Obwohl er immer wieder mal als Angreifer oder als Außenstürmer bezeichnet wird, ist er das trotz seiner ansehnlichen Scorerquote nicht. Dani Olmo ist der geborene Spielmacher und war bereits in seinen jungen Jahren DER Taktgeber in Dinamo Zagrebs Mittelfeld. Er ist meistens in der gegnerischen Hälfte aktiv und hat eine dafür extrem gute Passquote von über 80%. Vermutlich auch bedingt durch seine Ausbildung in Barcelonas Kaderschmiede La Masia ist sein Spiel von kurzen Pässen geprägt. Dabei orientiert er sich – ganz im Sinne von Nagelsmann – immer wieder zur Spielfeldmitte vor dem Strafraum des Gegners. Hier ist er dann Ausgangspunkt von zahlreichen direkten und präzisen Kombinationen. So schafft er es regelmäßig, seine Mitspieler in erfolgversprechende Abschlusssituationen zu bringen. Selbst wenn er auf Außen ausweicht, greift er nur selten zu Flanken sondern sucht auch in diesen Situationen immer wieder spielerische Lösungen.
Dafür, dass er nicht in der ersten Angriffsreihe aufläuft, hat er trotzdem extrem häufig Ballkontakte im Strafraum. Dani kommt auf eine große Anzahl an Schüssen - im Schnitt fast 4 pro Partie. Jedoch ist seine Wahl an Torschussgelegenheiten noch ausbaufähig. Dass die Zahl der Tore trotzdem die Zahl seiner Vorlagen übersteigt liegt schlichtweg daran, dass er es sehr häufig probiert.



Seine Fähigkeit, ein Spiel zu lesen und Abläufe zu antizipieren wird ergänzt durch eine großartige Technik mit dem Ball am Fuß. Er ist extrem schwer vom Ball zu trennen und kriegt so immer wieder Freistöße zugesprochen (er ist einer der am meisten gefoulten Spieler in der kroatischen Liga). Unser Neuzugang hat viele erfolgreiche Dribblings vorzuweisen, mit denen er immer wieder Lücken schafft. Allerdings muss hier auch gesagt werden, dass es durchaus bessere Dribbler gibt.
Die große Menge an erfolgreichen Offensivzweikämpfen basiert wie seine Trefferquote auf einer noch viel größeren Anzahl an Versuchen. Die hieraus resultierenden frequenten Ballverluste sind eine seiner wenigen Schwächen, an denen er bzw. Julian Nagelsmann noch arbeiten müssen. Zu Dani Olmos Verteidigung sei gesagt, dass er bereits jetzt das Gegenpressing verinnerlicht hat. Er verlässt sich bei Ballverlusten nicht auf seine Mitspieler hinter ihm, sondern will selbst den Ball sofort wieder erobern. So erzielt er eine beachtliche Quote an Ballgewinnen nach vorherigem Ballbesitzverlust.


Offensivallrounder, der besonders hinter den Spitzen jubelt.


Seine Quote an erfolgreichen Zweikämpfen ist mit ca 50% für einen offensiven Mittelfeldspieler ganz gut. Was ihn in diesem Bereich wirklich auszeichnet, sind jedoch seine Lauf- & Zweikampfbereitschaft. Hier erzielt er Spitzenwerte in der kroatischen Liga. Dani Olmo gewinnt beileibe nicht alle Duelle. Aber er ist bereit, weite Wege zu gehen, die Zweikämpfe zu führen und so den Gegner unter Druck zu setzen. Sei es im Pressing oder um die eigene Hintermannschaft zu entlasten.




In Leipzig wird Olmo im bisherigen 4-2-2-2-System als einer der beiden Zehner zum Einsatz kommen. Sollte Julian Nagelsmann wie angekündigt in der Rückrunde wieder verstärkt auf sein beliebtes 5-3-2 (bzw. in Ballbesitz eher 3-1-4-2) setzen, wäre unser spanischer Neuzugang mit seinen Qualitäten auch auf der Achterposition sehr gut aufgehoben. Er lässt sich situativ manchmal auch etwas tiefer fallen, um als eine Art abkippende Sechser den Spielaufbau voran zu treiben und kann durchaus in unserer aktuellen Doppelsechs als der offensivere der beiden defensiven Mittelfeldspieler agieren. Angesichts seiner Fähigkeiten ist er allerdings eine Reihe weiter vorne eindeutig besser aufgehoben.

Es bleibt festzuhalten, dass sich RB mit Dani Olmo eines der größten europäischen Spielmachertalente gesichert hat. Ihn als ungeschliffenes Juwel zu bezeichnen, würde ihm gar nicht Genüge tun. Mit seinen Leistungen in der aktuellen und der vergangenen Saison hat er nicht nur in der 1. HNL, sondern auch auf internationaler Bühne bewiesen, dass er in eine der großen Ligen Europas gehört. Mit Leipzig hat er sich dabei für einen Klub entschieden, der bekanntermaßen auf junge Talente setzt und bei welchem ein Spieler seines Kalibers auf Einsatzminuten kommen wird. Er muss sich dabei in unserem Kader nicht im Geringsten vor seinen Konkurrenten im offensiven Mittelfeld verstecken und wird unter den Fittichen von Nagelsmann die Gelegenheit bekommen, sein Potenzial zu zeigen.

dabdab