Rausgeflogen – Der nächste Nackenschlag!
Inhalt
Am richtig großen Rotationsrad drehte Nagelsmann vor dem Pokalkracher gegen die Eintracht nicht. Mvogo rückte wie versprochen für Gulácsi in den Kasten, Angelino feierte sein Startelfdebüt und Haidara lief für Adams im Zentrum auf. Forsberg, der gegen Gladbach enttäuschte, blieb genauso draußen wie Werner, der wohl die größte Überraschung der nagelsmannschen Rotation war. Für die beiden Offensiven spielten Poulsen und Schick erneut gemeinsam im Sturm. Der Däne führte heute die Elf als Kapitän aufs Feld.
Auf dem Feld war es dann ein 4-3-3 mit Halstenberg als linker Innenverteidiger und Nkunku im Sturm neben den beiden großgewachsenen Tankern. Auch Hütter veränderte sein Team auf vier Positionen im Vergleich zum 1:1 gegen Düsseldorf, nicht zuletzt weil am Freitag für die SGE schon wieder Bundesliga ansteht.

Scheiterte aussichtsreich an Trapp: Schick.
Der individuelle Fehlerteufel schlägt wieder zu
RBL begann wie schon in der letzten Ligabegegnung vor zehn Tagen druckvoll und kam durch Haidara (10. Fernschuss) und Schick (10. starke Parade Trapp) zu Chancen, um die Führung zu erzielen. Die Hausherren verlegten sich wie schon zuletzt aus Kontern und benötigten einige Zeit um ins Spiel zu finden.
Wie so oft brachte sich RBL unbedrängt selbst um die Früchte der bis dahin guten Anfangsphase. Nach einer Flanke von Kostic ging Halstenberg derart ungeschickt zum Ball, dass er ihn wohl mit der Hand touchierte. VAR Einsatz und Elfmeter sowie das folgerichtige 1:0 durch Silva waren die Folge (17.). Die Fehler der eigentlich so soliden Nationalspieler häufen sich in letzter Zeit bedenklich.
Für die Hessen ein Verlauf wie gemalt, weil man nun noch besser der vorgegebenen Spielanlage frönen konnte. Zumal der Abwehrverbund um Mvogo und Co. nicht gerade sattelfest agierte und im Spielaufbau einige leichte Abspielfehler passierten, so dass es einige zumindest in Ansätzen gefährliche Szenen für die SGE gab. Dagegen tat sich RBL danach schwer Chancen zu erspielen, so dass es mit der knappen Führung für Frankfurt, die mit ihrem einzigen Schuss aufs Tor das 1:0 erzielt hatten, in die Kabine ging.
Upamecano mit Blackout
Zur Halbzeit kam Olmo für den erneut eher schwachen Haidara, der sich schon nach zwei Minuten eine Gelbe eingefangen hatte. Aber bevor er offensiv eingreifen konnte, musste Mvogo erstmal hinter sich greifen. Upamecano sorgte mit einem Klostermann-Gedächtnis-Fehlpass für den Konter des Abends und damit für das 2:0 durch Kostic (51.).
Nagelsmann brachte nun Werner für Laimer (62.), der auch heute eher blass bleib. Aber Leipzig hatte so offensiv aufgestellt Mühe die Hessen in Schach zu halten und in der Offensive fehlte weiter die Präzision, so dass es bis zur 68. Minute dauerte, bis RBL wieder einen Schuss aufs Trapps Kasten brachte, der sollte aber sitzen!

Hinteregger wieder mit einer guten Leistung gegen RBL.
Olmo läutet die Schlussoffensive ein
Ein schöner Spielzug über Angelino brachte RBL zurück in die Partie. Der Spanier legte am Strafraum quer, Werner ließ durch du Olmo vollendete überlegt aus gut 16 m zum 2:1 (68.). Auf der Gegenseite musste Mvogo nach einem Freistoß gegen den komplett freien Hinteregger klären (72.), das hätte die Vorentscheidung für Frankfurt sein können, wenn nicht müssen.
Mit einem Nachschuss leitete Nkunku in der 79. die Schlussviertelstunde ein. Hinteregger klärte aber für den geschlagenen Trapp. Der Franzose war durchaus ein Aktivposten und ging in der 82. Für Lookman vom Platz. Bei den Hausherren schwanden indes langsam die Kräfte. Aber unsere Rasenballer konnten sich einfach auch in der Schlussphase zu wenig zählbares herausspielen und kassierten in der letzten Minute der Nachspielzeit als Sahnehaube gar noch das 3:1 durch Kostic.
Lichtblicke
Angelino: Guter Einstand für den Spanier, der auf Links für ordentlich betrieb sorgte und offensiver agierte als Klostermann auf der Gegenseite. Seine Vorlage brachte RBL zurück in die Partie.
Olmo: Auch der andere Spanier sorgte mit seinen Offensivaktionen für die wenigen Lichtblicke der Partie auf Leipziger Seite. Haidara, Forsberg und Sabitzer müssen sich wohl bald warm anziehen…
Nkunku: Einer der wenigen Spieler, die auch im ersten Durchgang etwas überzeugten. Hätte kurz vor Ende den Ausgleich erzielen können.
Luft nach oben
Mvogo: Konnte keine Ruhe in die Abwehr bringen und sorgte für einige Ballverluste. So sehr ihm die Spiele zu gönnen sind, Gulácsi hätte hier wohl mehr Stabilität und Ruhe ausgestrahlt.
Halstenberg: Erst Klostermann und nun Halstenberg. Vermeidbare Aussetzer, die das Team in Rückstand bringen. Beiden ist gemein, dass sie auf der Innenverteidigerposition nicht ideal besetzt sind. Dennoch darf man hier mehr erwarten.
Upamecano: Wie schon gegen Gladbach leistete sich Upamecano auch gegen die Eintracht einen ganz dicken Blackout. Sein Fehlpass vor dem 2:0 war absolut indiskutabel. Immer noch mit guten 1:1 Situationen aber eben kein Stabilisator mehr.

Angelino war einer der wenigen Lichtblicke.
Immer wieder der Rückstand für Leipzig. Auf diese Art kann das nichts werden, im Streben nach den höchsten Meriten der Liga. Leipzig stellt sich einfach zu oft selbst ein Bein. Das kostet Kraft und in letzter Zeit auch vermehrt Punkte. Bei Sonntagsschüssen und Co. mag dies verschmerzbar sein, aber die Anfängerfehler der letzten Spiele muss die Hintermannschaft schleunigst abstellen.
Zu diesen Abwehrsorgen kommen viele Unkonzentriertheiten im Spielaufbau, die zu gefährlichen Gegenzügen oder zumindest zu verpassten Chancen führen. Hier macht sich scheinbar der Abgang von Demme bemerkbar. Laimer ist kaum wiederzuerkennen, Haidara wie schon in der Hinrunde nicht auf dem Niveau von Demme und Sabitzer im Zentrum nur ein Notnagel, der ebenso wie die Außenverteidiger im Zentrum oft fehl am Platze wirkt. Leipzig hat seinen Flow verloren!
So darf man konstatieren, dass das Leipziger Spiel derzeit nicht vergnügungssteuerpflichtig ist. Dem defensiven Gegurke zuzuschauen, das erinnert zunehmend an Hasenhüttls zweites Jahr. Ausgang bekannt. Dass man aktuell nicht mehr nur von den Topmannschaften der Liga vorgeführt werden kann, verbessert die Angelegenheit nicht gerade.
Mit einer derartigen Leistung könnte es in München ein ganz schmerzhafter Sonntag werden. Viel, was Anlass zur Hoffnung gäbe, gibt es momentan einfach nicht zu sehen…
Statistik
SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Touré, Abraham (C), Hinteregger, N'Dicka – Rode (78. Kohr), Hasebe, Sow – Gacinovic (81. Chandler), Silva (88. Paciencia), Kostic
RB Leipzig: Mvogo – Klostermann, Upamecano, Halstenberg, Angelino – Sabitzer, Laimer (62. Werner), Haidara (46. Olmo) – Nkunku (82. Lookman), Schick, Poulsen (C)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore: 1:0 Silva (17.) FE, 2:0 Kostic (51.), 2:1 Olmo (68.), 3:1 Kostic (90.+5)
Torschüsse: 9 / 14
Schüsse aufs Tor: 4 / 6
Passquote: 69% / 77%
Zweikampfquote: 44% / 56%
Ballbesitz: 43% / 57%
Fouls: 10 / 6
Ecken: 2 / 4
Abseits: 3 / 1
Gelbe Karten: Gacinovic, Rode / Halstenberg, Haidara
Zuschauer: 47.400 (ca. 1.000 RBL-Fans)
Rumpelstilzchen
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion