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RB Leipzig vs. SC Freiburg – Wer zieht in der Prärie am schnellsten?

RB Leipzig vs. SC Freiburg – Wer zieht in der Prärie am schnellsten?

Vor acht Wochen wurde das gesellschaftliche Leben in Sachsen,Deutschland und Europa fast komplett heruntergefahren. Nun wird die Normalisierung geprobt - inklusive Wiederaufnahme des Bundesliga-Betriebs. Für RB Leipzig geht es zum Re-Start zu Hause gegen den Angstgegner SC Freiburg.

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Duelle in der Prärie

Während der Unterbrechung des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga hat sich die DFL umfassende Gedanken über die Möglichkeiten der Beendigung der Saison 2019/2020 gemacht. Begleitet von viel Kritik und differenzierten Meinungsäußerungen wurde ein Konzept entwickelt, dass nicht nur das Prädikat durchdacht verdient, sondern auch eine Blaupause für andere Ligen und Sportarten in der Welt sein kann. Letztlich bleibt es jedoch ein Versuch, ein halbwegs geordnetes Ende der Saison zu ermöglichen.

Durch die Bundesregierung wurde eine Mischung aus regelmäßigen Tests, Quarantäne, Sonderregelungen und Geisterspielen genehmigt, so dass am Wochenende die Bundesliga wieder starten kann. Für viele Fans steht Rasenballsport für gelebte Emotion, gemeinsames Erleben,  schlicht soziale Kommunikation -  dass jetzt 22 Millionäre vor leeren Rängen kicken bedeutet somit für zahlreiche Anhänger aller Vereine ein Ende des klassischen Fussballs.

Und auch wenn man diese Punkte generell vermisst und nun die Chance sieht, ergibt es wenig Sinn, sich vor dem Stadion zu versammeln. Statt den Akku des Smartphones oder Tablets auf der Festwiese für ein zeitversetztes Sky Go zu verschwenden, ergibt es mehr Sinn zu Hause vor dem TV über das zweite Endgerät doch lieber in eine Bundesliga-Konferenz der etwas anderen Art zu schalten. In dem Fall nicht mit anderen Spielen, sondern mit Freunden und Verwandten im Video-Chat, um wieder digital-zusammen Fußball zu erleben. Denn nichts wäre bitterer, wenn der hingereichte Finger unnötig wieder zurückgezogen werden muss. Auch wenn man im Western die spannendsten Duelle eher vor dem Saloon mit reichlich Zuschauern kennt, als in der weitläufigen, kargen und einsamen Prärie.


Jubelt er vor leeren Rängen?


Wer zieht am Schnellsten?

Über den Fitness- und Gesamtzustand der Mannschaften lässt sich wenig sagen. Isoliert, erst zu Hause, dann in kleinen Gruppen und seit einigen Tagen in der Mannschafts-Quarantäne bereiten sich die Clubs vor. Neben den jeweiligen Tabellenpositionen ist es daher müßig, über die Verfassung der fast schon Dauerrivalen aus Leipzig und Freiburg zu spekulieren. Immerhin gab es in der Vergangenheit schon einige Kuriositäten in den Begegnungen beider Vereine. Nach dem Schneegestöber und dem kurzzeitigen Sturz der Leipziger aus dem Spitzenmannschafts-Habitus, folgt nun das erste Bundesliga-Spiel der Mannschaften unter Pandemie-Bedingungen.


Im Hinspiel geschlagen, im Rückspiel gesperrt: Upamecano.


Keiner weiß so richtig, wie es wird und Leipzig Trainer Julian Nagelsmann rechnet mit einer vorsichtigen Herangehensweise. Vorsichtiger Fußball bei RB Leipzig? Eher nicht die viel beschworene DNA der Roten Bullen, aber wir haben in der letzten Zeit einiges an Unfassbarem erleben müssen. Definitiv nicht am Abzug stehen wird auf Leipziger Seite Emil Forsberg, der Mandelprobleme hat, und Dayot Upamecano, welcher gelb-gesperrt fehlt. Dafür sind die bisherigen Dauerverletzten Kevin Kampl, Willi Orban und Ibrahima Konaté zumindest Optionen. Sollte der Ausfall von Emil Forsberg mit diversen Alternativen aufgefangen werden können, dürfte das in der Innenverteidigung deutlich schwerer wiegen.


Waldschmidt und Petersen, zwei Gesichter hinter Freiburgs Erfolg.


Bei den Breisgauern scheinen alle soweit fit zu sein, um die Leipziger mal wieder zu ärgern und die bisherige sorgenfreie Saison fortführen zu können. Teilweise auf Platz 3 stehend hat man sich im oberen Tabellenmittelfeld etabliert und Europa zumindest im Blick. Aber auch hier gilt: Nichts Genaues, weiß man nicht und auch, wenn es einen Heimvorteil nicht mehr gibt, müssen sich auch die Spieler des SC Freiburgs an die Ruhe im gefühlt noch weiteren Rund gewöhnen. Denn es kann auch sein, dass die mangelnde Ablenkung bei Lukas Waldschmidt oder Nils Petersen zu Unkonzentriertheiten vor dem Schuss führen.

Es fällt schwer den Fokus auf den Fußball und das Sportliche zu legen und Prognosen sind quasi auf Spiel 77 Niveau. Umso spannender wird es werden, wie das weitere besondere Erlebnis mit RB Leipzig und SC Freiburg gestaltet wird. Hoffentlich mit besserem Ausgang für die Roten Bullen und hoffentlich können wir in der nächsten Woche wieder mehr zum Fußball kommen. Die Regeln dafür sind klar.

tony4arsenal