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Zweiter Kantersieg gegen Mainz

Zweiter Kantersieg gegen Mainz

Mit einem erneuten Kantersieg gegen Mainz meldet sich Leipzig zurück. Werner traf beim 5:0 wie schon im Hinspiel dreifach und auch Sabitzer, Kampl und Poulsen machten eine gute Figur. Der erste Schritt in eine perfekte englische Woche ist gemacht.

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Fernglas oder Schampus?

Die Situation vor dem Spiel war klar. Die Konkurrenz hatte am Samstag nicht geschlafen und vorgelegt. Zehn Punkte auf den Serienmeister, sechs auf den BVB und auch Bayer und Gladbach standen vor unseren Leipzigern. Zeit endlich mal durchzustarten, nachdem man sich in der Rückrunde etwas zu oft selbst im Weg gestanden hatte und gegen Truppen mit überschaubaren Qualitäten wie Frankfurt, Freiburg und Wolfsburg sieglos blieb. Gegen die von Ex-RBL Trainer Beierlorzer trainierten Mainzer musste also ein Sieg her, sonst würde es kein Rotkäppchen Sekt und Champions League sondern nur Fernglas und Europa League geben.

Nagelsmann brachte wie angekündigt Sabitzer und Upamecano für Adams und Mukiele. Eher überraschend kam aber der dritte Wechsel daher. Olmo, der bisher noch nicht so glücklich mit dem Wechsel sein dürfte und weit davon entfernt ist, wie beispielsweise Haaland beim BVB, als Volltreffer bezeichnet zu werden, rotierte für Angelino ins Team.

Heraus kam eine extrem offensive Aufstellung mit Olmo und Nkunku als offensive Außen und Sabitzer mit Kampl im Zentrum. Laimer verteidigte die rechte Außenbahn und Halstenberg die linke, Upamecano und Klostermann bildeten das Abwehrzentrum. Poulsen erhielt in seinem 250. RBL Spiel die Kapitänsbinde und erneut den Vorzug vor Schick.

Beierlorzer ließ ebenfalls einen Topstürmer auf der Bank. Mateta reiht sich diese Saison aber nach seiner Verletzung leistungstechnisch hinter Quaison, Boetius und Onisiwo ein, die heute das Mainzer Angriffstrio bildeten. Etwas überraschend saß auch Öztunali auf der Bank. Die Hausherren mit einer Fünferkette etwas defensiver als bei ihrer höchsten Bundesligapleite im Hinspiel.

 

Geisterspiel die Zweite - richtungsweisend!


Werner ist zurück!

Die Marschrute der Hausherren somit klar. Wie so viele Buliteams galt: defensiv sicher stehen und die Dinger im Bedarfsfall rausbolzen und auf Konter hoffen. Aber der Plan ging nicht auf, denn dieses Mal waren es unsere Leipziger die mit dem ersten Schuss aufs Tor in Führung gingen. In der elften Minute traf Werner zum 1:0, sein elftes Tor gegen Mainz im Rasenballerdress. Laimer hatte die Kugel an der Seitenline nach vorn getrieben und für den in Rückraum durchstartenden Werner aufgelegt. Der Konnte frei ins lange Eck abschließen. Der Ball für Müller spät zu sehen, aber auch nicht ganz unhaltbar.

RBL war das klar dominierende Team (ca. 75% Ballbesitz) und auch wenn es nicht viele Torchancen gab, so saßen die, die sich ergaben. Schon in der 23. Spielminute erhöhte Poulsen mit dem zweiten Ball aufs Tor von Müller zum 2:0. Nach einem Freistoß nach Foul an Olmo kam der Ball über Kampl und Laimer zu Sabitzer, der butterweich in den Fünfmeterraum flanke, wo Poulsen mutterseelenallein nur einzunicken brauchte. Die Mainzer Hintermannschaft zeitweise in Hinspielform.

 

Schmidt in der ersten Halbzeit mit merkwürdiger Kartenverteilung.


Coronarer Spaßbitzer

Die erste gute Chance, die unsere Messestädter dann vergaben dann in der 33. Minute. Einen Konter über Werner legte der Goalgetter für Poulsen quer, der Däne säbelte aber über den Kasten. Besser machte es in der 36. Startelfrückkehrer Sabitzer. Wieder kamen die Mainzer mit dem Leipziger Pressing nicht klar, verloren den Ball im Mittelreis und wurden überrannt. Nkunku scheiterte zwar noch an Müller, aber Sabitzer zirkelte das Leder nach der Fußabwehr des Mainzer Keepers überlegt ins Eck. Zeitgleich machte übrigens das Gerücht die Runde, dass Sabitzer nicht zuletzt wegen einer Quarantäne letzte Woche aussetzen musste. Er war zu Beginn der Vorbereitung positiv getestet worden.


Schmidts eigenartige Bewertung

Bis zur Halbzeit blieben die Gastgeber ohne Torabschluss. Negativ fiel die Spielleitung von Markus Schmidt auf, der trotz einer nicht sonderlich hart geführten Partie mit Gelben Karten nur so um sich schmiss. Werner und Sabitzer gesellten sich somit zu Halstenberg, alle drei wären bei der nächsten Gelben ein Spiel gesperrt. Keine Gelbe gab es dann sinnigerweise als Quaison Laimer umrannte und dabei am Knie traf, für den Österreicher ging es nicht weiter (40.), er wurde durch Mukiele ersetzt. Kurz vor der Pause vergab Nkunku noch die Chance zum 4:0. Mainz war gut bedient...

 

Spaßbitzer nach Corona-Infektion.


Mainz weiter großzügig

Wer dachte, dass die Einwechslung von Angreifer Mateta nun einen Mainzer Sturmlauf auslösen würde, sah sich schneller getäuscht als er den Namen aussprechen konnte. Schon in der 48. Minute machte Werner den Sack zu. Nach einem fahrlässigen Ballverlust versandete zwar der Konter, aber Kampl drehte auf und stand nach Doppelpass mit Nkunku im Strafraum, wo er überlegt für Werner auflegte. Das zwölfte Tor von Werner gegen Mainz und der zwölfte Treffer von RBL gegen den FSV in dieser Saison. Die Mainzer Hintermannschaft in Geberlaune.


Orban zurück, Nagelsmann wechselt fünf Mal

Danach ließ es Leipzig etwas ruhiger angehen und agierte nicht mehr ganz so zielstrebig wie noch im ersten Durchgang. Nkunku und Werner (68., 70.) hätten durchaus erhöhen können, scheiterten aber an Müller oder schossen wie in Werners Fall daneben. Mainz auf der anderen Seite brachte nun zwar ein, zwei Torchancen zustande, richtig brenzlig wurde es für Gulácsi aber nicht. Kampl traf in der 62. zum vermeintlichen 5:0. Sein Tor wurde aber wegen Poulsens Abseits in der Schussbahn schnell zurückgepfiffen.

So konnte Nagelsmann durchwechseln und brachte früh Orban und Adams für Upamecano und Sabitzer (60.) sowie Wolf und Lookman für Kampl und Nkunku (70.). Besonders schön war das für Kapitän Orban, der diese Saison eine lange Leidensgeschichte hinter sich hat und Dank der Corona-Pause nun doch im Saisonfinale noch eingreifen kann.

Ein echter Bruch kam aber auch durch diese Wechsel aber nicht ins Spiel. Im Gegenteil. Poulsens genauer langer Ball auf den durchstartenden Timo führte in der 75. Minute zum 5:0. Werner nach der Durststrecke hungrig auf mehr….

 

Poulsen nimmt den Kampf an.


Die vier besten Rasenballer

Sabitzer: Nach überstandener Corona Infektion in Spiellaune. Legte das 2:0 auf und erzielte das 3:0 selbst. Einzig die Gelbe trübte etwas das Bild. Aber mit Spaßbitzer läuft es wieder bei Leipzig.

Kampl: Mit einigen Momenten und der schönsten Vorlage des Spiels zum 4:0. Vertrag bitte verlängern. Er gehört noch lange nicht zum alten Eisen.

Werner: Nach drei Bundesligaspielen ohne Tor platze endlich der Knoten. Mainz auch eines von Werners Lieblingsteams. Ihm wurde das Toreschießen heute aber auch leicht gemacht. Der dritte Dreierpack von Timo.

Poulsen: Tor, zwei Vorlagen, weitere Beteiligungen an Toreinleitungen. Yussuf heute nicht so glücklos wie zeitweise gegen Freiburg und in den Spielen zuvor. Der Kampf um den Platz neben Werner ist wieder eröffnet.

 

Werner heute heute nicht zu halten.


Luft nach oben

Nkunku: Ließ zwei gute Chancen aus und hätte Mainz in der ersten Hälfte noch deutlich härter bestrafen können.

Olmo: Wie Nkunku nicht ganz so herausragend im Vergleich zu den "Altmeistern" Kampl und Sabitzer.

Schmidt: Wenig stringente Leistung des Schiedsrichters. Der bei den nicht gerade häufigen Fouls keine klare Linie zeigte und Gelbe Karten nach Stimmung zu verteilen schien.

 

Olmo und Nkunku heute mit Abstrichen in der B-Note.


Fazit

Mainz mit einer schwachen Defensivvorstellung, die einige wohl nicht zu Unrecht an das Hinspiel erinnern dürfte. Mit dem 5:0 war der FSV noch gut bedient. Neben einer wenig strukturierten Defensive machte auch Zentner Vertreter Müller keine gute Figur, er ist aktuell in der Bundesliga der Torhüter mit den meisten Gegentoren pro Minute und Mainz nun das Team mit der löchrigsten Defensive der Liga.

Die starke Zentrale um Sabitzer und Kampl ließ Mainz wenig Luft zum Atmen. Olmo und Nkunku fielen dagegen etwas ab. Offensiv setzte Poulsen mit Tor und Vorlage ein Zeichen, dass man ihn im Duell mit Schick noch nicht abschreiben sollte. Bester Mann auf dem Feld: Sabitzer.

Insgesamt ließ es heute für Leipzig wieder rund. Die Chancen wurden verwertet, so dass man nicht ins zittern kam. Mit dem drittbesten Angriff und der besten Abwehr der Liga ist man nun scheinbar gerüstet für das Saisonfinale. In der Hinrunde läutete der Kantersieg gegen Mainz den starken Herbst ein, möge dies nun auch für die restlichen Geisterspiele gelten. Am Mittwoch kommt mit der Hertha aber ein Team, was aktuell deutlich besser in Form ist und mit zwei zu Null siegen den besten Nach-Corona-Start aller Teams hingelegt hat.

Die volle Punktzahl aus der nun angebrochenen englischen Woche mitzunehmen muss das Ziel sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Verletzung Laimers und die drohenden Gelbsperren keinen Strich durch diese Rechnung machen. Es gilt den dritten Platz gegen Leverkusen und Gladbach zu verteidigen. Für ganz oben wird es wohl nicht mehr reichen.


Statistik
1. FSV Mainz 05: Müller – Niakhaté (C), Bruma (46. Mateta), St. Juste – Caricol, Kunde (61. Barreiro), Fernandes (74. Latza), Baku – Boetius (61. Awoniyi) – Quaison, Onisiwo (74. Öztunali)
RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Upamecano (60. Orban), Halstenberg – Laimer (42. Mukiele) – Sabitzer (60. Adams), Kampl (71. Wolf), Olmo, Nkunku (70. Lookman) – Poulsen (C), Werner
Schiedsrichter: 
Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore:
0:1 Werner (11.), 0:2 Poulsen (23.), 0:3 Sabitzer (36.), 0:4 Werner (48.), 0:5 Werner (75.)
Torschüsse: 4 / 20
Schüsse aufs Tor:
1 / 10
Passquote:
79% / 90%
Zweikampfquote:
42% / 58%
Ballbesitz:
35% / 65%
Laufleistung: 107,3 km / 110,8 km
Fouls: 13 / 11
Ecken: 5 / 4
Abseits: 3 / 2
Gelbe Karten: Kunde, Bruma, St. Juste / Upamecano (6), Sabitzer (4), Werner (4)
Zuschauer: keine

Rumpelstilzchen