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Der doppelte Olmo!

Der doppelte Olmo!

10. Auswärtssieg in der Bundesliga. Rekord für RBL. Olmos Doppelpack brachte RBL früh in Front, aber Hoffenheim bestimmte bis zur Schlussphase die Partie. Vorgelegt und mit dem Sieg rückt die Champions League näher, aber es bleibt noch viel zu tun.

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Mit drei Wechseln zum Erfolg?

So richtig überraschend war es nicht, was Nagelsmann zum Gastspiel bei seiner Rückkehr nach Sinsheim auf den Rasen stellte. Die zuletzt angeschlagenen Sabitzer und Laimer rückten für Nkunku und Adams in die Startelf und Platzverweissünder Upamecano wurde durch Halstenberg ersetzt. Weder Orban noch Konaté sind aktuell fit genug für einen Startelfeinsatz, nahmen aber wie Forsberg (bei dem die Zeichen damit langsam auf Abschied stehen) auf der Bank Platz.

Auf Abschied standen die Zeichen für Schreuder eigentlich nicht, dennoch setzte Nagelsmanns Ex-Klub seinen Nachfolger vor die Tür. Nicht zum ersten Mal durfte RBL als Auftaktgegner für einen neuen Trainer herhalten. Dieses Mal hatten Kaltenbach und Rapp den Hut auf, wobei Ersterer auf dem Spielberichtsbogen der primus inter pares war. Immerhin hatte Kaltenbach fast 200 Spiele unter Nagelsmann als Co-Trainer fungiert, kannte also unseren Chefcoach genau. An der Seitenlinie wechselte er sich inds mit Rapp ab.

Jedenfalls veränderte auch die TSG ihr Team auf drei Positionen. Für den gesperrten Hübner rückte Kaderabek in die Mannschaft, zudem ersetzten Geiger und Grillitsch Nordtveit und Skov. Beiderseits also kein guter Tag für Nordeuropäer.

 

Nagelsmann begrüßt seinen ehemaligen Co Kaltenbach..

 

Leipzig mit Schwein und dem doppelten Olmo

So Anfangsphasen in RBL Spielen haben es ja gerne in sich, heute galt diese Aussage besonders, denn was in der ersten Viertelstunde abging, das reicht in manchen Magerkost-Bundesligaspielen für die volle Spielzeit. Die TSG kam sehr gut aus der Kabine und hätte durch Baumgartner, der Mukiele aussteigen ließ, beinahe nach vier Minuten die Führung erzielt, allein der Österreicher zielte knapp neben den Kasten. Nur zwei Minuten später zeigte Schiedsrichter Welz, der bis dahin in sechs RBL Spielen nur einmal einen Sieg unserer Leipziger leitete, auf den Punkt. Gulácsi hatte den Ex-Salzburger Dabbur zu Fall gebracht. Nach einer längeren Wartepause kassierte der VAR wegen eines vorherigen leichten Handspiels aber die Gelbe für Pete und den Elfer.

 

 

Aber für Hoffenheim kam es noch dicker, denn eine gute Minute nach der Entscheidung rollte der erste echte Leipziger Angriff über rechts heran. Mukiele brachte den Ball zu Olmo, der sich im Strafraum durchsetzte und mit Schmackes abzog – 1:0 nach neun Minuten. Nur zwei Minuten später war es erneut Olmo der nach Sabitzers Kopfballablage im Strafraum erneut zielsicher abzog und zum 2:0 erhöhte. Angelino hatte zuvor den Österreicher schön eingesetzt.

 

Der doppelte Olmo.

 

Hoffenheim im Pech

Leipzig dieses Mal also eiskalt, aber die TSG steckte dennoch nicht auf und versuchte weiter das Spiel zu diktieren. Die Hausherren blieben gefährlich und hätten ich den Anschluss mehr als verdient, allein die Latte wollte nicht mitspielen, als Dabbur in der 27. an ihre Unterkante köpfte.

Bis zur Pause machte Hoffenheim vieles richtig, aber den Abschlüssen fehlte es einfach an Präzision. So schoss beispielsweise Baumgartner nach einem Abpraller Gulácsi an (38.). Am Ende det Halbzeit hatte die TSG zwar 55% Zweikampfquote, 14/5 Torschüssen und 5/0 Ecken aber 0:2 Tore. Eine insgesamt besonders in der Höhe glückliche Führung, auch wenn zur Wahrheit auch dazugehört, dass nur einer der Abschlüsse der TSG von Gulácsi pariert werden musste und der bis dahin quasi unsichtbare Werner nach schöner Laimer Vorarbeit in der 44. eine Großchance für Leipzig vergab.

 

Schick heute fast nicht zu sehen.

 

Die TSG zu fahrlässig, Werner im Abseits

Das Hoffenheimer Trainerteam wechselte zur Pause noch mehr Offensivpower. Kramaric kam für Ex-Salzburger Samassekou und Skov für Zuber. Nagelsmann wechselte vorerst nicht, wenngleich einige Leipziger eher unter ihrem Leistungsmaximum geblieben waren.

Zwar neutralisierten sich die Mannschaften zu Beginn der zweiten Hälfte, aber es waren erneut die Hausherren, die das erste Ausrufezeichen setzten. Rudys eher laschen Abschluss in der 52. kratzte Gulácsi raus, wie so oft war der Angriff über die rechte Leipziger Abwehrseite eingeleitet worden. Im Gegenzug erzielte Angelino das vermeintliche 3:0, Werner stand zuvor aber im Abseits.

 

33 Fouls bezeugen ein umkämpftes Spiel.

 

Wechselspiele

Auf den ersten regulären Torschuss musste RBL nach der Pause bis zur 59. warten. Angelinos schöne Flanke wuchtete Mukiele aber per Kopf über den Kasten von Baumann. Da sich sonst aber wenig besserte und Laimer Krämpfe hatte, brachte Nagelsmann Nkunku für den Mittelfeldkämpfer. Die TSG wechselte im Sturmzentrum Bebou für Dabbur und drückte weiter auf den Anschluss. Eine erneute Chance für RBL auf 3:0 zu erhöhen vergab Olmo in der 65. Mit Lookman und Adams brachte RBL in der 67. frische Kräfte für Schick und Kampl, die TSG setzte mit Bruun Larsen für Baumgartner weiter auf volle Offensive.


In der Schlussphasen kam Konaté zu seinem Comeback (für Sabitzer) und Haidara für den Doppeltorschützen (78.). RBL spielte jetzt defensiv etwas souveräner und hatte auch offensiv einige Chancen. Der TSG schwanden die Kräfte und der Glaube das Ding hier noch zu drehen von Minute zu Minute. Nkunku hämmerte zum Abschluss die Pille nochmal gegen die Latte, dann war Schluss.

 

Olmo hat gut Lachen, zeigte aber abseits der Tore wenig.

 

Die besten Rasenballer

Olmo: Vor dem Spiel hatte ich noch Olmos fehlenden Impakt kritisiert. Heute zeigte er sich zu Beginn eiskalt vor dem Tor. Abseits davon war aber noch einiges zu ungenau, was besonders die Passquote belegt (47%).

Klostermann: In einer insgesamt wackligen Abwehr noch der Beste Leipziger.

 

Auch Werner tauchte heute ab.

 

Luft nach oben

Werner: Gute Ansätze aber erneut glücklos im Abschluss. Werner sollte die kommenden Chelsea Millionen aus seinen Gedanken drängen und sich wieder auf die Kernkompetenzen konzentrieren.

 

Nagelsmanns erfolgreiche Rückkehr.

 

Fazit

In fast allen Belangen war Hoffenheim besser und gerade im ersten Durchgang hatte Leipzig viel Glück, aber die Tore machte letztlich RBL – oder besser gesagt: Olmo. Einzig Werners vergebene Chance fehlte zur perfekten Ausbeute. Aber man muss in der aktuellen Situation den Finger gleich in die Wunde legen. Defensiv wie offensiv war das Spiel extrem ausbaufähig. RBL ließ sich von Hoffenheim in die eigne Hälfte drücken, hatte kaum gefährliche Aktionen abseits der Tore und war auch in den Zweikämpfen meist nur zweiter Sieger. Letztlich zählen in der momentanen Situation aber nur Punkte und da muss ein schlecht gespielter Sieg einer schön gespielten Niederlage auf jeden Fall der Vorzug gegeben werden.

Die Schlussphase brachte zwar verbesserte Leipziger, so dass die Statistiken sich am Ende nicht ganz so schlecht lesen, bis dahin war es allerdings zähe Schonkost.Bis zur 80. hatte RBL gerade einmal zwei Schüsse aufs Tor abgeliefert und 2:0 geführt, das nennt man wohl Effizienz. Eine die in den letzten Spielen oft die Gegner an den Tag gelegt hatten, vielleicht so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit. Zeitgleich zum Sieg haben unsere 4Fans übrigens wieder einen Podcast aufgenommen: stay tuned!

In der kommenden englischen Woche kommen nacheinander Düsseldorf und Dortmund nach Leipzig. Zeit für ein paar Heimsiege… Gegen Düsseldorf müssen zwingend drei Punkte her, gegen den BVB wird man in einer ähnlichen Form wie heute wohl schwerlich punkten. Es bleib noch viel Luft nach oben in dieser Nach-Corona-Phase der Saison.

 

Statistik
TSG 1899 Hoffenheim: Baumann (C) – Kaderabek, Posch, Bicakcic, Zuber (46. Skov) – Grillitsch, Samassekou (46. Kramaric), Rudy, Geiger (81. Akpoguma), Baumgartner (68. Bruun Larsen) – Dabbur (62. Bebou)
RB Leipzig: Gulácsi – Mukiele, Klostermann, Halstenberg, Angelino – Laimer (61. Nkunku), Kampl (67. Adams) – Olmo (78. Haidara), Sabitzer (C, 78. Konaté) – Schick (67. Lookman), Werner
Schiedsrichter: 
Tobias Welz (Wiesbaden)
Tore:
0:1 Olmo (9.), 0:2 Olmo (11.)
Torschüsse: 24 / 15
Schüsse aufs Tor:
6 / 7
Passquote:
75% / 74%
Zweikampfquote:
57% / 43%
Ballbesitz:
51% / 49%
Laufleistung: 116,9 km / 118,1 km
Fouls: 15 / 18
Ecken 9 / 1
Abseits: 4 / 1
Gelbe Karten: Samassekou, Zuber / Klostermann (1), Adams (1), Nkunku (2)
Zuschauer: keine

Rumpelstilzchen