Das Ziel vor den Augen – die Champions League klarmachen!
Man kennt sich...
Bereits vor dem Aufstieg der Fortuna in die 1. Fußballbundesliga gab es einige Tänze zwischen beiden Teams. Im Unterhaus verbuchte RB drei Siege und ein Remis. Auch nach dem Aufstieg konnten die Fortunen noch keinen dreifachen Punktgewinn gegen Rasenballsport verbuchen. Doch Düsseldorf ist gut drauf, und der post Corona-Chronologie folgend wartet am Mittwoch eine schwere Aufgabe auf die Leipziger.
Mit Uwe Rösler kommt ein in Leipzig gut bekannter Mensch zurück. In Altenburg geboren durchlief er den Nachwuchs beim 1. FC Lok Leipzig, schaffe den Sprung in die Profimannschaft 1987 und wechselte eine Saison später zu Chemie. In der Pressekonferenz macht Uwe Rösler deutlich, dass er sich sehr freut wieder in seine zweite Heimat zurückzukehren:
🎙️ #Rösler: "Für mich persönlich geht es in meine zweite Heimat, dorthin, wo ich aufgewachsen bin. Darauf freue ich mich. Natürlich habe ich in und um Leipzig Familie, Freunde und Bekannte, zu denen seit Jahren Kontakt besteht."#f95 | 🔴⚪️ | #F95inLeipzig
— Fortuna Düsseldorf (@f95) June 15, 2020
Der Fortuna fehlt das Fortune
Die Düsseldorfer stecken bis zum Hals im Abstiegskampf. Nach 31 Spieltagen sind 28 Punkte und Tabellenplatz 16 bittere Realität. Ich hol schon mal das Phrasenschwein raus, denn die Fortuna steckt "im verflixten zweiten Jahr". Zur Saison 2018/19 aufgestiegen, konnten die Düsseldorfer bereits relativ früh über den sicheren Klassenerhalt jubeln. Damals noch unter Trainer Friedhelm Funkel präsentierte sich Düsseldorf als Favoritenschreck. Ein Remis gegen Leipzig, ein 3:3 nach Rückstand in München und ein Sieg gegen den BVB als erstes Team in der damaligen Saison.

Rösler zurück in der Heimat.
Nachdem sich die Fortuna in dieser Saison nicht so stark präsentieren konnte, entließ Düsseldorf den Cheftrainer und installierte Uwe Rösler als Nachfolger. Zwar hat er dem Düsseldorfer Offensivspiel wieder Leben eingehaucht, doch die Ergebnisse fehlen nach wie vor. In 14 Pflichtspielen unter Rösler holten die Fortunen im Schnitt 1,14 Punkte, drei Siege, vier Niederlagen und sieben Remis. Gerade der letzte Wert schmerzt die Düsseldorfer sicherlich. Vor allem zuletzt wurden Spiele hergeschenkt, die man auch hätte gewinnen können. Gegen die TSG Hoffenheim spielte Fortuna 80 Minuten lang in Überzahl und kam nicht über ein 2:2 hinaus, gegen Dortmund präsentierte sich das Team so stark, dass sogar ein Sieg verdient gewesen wäre. Einzig die Innenpfosten am Dortmunder Tor und Sturmjuwel Erling Haaland hatten etwas dagegen.
Rösler achtet bei seinen Aufstellungen oft darauf, im Mittelfeld entsprechend präsent zu sein. Bis auf eine Ausnahme stand unter Rösler hinten immer eine Dreierkette, davor ein Mittelfeld mit sechs oder sieben Spielern, abhängig davon eine Doppelspitze im Sturm oder nur ein echter Neuner. In Zahlen: 3-4-2-1 oder 3-5-2 sind unter Rösler das Mittel der Wahl.
Die starke Präsenz im Mittelfeld
zeigt Erfolg: Die Fortuna sammelt in jedem Spiel fleißig Ballbesitz.
Gegen Hoffenheim und Schalke lag der Wert bei jeweils rund 70%.
Zuletzt funktionierte das gegen den BVB zwar nicht so gut (knapp 30%
Ballbesitz), aber auch die anderen Statistiken können sich
sehenlassen. Düsseldorf ist mehr gelaufen, hatte mehr Torschüsse
als der BVB, hat mehr Zweikämpfe gewonnen und deutlich mehr Eckbälle
als die Dortmunder. Die vielen Eckbälle lassen darauf schließen,
dass Düsseldorf sich nicht nur den Ball in der Dreierkette hin und
her schiebt, sondern auch etwas damit anzufangen weiß und einen
ordentlichen Offensivdrang besitzt. Zweikampfquote und Laufleistung
zeigen, dass die Düsseldorfer den Abstiegskampf annehmen (und wieder
grunzt das Phrasenschwein).
Die
Protagonisten unter Rösler heißen unter anderem Rouwen Hennings,
Erik Thommy und Kenan Karaman. Zusammen haben die drei
Offensivspieler 26 der 33 Saisontore geschossen. Zuletzt zeigte auch
Steven Skrzybski starke Leistungen. Gegen den BVB scheiterte er zweimal am Aluminium.
Im Spiel gegen RB kann Uwe Rösler fast aus dem Vollen schöpfen. Linksverteidiger Niko Gießelmann fehlt wegen einer Gelbsperre, Torhüter Zack Steffen ist bereits länger verletzt und auch Oliver Fink sowie Ayman Barkok stehen auch weiterhin nicht zur Verfügung.
Zusammengefasst: Düsseldorf ist im Mittelfeld sehr präsent, hat vor allem im Offensivspiel einige gute Ideen und spielt dazu sehr körperlich. Alles Attribute, mit denen Leipzig zuletzt sehr zu kämpfen hatte...

Skrzybski verpasste gegen den BVB nur knapp die Führung.
Die Königsklasse ist zum Greifen nah!
Man kann es nennen, wie man will: eigenes Unvermögen oder fehlendes Spielglück haben zuletzt gegen Freiburg, Hertha und Paderborn am Ende des Tages nur einen Punkt auf das Leipziger Konto fließen lassen. Will man es auf fehlendes Spielglück schieben, so wurde man dafür als Fan der Rot-Weißen beim Spiel gegen Hoffenheim etwas besänftigt. Nach ungestümen Einsteigen unserer Nummer 1 gegen den Hoffenheimer Munas Dabbur zeigte Schiedsrichter Tobias Welz nach sechs Minuten zurecht auf den Elfmeterpunkt. Einzig das Handspiel direkt vorher verhinderte den Strafstoß. Im Gegenzug sorgte der schnelle Doppelpack von Dani Olmo, der sich nun immer besser in der Bundesliga einzufinden scheint, für einen leicht glücklichen, aber nicht unverdienten dreifachen Punktgewinn.
Zuletzt brauchte man als Anhänger des einzig wahren Rasenballsports wieder ein paar Herztabletten mehr. Remis, Sieg, Remis, Sieg, Remis, Sieg. So liest sich die Statistik nach dem Re-Start. Wie bereits erwähnt, lässt diese Chronologie für Mittwoch nichts Gutes erahnen. Denn auch das Leipziger Spiel überzeugte zuletzt nicht. Die Defensive macht durch individuelle Fehler, die nicht selten zum Platzverweis führen (Halstenberg gegen Hertha, Upamecano gegen Paderborn) auf sich aufmerksam, im Mittelfeld fehlt es an Ballsicherheit und die Offensive schoss auffallend oft am leeren Tor vorbei. Man könnte meinen, Herbstmeisterschaft, eine starke Champions League-Saison und das Corona-bedingte Durcheinander waren wohl doch etwas zu viel für die junge Mannschaft.
Aber insgesamt bleiben wir positiv! Zur sicheren Champions League-Qualifikation fehlen noch drei
Punkte, auch Platz zwei wäre theoretisch noch möglich. Sollte man
mindestens fünf Punkte sammeln, winkt die beste Bundesligasaison der noch
jungen Vereinsgeschichte.
Am Mittwoch gilt es dafür eine
konzentrierte Leistung gegen die Düsseldorfer zu zeigen, die
mindestens genauso in der Siegespflicht sind. Der Kader steht dabei
wieder in einer gewissen Breite zur Verfügung. Vom Stammpersonal
fehlt einzig Yussuf Poulsen.

Faust drauf? Verlängert Upamecano doch noch?
Der Aufreger der Woche
Zwar kein Aufreger in dem Sinne, aber dennoch sehr wichtig: Nach dem (fast) sicheren Wechsel von Timo Werner in Richtung London stellt sich die Frage nach einem Nachfolger für recht große Fußstapfen in der Offensive. Neben einem Milot Rashica steht auch der Offensivspieler Hee-chan Hwang von einem gewissen österreichischen Team (Zwinker) als Neuzugang im Raum. Klar ist: Timo Werner adäquat zu ersetzen, wird sehr schwierig. Markus Krösche hat allerdings ein Händchen, Spieler mit großem Potential in die Messestadt zu locken. Ein Patrick Schick oder ein Angelino sind die besten Beispiele. Es bleibt spannend!
Das Fazit
Gegen Düsseldorf ist ein dreifacher
Punktgewinn Pflicht, wenn man rechnerische Sicherheit haben will.
Qualität des Kaders und Ambitionen des Teams auf Leipziger Seite
unterstreichen diese These stark. Im Gegensatz dazu steht eine
Fortuna, die mindestens genauso auf Sieg spielen muss. Der
Klassenerhalt ist ein festes Ziel, eine Niederlage würde dieses Ziel
allerdings in weite Ferne rücken lassen.
Neben defensiver Stabilität
und eine gewissen Ballsicherheit im Mittelfeld muss vor allem die
Leipziger Chancenverwertung besser werden. Dann steht einem Sieg
wenig im Wege!
In der Hoffnung auf einen dreifachen Punktgewinn, auf Bald!
Linus
Niemand ist gezwungen Kommentare abzugeben aber auch niemand sie zu lesen. Und es tut mir leid aber wenn man nur positives zu den Testspielen schreiben darf, dann würden hier gar keine Kommentare stehen und der Thread wäre "tot", weil da aktuell einfach nichts positives zu sehen ist. Edit: 2 Torschüsse in 120min sprechen schon eine deutliche Sprache.