Ein Stück Normalität...
Eigentlich kommt man nur mit Dauerkarte Plus rein...
So wurde die Ticketvergabe seitens des Vereins kommuniziert. Genauer: Inhaber einer Dauerkarte Plus, die in Sachsen wohnen. Als ein eben solcher Dauerkarten Plus Besitzer hatte man zehn Tage vor dem Spiel die Möglichkeit, sich für einen Platz für die Partie gegen Mainz zu „bewerben“, eine Woche später gab es die Rückmeldung mit Zu- oder Absage und einer teils völlig neuen Sitzordnung. Verständlich, da so die Auslosung nicht für die vier Sektoren einzeln erfolgen musste, da sich der Anteil an Dauerkarten zwischen den einzelnen Sektoren unterscheidet. Somit hatten alle Teilnehmer vermeintlich die gleichen Chancen, wobei es besonders viele Absagen in Sektor A gab.
Problematisch allerdings für Familien, da dort nicht garantiert werden kann, dass alle zusammensitzen können. Für die 8.500 Plätze gab es circa 13.000 Bewerbungen, somit auch das ein oder andere traurige Gesicht in meinem näheren Umfeld, da von Seiten des Vereins eine Absage kam. Umso erhellter waren die Minen, als bemerkt wurde, dass man als sächsischer Dauerkarte Plus Inhaber auch Zugriff auf Rückläufertickets in der Ticketbörse hatte. Die Chance, auch im Nachhinein der Verlosung an ein Ticket zu kommen, insgesamt wurden allerdings nicht mehr als 8.500 Plätze vergeben. Wie auch bei normalen Spielen ist die Ticketbörse also immer einen Blick wert.
Das Konzept scheint wunderbar aufzugehen, alle mit Abstand und Masken in ihren Clustern! 💪 #RBLM05 pic.twitter.com/lQh8kpvLqv
— RB-Fans.de (@rb_fans) September 20, 2020
Entzerren, Cluster, Hygienekonzept
Eben jenes Konzept wurde im Vorhinein von Vereinsseite ausführlich kommuniziert. Beginnend mit einem bestimmten Anreisefenster, abhängig vom jeweiligen Block, in dem man sitzt. So mussten alle Besucher aus dem Block 28 um 13:30 Uhr am Stadion seien, um 14:00 Uhr begann der Einlass von Block 27 und 29 usw. Damit wurde sowohl die Anreise über den ÖPNV, als auch die Schlangen am Einlass entzerrt. Der Weg ins lief Stadion durchaus reibungslos ab. Hier gibt es allerdings ein Problem. Beim Einlass wurde ich nicht nach meinem Personalausweis gefragt, Freunde und Bekannte, die in anderen Blöcken im Stadion waren, auch nicht. In Verbindung mit der Ticketbörse kann also nicht garantiert werden, dass nur Besucher aus Sachsen zum Spiel gehen, so wie vom Hygienekonzept vorgesehen. Ein Dauerkarten Plus Inhaber könnte somit als „Strohmann“ mehrere Tickets für seine Freunde aus Thüringen holen und diese personalisieren. Hier sehe ich Verbesserungsbedarf.
Im Stadion wurden die einzelnen Blöcke in Cluster unterteilt. Diese Cluster bestanden aus sechs Personen, jeweils drei nebeneinander, die anderen Drei saßen davor, bzw. dahinter. Die Cluster waren durch jeweils fünf Plätze nach links und rechts, und durch zwei Reihen nach vorn und nach hinten voneinander getrennt. Hierbei sitzt man mit teilweise völlig fremden fünf Menschen eng zusammen. Die Frage ist, ob man diese Cluster noch weiter hätte entzerren können, um im Falle einer Infektion den Kreis an Kontaktpersonen noch weiter zu verringern oder ob es möglich ist, dass man hier mit Personen zusammensitzen kann, mit denen man sich auch sonst trifft. Vielleicht überdenkt man hier nochmal die Verlosung der Tickets? Das Hygienekonzept beinhaltet außerdem das dauerhafte Tragen einer Mund- Nasenbedeckung. Sowohl vor als auch während des Spiels hat das Konzept größtenteils gut funktioniert. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind in ihren Clustern geblieben, auch Mund-Nasenbedeckungen wurden aufbehalten. Im Nachgang äußerte der Verein, dass das Gesundheitsamt mit der Ausführung sehr zufrieden sei.
Wieder im Wohnzimmer 🏟 und wieder mit #RBLFans zusammen. Heute war ein Tag, um ein kleines Tränchen vergießen zu können... 🙏
— RBoligei (@BoligeiR) September 20, 2020
Es hat wieder riesig Spaß gemacht - es war ein souveränes Spiel unserer #DieRotenBullen 🔴⚪ und wir hoffen auf noch mehr Fans in der Zukunft.#RBLM05 pic.twitter.com/Hpl7Ver5eh
Die Hände nach oben, alle Hände!
Als einzige Fanszene aus der Fußballbundesliga entschied man sich in Leipzig dafür, einen Capo zu stellen, um somit aktiven Support zu ermöglichen, nachzulesen auf den Social Media Kanälen der Zone_147. Nachdem also die Vereinshymne gespielt und die Mannschaftsaufstellung im Dialog mit Tim Thoelke verlesen wurde, stimmte der Capo den ersten Fangesang an. Das fühlte sich wirklich mal wieder nach Fußball an. Nach so langer Zeit ohne Stadionbesuch können 8.500 Stimmen sehr laut anmuten. Allerdings begann der Support teilweise nicht nur im Sektor B, sondern gerade aus dem Oberrang in Sektor C wurden vielerlei Fangesänge angestimmt, die sich durchs Stadion zogen. Capo und Trommler reagierten deshalb, gerade in der ersten Halbzeit viel mehr auf das Publikum, als das sie agierten, was sich letztlich insgesamt positiv auswirkte. Hier könnte sich die neue Sitzplatzverteilung durchaus positiv auswirken, da viele Supporter im Oberrang des Gästesektors waren und damit aus zwei Richtungen zum Support animiert wurde.
Ganz grundsätzlich lässt ein Spiel mit 8.500 Zuschauerinnen und Zuschauern eher an die alten Regionalligazeiten erinnern, ein Vergleich zum Bundesligaalltag pre Corona ist das natürlich nicht, aber ehrlich: alles in allem war es ein verdammt geiles Gefühl, mal wieder im weiten Rund stehen zu können. Nun liegt es für das kommende Spiel gegen S04 in der Hand des Vereins und des Gesundheitsamtes zu entscheiden, wie es weitergehen wird. Wie bereits erwähnt, äußerte sich das Gesundheitsamt positiv zum Spiel und der Einhaltung des Hygienekonzeptes. Abhängig vom Infektionsgeschehen können gegen Schalke am dritten Spieltag also vielleicht wieder Zuschauer, wenn nicht sogar mehr, den einzig wahren Rasenballsport live und in Farbe miterleben.
Linus