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Spitzenspiel im Old Trafford

Spitzenspiel im Old Trafford

Mitten in den englischen Wochen geht es für die Leipziger nach England.
Dort treffen wir im altehrwürdigen Old Trafford auf Manchester United. Der Rekordmeister der Premier League ist aktuell nicht besonders gut in selbige gestartet. Nichtsdestotrotz erwartet uns eines der besten englischen Teams. In diesem Aufeinandertreffen müssen die Rasenballsportler beweisen, dass sie das Weiterkommen in unserer Champions League-Gruppe verdienen.

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Die Partie

Manchester United F.C. vs RasenBallsport Leipzig
Old Trafford, Mittwoch der 28.10. um 21 Uhr
TV-Übertragung: Einzelspiel bei DAZN, Konferenz bei Sky
Radioübertragung: u.a. beim Bullenfunk


Unser Gegner

Der 1878 gegründete Verein ist englischer Rekordmeister und sowohl einer der populärsten als auch einer der umsatzstärksten Vereine  weltweit. Mit der Verpflichtung von Alex Ferguson im Jahr 1986 begann ein stetiger Aufschwung und die Etablierung als DER englische Spitzenclub. Gekrönt wurde diese Ära mit dem Gewinn des Triples im Jahr 1999 inklusive des bekannten Champions League-Finales gegen den FC Bayern, als man sich mit zwei Toren in der Nachspielzeit noch den Titel sichern konnte (den Siegtreffer damals erzielte übrigens der aktuelle Trainer Ole Gunnar Solskjær). Bis zum Abgang von Ferguson 2013 folgten noch zahlreiche weitere Titel.
Danach blieb ManUnited zwar weiterhin Zuschauer- & Einnahmenkrösus in England. Mit den sportlichen Erfolgen allerdings haperte es. Nachdem sie 22 Jahre durchweg eine Top-3-Platzierung in der Premier League erreichen konnten, folgte 2014 nur ein siebter Platz. Die Meisterschaft blieb seitdem in weiter Ferne und die Mannschaft spielte meist unter den in Manchester extrem hohen Erwartungen.
Auch der Start in die aktuelle Saison verlief höflich gesagt suboptimal. Derzeit stehen sie mit sieben Punkten aus fünf Spielen auf Platz 15. Dafür konnten sie die erste Gruppenpartie in der Champions League bei Paris Saint Germain mit 2:1 für sich entscheiden.

 

Solskjær weiß, wie man den Pott hebt.

 

Was uns erwartet

Manchester United mag in den letzten Jahren einiges von seinem Glanz eingebüßt haben. Dabei sollte man nicht vergessen, dass sie in der letzten Saison in einer besser besetzten Liga als unserer ebenso wie wir Tabellendritter geworden sind und ein Vielfaches für Ablösen und Gehälter ausgeben können. Dementsprechend sind sie zumindest auf dem Papier besser besetzt und wir trotz unseres hervorragenden Saisonstarts bei unserer ersten internationalen Auswärtspartie leichter Außenseiter.
Der größte Pluspunkt der Leipziger dürfte auf der Trainerbank sitzen. Ole Gunnar Solskjær guter Ruf in Manchester basiert auf seiner langen und erfolgreichen Karriere als Spieler bei United (insgesamt bestritt er 235 Spiele für die "Red Devils"). Als Trainer hingegen hat er sich nicht unbedingt den Ruf eines Erneuerers erworben, als Taktikfuchs gilt er ebenfalls nicht. Er sorgt dafür, dass die 11 Spieler ihre Leistung auf den Platz bringen. Aber er macht die Mannschaft nicht besser als die Summe ihrer Teile. Das Problem aus Leipziger Sicht ist, dass die Einzelteile über 400 Millionen gekostet haben und die Ersatzteile(/bank) nochmal eine Viertelmilliarde.

 

 

Im Grunde fühlt sich United als Konterteam am wohlsten. Dass sie in der heimischen Liga im Durchschnitt häufiger den Ball haben, ist mehr ihrer individuellen Stärke geschuldet und keinem dezidierten taktischen Ansatz. Dies bedeutet nicht, dass sie gegen starke Gegner den Bus parken, wie man im Englischen so schön sagt. Sie haben sehr wohl eine hohe Pressinglinie, meist bis Ende des zweiten Drittels in der gegnerischen Hälfte. Noch höher agieren sie nur situativ, wenn die Lage gerade vielversprechend ist wie z.B. bei unsauberen Ballannahmen oder einer schlechten Staffelung des Gegners im Spielaufbau.

Den eigenen Spielaufbau können sie, wenn sie wollen. Meistens wollen sie aber nur, wenn kein Gegner in der Nähe ist. Die beiden Stamminnenverteidiger Lindelof und Maguire sind passstark, ohne dass man bei ihnen dribbelnde Ausflüge wie bei Upamecano sehen wird. Die beiden Außenverteidiger Shaw (links) und Wan-Bissaka (rechts) sind auch eher klassische Außenverteidiger wie z.B. Klostermann und keine Angelinos. Linksverteidiger Shaw ist noch eher ins Aufbauspiel eingebunden, so wie auch Manchester häufiger über die eigene linke Seite attackiert. Sollten sie unter Druck kommen, wird dann meist der lange Ball gewählt. Spielerische Lösungen unter starkem Pressingdruck sieht man selten, dafür vermeidet ManUnited so aber tiefe Ballverluste.

Die Doppelsechs besteht meist aus McTominay und Fred. Der Brasilianer Fred ist eine Art tiefer Spielmacher, der sich am ehesten noch mit spielerischen Mitteln aus einer Pressingsituation befreien kann. Er ist quasi das Äquivalent zu Kevin Kampl, nur dass er weniger zur Offensive beiträgt. Grundsätzlich hätte unser Gegner mit Paul Pogba und Donny van de Beek namhafte und teure Alternativen fürs zentrale Mittelfeld zur Auswahl. Da aber das 1,93m hohe Eigengewächs Scott McTominay zu Saisonbeginn nicht nur durch Defensivstärke auffiel, sondern dazu auch noch seinen Teil dazu beitrug, die Offensivspieler in Szene zu setzen, dürfte er wie bisher gesetzt sein.

Davor zieht Bruno Fernandes als Spielmacher die Fäden. Er ist eine der besten Neuverpflichtungen seit vielen Jahren und bereits nach wenigen Spielen nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Er besticht sowohl durch seine Genialität mit dem Ball, als auch durch sein Defensivverhalten. Er kann die Stürmer gut bedienen, ist selber torgefährlich und kommt auf Defensivwerte wie sonst nur typische Staubsauger auf der Sechs. Er ist nicht nur ein begabter Spielmacher, sondern auch sehr intelligent im Pressingverhalten. Wenn es irgendeinen Spieler bei Manchester United gibt, auf den man besonderes Augenmerk legen sollte, dann ist er es.

 

Bruno Fernandes der player to watch.

 

Die beiden offensiven Außen Rashford (links) und Greenwood (rechts) sind beide Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Rashford beweist schon seit ein paar Jahren seine Klasse, Greenwood ist gerade dabei durchzustarten. Beide sind eher Stürmertypen, die individuell stark sind und sehr direkt agieren. Ballstafetten wie unter Nagelsmann wird man bei ihnen eher nicht erleben. Dafür sind beide nur schwer vom Ball zu trennen und in der Lage, in einem knappen Spiel mit nur einigen Halbchancen den Unterschied auszumachen. Selbstredend sind sie brandgefährlich, sobald sie viel Platz haben,  beispielsweise nach einem hohen Ballverlust.
Mittelstürmer Anthony Martial ist an guten Tagen einer der besten Offensivallrounder, die es gibt (von Kopfbällen mal abgesehen). Gute Tage hatte er allerdings diese Saison noch keine, aber wir wollen es mal nicht beschreien. In der Liga ist er nach einem doofen Platzverweis gegen Tottenham noch gesperrt, in der Champions League kann und wird er hingegen auflaufen.

Für RB Leipzig wird es entscheidend sein, gut abzuwägen, wieviel Risiko man in welcher Spielsituation eingeht. Uniteds Stärke bei Konterangriffen und ihr eigener Unwille zum Ballbesitz unter Druck legen zwei Ansätze nahe. Zum einen kann RB bereits mit wenig Pressing die Hausherren zu langen Bällen verleiten. Diese tief hängende Frucht sollten sich die Spieler von Julian Nagelsmann nicht entgehen lassen. Mauern ist hier der falsche Ansatz und wird von unserem Coach mit Sicherheit auch nicht in Erwägung gezogen.
Zum anderen sollte der Restfeldverteidigung Vorrang vor der Besetzung im gegnerischen Drittel gegeben werden. Bei Ballverlust braucht Leipzig genügend Spieler hinter dem Ball, auch wenn das Spiel so unansehnlicher wird und die Offensivgefahr leidet. Wir sind mit einem Pflichtsieg in die Gruppenphase gestartet und haben keinen Druck, im Old Trafford gewinnen zu müssen. Den Gegner etwas unter Druck setzen und zu viel Risiko vermeiden lautet die Tagesdevise am Mittwoch. Mit einem Unentschieden können die Leipziger gut leben und sollten dementsprechend auftreten.

 

Auf dem Platz oder doch erstmal auf der Bank? Adams und Sabitzer.

 

Die Aufstellungen

Auf Leipziger Seite fehlen die Langzeitverletzten Laimer und Klostermann. Haidara ist nach seinem positiven Covidtest noch in häuslicher Quarantäne und fällt weiterhin aus. Nordi Mukiele ist nach dem Spiel gegen Hertha angeschlagen und musste zu Hause bleiben. Tyler Adams fehlt aktuell noch wegen einer Kniereizung. Er ist für das Spiel am Mittwoch fraglich, ist aber im Kader mitgereist und kann eventuell spielen. Marcel Halstenberg fehlte aus privaten Gründen gegen die Hertha, wird in der Champions League aber wieder mit dabei sein. Bei Sabitzer ist fraglich, ob es nach seinem Faserriss und seiner Einwechslung diesen Samstag nun schon für die Startelf reicht.

Bei den Hausherren fallen Innenverteidiger Eric Bailly sowie Mittelfeldmann Jesse Lingard verletzt aus. Von den aktuellen Stammspielern hat Cheftrainer OGS alle zu Verfügung. In der Regel lässt er im 4-2-3-1 spielen. Beim Auswärtsspiel in Paris ließ er mit einer defensiven Fünferkette auflaufen und opferte dafür einen Offensivakteur. Dies war aber vermutlich eher der großen Qualität des Gegners geschuldet. Ich gehe nicht davon aus, dass er Leipzig denselben Respekt erweist.

Manchester United F.C.:
De Gea Shaw, Lindelof, Maguire, Wan-Bissaka McTominay, Fred Rashford, Fernandes, Greenwood (James) Martial

RasenBallsport Leipzig:
Gulácsi Angelino, Halstenberg, Upamecano, Orban, Henrichs Kampl Nkunku, Forsberg (Sabitzer), Olmo Poulsen


dabdab