Erklärung der Arbeitsgruppe des Fanverbands zum Stadionumfeld
Umfassender Beteiligungsprozess
Um ein bestmögliches Ergebnis für das Stadionumfeld zu erhalten, an dem verschiedene Interessen und Nutzungen miteinander verbunden werden müssen, wurde ein umfassender Beteiligungsprozess seitens der Stadt Leipzig angestoßen. So wurden Anfang Oktober drei Vor-Ort-Termine organisiert, bei denen jeder Bürger seine Ideen äußern konnte. Diese Ideen wurden gebündelt und bei den beiden digitalen Workshops Anfang Dezember, bei dem verschiedene Interessengruppen eingeladen wurden, einbezogen. So waren neben Verantwortlichen der Stadt, der LVB, vom Planungsbüro, von RB Leipzig auch Fanvertreter des Fanverbands aus der Arbeitsgruppe Stadionumfeld anwesend, die ihre Position darlegen konnten. Ziel ist es im 2. Quartal 2021 einen Rahmenplan für das Stadionumfeld den politischen Gremien vorzulegen, wie auf der Projektseite der Stadt Leipzig deutlich wird.
Die Arbeitsgruppe Stadionumfeld des Fanverbands äußert sich nach den beiden digitalen Workshops mit einem Statement, welches wir nachfolgend veröffentlichen, darunter folgt unsere Einschätzung:
"Erklärung der AG Stadionumfeld der Fans des RB Leipzig:
Mehr Straßenbahn, mehr Fußgänger- und Radverkehr, weniger Autos und kein Schlamm auf der Festwiese
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur
Stadionumfeldgestaltung wurde der Fanverband Leipzig e.V. von der Stadt
Leipzig eingeladen, sich im Rahmen von Workshops mit Ideen einzubringen.
Die daraufhin gegründete AG Stadionumfeld initiierte eine offene
Umfrage unter allen Fans und Fangruppen ohne Antwortvorgaben um zu
ergründen, welche Wünsche und Vorschläge die Fans zur Gestaltung des
Stadionumfeldes haben. Aus dieser mit großer Resonanz aufgenommenen
Umfrage zeichnete sich ein klares Meinungsbild ab, dass durch die
kreative Zusammenarbeit von Mitgliedern des Fanverbands Leipzig e.V. und
des Kurvenvereins Rasenballisten e.V. innerhalb der AG noch ergänzt
wurde. Im Nachgang der Workshops äußert sich die AG Stadionumfeld in
folgendem öffentlichen Statement.
Stärkung des ÖPNV, Ausbau der Straßenbahnwendeschleife – Sanierung der Feuerbachschleife ist keine Lösung
Wir sind im Moment noch an einem Punkt, an dem wir sagen können:
Irgendwie klappt es mit der Straßenbahnanbindung, auch wenn die
Jahnallee und auch die Haltestelle Sportforum Süd vor allem im
Abreiseverkehr zeitweise überlastet sind. Unser Dank gilt der LVB, deren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den ihnen zur Verfügung stehenden
Mitteln an jedem Spieltag das Bestmögliche machen. Ab kommendem Sommer
wird das RB-Stadion 3000 Zuschauer mehr als bisher fassen. Ob das
Straßenbahnnetz schon dann kollabiert oder bei einem stufenweisen Ausbau
des Stadions auf 48 000, 50 000 oder auf bis zu 56 000 Zuschauer, wie
die Pläne RB Leipzigs je nach Bedarf vorsehen, können wir nicht
beurteilen. Aber klar ist, dass ab einem gewissen Punkt das derzeitige
Straßenbahnnetz im Stadionumfeld dem Besucheransturm nicht mehr
gewachsen sein wird, im Anreise-, vor allem aber im Abreiseverkehr.
Die Qualität und Leistungsfähigkeit des ÖPNV als Rückgrat vor allem auch
im Veranstaltungsverkehr ist für die Besucher ein wichtiges Kriterium
für die Frage, ob sie mit dem Auto oder Zug und Straßenbahn anreisen.
Wir sind irritiert darüber, dass aktuell als einzige Maßnahme für den
ÖPNV die Sanierung der bestehenden Feuerbachschleife vorgesehen ist.
Diese Wendeschleife spielt momentan kaum eine Rolle im
Veranstaltungsverkehr, da sie nicht leistungsfähig ist. Daran wird auch
die Sanierung nichts ändern. Wir befürchten, dass mit der Sanierung
dieser Wendeschleife eine trag- und zukunftsfähige ÖPNV-Lösung
bestenfalls in weite Ferne rückt. Deshalb appellieren wir an den
Stadtrat, die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Ausbaus des
Straßenbahnnetzes für im Durchschnitt 25 Großveranstaltungen pro Jahr zu
erkennen und eine bedarfsgerechte Wendeschleife in der Gestaltung des
Stadionumfelds angemessen zu berücksichtigen. Dass alles so bleiben soll
wie es ist, ist keine Lösung
Wir gehen davon aus, dass der Oberbürgermeister im Rahmen der Erteilung
der Baugenehmigung zur Erweiterung der Red Bull Arena nicht nur die
Notwendigkeit zur Schaffung weiterer Parkplätze seitens des Bauherren
sieht, sondern auch die Notwendigkeit erkennt, seitens der Stadt Leipzig
die ÖPNV-Infrastruktur im Stadionumfeld innerhalb eines absehbaren
Zeitraums auszubauen.
Stärkung des Rad- und Fußgängerverkehrs, zeitweise Sperrung der Jahnallee
Die Ergebnisse der Fanumfrage verdeutlichen, dass den Fans ein großes
Anliegen ist, leistungsfähige Radwegeverbindungen insbesondere in der
Ost-West-Relation zu schaffen und Konflikte mit dem Autoverkehr zu
vermeiden. Wir unterstützen deshalb die Idee, eine zusätzliche
Brückenverbindung für den Fuß- und Radverkehr über das Elsterbecken zu
schaffen. Wir begrüßen den Plan RB Leipzigs, an Spieltagen auf der
Festwiese den bewachten Fahrradparkplatz beizubehalten. Dennoch besteht
der Wunsch, weitere Fahrradabstellmöglichkeiten in Stadionnähe zu
schaffen.
Großer Kritikpunkt seitens der Fans ist, dass sich die Fußgänger an
Spieltagen durch ungeordnet parkende Autos auf dem Stadion- und auch
Festwiesenvorplatz schlängeln müssen und nicht ausreichend Platz für
Fußgänger vorhanden ist. Vor allem nach den Spielen kommen sich
Fußgänger und im Abreisestau stehende Autos auf diesen Parkplatzflächen
in die Quere. Deshalb besteht der vielfach geäußerte Wunsch, beide
Plätze autofrei zu gestalten, den Kampf Fußgänger gegen Auto im
Vorhinein zu entscheiden und nicht erst auf dem Parkplatz.
Weiterhin kommen sich die Fußgänger und Autofahrer beim Überqueren der
Jahnallee hin zu den Straßenbahnhaltestellen und auch auf der Inneren
Jahnallee zwischen Leibnizstraße und Waldplatz in die Quere, da hier die
Fußwege zuweilen nicht ausreichen, um alle Fußgänger aufzunehmen. Um
den unfallfreien Fußgänger- und Radverkehr an Spieltagen zu
gewährleisten und einen störungsfreien Straßenbahnverkehr zu ermöglichen
regen wir an, vor und nach Veranstaltungen im Stadion die Jahnallee
zwischen Leibnizstraße und Waldplatz und nach den Spielen zusätzlich bis
zum Cottaweg zeitweise für den Autoverkehr zu sperren.
Schlammlandschaft Festwiese
Meistgenannter Kritikpunkt unter den RB-Fans ist der Zustand der
Festwiese an Spieltagen, was sich auch im Umfrageergebnis widerspiegelt,
wobei es keine Antwortvorgaben gab: 90% der Umfrageteilnehmer wünschen
sich befestigte Wege über die Festwiese. Rund 20 000 Besucher laufen
über die Festwiese zum Stadion. Besonders während „englischer Wochen“,
bei der auch drei Heimspiele innerhalb von acht Tagen stattfinden
können, und während regenreicher Tage verwandelt sich die Festwiese zu
einer Schlammlandschaft und Rutschbahn. Zeitweise ist dabei die
Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet. Dass dies die Fans selbst
jetzt, zehn Monate nach ihrer letzten Begegnung mit der
Schlammlandschaft (letztes Heimspiel vor ausverkauftem Haus), so stark
bewegt zeigt die Wichtigkeit und Dringlichkeit, an der Situation etwas
zu ändern.
Wir bekennen uns dazu, dass die Festwiese eine wichtige Rolle in der
Naherholung der Leipzigerinnen und Leipziger spielt und der
Wiesencharakter erhalten bleiben muss. Allerdings war Hauptanliegen bei
der Entstehung des Sportforums in den 1950er Jahren auch, mittels
Sportgroßveranstaltungen Menschen zusammenzuführen und den Sport so auch
als Fest der Begegnung zu feiern, weshalb die Festwiese auch Festwiese
heißt. Durch RB Leipzig wird das ehemalige Zentralstadion regelmäßig im
Ligabetrieb genutzt, werden Stadion und Festwiese nicht an fünf, sondern
an durchschnittlich 25 Tagen pro Jahr von zehntausenden Fans besucht.
Deshalb appellieren wir im Namen der Fans des RB Leipzig an die
Stadtverwaltung, gemeinsam mit dem Verein eine Lösung für die Festwiese
zu finden, damit die Besucher unfallfrei und trockenen Fußes zum Stadion
gelangen können. Auch hier muss berücksichtigt werden, dass die
Stadionkapazität in den kommenden Jahren um weitere tausende Plätze
erhöht werden könnte.
Baumallee und Stadionvorplatz
Der Erhalt der Baumallee entlang der Friedrich-Ebert-Straße in seiner
jetzigen Form und die Pläne zur Umgestaltung des Stadionvorplatzes bzw.
des sich daran anschließenden Robert-Koch-Platzes als Verweil- und
Begegnungsstätte für Jung und Alt mit einem dem sportlichen Charakter
des umliegenden Areals „Sportforum“ entsprechenden Ambiente deckt sich
mit den Vorstellungen der Fans. Hier könnte ein Kleinod entstehen, das
nicht nur das Waldstraßenviertel und das Sportforum deutlich aufwertet,
sondern auch für die gesamte Stadt eine Bereicherung werden könnte."
AG Stadionumfeld
Einschätzung Fanseite RB-Fans.de:
Die geplante Aufwertung des Stadionumfelds mit neuer Geschäftsstelle, dem Sportmuseum, der Neugestaltung des Stadionvorplatzes, der Aufwertung der Festwiese und dem Ausbau der Feuerbachschleife können wir nur unterstützen. Zusammen mit dem Stadionumbau kann hier großartiges für Stadionbesucher, aber auch für die Einwohner von Leipzig und Touristen entstehen. Das von RB Leipzig gewünschte Parkhaus, wobei eine Tiefgarage zu präferieren wäre, ist zwingend notwendig. Allerdings darf dabei nicht der Ausbau des ÖPNV und der Fahrradanbindung vergessen werden. Die zentrale Lage des Stadions im Herzen der Stadt Leipzig bietet dafür große Chancen. In Verbindung mit der Eintrittskarte, mit der im gesamten MDV-Gebiet kostenlos gefahren werden kann, ist ein besonderes Augenmerk auch auf die Park & Ride-Plätzen zu legen. Der Ausbau der Feuerbachschleife ist nötig, um gerade nach dem Spiel die Zuschauer in kurzer Zeit mit den Straßenbahnen mitnehmen zu können. Eine verkehrsfreie Jahnallee zwischen Leibnizstraße und Waldplatz wäre besonders nach dem Spiel zu präferieren, damit die Straßenbahnen zum Bahnhof nicht im Pkw-Stau stehen. Für die Gastronomen an der Jahnallee wäre dies sicherlich auch sehr positiv - Tottenham lässt grüßen. Wenn die komplette Zufahrtsstraße vor und nach dem Spiel gesperrt ist, wäre die Aufenthaltsqualität auch vor den Pubs sehr hoch, jedenfalls besser als wenn man zwischen den Abgasen einer vierspurigen Straße stünde.
In den letzten Jahren haben auch wir im Forum und auf unseren weiteren Social Media-Kanälen immer wieder gehört, dass der Zugang über die Festwiese ein einziges Ärgernis ist. Insofern können wir die Forderung nach einem befestigten Zugang nur unterstützen. Ein befestigter Zugang könnte dabei auch eine Chance für Skater und andere Nutzer sein, wie man bspw. bei der Fläche des Tempelhofer Feldes in Berlin sieht.
Der Stadionvorplatz ist nicht schön und es ist absolut positiv, dass auch hier eine Verbesserung angestrebt wird. Zu bedenken ist, dass die dortigen Flächen derzeit meist als Parkplatz von geschätzt 100-200 Autos der Anwohner genutzt werden und man für diese ein paar Stellplätze in der neuen Tiefgarage reservieren könnte, damit auch deren Interessen gewahrt werden. Dass sich RB Leipzig bspw. um den stärkeren Schallschutz beim Stadion kümmert zeigt, dass die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden.
Jupp
Das dachte ich mir letztens auch, als ich den Preis vom neuen Trikot gesehen habe - 150 € und dann noch für ein paar Euro den Namen von so einer Eintagsfliege drauf. Im Leben nicht.