Leipziger Eisenbieger – Union gebogen und für zu weich befunden
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
So langsam hat Nagelsmann wieder Wechseloptionen. Erstmals mal keine Wechsel in der Startelf aus der Not sondern der puren Möglichkeit heraus. Nkunku ersetzte Forsberg, der in den letzten Spielen nicht mehr ganz taufrisch wirkte. Sørloth kam für Haidara, sollte sich als Sturmspitze die Torflaute von der Seele schießen. Klostermann rotierte für Altmeister Orban in die Abwehr, wohl aus Geschwindigkeitsüberlegungen gegen Unions Konter.
Dreisatz des Spiels
Das hat sich gezogen wie ein Schweizer Käse, denn Union verteidigte gut und Nkunku schloss schwach ab. Am Ende musste es Forsberg richten, der Mann für die wichtigen Tore. Leipzig bleibt also Zweiter und schlägt als erstes Spitzenteam die Eisernen – Chapeau!
Zweitligakicker treffen besser!
Neu im Bullenstall
Sørloth von Beginn an, mal kein falscher Hase … ähh falsche Neun. So richtig zünden wollte diese Idee vorerst nicht, aber die beste Chance der ersten Halbzeit leitete der Norweger ein, Nkunku vergab. Auch im zweiten Durchgang durchaus gute Aktionen von Sørloth – vielleicht wird das noch was. Für die übrigen Neuzugänge hieß es allerdings wieder 90 Minuten Kuscheldecke auf der Bank.

Sørloth mit Aufwärtstrend.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Sørloth: Darauf kann man aufbauen. Hätte Nkunku nicht verschossen und wäre Luthe nicht so gut geflogen, dann wären heute Scorerpunkte für Sørloth dringewesen. Man spürt die Morgenluft im kommenden Frühling...
Forsberg: Zu alt für diesen Scheiß? Nicht unser Emil. Klar, Tore am Fließband bekommt man auch von ihm nicht mehr, ob nun als falsche Neun oder echte Zehn, aber er ist wie kein Zweiter diese Spielzeit ein Mann für die wichtigen Treffer. Dosenöffner des Spiels!
Upamecano: 11 von 12 langen Pässen an den Mann gebracht, 5 von 5 Bodenzweikämpfen gewonnen. Auch Upa heute mit ansteigender Form. Sicherlich noch nicht am Optimum, aber wieder auf dem richtigen Weg.

Upamecano mit vielen guten langen Bällen.
Luft nach oben
Mukiele: Fiel im Vergleich zu seinen Mitspielern offensiv etwas ab, war aber auch defensiv etwas mehr eingebunden als ein mit vielen Freiheiten ausgestatteter Angeliño.
Nkunku: So sehr sein Auftritt gegen Wolfsburg Mut gemacht hat, so ernüchternd waren heute seine Abschlüsse. Ließ zwei gute Möglichkeiten aus. So blieb es bis zum Ende eng.
Kategorie schlecht gealtert
Points against Bayern, Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg, Gladbach. #fcunion pic.twitter.com/rhAeFHodt3
— 1. FC Union Berlin (@fcunion_en) January 15, 2021
Leipzig ist anders...
Champagner oder Bier – die Fans
Ein wenig Fan-Beef vor dem Spiel. Irgendwas mit Mitbestimmung und den üblichen fehlenden Einblicken in die Leipziger Fankultur. Klar, wenn die Meinung schon mal 11Freunde-like gefestigt ist, warum dann noch hinterfragen. Sonst natürlich die übliche Geisterkulisse.
Funfact ich spreche mit der Führungsetage von RBL bzgl. Fanangelegenheiten in einem halbe Jahr öfters, als er jemals es mit Union machen wird🤷♂️ https://t.co/0D2gsgiECo
— Gordon Shumway ™ (@bumbumbastisch) January 20, 2021
Ist die Meinung zementiert, lebt es sich ganz ungeniert.
Pfeife des Spiels
Markus Schmidt mit dem zweiten Bundesligaspiel von Union unter seiner Leitung. Das erste war die Pleite am ersten Spieltag der letzten Saison gegen RBL und auch dieses Mal sollte Leipzig siegreich vom Platz gehen, wenn auch deutlich knapper. Gab in der Schlussminute Union einen Freistoß der keiner war, sonst unauffällig.
Tweet des Spiels
Zum Thema Sörloth: Man hat heute viel gesehen, wie man ihn gut einbinden könnte und was er nicht so gut kann. Lang und hoch ist nicht seins, da passt es im Timing in der Luft nicht (wie einst bei Selke oder Burke). Mitspielen kann er. Auge für den Mitspieler hat er. Schnell ist er.
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) January 20, 2021
Aufgefallen
1) Der Leipziger ist dem Chance sein Tod oder so. Was zuletzt beispielsweise Haidara verballerte, durfte heute Nkunku zeigen - frei vorm Keeper eine Großchance versemmeln. Es bleibt dabei: RBL macht zu wenig aus seinen Torabschlüssen. Nur Mainz hatte bisher noch mehr Abschlusspech gemessen an den erspielten Möglichkeiten. Verbesserungsbedarf, den RBL durch die Spielzeit schleppt wie Homer den Stein des "Triumphs".

Leipziger Chancenverwertung – Symbolbild.
2) Zweitligakicker treffen besser. Forsberg, in den letzten Monaten – abseits des Bayernspiels – in der Bundesliga eher unter dem Radar kam, sah und traf zum entscheidenden 1:0. Der alte Mann und das Tor. Er ist diese Saison mehr denn je der Kicker für die wichtigen Tore.
3) 35 Punkte zur Halbzeit der Liga. Die Bayern etwas ziehen lassen nach den Spielen gegen Wolfsburg und Dortmund. Dennoch am Ende auf dem berüchtigten Zweipunkteschnitt. Um am Ende die bisherige Schwäche der Bayern auszunutzen, muss es aber mehr sein.
4) Die zwei jüngsten Bundesligateams gegeneinander. Union kam als Geburtstagskind, aber RBL verteilte keine Geschenke. In der Hinrunde das einzige Team der oberen Tabellenhälfte, gegen das Union verlor. Insofern gab es ja schon genug Punkte mit Schleifchen für die Eisernen.
5) Bis in die Schlussphase hatte Union keine echte Chance, am Ende dann 1-2 gute Aktionen. Der Sieg war hochverdient, aber zu knapp, dennoch defensiv wieder einmal eine gute Leistung - nachdem man gegen Dortmund und Wolfsburg jeweils eine Halbzeit gepennt hatte.

Nkunku heute mit Abschlusspech.
Ein verdienter Sieg gegen ein offensiv über fast 90 Minuten zahnloses Union. Das erste Team der Tabellenspitze, das die Eisernen diese Saison bezwungen hat. Darauf kann RBL stolz sein, aber man sollte sich nicht darauf ausruhen und schleunigst die Chancenverwertung angehen. Denn auch heute sorgten die vergebenen Gelegenheiten dafür, dass RBL bis zum Ende zittern musste. Ein Freakball kann eben immer mal reingehen.
Die Hinrunde als best of the rest abgeschlossen. Solide sechs Punkte auf den BVB – hätten zwölf sein können... Ein versöhnlicher Abschluss der ersten Halbserie. Jetzt geht es zum Kellerkind nach Mainz, ehe mit Leverkusen gleich wieder ein echtes Topspiel ansteht. Denn nichts gegen Union, sie punkten über ihren Möglichkeiten und werden am Ende wohl nicht unter den Top-7 sein. Leverkusen ist in zehn Tagen die Messlatte für den heutigen Erfolg.

Ende gut, alles gut!
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Upamecano, Halstenberg – Mukiele (77. Adams), Kampl (60. Forsberg), Sabitzer (C), Angeliño – Nkunku (87. Haidara), Olmo (87. Poulsen) – Sørloth
1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich (C), Knoche, Hübner (76. Gentner) – Andrich – Ryerson, Griesbeck (81. Endo), Ingvartsen, Lenz (81. Giesselmann) – Awoniyi (60. Bülter), Teuchert (60. Dajaku)
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 1:0 Forsberg (70.)
Torschüsse: 16 / 4
Schüsse aufs Tor: 5 / 1
Passquote: 88% / 76%
Zweikampfquote: 63% / 37%
Laufleistung: 120,0 km / 126,5 km
Ballbesitz: 67% / 33%
Fouls: 6 / 11
Ecken: 5 / 1
Abseits: 0 / 3
Gelbe Karten: Angeliño (2) / Giesselmann
Zuschauer: keine
Rumpelstilzchen
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion