Tradition verpflichtet – Leipziger Pokalsieg gegen die Wölfe
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Viermal ist Leipziger Recht? Das fünfte Pokalduell mit dem VfL und drei Siege standen für unsere Rasenballer bereits zu Buche. Um den kürzesten Weg zum Titel weiter zu beschreiten, mussten es die Jungs von Nagelsmann Frahn und Co gleichtun. Kein leichtes Unterfangen gegen das Team der Stunde.
Halstenberg, Angeliño und Sabitzer mussten mit Blessuren passen. Für den Kapitän rückte Kampl ins Team, Klostermann durfte als Linksverteidiger ran. Glasner mit nur einem Wechsel. Ampelkartensünder Pongračić blieb auf der Bank, Brooks rückte für ihn in die Abwehr.
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Dreisatz des Spiels
Wout versucht das Fieldgoal, aber Leipzig macht die richtigen Tore. Der schmeichelhafte Elfer warf Leipzig nicht aus der Bahn und im zweiten Durchgang war es die pure Dominanz. Gemessen an den Chancen war Wolfsburg am Ende mit dem 2:0 sogar noch gut bedient – mit Sørloth und Hwang wechselte Nagelsmann goldrichtig ein.

Wenn Wolfsburgs Weghorst wegrutscht, wird Wout wütend.
Neu im Bullenstall
Kluivert von Beginn an, aber leider maximal glücklos. Kein(!) gewonnener Zweikampf, die schlechteste Passquote und die wenigsten Pässe aller Feldspieler. Eine dicke Chance vergeben. Nagelsmann hatte heute Abend folglicherweise keine Rose für ihn und brachte nach einer Stunde Sørloth, was sich schon nach zwei Minuten auszahlte. Der Norweger wieder mit einem enorm wichtigen Scorerpunkt: sehenswerter Doppelpass mit Yussi (feines Füßchen) und die Vorlage zum 1:0. In der 82. verpasste er leider die Entscheidung – die zwei Gesichter des Alexander Sørloth.
Henrichs dann in der Schlussphase für Olmo. Das sollte die Schlussoffensive der Gäste abfedern und stabilisierte die Abwehr tatsächlich. Entscheidend war dann aber Hwang kurz vor Ende. Er beendete seine lange Durststrecke mit dem zweiten Tor für RBL (erneut im Pokal) und erneut war es Sørloth, der sich davor wuchtig gegen Brooks durchsetzte.
!!! #RBLWOB https://t.co/ajBAfJqIem
— Nord Nord Ost ⚓ (@ptusk) March 3, 2021
Wie wahr, wie wahr!
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Sørloth: Wie gegen Gladbach war seine Einwechslung spielentscheidend. Der Norweger ließ das Pendel zu Leipzigs Gunsten ausschlagen. Er legte das 1:0 auf und leitete das 2:0 ein – überhaupt eine super Passquote. Der Knoten scheint wirklich geplatzt zu sein, wenngleich er eine der besten Chancen selbst vergab.
Poulsen: Mr. Pokal. Fünf Tore im DFB Pokal, so viele wie in der Liga. Sehr guter Laufweg und kontrollierter Abschluss zum 1:0, meiste Zweikämpfe aller RBL Kicker. Unser Kämpfer Yussi!
Adams: Wie gegen Gladbach ein wichtiger Baustein des Teams. Im Zentrum allererste Sahne, beim Ausweichen auf Rechts mit den altbekannten Abzügen in der B-Note. Gerade defensiv enorm wichtig, im Spielaufbau hatte aber Nebenmann Kampl die Nase vorn.

Wolfsburg oft hinten an.
Luft nach oben
Kluivert: Die Ansätze sind immer wieder zu sehen, aber tatsächlich Zählbares springt einfach viel zu selten raus. Durchaus möglich, dass Krösche im Sommer lieber die Ablöse spart und den in England soliden Lookman zurückholt.
Klostermann: Gut, er musste auf Links aushelfen, aber defensiv war er die Schwachstelle des Teams. Nur 20% Zweikampfquote am Boden sind einfach etwas zu wenig für einen Abwehrspieler.

Kein Tag für Niederländer.
Kategorie schlecht gealtert
Red Bull gegen VW. Mehr Kommerz und weniger Tradition geht nicht. #DFBPokal #RBLWOB
— Bananenflanke (@dirk_adam) March 3, 2021
Von wegen: Leipzig gegen Wolfsburg mit mehr DFB-Pokalduellen als Borussia gegen Borussia.
Tweet des Spiels
22 DFB-Pokal Spiele
— Ibrahima Upamecaño (@jonas_stei) March 3, 2021
22 Torbeteiligungen
Darf ich vorstellen.
Yussuf „Der konnte als er ankam mit keinem Ball umgehen“ #Poulsen#RBLeipzig #RBLwob #DFBPokal
Mr. Pokal!
Champagner oder Bier – die Fans
Fünftes Pokalspiel gegen die Wölfe und das vierte Mal in unserem Wohnzimmer und das erste Mal ohne Zuschauer. Das Pokalspiel 2011 war einer der prägenden Momente für die Fanszene, schade, dass bei dieser Neuauflage keiner im Stadion dabei sein konnte.
Pfeife des Spiels
Zwölf Spiele bis dato unter der Leitung von Marco Fritz. Nur einmal verlor RBL (bei den Bayern), zweimal siegte Leipzig im Pokal (Hoffenheim, Nürnberg) – heute folgte der Hattrick und erneut zu Null.
Dabei pfiff Fritz für ein Pokalspiel leider unangemessen. Zu schnelle Gelbe Karten, wenig konsistente Linie (kein gelb gegen Brooks bei klarer Tätlichkeit), nicht gegebene Ecken und ein zumindest fragwürdiger VAR Einsatz (wenn man sich bspw. mal die Situationen gegen Kluivert und Co gegen Gladbach in Erinnerung ruft). Besserte sich immerhin im zweiten Durchgang, was bei seinem Niveau in HZ eins aber auch keine Kunst war.

Jetzt kann er auch noch lachen!
Aufgefallen
1) 666 Minuten ohne Gegentor, jede Serie muss einmal enden, so auch die von Koen Casteels. Die Zahl des Teufels sorgte natürlich für eine gewisse Fallhöhe, zumal die RBL Stürmer ihrerseits ebenjene Marke bis zum Tor von Poulsen gegen Gladbach in der Liga ebenfalls aufgestellt (und sogleich beendet) hatten. Welche Serie die bessere ist, liegt wie immer im Auge des Beobachters.
2) Zwei der aktuell besten Pressingteams der Liga (Nr. 1 und 2 wenn es um die in absoluten Zahlen meisten erfolgreichen Pressingaktionen geht), deren Linien zudem immer recht hoch stehen. Das versprach ein intensives Spiel und das wurde es auch.
3) Weghorst knallt den Elfer in Fieldgoalmanier drüber. Da hatte Leipzig Glück im Unglück, denn den Strafstoß musste man nicht unbedingt geben. Ein Hoch auf den Greenkeeper! Auch neben dem Platz an den richtigen Stellschrauben gedreht…
Field Goal versenkt. Ach nee, falsche Sportart.#RBLWOB #DFBPokal pic.twitter.com/kZVpmKPJe6
— Sportschau (@sportschau) March 3, 2021
Drei Punkte für Wolfsburg!
4) Erkenntnis des Spiels: Nicht jeder Weltklasse-Fußballer ist auch ein guter Kommentator. Schweini – bleib bei deinen Chips.
5) Joker des Spiels: Hwang! Das dürfte Balsam auf die Seele des Südkoreaners sein. Hatte mit Corona eine schwere Zeit, kommt jetzt wie unser Lieblingsnorweger so langsam in Fahrt. Pünktlich zum Endspurt. Nagelsmann kann endlich wieder Matchwinner von der Bank bringen. Bisher war das güldene Händchen eher matt.
6) Eine lange Saison und ein guter Gegner ohne Doppelbelastung und trotzdem hat Leipzig Wolfsburg in Halbzeit 2 nach Strich und Faden beherrscht. Spätestens am Strafraum von Pete ging den Wölfen die Luft aus. Da wurde gehustet und geprustet und nix passierte… Wie schon gegen Gladbach zeigt sich die gute physische Verfassung der Rasenballer.
7) Mit Laimer, Szoboszlai, Halstenberg, Sabitzer und Angelino fehlten fünf potenzielle Stammspieler. Dennoch überzeugten die Anwesenden. Ein Fakt, der für die zuletzt gern kritisierte Kaderplanung spricht.
8) Orban mit Verdacht auf Handbruch. Das wäre bitter. Zwar steht Konaté bereit, aber Willis Abgeklärtheit könnte uns schmerzlich fehlen. Gute Besserung Willi!
8) Fünf Spiele im Pokal gegen Wolfsburg, vier Leipziger Siege. Glasners Wunsch für die nächste Saison also mehr als nachvollziehbar: Bitte nicht nochmal RBL!
Auch heute wieder eine einzige Augenweide: Julian Nagelsmann.#RBLWOB pic.twitter.com/9hikfsJEA3
— Wayne Schlegel (@WayneSchlegel_) March 3, 2021
Reizpunkte an der Seitenlinie.
Nur noch zwei Siege zum ersten Blechernen auf nationaler Ebene. Die Chancen standen nie besser. Einzig der BVB ist als Topgegner verblieben und mit der KGaA hat Leipzig noch die eine oder andere offene Rechnung. Zeit, sie zu begleichen und sich die Krone aufzusetzen!
Am Wochenende geht es nun nach Freiburg. Vier Niederlagen und nur einen Sieg gab es bisher im Breisgau. Der BVB und Leverkusen haben sich zuletzt eine blutige Nase gegen die Streich Elf geholt. In den letzten 13 Spielen holte der SCF nur drei Punkte weniger als Leipzig oder die Bayern. Das wird ein richtig schwerer Kick!
Nach Freiburg geht es mit Liverpool und der Eintracht genauso schwer weiter. Wochen der Entscheidung!
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Mukiele, Upamecano, Orban (46. Haidara), Klostermann – Adams, Kampl – Kluivert (61. Sørloth), Olmo (80. Henrichs), Nkunku (84. Hwang) – Poulsen (80. Forsberg)
VfL Wolfsburg: Casteels (C) – Mbabu, Lacroix, Brooks, Otávio – Schlager (85. Białek), Arnold, Baku (72. Philipp), Gerhardt (72. Victor), Steffen (72. Brekalo) – Weghorst
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Tore: 1:0 Poulsen (63.), 2:0 Hwang (88.)
Torschüsse: 14 / 8
Schüsse aufs Tor: 8 / 4
Passquote: 77% / 73%
Zweikampfquote: 44% / 56%
Ballbesitz: 56% / 44%
Fouls: 11 / 12
Ecken: 3 / 3
Abseits: 3 / 4
Gelbe Karten: Kampl (1), Olmo (1), Nkunku (1) / Otávio, Lacroix
bes. Vorkommnisse: Weghorst verschießt Foulelfmeter (26.)
Zuschauer: keine
Rumpelstilzchen
Niemand ist gezwungen Kommentare abzugeben aber auch niemand sie zu lesen. Und es tut mir leid aber wenn man nur positives zu den Testspielen schreiben darf, dann würden hier gar keine Kommentare stehen und der Thread wäre "tot", weil da aktuell einfach nichts positives zu sehen ist. Edit: 2 Torschüsse in 120min sprechen schon eine deutliche Sprache.