Sabitzer entscheidet einseitiges Spiel
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Das Unentschieden gegen Frankfurt und Upamecanos Verletzung zehren etwas an den Nerven. Wenigstens Nagelsmann hatte zuletzt Spaß als Busfahrer. Nicht das am Ende der Saison Schäfers alter Spruch (Oral-Saison) wahr wird: "Mit der Elf wäre sogar der Busfahrer Meister geworden" (zumindest wenn er Nagelsmann heißt).
Frank Kramer nach dem Sieg gegen Leverkusen natürlich nur mit kleinen Änderungen. Vlap ersetzte Gebauer. Darauf einen Pilfingerdansen. Anders natürlich Nagelsmann, denn in dieser Saisonphase wird Rotation groß geschrieben, orientiert man sich am Leipziger Fußballnamensvetter. So starteten Klostermann, Adams, Kampl, Olmo und Nkunku für Upamecano, Mukiele, Kluivert, Sørloth und Poulsen.
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Dreisatz des Spiels
Seit wann gibt es eigentlich wieder Feldhandball im Fernsehen? Es war ein Spiel auf ein Tor (80%+ Ballbesitz, 900+ RBL Pässe). Die Bielefelder Verweigerungshaltung – so legitim sie auch sein mag – wurde von Sabitzer kurz nach der Pause bestraft, abseits davon war RBL immer feldüberlegen aber dennoch zog soch das Spiel und war oft zäh wie Kaugummi.

Herr Olmo – wie vergnüglich war der Kick?
Neu im Bullenstall
Kein Sommer- und Winterzugang in der Startelf. Die alten Haudegen um Halstenberg, Orban und Klostermann sind die statistischen Punktegaranten für RBL. Am Ende durften dann Hwang und Henrichs mitmischen. Der Koreaner vergab in der 75. die beste Chance der Schlussphase.

Gestatten: Willi Orban – Ballmagnet.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Orban: Der Mann den sie Pass nannten. 164 Pässe waren der aktuelle Bundesligasaisonrekord. Nur 30 Pässe weniger als ganz Bielefeld gespielt und 40 Pässe mehr als ganz Bielefeld an den Mann gebracht. Zudem mit Abstand die meisten Duelle aller Leipziger geführt. Orban war der Chef im Handballspielring.
Sabitzer: Zuletzt nicht zu Unrecht kritisch beäugt und in der ersten Halbzeit auch nicht perfekt im Spiel heute mit dem Dosenöffner. Beim Tor gut reingelaufen aber daneben war sehr viel Stückwerk. 50. RBL-Tor hin oder her, auch heute gab es abseits des Treffers recht wenig sehenswertes.
Olmo: Das Tor geht zu großen Teilen auf seine Kappe. Mit Klostermann den Ball erkämpft, durchgebrochen und dann goldrichtig abgelegt. Spielte zudem fünf wichtige Pässe. Insgesamt immer noch Luft nach oben aber in einem zähen Spiel der Gamechanger.

Hätte mal jemand Hwang gewarnt.
Luft nach oben
Hwang: Da hätte man sich in der Endphase doch etwas mehr Input erwartet. Beim langen Ball in der 75. Zwar gut mitgedacht aber dann beim Abschluss gepatzt.
Kategorie schlecht gealtert
Matchday! Dosen weghauen. #DSCRBL pic.twitter.com/WFRLFP7Wzx
— Eva-Lotta Bohle (@eva_bohle) March 19, 2021
Abgebildet: Alle Bielefelder die heute Lust aufs Toreschießen hatten.
Tweet des Spiels
Das hat sich das Trainer-Genie aber anders gegen den Abstiegskandidaten vorgestellt. #DSCRBL #Nagelsmann pic.twitter.com/PFKOdqvUMX
— WUMMS (@WUMMSSS) March 19, 2021
Die Tücken von Social Media.
Champagner oder Bier – die Fans
Endlich mal ein guter Grund nicht nach Bielefeld zu fahren und dabei verpasste man dann quasi historisches. Die Arminia zeigte das Leipziger Wappen auf der Leinwand, ob das von der 11Freunde Chefredaktion abgesegnet war?
Mit Logo auf der Leinwand in der 11Freunde-Stadt. 😉 #DSCRBL https://t.co/y65OeRMsnx
— RB-Fans.de (@rb_fans) March 19, 2021
Pfeife des Spiels
Vierter Einsatz für Frank Willenborg mit Leipziger Beteiligung, bisher hatte dabei immer das Auswärtsteam gewonnen und das sollte auch heute so bleiben, auch weil die Arminia in den letzten acht Jahren nie unter seiner Leitung gewinnen konnten (zuletzt 2012 in Liga 3).
Im Spiel Willenborg dann eher als Heimschiedsrichter unterwegs. Insgesamt gab es aber wenig brenzlige Situationen. Seine fünfte Gelbe hatte sich Kampl leider verdient.

Gesichtsausdruck als Kampl seine fünfte Gelbe bekam.
Aufgefallen
1) Gegen das Bielefelder Bollwerk rannte RBL eine Halbzeit lang weitestgehend wirkungslos an. Das war sehr diszipliniert, hatte aber wenig mit Fußballspielen im eigentlichen Sinne zu tun (die DAZN Lobeshymnen daher auch fehl am Platze, weil genau diese minimalistische Verweigerungshaltung die spielerisch in weiten Teilen arme Bundesliga konstituiert), was die Kramer-Elf da anbot – die Folge, über 80% Ballbesitz. Nach dem Pausentee sorgte Sabitzer dann mit dem ersten Schuss für die Führung und dann mussten auch die Arminen etwas am Spiel teilnehmen.
2) An den richtig gepflegten Ball war auf der Bielefelder Alm, die dem Ansehen nach wohl tatsächlich als solche dient, sowieso nicht wirklich zu denken. Dennoch purzelten die Ballbesitz- und Passrekorde, einfach weil der Arminia mit dem Spielgerät doch erstaunlich wenig einfiel.
3) Punkt 2 lag nicht zuletzt auch an der Leipziger Spielanlage. Keine Stürmer, voll auf Ballbesitz. Die Lücken mit absoluter Kontrolle zu finden, sollte sich aber trotzdem als recht diffizil herausstellen, war aber angesichts der Bielefelder Konterresistenz und Kopfballstärke der richtige Ansatz.
4) Ein Spiel der Meilensteine. Klostermann mit seinem 100. Bundesligaspiel. Sabitzer mit seinem 50. RBL Treffer. Nagelsmann der RBL Trainer mit den meisten Bundesligapunkten, nur für das wettbewerbsübergreifende 444 Auswärtstor hat es noch nicht gereicht. Dazu auch im 12. Freitagsspiel in der Bundesliga gepunktet und in dieser Kategorie den zehnten Sieg eingefahren.
5) Sabitzers Tor war die letzte Großchance des Spiels und danach gab es nur einen Leipziger Schuss aufs Tor. Zu der kompletten Story gehört auch, dass die Arminia RBL gehörig den Zahn gezogen hat und Leipzig abseits dieses einen Moments nur wenig einfiel. Am besten waren abseits davon noch die Szenen von Nkunku (42.) und Halstenbergs Kopfball (29.). Ein bisschen mehr hätte da schon kommen können.
6) Wermutstropfen des Spiels: Kampl sieht die fünfte Gelbe und muss gegen die Bayern passen. Schade in seiner aktuellen Form ist das eine Schwächung.
RB Leipzig have won every game in which captain Marcel Sabitzer has scored this season. 💖#DSCRBL pic.twitter.com/FuEqz7WHnq
— DW Sports (@dw_sports) March 19, 2021
Sollte öfter treffen...
Fazit & Ausblick
Den Sieg nehmen wir mit, er war insgesamt hochverdient, denn Bielefeld brachte bis auf ein paar halbgare Konter wenig aufs – sprichwörtliche – Feld, was nach Fußball aussah. Im Vergleich zum Hinspiel dennoch eine Leistungssteigerung der Rasenballer, weil dort die Arminia noch mehr Chancen hatte.
Leipzig hat vorgelegt, jetzt müssen die Bayern nachziehen. Das sollte ihnen gegen Stuttgart gelingen. Egal wie das endet, Anfang April muss RBL dann alles in die Waagschale werfen und versuchen daheim gegen den FCB zu siegen.
Die kommende Länderspielpause birgt in Zeiten steigender Inzidenzen und den allgegenwärtigen Mutanten große Gefahren. Nicht alle Spieler werden wohl abgestellt. Mögen die, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind, gesund zurückkehren.

Alte Bekannte.
Statistik
DSC Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner (86. Laursen), Pieper, Nilsson, Lucoqui (86. Schipplock) – Maier, Prietl, Doan, Okugawa (84. Voglsammer) – Vlap (69. Córdova), Klos (C, 86. Gebauer)
RB Leipzig: Gulácsi – Halstenberg, Orban, Klostermann, Adams – Sabitzer (C), Kampl (87. Mukiele), Haidara (78. Henrichs) – Forsberg (69. Hwang), Olmo (78. Poulsen), Nkunku
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Tore: 0:1 Sabitzer (46.)
Torschüsse: 7 / 20
Schüsse aufs Tor: 0 / 8
Passquote: 56% / 91%
Zweikampfquote: 53% / 43%
Ballbesitz: 19% / 81%
Laufstrecke: 123,8 km / 120,9 km
Fouls: 10 / 12
Ecken: 1 / 7
Abseits: 1 / 3
Gelbe Karten: Pieper, Brunner / Kampl (5)
Zuschauer: keine
Rumpelstilzchen
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion