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Jesse Marsch – das Prinzip Hoffnung

Jesse Marsch – das Prinzip Hoffnung

Kontrovers diskutiert wird derzeit unser neuer Trainer. Die Einen, welche Ihn am liebsten schon wieder abschieben würden, weil der Saisonstart zu durchwachsen war und die Anderen, welche ihm Zeit geben wollen. Ein Gedankenansatz...

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Betrachtet man die letzten Spiele, erlebt man ein Auf und Ab. Ärgerlich natürlich einerseits die sparsame Chancenverwertung. Richtig ärgerlich, dass bis heute nicht zu erkennen ist, wo das spieltaktische Konzept der Verknüpfung von Verteidigung und Mittelfeld ansetzen soll. Leider bleibt dieses Zusammenspiel bislang weitgehend im Dunkel. Interessanter- wie bedauerlicherweise muss konstatiert werden, dass die Abwehr erschreckend anfällig geworden ist - sinnbildlich unsere Gegentoren gegen Brügge.


Auch nach Bochum blieben Fragezeichen übrig.


Natürlich hat die Mannschaft sehr wichtige Spieler verloren und muss neue integrieren. Doppelt ins Kontor schlägt aktuell offenbar auch die Tatsache, dass auch etablierte Spieler im Umdenkprozess der Systeme manchmal etwas überfordert scheinen. Beschränkte sich der, dessen Name in Leipzig nicht mehr genannt werden sollte, darauf seine klaren Strategien vorzugeben, ist das bei Marsch völlig anders! Unkonventionell fordert Jesse Marsch, wie er jüngst im Sportbild Interview nochmals unterstrich, von der Mannschaft ein Höchstmaß an Eigenverantwortung. Mag man im ersten Schritt glauben, dass dies nicht so dramatisch scheint, wird es beim zweiten Blick deutlich komplexer. Mukiele, als ein Beispiel, unter N. noch zum echten Garanten im Abwehrverbund gereift, offenbarte große Defizite im Verstehen der "Idee Marsch". Besonders auffällig war, dass die Tugenden unserer Jungs uns selbst plötzlich arge Schwierigkeiten bereiten. Extremes Pressing des Gegners stellt uns in der Abwehr vor echte Probleme. Lockeres Herausspielen des Balles über das Mittelfeld bereitete ebenso Kopfzerbrechen, wie das kontrollierte ruhige Halten des Balles. Letztendlich bemerkte man sehr oft, dass Helfer und Anspielstationen fehlten oder einfach zugestellt wurden.

 

Kann Marsch auch gegen Klubs aus der oberen Tabellenhälfte gewinnen?

 

Unser neuer Coach hat jedoch nicht nur ein neues Spielprinzip zu vermitteln, sondern muss auch Obacht geben, dass ihm die junge Truppe nicht in Frustration entgleitet, denn schon werden die ersten Reporterfragen auch an die aktuell noch wenig spielende Neuzugänge gestellt, was zusätzlich Unruhe bringen könnte. Es wird sich in den nächsten Wochen herausstellen, ob unser Trainer in der Lage ist, seine herausragenden Erfahrungen im Red Bull Universum auch lämgerfristig in der Messestadt anzubringen. Aktuell ist hier noch keine klare Tendenz zu erkennen, da es wichtig werden wird, die komplette Mannschaft mitzunehmen.


Tempus fugit!


Er sollte mehr die Balance finden, ohne mit Ausgrenzung zu drohen. Wer Eigeninitiative der Spieler fordert, muss auch klar definieren, wie Lösungen aussehen können. Sich nur hinzustellen und die Arme zu verschränken und ein: "Macht mal!" auszugeben, wird unsere Bullen am Ende nicht wieder siegeshungrig auf die Weide treiben. Dass wir es können, steht bei jedem RB Fan außer Frage und das auch wahrscheinlich mit Jesse Marsch.

ndee