1:1 in Freiburg – Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Die Länderspielpause ist vorbei und alle Reisenden waren wieder da. Fast alle! Tyler Adams war noch Jet-Leg bedingt abwesend. Ansonsten standen Trainer Jesse Marsch alle Spieler zur Verfügung.
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Dreisatz des Spiels
Hatten sich die Leipziger in der ersten Halbzeit zumindest mit einigen Gefahrenkreationen die gut aufgelegten Breisgauer halbwegs vom Leib gehalten, war in der zweiten jedes heimische Schmusekaninchen gefährlicher. Christian Streich gelang es mit einer kleinen Systemumstellung, der Leipziger Offensive den Zahn zu ziehen. Im zweiten Durchgang schaffte es die Mannschaft nicht, sich dem Druck der Freiburger zu entziehen, die sich ihrerseits immer wieder in gute Schusspositionen vor dem Gehäuse von Gulácsi bringen konnten und letztlich belohnt wurden.

Bei Forsbergs Elfer war die Welt noch in Ordnung.
Neu im Bullenstall
Wieder mit dabei war Abwehrchef Willi Orban. Der ehemalige Kapitän spielte solide seine Rolle runter. Im Vergleich zu seinem jungen Kollegen Simakan, hatte er keine größeren Aussetzer. In der Offensive durfte Dominik Szoboszlai erneut ran. Der Ungar mit dem Zauberfuß konnte im ersten Durchgang mit vielen Ballkontakten immerhin für Gefahr sorgen. Im Vergleich zu Emil Forsberg, der in der zweiten Halbzeit angeschlagen ausgewechselt wurde, fehlte es ihm aber an Agilität und, wie der kompletten Mannschaft, an Durchschlagskraft.
Ich verstehe sowas wie vor dem 1:1 nicht. Du willst 4-4-2 mit Aktivität gegen den Ball spielen und dann guckst du 30 Sekunden lang zu und bist im Strafraum in Unterzahl. Aber diese ganze zweite Hälfte passt einfach nicht und ist warten auf den Misserfolg. #scfrbl
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) October 16, 2021
Diese kleinen Aussetzer häufen sich diese Saison enorm.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Emil Forsberg: Nicht nur durch sein Elfmeter-Tor war Forsberg der beste Spieler auf dem Platz. Offensiv überall zu finden und mehreren gefährlichen Aktionen beteiligt. So hatte er die Möglichkeit, nach schnellem vertikalem Spiel, alleine vor dem Freiburger Keeper auf 1:0 zustellen. Aber das Zielwasser hat gefehlt. Leider musste er wegen Probleme mit dem Oberschenkel in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden.
Péter Gulácsi: War beim Gegentreffer machtlos, sonst aber ein sicherer Rückhalt. Teilweise vermittelte er das Gefühl der einzige Leipziger auf dem Platz zu sein, der drei Punkte mit nach Hause nehmen wollte.
Willi Orban: Auch bei ihm gilt: Zumindest nicht abgefallen. Das Verteidiger-Dasein ist sicher kein glanzvolles, aber gerade jetzt in dieser Situation braucht es solche Spieler, die zumindest hinten den Laden zusammenhalten. Das hat er gemacht.

Aus feiern wurde trösten.
Luft nach oben
Yussuf Poulsen: War leider kein Faktor im Spiel. Wenig bis keine spielentscheidenden oder gefährlichen Aktionen. War aber auch Größtenteils durch die Freiburger abgemeldet. Natürlich ist es ein undankbares Spiel für einen Stoßstürmer, weshalb man hier auch Nachsicht haben musste. Insgesamt war es kein gutes Agieren der gesamten Mannschaft.
Kategorie schlecht gealtert
Wir werden deren Party aber sowas von vermiesen. Klarer Fall von 0:3
"Macht euch keine Hoffnung. Die ist verloren in diesen Landen."
Tweet des Spiels
Jeeeeeeeede verdammte Umschaltsituation wird hier kläglich vergeigt und sei sie noch so vielversprechend. Und hört mir mit dem verdammten „bereit“ und lernen auf. Keiner ist hier bereit. Maximal zum Fehlpass oder leichten Ballverlust. Das ist nichts. 🤦♂️#SCFRBL
— Justgroovy (@justgroovy20th) October 16, 2021
Beschreibt zumindest einen Teil der Meinung in der Fanszene derzeit.
Champagner statt Bier – die Fans
Ein paar 100 Leipziger Fans nutzten den Umweg nach Paris, um sich das neue Stadion im Schwarzwald anzuschauen. Neben dem mauen Spiel der Leipziger Mannschaft sorgte ein Notdiensteinsatz auf der Tribüne für gedrückte Stimmung auf den Rängen. Alles Gute daher an dieser Stelle für den betroffenen Fan und hoffentlich eine baldige Genesung.

Wird lansgam eng für Marsch.
Pfeife des Spiels
Man ist nun unter Siebert seit acht Spielen sieglos. Ungeprüften Statistiken nach, hat Siebert gestern mehr gelbe Karten verteilt, als RB unter ihm Punkte gewonnen hat. Unter den gelben Karten waren auch zwei für die jeweiligen Trainer der Mannschaften. Großartig unfair war der das Spiel jedoch nicht. Dennoch hatte Siebert zwei heikle Elfmeter-Entscheidungen zu bewältigen. Nkunku wurde am Strafraum ein Bein gestellt, welches Siebert für Strafstoß hielt. Im zweiten Durchgang versuchte Simakan einen Freiburger Angreifer ungeschickt beim Sprint aufs Tor zu stören. Trotz Hand auf der Schulter bewertete Siebert die Situation als nicht elfmeterwürdig. In beiden Fällen wurde der VAR konsultiert. Da jedoch keine klare Fehleinscheidung vorlag, blieb es in beiden Szenen richtigerweise bei der Tatsachenentscheidung vom Referee. Diesmal pro RB.
"Ich bin mehr enttäuscht von der Pressekonferenz als vom Spiel", sagt Jesse Marsch nach dem Spiel in Freiburg in Richtung Christian Streich - und grinst ... #SCFRBL pic.twitter.com/kamqK7On79
— Zeiglers wWdF (@zwwdf) October 16, 2021
Am Ende wurde trotzdem gescherzt.
Aufgefallen
1) Sonst immer gern mit positionsgetreuen Wechsel aufgefallen, überraschte Marsch nun mit ingame Systemumstellungen. So kam für Forsberg der ausgewiesene Stürmer André Silva und mit der Auswechslung von Szoboszlai zu Mukiele wurde sogar auf 3er Kette umgestellt. Gebracht hat es nur leider nicht viel.

Daumen nach oben? Eher nicht...
2) Beide Trainer mit Gelber Karte kurz nacheinander. So nach dem Motto, was du kannst, kann ich schon lange. Dass die Sympathie zwischen den beiden Coaches so groß ist, dass man sich auch die Punkte teilt, geht allerdings zu weit. Zumindest aus Leipziger Sicht.
Das war doch abgemacht! 🤔 #SCFRBL pic.twitter.com/fZUPsrIsck
— WUMMS (@WUMMSSS) October 16, 2021
Das Gelbe vom Ei.
Es stottert weiter im RB Getriebe. Klar ist es keine schlechte Freiburger Mannschaft, die auf dem Platz stand. Dennoch kann man sich vor allem im zweiten Durchgang nicht so lethargisch geben. War Leipzig in der ersten Halbzeit wenigstens noch auf Augenhöhe, steigerten sich die Breisgauer, während die Leipziger unkreativ warteten, was da kommen möge. Man bringt in dieser Saison leider nicht die vorhandenen PS auf die Straße. In den ersten 45. Minuten wirkte zwar jeder für sich wach und griffig, nur der gemeinschaftliche Plan hat gefehlt. Trainer Jesse Marsch hat nun die Aufgabe, diese spielerische Kompetenz zu kanalisieren. Die Ziele des Vereins, die Erwartungen der Fans stehen weiter im harten Kontrast zu den dargebotenen Leistungen.
Kicker – Whoscored – Sofacore – Understat – RBL – Bundesliga – FotMob
Statistik
SC Freiburg: Flekken – Gulde (46. Sallai, 79. Schade), Lienhart, Schlotterbeck – Sildilla, Eggestein (90.+3 Keitel), Höfler, Günter (C) – Jeong (75. Petersen), Höler, Grifo (90.+3 Demirovic)
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Klostermann, Orbán, Simakan, Gvardiol (78. Angeliño) – Kampl, Haidara (85. Adams) – Forsberg (67. Silva), Szoboszlai (78. Mukiele), Nkunku – Poulsen
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Tore: 0:1 Forsberg (32.) FE, 1:1 Jeong (64.)
Torschüsse: 15 / 13
Schüsse aufs Tor: 4 / 3
Passquote: 73% / 75%
Zweikampfquote: 61% / 39%
Ballbesitz: 52% / 48%
Laufleistung: 110,0 km / 106,2 km
Sprints: 218 / 202
Fouls: 10 / 17
Ecken: 8 / 5
Abseits: 1 / 1
Gelbe Karten: – / Haidara (1), Simakan (1), Gvardiol (2), Mukiele (2)
Zuschauer: 20.000 (ca. 800 Leipziger)
Rumpelstilzchen / tony4arsenal
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion