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Kein Frahnsinn in Babelsberg!

Kein Frahnsinn in Babelsberg!

Ein echter Pokalshrek, der braucht schon das gute Leipziger Dress, um so wirklich zu schocken. Leipzig ließ zwar wenig zu, musste aber durch eine eher zahnlose Offensive bis zum Ende ackern, um ins Achtelfinale einzuziehen. Hochverdient, aber nicht wirklich schön anzusehen.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Pflichtaufgabe Babelsberg. Nichts anderes als ein Sieg wurde natürlich erwartet, das erste Mal seit April zwei Siege in Folge – die „Marschroute“ war klar. Für den Sieg gegen die ehemaligen Leipziger Frahn & Hoffmann wechselte Marsch auf sechs Positionen. Mit Novoa, Angeliño und Martínez standen drei Spanier in der Startelf. Insgesamt blieben Gulácsi, Mukiele, Gvardiol, Haidara, Forsberg und Nkunku für Martínez, Simakan, Adams, Novoa, Szoboszlai und Poulsen erstmal auf der Bank oder gar daheim (Pete). Alle Einwechsler vom Fürthspiel also in der Startelf – nur auf der Bank dagegen Moriba, der darüber sicherlich wenig begeistert war.

 

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Dreisatz des Spiels

Vielfach wurde nach dem Spiel die Mär vom guten Pferd bemüht, dass die eigene Sprunghöhe nach der gestellten Aufgabe einstellt. Bei RBL ist man sich derzeit nicht sicher, ob es manchmal überhaupt zu mehr reicht. Auf der einen Seite ließ Leipzig nichts zu und hatte fünf Großchancen, auf der anderen Seite mussten die Rasenballer durch die knappe Führung bis zum Ende hellwach sein.

 

Wie eine kleine Zeitreise.

 

Neu im Bullenstall

Szoboszlai war mit seinem Siegtor sicherlich einer der Matchwinner und auch sonst einer der offensiven Aktivposten. Novoa im Angriff dagegen harmlos und in den Zweikämpfen eher mau, was er mit Silva gemein hatte. Dem Portugiesen mangelte es an Abstimmung mit Poulsen, er blieb unter seinen Möglichkeiten. Simakan und Gvardiol waren in den meisten der wenigen Situationen auf der Hut und standen kaum im Fokus. Henrichs war bemüht für sich Werbung zu machen, kaum aber nicht wirklich übers Bemühtsein hinaus. Moriba kam für die etwas hektischeren letzten 10 Minuten – unauffällig.

 

Szoboszlai als Matchwinner.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Szoboszlai: Wenn offensiv etwas ging, dann meist über den Ungarn. Spielte die meisten Key-Pässe, traf und legte eine Großchance auf. Lichtblick an einem nicht gerade besonders hellen DFB-Pokalabend. Dass er allerdings gerade einmal 4 von 11 Bodenduellen gewann, zeigt, dass hier weiterhin viel Luft nach oben ist, immerhin war es nur Babelsberg.

Poulsen: Vorlage für Szoboszlai, zwei Großchancen vorbereitet, zweitmeiste Key-Pässe. Einzig die Abstimmung mit Silva war arg verbesserungswürdig. Gab definitiv schlechtere Kicker heute.

Adams: Hielt das Zentrum zusammen und gewann 19 von 20 Zweikämpfen. Viel Kontrolle aber nur wenig Kreativität.

 

Umarmung der beiden besten Leipziger.

 

Luft nach oben

Silva: Irgendwie erwartet man von ihm mehr. Wenn Poulsen und Szoboszlai deutlich mehr Betrieb machen, dann kann Silva nicht alles richtig gemacht haben.

 

Tweet des Spiels

Schöne Auswärtsreise war es trotzdem!

 

Champagner oder Bier – die Fans

Ordentlich Pyro im Babelsberger Fanblock. Da geht der Leipziger Einnahmenverzicht gleich in die DFB Schatulle. So nötig scheint man es in Potsdam also nicht zu haben, zumindest scheinen dies die Fans zu denken. Der RBL Fanblock gut gefüllt und gut gelaunt. Da wurden Erinnerungen wach an die dreijährige Tingeltour durch die Arenen der Regionalliga. Teilweise leider auch, was die eigene Kreativität auf dem Feld anbelangt. Für die Fans war es aber eine runde Angelegenheit – Stimmung und Bautzener Senf.

 

Pyro ist doch ein Verbrechen ... an der Umwelt.

 

Pfeife des Spiels

Cortus 14. Einsatz in einem RBL Spiel. In der Bundesliga noch nie unter ihm verloren, in der zweiten Liga nie gewonnen und darunter 50% Sieg/Niederlage. Gemessen daran hätte alles passieren können. Es wurde Leipzigs zweiter Auswärtssieg im siebenten Spiel, der erste seit dem Austraben in Liga 3 gegen die Kickers. Hatte heute nur wenige knifflige Situationen zu bewältigen. Das Abseits meist klar und im Strafraum gab es keine echten Elfmeterszenen. Auch für Cortus war es daher ein ruhiger Abend.

 

Der doppelt geflubbelte Henrichsberger.

 

Aufgefallen

1)      Nur ein spätes Tor in der ersten Halbzeit und sonst viel Einfallslosigkeit. Wenn Hertha und die TSG gegen bessere Gegner mehr Tore schießen, dann darf man durchaus die Taktik hinterfragen. Zwar ließ RBL kaum etwas zu und hatte auch zu Beginn schon solide Chancen, aber einige der Ballverluste wären von höherklassigen Vereinen ggf. härter bestraft worden. Bei 23 Torschüssen und 5 Großchancen nahm sich der 0:1 Sieg schon recht mager aus.

2)      Nicht gerade die beste Abstimmung zwischen Poulsen und Silva. Klar die beiden Angreifer standen auch nur selten gemeinsam auf dem Platz. Wobei erstmal offen blieb, ob das fehlende gegenseitige Verständnis darin begründet lag oder die eigentliche Ursache des seltenen Zweimannsturms war.

3)      Nach 70 Minuten Babelsberg mit dem ersten Torschuss. Es war schon eine recht einseitige Partie auch wenn Leipzig offensiv auch keine Bäume ausriss.

4)      Crux Nr. 1: Wenn dir als Vizemeister gegen einen mittelmäßigen Regionalligisten offensiv kaum etwas einfällt und man selbst gerne in den Handballmodus um den Strafraum herum verfällt, dann ist taktisch etwas im Argen. Zum einen nutzte RBL die wenigen Halbchancen nicht, zum anderen gab es viel einfallslosen Leerlauf und trotz 23 Schüssen nur wenig, von denen man sagen würde, der muss rein. Es war einfach zu wenig.

 

Heiß wurde es nur auf der Tribüne.

 

5)      Was zu Crux Nr. 2 führt: Es stehen harte Wochen ins Haus. Frankfurt hat diese Woche spielfrei, da hätte sich Leipzig mit einer frühen Entscheidung auch Kräfte sparen können. So musste die Marsch-Elf bis zum Ende hellwach sein. Dazu muss die Frage erlaubt sein, wie Leipzig gegen Teams gewinnen will, die nicht wie Fürth oder Babelsberg deutlich unterlegen sind. Da passt ins Bild, dass RBL bisher noch gegen kein Team aus der oberen Tabellenhälfte gewinnen konnte. ZU wenig für den Vizemeister.

 

 

6)      Genug gemosert. Ergebnistechnisch zeigt der Trend nach oben und echte Chancen hatte weder Fürth in Halbzeit 2 noch Babelsberg über 90 Minuten. Natürlich kann man sich gegen den SVB nicht so motivieren wie gegen Messi. Das Ergebnis reicht vorerst, um Marsch in Amt und Würden zu halten. Mehr aber auch nicht.

7)      Irgendwie schön die alten Haudegen nochmal wiederzusehen. Vor zehn Jahren kickte RBL selbst noch in diesen Regionen. Selbst wenn Frahn die Aktion in Chemnitz immer noch nachhängt, so verbindet der gemeine RB-Fan doch sehr viele schöne Erinnerungen mit Hoffi und dem Capitano. Jetzt wechseln unsere Besten Richtung Liverpool, Chelsea und München – was für eine rasante Entwicklung!

8)      Drittes Spiel gegen ein Leipziger Team für den SVB in dieser noch frühen Saison, zum dritten Mal daheim ohne Sieg. Insofern passten sich unsere Rasenballer gut ins städtische Gesamtbild ein.

 

Kampf und ein Hoffi am Boden.

 

Fazit & Ausblick

Bleibt zu hoffen, dass Leipzig sich heute für Frankfurt geschont hat. Andererseits hätte man da wohl früher den Sack zu machen müssen. Zwar erstmals seit April zwei Pflichtspielsiege in Folge aber leider keine die geeignet wären, die Bedenken, die viele an Marschs taktische Eignung haben, zu zerstreuen.

Pflichtaufgabe bewältigt, während die Hessen durch ihr frühes Aus die Seele baumeln lassen konnten. Allerdings nicht so richtig, denn auch in Frankfurt hängt der Haussegen nach der Pleite gegen Bochum und Platz 15 schief. Bei der Eintracht konnte Leipzig bisher noch nie gewinnen, wird mal Zeit. Mal schauen, ob Marsch mal zur Abwechslung eine Negativserie beenden kann…

 

Der Matchplan, er war nur schwer zu erkennen.

 

Statistik
SV Babelsberg 03: Theißen – Wilton, Lela (C), Hoffmann, Wegener – Gencel, Danko, Rausch (56. Jürgens), Schmidt (81. Zille), Müller – Frahn
RB Leipzig: Martínez – Henrichs, Orbán (C), Simakan (80. Gvardiol), Angeliño – Adams, Kampl – Szoboszlai (81. Moriba), Novoa (90.+2 Forsberg) – Silva (69. Nkunku), Poulsen
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenach)
Tore: 0:1 Szoboszlai (45.)
Torschüsse: 2 / 23
Schüsse aufs Tor: 0 / 8
Passquote: 54% / 80%
Zweikampfquote: 37% / 63%
Ballbesitz: 27% / 73%
Fouls: 15 / 7
Ecken: 1 / 8
Abseits: 4 / 6
Gelbe Karten: Wilton, Gencel, Frahn / –
Zuschauer: 6.218 (600 Leipziger)

Rumpelstilzchen