Erster Toter der Todesgruppe
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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Das Hinspiel machte Mut und auch gegen Frankfurt war Leipzig das klar bessere Team. Dennoch, und dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, konnte Leipzig sich in beiden Begegnungen nicht für eine gute Leistung belohnen.
Im Vergleich zum Hinspiel ersetzte Forsberg Haidara und Gvardiol durfte für den immer noch angeschlagenen Klostermann ran. Bei Paris fehlte zwar Messi, aber Mbappé, Neymar und Di María las sich jetzt auch nicht viel schlechter…
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Dreisatz des Spiels
Wieder so ein Unentschieden, welches sich eher nach Niederlage anfühlt und dies obwohl, anders als in Frankfurt, Leipzig am Ende das Tor machte. Durch die beiden Elfer hatte Leipzig am Ende in Sachen xG die Nase vorn und man kann sicherlich trefflich darüber streiten, was gewesen wäre, wenn Silva getroffen hätte. Aber das Leben spielt sich nicht in Konjunktiven ab. Am Ende dieses Tages hat RBL die Champions League verlassen.

Silva trat selbst an und vergab die Chance aufs 2:0.
Neu im Bullenstall
Solide von Gvardiol, aber beim 1:2 war er nicht ideal positioniert. Analog zum Spiel in Frankfurt. Dass Leipzig von PSG über Umschaltsituationen geknackt wird, kann man nie ganz ausschließen, dass RBL aber nach dem späten Ausgleich in Frankfurt erneut Schwächen bei Standards offenbart, ist dagegen deutlich ärgerlicher.
Silva mit dem Zuckerpass zum 1:0 und dann dem Knackpunkt des Abends. Der Elfer schlecht geschossen. Vielleicht in solchen Situationen doch den eiskalten schwedischen Engel ranlassen. Danach etwas von der Rolle, aber trotzdem besser als Poulsen, dem im Anschluss noch weniger gelang.
Simakan hob beim 1:1 das Abseits auf. Ein Tor, was nicht leicht zu verteidigen war, aber im Idealfall macht Simakan den Schritt nach vorn und alles ist gut. Passt ein wenig ins durchwachsene Bild der letzten Wochen. "Matchwinner" am Ende Szoboszlai. Kommt rein und versenkt den Elfer in den Schlussminuten souverän. Abseits davon war es aber für alle in der zweiten Halbzeit viel Stückwerk.

Wie in Paris der Spieler des Spiels: Nkunku.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Nkunku: Erneut einer der besten Leipziger. Gut zum 1:0 eingeköpft und immer wieder nur schwer von der Pariser Hintermannschaft zu stoppen. Manchmal noch zu verspielt, da könnte er noch zielstrebiger werden.
Silva: Was habe ich mich über den Elfer geärgert. Trotzdem darf man eigentlich nicht den Stab über Silva brechen. Die Alternativen machen es meist auch nicht besser und keiner spielte heute mehr Schlüsselpässe auf dem Feld. Gehörte abseits dieses Elfers … WARUM? … eher zu den besseren Leipzigern.
Szoboszlai: Irgendwie schwer einen dritten zu benennen. Szobo mit dem Elfer und auch sonst einer der offensiven Aktivposten. Im Mittelfeld und der Abwehr war es im zweiten Durchgang zu wild, um dort herausragende Kicker zu benennen.

Adams und Laimer gewinnen keinen Schönheitspreis in Sachen Spielgestaltung.
Luft nach oben
Poulsen: Ging nicht wirklich viel beim Dänen heute. Ein paar Dinger hat er diese Saison schon reingepoulst, aber er hat eben auch seine Leerläufe drin. Viel unauffälliger hätte ein durchspielender Silva auch nicht ausgesehen.
Laimer: Umtriebig, aber eben auch wenig Kontrolle. Laimer doing Laimer things. Der Österreicher ist sicherlich ein unangenehmer Gegenspieler, aber er macht einfach auch zu viele Fehler. Spielaufbau, Struktur und Kompaktheit, gegen den PSG war wenig davon wirklich sehenswert.
Adams: Was auf Laimer zutrifft, ist auch bei Adams zu nennen. Mit den beiden war zwar einige defensive Zweikampfstärke vorhanden aber eben auch Fehlerpotenziale, beschränkte gestalterische Fähigkeiten und Risiken in der Offensivbewegung.
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RALLE IS IN THE HOUSE 🥳🥳 #RBLpsg pic.twitter.com/fCXA9w4Euo
— BrauseCrew Berlin (@brausecrew) November 3, 2021
Timo war heute einfach in Leipzig im Stadion 🥺 #RBLPSG pic.twitter.com/Lib57PAix0
— Tori Hood ♡🏳️🌈 (@tori_ms12) November 3, 2021
Tweet des Spiels
Hurra, hurra die Schlangen sind da.
— Justgroovy (@justgroovy20th) November 3, 2021
T-30 min. So wird das mit der Digitalisierung. 👍 #RBLPSG pic.twitter.com/NOAIWXkR9q
Da waren die Schlangen für Bananen damals kürzer...
Champagner statt Bier – die Fans
Die Einlasssituation vor dem Spiel eine halbe Katastrophe mit Ansage. Große Menschentrauben Richtung Spielbeginn. Das war bei der Auslastung und den Änderungen in der Kontrollstruktur zu erwarten. Im Stadion dann die Stimmung passabel, aber so richtig zünden wollte es dann doch nicht. Dafür war nach dem 1:1 und dem 1:2 zu sehr die Luft raus.
RB wir müssen Reden ... @RBLeipzig @rb_fans @justgroovy20th pic.twitter.com/vRMlEMjbUP
— DerSichDenWolfTanzt :-) (@RB_Power_HAL) November 4, 2021
Pfeife des Spiels
Zweiter Einsatz von Ekberg bei einem Leipziger CL Spiel. Das erste war das berühmt-berüchtigte 2:3 daheim gegen Salzburg vor über zwei Jahren. Heute blieb wenigstens ein Punkt in Leipzig. Die Entscheidungen allesamt vertretbar. Die Elfer sicherlich jetzt keine Muss- aber schon sehr überzeugende Kann-Entscheidungen. Das Abseits beim 1:2 recht weit ab vom Schuss und nur am Rande der Ereignisse. Ekberg im Gelbwahn - inklusive Marsch 10 Gelbe! Das muss man erstmal hinbekommen.

Poulsen kam, und blieb trotzdem unsichtbar.
Aufgefallen
1) Zwei Elfer und über sieben xG in zwei Spielen und am Ende steht Leipzig mit jeweils einem Punkt und insgesamt drei Toren da. Das ist einfach viel zu wenig. RBL hadert immer mehr mit der Chancenverwertung, auch weil nur in einem der letzten sechs Spiele defensiv die Null stand (und Babelsberg kann man ja nicht wirklich zählen). Vorne ungenau und hinten offen war schon immer ne schlechte Kombination.
2) Hätte, hätte, Fahrradkette – trifft Silva zum 2:0, läuft das Spiel ggf. wie Manchester vor einem Jahr. Damals legte RBL nach und konnte sich dann später auch ein paar Gegentore leisten. Heute eben nicht und nach dieser vergebenen Vorentscheidungschance war die gute Startphase schnell beendet. So wie in diesen ersten 20 Minuten muss man mal 90 Minuten spielen, dann klappt es womöglich auch mit einem Sieg…

Orban fällt verletzt fürs BVB Spiel aus.
3) Paris wie schon im Hinspiel mit überschaubarem Willen zur Spielgestaltung. Als aktuell wohl teuerstes Team der Welt schon etwas mau. Klar, dieser Stil wird sie wohl mindestens ins Achtelfinale tragen, aber insgesamt liegt da schon einiges Potenzial brach. Naja, erstmal nicht mehr unser Problem.
4) Zur Wahrheit des Spiels gehört auch, dass Mbappé bis zur 64. einige Chancen hatte, den Sack zuzumachen. In dieser Phase kam von Leipzig kaum noch etwas und RBL war gut bedient, dass es noch lange beim 1:2 bleib. Einzig Silva hatte zwei Minichancen zwischen der 22. und der 55. Minute. Da fiel RBL recht lange in Schockstarre.

Party like 2:2.
5) Einzig Olmo, Simakan und Gulácsi mit einer nennenswerten Anzahl von präzisen langen Pässen. Flanken? Die konnte man abseits der von Silva zum 1:0 getrost in die Tonne treten. Ebenso niedrig waren die gestalterischen Ambitionen des defensiven Mittelfeldzentrums, die sich eher auf dem Niveau von naiver Kunst bewegten.
6) Der erste Punkt in der Champions League. Party nach dem 2:2 als wäre es ein Sieg, aber es ist nun mal keiner und der Punkt hilft maximal, um in der EL zu überwintern. Vor einem Jahr haben wir Paris hier noch geschlagen und sind in einer ähnlich anspruchsvollen Gruppe weitergekommen, nun ist Leipzig mit einem Punkt Gruppenletzter und nach vier Spieltagen raus. Keine gute Entwicklung.
7) Was macht eigentlich Angeliño so? Schon wieder so ein unpräzises und unausgewogenes Spiel. Selbst die Rückkehr zur Fünferkette hilft nicht, um die Formkurve nachhaltig umzubiegen. Da war das Hinspiel in Paris nur ein Strohfeuer. Der Abwärtstrend ist seit Jahresanfang ein allzu treuer Begleiter der kleinen Engels.
8) Marsch nach dem Spiel mit den üblichen Floskeln. Klar, was soll er auch sagen, aber irgendwie kann ich das nicht mehr hören. Es bleibt selbst nach einem teilweise ordentlichen Spiel nur schwer zu ertragen, danach das Buzzwortbingo von „bereit“ über „Gruppe“ bis hin zu „belohnen“ durchzuorgeln. Es ist jedenfalls am Ende immer ein “Bingo“.
8) Wenn Leipzig die besten Minuten aus Frankfurt und Paris kombiniert, dann könnte am Wochenende der wankende BVB durchaus besiegt werden. Aber da sind wir leider schon wieder im phantastischen Reich der Konjunktive.

In Dauerschleife.
Wenn wir aus den diesjährigen Fehlern lernen, dann kann die Marschelf in der Weihnachtspause sicherlich ein vielbändiges Kompendium veröffentlichen. Nur in Sachen Anwendung des hart erworbenen neuen Wissens gibt es leider noch immer deutlichen Verbesserungsbedarf.
Wie ich schon mal schrieb: Immer Pech ist manchmal dann auch Unvermögen und da waren die Spiele gegen Paris und Frankfurt schon recht ähnlich. Mit dem Unterschied, dass Mbappé schon noch etwas mehr PS auf´s Feld bringt.
RBL also raus aus der Champions League, die EL hat Leipzig aber noch in der eigenen Hand. Nun kommt erstmal der BVB und das durchaus in einer leichten Krise und ohne Haaland. Für das Team, oder um im aktuellen Duktus zu bleiben, für die Gruppe, wäre ein Erfolgserlebnis wichtig, für Marsch ggf. sogar überlebenswichtig?
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – UEFA – FotMob
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi (C) - Simakan, Orban (46. Haidara), Gvardiol - Mukiele, Adams (74. Olmo,), Laimer (85. Henrichs), Angeliño - Nkunku, Forsberg (59. Szoboszlai), - Silva (59. Poulsen)
Paris St. Germain: Donnarumma - Hakimi, Marquinhos (C), Kimpembe, Nuno Mendes - Wijnaldum (85. Herrera), Danilo, Gueye - di Maria (85. Draxler), Mbappé, Neymar
Schiedsrichter: Andreas Ekberg (Schweden)
Tore: 1:0 Nkunku (8.), 1:1 Wijnaldum (21.), 1:2 Wijnaldum (39.), 2:2 Szoboszlai (90.+2) FE
Torschüsse: 17 / 7
Schüsse aufs Tor: 6 / 4
Passquote: 83% / 82%
Zweikampfquote: 49% / 51%
Ballbesitz: 53% / 47%
Laufleistung: 111 km / 106,5 km
Sprints: 235 / 240
Fouls: 17 / 14
Ecken: 4 / 4
Abseits: 5 / 2
Gelbe Karten: Adams (3), Marsch, Simakan (2), Poulsen (1) / Danilo, Kimpembe, Nuno Mendes, Neymar, Donnarumma, Herrera
Zuschauer: 39.794
Rumpelstilzchen